Neima Abdulnasir – 15 Jahre

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Neima ist die zweitjüngste aus der fünfköpfigen Bauernfamilie. Neima und ihre vier Geschwister sind die glücklichen Überlebenden der sieben Hausgeburten, die ihre Mutter bisher hatte. Zwei Babys starben bei der Geburt. Das Dorf, in dem sie aufgewachsen ist, liegt etwa 100 km von der Hauptstraße entfernt von dem Außenzentrum in Harar. Die Gegend ist sehr gebirgig, deswegen gibt es keinerlei Infrastruktur und auch kein Health Center. Alle Dorfbewohner leben sehr traditionell. Neima weiß nicht genau, wie alt sie ist. Wie ihre Altersgenossen verbrachte auch sie ihre Kindheit mit der Betreuung von Familientieren und half ihrer Mutter zu Hause. Dies ging so lange weiter, bis sie etwa mit 14 einem Mann übergeben wurde. In der ganzen Familie hatte nur ihr Bruder die Chance zur Schule gehen.
Nach der Hochzeit begann Neima ein unabhängiges Leben an einem neuen Ort in der Nähe ihres Dorfes. Und sie wurde sofort schwanger. Als sich der Geburtstermin näherte, kam sie zur Entbindung zu ihren Eltern zurück. „Ich habe nie daran gedacht, während der Schwangerschaft zur Vorsorge zu gehen, weil es im Dorf nicht üblich war. Drei Stunden auf dem steilen Weg zu laufen, um das nächste Health Center zu erreichen, war mühsam. Wie meine Mutter sollte ich zu Hause gebären, unterstützt von der traditionellen Geburtshelferin unseres Dorfes.“
Am Tag der Entbindung dauerten die Wehen lange. Obwohl sie umgehend professionelle Hilfe benötigt hätte, musste Neima zwei Tage in den Wehen bleiben, bis alle lokalen Medikamente aufgebraucht waren. Keines war hilfreich. Eine weitere Herausforderung, die einen weiteren Tag in Anspruch nahm, war die Beförderung von Neima in Richtung der nächsten Regierungsklinik, die auf einer in der Region hergestellten Bahre getragen wurde. Aufgrund der Komplikationen, in denen sie sich befunden hatte, wurde sie in das Regierungskrankenhaus von Harar verlegt, wo das Außenzentrum im Osten liegt. Nach vier Tagen brachte Neima schließlich ein totes Baby durch eine Operation zur Welt. „Als ich aufwachte, erfuhr ich die traurige Nachricht, mein erstes Baby zu verlieren. Es war herzzerreißend, aber die Erleichterung, dass die schmerzhaften Wehen aufhörten, war die gute Seite. Ich blieb eine Woche mit Katheter im Krankenhaus und als er entfernt wurde, konnte ich den Urin nicht mehr kontrollieren. Ich wurde dann aus dem Krankenhaus entlassen und hoffte, dass dies aus den langen Wehen resultierte und bald aufhören würde.“
Zurück in der Heimat wartete Neima zwei Monate lang auf Heilung, aber das Problem blieb bestehen. Ihr besorgter Vater brachte sie zurück in das Krankenhaus, das sie zuerst besucht hatte. Die Ärzte wussten, dass Neimas eine Fistel hatte, und überwiesen sie in das benachbarte Harar Hamlin Fistula Center. Sie wurde dort untersucht und entlassen mit der Nachricht, nach drei Monaten wieder zu kommen. Neima verbrachte diese drei Monate bei Verwandten, die in der Nähe wohnten.
Im vergangenen Oktober war Neima wieder im Außenzentrum Harar angekommen und wurde für die Operation vorbereitet. „Wegen der Fistel wurde ich geschieden und mein Vater wurde von seinem Hof verdrängt, der die einzige Lebensquelle für die ganze Familie ist. Die Fistel hat meiner Familie schwer geschadet. Seit ich hier bin, hoffe ich auf Heilung.“
Ende Oktober 2018 wurde Neima erfolgreich operiert und ist seitdem vollständig trocken.

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Geburt im Kurfachele Health Center

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Am 10. Oktober 2018 ist ein Baby in einer kleinen Stadt in Ostäthiopien in einem Heath Center namens „Kurfachelle“ zur Welt gekommen. Um 11 Uhr vormittags ging die 25-jährige schwangere Mutter Shukria Abdella in das Health Center der Kleinstadt, in der zwei Hamlin-Hebammen arbeiten. Gini und Hayat arbeiten hart für die qualitativ hochwertige mütterliche Gesundheitsversorgung. Shukria weiß, dass sie kurz davor war, ihr erstes Baby zur Welt zu bringen. Sie bemerkte tatsächlichen Anzeichen von Wehen, von denen die Hebammen während der Schwangerschaftsvorsorge berichtet hatten, und kam prompt in Begleitung ihrer Mutter, Großmutter und eines anderen Familienmitglieds in das Health Center.
Gini Nasir war an diesem Tag die Hebamme. Schwester Gini kennt Shukria sehr gut. Sie haben sich während der Schwangerschaftsvorsorge wiederholt getroffen. Nach der Untersuchung war es für Shukria sehr angenehm, mit Gini zu sprechen, weil beide aus derselben Region kommen und sehr freundlich miteinander sprechen, da sie die Kultur und Tradition kennen.
Bei der Vorsorgeuntersuchung erfuhr Schwester Gini, die seit fast zwei Jahren im Health Center arbeitet ist, dass das erste Baby von Sukria bald kommt und prüfte, ob es Komplikationen gab, die eine Überweisung bedurften. Im von Hamlin Fistula Äthiopien renovierten Kreißsaal, klärte Gini Shukria über die Dinge auf, die sie tun sollte, während sie anfing, sich professionell vorzubereiten und die Geburt mit voller Aufmerksamkeit zu verfolgen.
Das laute Weinen des Neugeborenen nach einer Stunde intensiver Wehen hat das Leiden aller in der Umgebung gelindert und die Stimmung in Glück verwandelt. Aber Gini war immer noch im Fokus und war sehr bemüht, sowohl Mutter als auch das Neugeborene nach der Geburt zu versorgen. Stunden später war der Warteraum voll mit Besuchern, die Shukria und der Familie gratulierten. Schwester Gini hat ihre erste Mission des Tages erfolgreich abgeschlossen und sich auf die nächste vorbereiten können.
„Unser qualitativ hochwertiger Hebammen-Service in solchen Health Centern hat die Nachfrage der Gemeinde dramatisch erhöht. Heutzutage bevorzugen viele Mütter wie Shukria hier mit professioneller Hilfe zu entbinden. Auf diese Weise verhindern wir nicht nur Fisteln, sondern minimieren auch das Risiko eines Muttertodes.“

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Rahmet Kedir – Hebammenschülerin im 2. Jahr

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Rahmet Kedir – unser Geburtshelfer im zweiten Jahr
Rahmet ist jetzt 18 Jahre alt und aufgewachsen in Yayo, einer Kleinstadt in der Nähe von Mettu. Rahmet ist eine excellente Schülerin. Sie war immer Klassenbeste, von der Grundschule bis zum Abitur. Es war diese Qualität von Rahmet, die ihr ermöglichte, das Stipendium der Hebammenschule zu erhalten, und trat der Schule im Jahr 2017 bei.
„Gesundheitserziehung ist mein langjähriger Traum und hier studiere ich meinen Traum und einen der besten Berufe der Welt. Ich bin froh, dass es eine reine Mädchenschule ist, was ein Vorteil ist, um mich auf mein Studium voll zu konzentrieren.“ sagt Rahmet „die gut ausgestattete Einrichtung und der Lehrplan mit Fokus auf praktisches Lernen macht diese Schule vorteilhafter als andere.“
Rahmet ist derzeit Studentin im zweiten Jahr der Hebammenschule, auch hier ist sie natürlich Klassenbeste.

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Gadissie – Desta Mender

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Gadissie kommt aus einem kleinen Dorf in der Oromiya Region. Dort gibt es weder Strom noch fließendes Wasser und das nächste Health Center war 3 Stunden Fußmarsch entfernt.
Gadissie wurde mit Kinderlähmung geboren, die beide Beine betraf und war deshalb Zeit ihres Lebens behindert. Sie ging nicht zur Schule und spielte auch nicht mit anderen Kindern, sondern blieb die meiste Zeit bei ihrer Mutter.
Mit 24 Jahren heiratete sie und alle freuten sich. Die Familie hoffte, dass das Eheleben und Kinder Gadissie helfen würden, sich von iher Depression zu befreien. Auch Gadissie war sehr glücklich.
Bald nach der Hochzeit wurde sie schwanger. Das Glück hielt aber nur 9 Monate. Die Wehen dauerten 3 lange Tage. Ihre Mutter und die herbeigerufene traditionelle Geburtshelferin hatten so etwas noch nie gesehen. „Niemand wollte mich in die Klinik bringen, obwohl ich 3 Tage lang unerträgliche Schmerzen hatte. Nach 3 Tagen rief meine Mutter endlich um Hilfe und ich wurde in die Klinik gebracht.“ erinnert sie sich.
Im Health Center schickte man sie weiter in ein Krankenhaus. Ihre Mutter und ihr Bruder wussten nicht, wie sie das Geld für die Busfahrkarte zusammen bekommen sollten. Schließlich lieh sich ihe Mutter Geld und sie fuhren in das Krankenhaus. „Als ich wieder zu mir kam, lag ich in einem durchnässten Bett und war schockiert und beschämt. Ich fragte meine Mutter, was mit meinem Baby passiert war und hörte die traurigen Nachricht vom Tod meines Babys. Ich vergrub mein Gesicht auf dem Bett und schrie.“
Wieder zuhause, sparte Gadissies Familie ein ganzes Jahr für das Geld für den Transport. Vor 10 Jahren ist Gadissie im Fistula Hospital angekommen. Sie hatte 4 Operationen, die alle nicht erfolgreich waren und kehrte wieder in ihr Dorf zurück. „Wir alle hatten die Hoffnung aufgegeben. Mein Mann hat mich verlassen, aber meine Eltern erlaubten mir, bei ihnen zu leben. So lebte ich 8 Jahre lang, bis die Gesundheitsbehörden mich fanden.“
Mit Hilfe der Health Worker kehrte Gadissie vor 6 Monaten wieder in das Fistula Hospital zurück und erhielt eine fünfte und letzte komplexe Operation, die sie völlig trocken ließ.
Sie wurde für das Rehabilitationstraining in Desta Mender in Betracht gezogen und absolvierte einen Kurs. „Wäre ich nicht hierher gekommen, könnte ich jetzt Selbstmord begehen. Ihr habt mich dazu gebracht, mich selbst wieder als eine Person zu sehen; ihr habt mich geheilt von dieser schrecklichen Verletzung, ihr habt mich mit Lebenskompetenzen ausgestattet und unterstützt mich dabei, mich von der Polio zu erholen. Wer sonst in dieser Welt würde eine solche ganzheitliche Betreuung geben; Das einzige, was ich tun kann, ist für den Rest meines Lebens immer für euch zu beten.“

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Alemitu Ayalew – Desta Mender Trainee

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Alemitu kommt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Gojjam in Nordäthiopien. Dort gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Die nächstgrößere Kleinstadt mit Krankenhaus ist einen halben Tag Fußmarsch entfernt.
Alemu ist die älteste von 6 Kindern der Familie und durfte die Schule bis zur 6. Klasse besuchen. Danach wurde sie in einer arrangierten Ehe verheiratet. Trotz allem verlief die Ehe sehr glücklich. Ihr Mann war Bauer und hatte eine kleine Landwirtschaft. Alemitu half ihm nach Kräften und alle lebten sehr zufrieden bis sie schwanger wurde.
Alemitu wollte bei ihrer Mutter entbinden. Die Wehen dauerten 3 lange Tage und endetem mit einer Totgeburt, Beinkontraktur und einer schrecklichen Geburtsfistel. „Alle meine Geschwister wurden zuhause geboren, meine Mutter hatte nie Probleme und war noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung.“ erinnert sie sich. Nach 3 Tagen wurde sie sehr geschwächt auf einer Trage zu Fuß in das nächste Krankenhaus gebracht.
Danach wurde sie nach Hause entlassen, unfähig zu laufen, mit tropfendem Urin und der Trauer über das verlorene Baby. Einen Monat später wurde sie im Außenzentrum in Bahir Dar zwei Mal operiert, aber beide Operationen waren erfolglos und sie gab die Hoffnung auf Heilung auf. Sie blieb 2 Jahre zuhause und weinte. „Tag und Nacht dachte ich darüber nach, was ich getan hatte um solch eine Bestrafung Gottes zu verdienen. Ich schämte mich und wollte nur noch sterben. Alle machten sich Sorgen um mich und verloren
den Fokus auf die Farm, die die einzige Lebensgrundlage ist.“
Als letzte Hoffnung verkaufte ihr Mann die einzige Kuh und brachte Alemitu 2014 nach Addis Abeba. Wegen der komplexen Operation, die sie dort erhielt, kehrte sie danach nie wieder nach Hause zurück.
Sie erhielt eine Umleitungsoperation und wurde wieder völlig trocken. So entschloß sie sich, in Addis Abeba als Reinigungskraft in einem Ausländerhaus zu arbeiten. Nachdem sie eineinhalb Jahre gearbeitet hatte, machte sie weiter, um ihr Eheleben mit ihrem Mann wieder aufzunehmen, der sie bis dahin unterstützt und auf sie gewartet hatte. „Er hat mich in all den Tagen des Leidens unterstützt. Ich vermisste ihn wirklich sehr und als er sich bereit erklärte, mit mir in Addis zu leben, war ich so glücklich. Wir hatten Glück, Jobs zu bekommen, genug, um in dem kleinen Haus, das wir gemietet haben, wieder ein glückliches Leben zu beginnen.“
Alemitus Unglück war noch nicht vorbei. Ende 2017, während sie mit dem Kerosinofen hantierte, hatte ein Feuerunfall ihr Gesicht schrecklich verbrannt und ihre Hände schwer verletzt. „Ich hatte Glück, zu überleben. Es tat so weh und das Feuer hat mein Gesicht verzerrt und einige meiner Finger gefressen und mich zwischen Leben und Tod zurückgelassen,“ erinnert sie sich.
Der Schaden an den Händen machte es schwierig, sich um die komplexe Fisteloperation zu kümmern, die sie hatte. Sie wurde bald in unserem Hauptkrankenhaus in Addis aufgenommen, um wenigstens ihren Fingern zu helfen. Mit dem kontinuierlichen Follow-up mit Verbrennungsspezialisten in der Stadt seit über sechs Monaten und einer Physiotherapie ist sie nun in der Lage, sich selbst zu helfen und ist relativ in gutem Zustand. „Ohne die endlose Unterstützung, die ich in hier erhalten habe, könnte ich nicht überleben. Ich bin machtlos, Ihnen meine tiefe Dankbarkeit auszudrücken. Ich wünschte, ich könnte „Emaye“ (Catherine) mein Alter geben, damit sie für immer leben kann. Gott segne diese Arbeit.“
Alemitu ist jetzt in Desta Mender im Rehabilitationstraining und hofft, das Leben mit ihrem Mann wieder aufzunehmen, der sie die ganze Zeit regelmäßig besucht und gewartet hat.

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