Feleku Alemayehu

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In früher Kindheit verlor Feleku Vater und Mutter kurz nacheinander wuchs bei ihrer Großmutter in einem Dorf in der Nähe der Hauptstadt auf. Sie besuchte die Grundschule im Dorf. Dort  gab es bessere Möglichkeiten. Feleku und ihre Oma lebten glücklich und zufrieden, bis das Schreckliche mit Feleku passiert war. Nach der Schule half Feleku ihrer Oma zu Hause. Feleku war in der 5. Klasse, als es passierte. Eines Tages, als sie nach der Schule allein zu Hause war, kam ein Gymnasiast und vergewaltigte sie brutal. Da der Täter ihr eigener Onkel war, schwieg Feleku und erzählte niemandem davon. Nur ihrer Oma berichtete, was passiert war.  Ihre Oma warnte Feleku, mit niemandem zu reden, aus Angst vor den Dorfbewohnern. Danach war ihre Oma sehr unfreundlich zu Feleku. Sie durfte nicht mehr zur Schule gehen und musste für ihr Alter sehr schwer arbeiten. Inzwischen bemerkte Feleku ihre Schwangerschaft. Ihre Oma wurde noch unfreundlicher und es gab keine Möglichkeit, dieser Situation zu entfliehen. Nach 9 Monaten begannen die Wehen und Feleku sollte zuhause entbinden. Nach 2 Tagen starker Wehen wurde sie in die nächste Klinik gebracht. Von dort wurde sie in ein Regierungskrankenhauss überwiesen. Dort wurde das Kind tot geboren und sie hatte eine Fistel.
 „Ich habe mir die Schuld gegeben, was passiert ist, auch wegen der unfreundlichen Behandlung, die ich von der  ganzen Familie erfahren habe. Ich habe sogar versucht, während der Schwangerschaft Selbstmord zu begehen“, sagt Feleku.
Vor vier Jahren kam sie mit einer Überweisung in das Fistula Hospital. Ihre erste Operation war erfolgreich und sie kehrte trocken und geheilt zu ihrer Oma zurück, mit der Auflage, in den nächsten Monaten keine schwere Arbeit zu leisten.
Ihre Oma blieb weiterhin unfreundlich und ignorierte die Anweisungen des Fistula Hospitals. Ungefähr ein Jahr lang arbeitete Feleku weiterhin hart, sie holte Wasser und sammelte Brennholz. Dann begann die Inkontinenz erneut. Feleku kehrte heimlich in das Krankenhaus zurück. Sie hat viele Verwandte in Addis Abeba, aber keiner war bereit ihr zu helfen. Jetzt ist sie im Fistula Hospital, erneut operiert und geheilt. Nach Hause möchte sie nicht mehr zurück und das Krankenhaus versucht, einen Job für sie in Addis Abeba zu finden. „Ich habe keine Familie, aber Dr. Fekade, der medizinische Direktor, hat sich liebevoll um mich gekümmert. Ich bete für euch alle, um mir zu helfen “ sagt Feleku. „Während ich hilflos und von meinen eigenen Verwandten ignoriert wurde, ist es dieses Krankenhaus, das mich begrüßt und mich mit einer mütterlichen Sorge geheilt hat. In meinem Aufenthalt esse ich hier frei, wurde zweimal kostenlos operiert. Das ist nur Gottes Freundlichkeit. Danke an alle hier, die mir wieder mein Leben zurück gegeben haben“, fügte sie hinzu.

Yeteme Dessiew

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„Mein Name ist Yeteme Dessiew und ich habe eine Geschichte zu erzählen, die Sie zuerst traurig macht und Sie dann glücklich macht.“ Yeteme ist in einem kleinen Dorf in Nord-Äthiopien aufgewachsen. „Ich habe in meiner Kindheit gehört, dass Menschen in der Stadt alles haben – Strom, Wasser, Straßen und Krankenhäuser, aber das hat mich nie gestört, weil ich es nicht kannte.“ Als Kind war Yeteme keine harte körperliche Arbeit fremd. „Ich habe als junges Mädchen alles gemacht … Ich weiß, dass es zu viel schwere Zeiten gab, aber das war nicht der schlimmste Teil meines Lebens. Das kam später, als ich mit meinem ersten Kind schwanger war „, sagt sie. „Ich war ungefähr 16, als ich einem Mann in der Nähe unseres Dorfes gegeben wurde. Aber die Ehe dauerte nicht lange. Er beschuldigte mich der Unfruchtbarkeit und verlies mich schließlich. “ „Meine zweite Ehe sah so gut aus“, erinnert sie sich. Sie begann sich voll in die Familie zu engagieren und wurde lebte glücklich in einer Großfamilie. Nachdem sie ihrem ersten Mannes geglaubt hatte, war das Glück von Yeteme vollständig, als sie feststellte, dass sie schwanger war. Was folgte auf Yetemes Wehen entsetzte jeden. Yeteme hatte drei Tage unerträgliche schmerzhafte Wehen. Die traditionelle Hebamme des Dorfes war überfordert. Alles, was sie tun konnte, war, Yeteme pressen zu lassen, damit das Baby natürlich geboren würde. Schließlich hat Yeteme ein totes Baby zur Welt gebracht. Mit Entsetzen bemerkte sie, das sie das Urin nicht mehr halten konnte und inkontinent war. Sechs Monate gab es keine Hoffnung. In den Augen von Yeteme und ihrer Mutter war so ein Zustand unheilbar und kann nur das Ergebnis eines Fluches gewesen sein. So blieb Yeteme sechs Monate lang zu Hause und lag auf rauhen Tüchern am Rande der kleinen Hütte ihrer Mutter. Sie  weinte jeden Tag und glaubte, es gebe keine Hoffnung. „Wenn ich an diese schrecklichen Monate denke, die ich verbracht habe, fühle ich immer noch die Schmerzen. Die Dorfbewohner sagten meiner Mutter, mein Tod sei besser sein als in solch einem Zustand zu leben. Ich wünschte, dass so etwas noch nicht einmal meinem Feind“, erklärt Yeteme. Schließlich hörte Yetemes Mann vom Fistula Hospital durch einen Verwandten, der in der Stadt lebte. Er verkaufte eine Kuh, und brachte sie in das Addis Abeba Fistula hospital. Nach erfolgreicher Operation war Yeteme völlig trocken. Es hatte drei kurze Wochen gedauert, um ihr Leben zu verwandeln. Sieben Jahre später wurde Yeteme wieder schwanger Sie hat jetzt zwei Töchter im Alter von 5 und 8 Jahren und kehrte erst vor kurzem in ein Außenzentrum zurück, um ihr drittes Kind durch einen sicheren Kaiserschnitt zu gebären. Sie begrüßte ihr schönes Baby: „Du hast mein ganzes Leben bereichert und mich zu einer stolzen Mutter von drei Kindern gemacht … Danke und Gott segne euch alle“, sagt Yeteme.

Yezina Melese war im Hamlin Fistula Center in Bahir Dar

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Das kleine Dorf in dem Yezina geboren, aufgewachsen und verheirtatet wurde, liegt ca 3 Gehstunden weit entfernt von einem  Nachbardorf, das wegen seiner besseren Infrastruktur regelmäßig von Yezina und den Dorfbewohnern für bessere Transportmöglichkeiten, den Markt, medizinische Versorgung und andere Notwendigkeiten des alltäglichen Lebens, besucht wird.

Mit 12 Jahren heiratete Yezina einen Mann, den sie zuvor weder gesehen , noch gesprochen hatte. Damit begann für sie eine neue Phase ihres Lebens als Ehefrau mit den Aufgaben den Haushalt zu managen und viele Kinde zu gebären und aufzuziehen, wähend ihr Mann nur ein sehr geringes Einkommen mit seinen kleinen Ackerflächen erarbeitete.

Seitdem hat Yezina drei Kinder geboren. Einen Sohn und zwei Töchter Und alle bei einer Hausgeburt ohne professionelle Unterstützung während der Geburt und ohne Schwangerschaftsvorsorge.

Für die Analphabetin Yezina wurde das Leben erfreulich, als sie erreicht hatte, was die meisten jungen Frauen  im Dorf erträumten:  Zu heiraten und Kinder zu bekommen. Aber dieses glückliche Leben der Familie wurde getrübt als Yezina ihr viertes Kind bekam.

Yezinas vierte Schwangerschaft lief nicht so gut wie erwartet. An Stichtag litt Yezina unter schmerzhaften Wehen, die über drei Tage andauerten. Nachdem Yezina ohne Erfolg alle möglichen traditionellen Medikamente, die auch dem ungeborenen Leben schaden konnten, zuteil wurden, wurde die bewusstlose Patinetin in das nächste Krankenhaus gebracht.

Für die Krankenpfleger im nahe gelegenen Krankenhaus überstieg Yezinas Fall ihre medizinischen  Fähigkeiten und so schickten sie Yezina weiter ins staatliche Krankenhaus nach Gondar.

Durch einen Kaiserschnitt gebar Yezina dort ein totes Baby und blieb mit einer Blaseninkontinenz und Muskel-Kontrakturen zurück.

Yezina: “Da ich unfähig war mich frei zu bewegen, blieb ich in Gondar und mietete eine Wohnung für einen Monat, während ich Hilfe für mein beschämendes Problem suchte. Dann bin ich zu meiner Schwester gezogen, die nahe Bahar Dar wohnte.

Es war meine  Schwester , die mich, nachdem ich mich 2 Monate lang bei Ihr ausgeruht hatte, ins Hamlin Fistula Center in Bahar Dar brachte.” Außerdem fügte sie hinzu, dass ihr Mann aufgrund der Fistel ihren ganzen Besitz verkaufen musste, um die Reisekosten zu bezahlen und nach medizinischer Hilfe zu suchen, bevor sie auf das Hamlin Center stießen.

Es ist 8 Jahre her, dass Yezina zum ersten mal ins Hamlin Fistula Center in Bahir Dar kam und dort während ihres einmonatigen Aufenthaltes erfolgreich von ihrer Inkontinenz und der Beinverletzung behandelt wurde.

Das waren sehr frohe Neuigkeiten für die besorgte Familie. Zurück Zuhause, komplett trocken und glücklich, begannen Yezina und ihr Mann die finanziellen Verluste aufgrund der Fistel-Erkrankung zurückzugewinnen.

Drei Jahre nach der Operation, kam Yezina erneut in die Klinik. Sie war im 8 Monat schwanger und konnte mit einem Kaiserschnitt ein weiteres gesundes Mädchen zur Welt bringen, das nun 5 Jahre alt ist und das vierte Kinde der Famile wurde.

Jetzt ist Yezina gerade zum zweiten Mal im Bahar Dar Center und erwartet ihren nächsten Kaiserschnitt.

Yezina: “Ich bin zuversichtlich und fühle mich sicher. Ihr seid meine Lebensretter, indem ihr mich von meiner traumatischen Verletztung geheilt habt, mein viertes Kind gesund mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht habt. Nun sitze ich hier und warte auf mein nächstes Kind. All diese Behandlungen  haben mich und meine Familie nichts gekostet. Mein Mann und ich haben entschieden, nicht noch weitere Kinder zu bekommen, aber dennoch werde ich nicht aufhören dass Hamlin Center zu besuchen. Einfach um mit den  Mitarbeitern und den anderen Patienten in Kontakt zu sein. Ich fühle mich Zuhause, wann immer ich hier bin.“

Hebammen in Aktion

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Tafetech Yalew, jetzt 24 Jahre alt, ist geboren und aufgewachsen in einem kleinen Dorf nahe der historiischen Sadt Gondar im Norden Äthiopiens. Sie brach mit dem traditionellen Glauben, dass Frauen heiraten sollten und keine Ausbildung brauchen, und beendete sie die Oberschule als eine der besten Schülrinnen ihres Jahrgangs. Nach ihrem Abschluss wurde sie auf die Hebammen Schule von Hamlin aufmerksam,  die als College für Mädchen mit herausragenden Leistungen aus ländlichen Gegenden freie Stipendien für die Ausbildung zur Hebamme vergab.

2012 begann Tafetech am College nachdem sie die schwere Aufnahmeprüfung gemeistert hatte. Während ihres 4 Jährigen Aufenthaltes in der wundercshönen Gegend rund um das College war sie stets sehr aktiv, freundlich und leidenstchaftlich bei der Arbeit. Bevor sie ihren Abschluss machte, begleitete sie über 180 sichere Geburten. Drei mal so viele, wie sie als mindestens für denAbschluss gebraucht hätte.

Im Oktober 2016 , graduierte sie in der 6. Generation von Hebammen-Schülerinnen mit Auszeichnung und begann in einer von Hamlin unterstützen staatlichen Health Center zu arbeiten, die sehr nah an ihrem Heimatdorf lag. Schwester Tafetech leistet ihren Dienst nun seit fünf Monaten in diesem Health Center und hat mehr als 80 sichere Geburten begleitet sowie einige Probleme gelöst, welche gute medizinische Fähigkeiten erforderten.

Tafetech: “ Die hohe Qualität an Ausbildung und die praktischen Trainings, die ich im Hamlin College gelernt habe, haben mich sehr schnell lernen lassen, was ich für meinen alltäglichen Beruf brauche. Jetzt bin ich sehr zuversichtlich und habe meine Mission begonnen mit an Hamlins langem Traum zu arbeiten: Eine Hebamme für jede Mutter“.

Ayehu Arage

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Ayehu Arage kommt aus dem Hochland von Gonder. Sie ist geboren und aufgewachsen in einem kleinen bergigen Dorf,  einen Tag Fußmarsch bis zur nächsten Kleinstadt. Das Dorf liegt auf dem Hochplateau. Alles Bewohner kennen sich gut und sind häufig miteinander verwandt. Gesundheitseinrichtungen, Wasser, Transport und Strom sind dort völlig undenkbar.
Mit 17  heiratete Ayehu in einer arrangierten Ehe und lebte mit ihrem Mann in einem Dorf in der Nähe. Das kleine bergige Ackerland blieben für Ayehu und ihren Mann die einzige unzureichende Einnahmequelle. Aber da diese Art des Lebens für alle gleich war, führte Ayehu ein glückliches Leben. Sie war Mutter eines Sohnes, ein weiteres Kind starb als Baby.
Aber die dritte Schwangerschaft lief von Anfang an nicht gut. nach zwei Tagen Wehen fiel Ayehu ins Koma. Erst dann beschloss die Familie, sie in eine Klinik zu bringen. Auf einer selbstgezimmerten Trage wurde sie einen Tag lang zu Fuß in die nächste Klinik gebracht. Das Schaukeln auf der Trage beim Gehen bewirkte, dass das Baby tot geboren wurde.
In der Klinik hatten die Krankenschwestern Ayehu gesäubert und Medikamente gegeben, um sie aufwachen zu lassen. Am nächsten Morgen fand sich Ayehu voll Urin im Bett liegend.
„Als ich erfuhr, dass ich inkontinent bin, wurde eines meiner Beine auch gelähmt, ich begrub meinen Kopf zwischen denBeinen (die Art, in Äthiopien Trauer auszudrücken) und brach in Tränen aus. Ich war total hoffnungslos, obwohl die Krankenschwestern sagten, dass ich geheilt werden könnte“, erklärt Ayehu.
Drei Monate blieb Ayehu zu Hause und erholte sich. Sie war nicht in der Lage, sich selbst zu bewegen oder aufzustehen ohne die Hilfe ihres Mannes oder der Verwandten.
Vor etwa einem Jahr erreichte Ayehu das Außenzentrum in Bahar Dar. Die Reise dauerte sechs Stunden mit dem Pferd bis sie die Hauptstraße und den Bus erreichte.
Wie üblich erhielt Ayehu ganzheitliche Betreuung inklusive Physiotherapie für ihre Beinverletzung. Nach nur einem Monat war Ayehu völlig trocken  und ihr Bein erholte sich gut.
„Für mich war es etwas Außergewöhnliches Ich schlief in einem sauberen Bett, das leckere Essen, die freundliche und bedingungslose Pflege des Personals, die erfolgreiche Chirurgie …… alle diese Dienste kostenlos; Das ist Gottes Großzügigkeit. Ich wünsche allen Mitarbeitern ein ewiges Leben und bedanke mich herzlich für mein neues Leben“.
Ayehu ist jetzt wieder im Zentrum in Bahar Dar, schwanger mit ihrem ersten Baby nach der Operation und wartet auf ihre sichere Geburt durch Kaiserschnitt.
Ayehu ist so glücklich, dass sie einen fürsorglichen und unterstützenden Mann hat, der sich die ganze Zeit um sie gekümmert hat – auch als es ihr sehr schlecht ging.