Hebammen in Aktion

Mehr lesen

Tafetech Yalew, jetzt 24 Jahre alt, ist geboren und aufgewachsen in einem kleinen Dorf nahe der historiischen Sadt Gondar im Norden Äthiopiens. Sie brach mit dem traditionellen Glauben, dass Frauen heiraten sollten und keine Ausbildung brauchen, und beendete sie die Oberschule als eine der besten Schülrinnen ihres Jahrgangs. Nach ihrem Abschluss wurde sie auf die Hebammen Schule von Hamlin aufmerksam,  die als College für Mädchen mit herausragenden Leistungen aus ländlichen Gegenden freie Stipendien für die Ausbildung zur Hebamme vergab.

2012 begann Tafetech am College nachdem sie die schwere Aufnahmeprüfung gemeistert hatte. Während ihres 4 Jährigen Aufenthaltes in der wundercshönen Gegend rund um das College war sie stets sehr aktiv, freundlich und leidenstchaftlich bei der Arbeit. Bevor sie ihren Abschluss machte, begleitete sie über 180 sichere Geburten. Drei mal so viele, wie sie als mindestens für denAbschluss gebraucht hätte.

Im Oktober 2016 , graduierte sie in der 6. Generation von Hebammen-Schülerinnen mit Auszeichnung und begann in einer von Hamlin unterstützen staatlichen Health Center zu arbeiten, die sehr nah an ihrem Heimatdorf lag. Schwester Tafetech leistet ihren Dienst nun seit fünf Monaten in diesem Health Center und hat mehr als 80 sichere Geburten begleitet sowie einige Probleme gelöst, welche gute medizinische Fähigkeiten erforderten.

Tafetech: “ Die hohe Qualität an Ausbildung und die praktischen Trainings, die ich im Hamlin College gelernt habe, haben mich sehr schnell lernen lassen, was ich für meinen alltäglichen Beruf brauche. Jetzt bin ich sehr zuversichtlich und habe meine Mission begonnen mit an Hamlins langem Traum zu arbeiten: Eine Hebamme für jede Mutter“.

Ayehu Arage

Mehr lesen

Ayehu Arage kommt aus dem Hochland von Gonder. Sie ist geboren und aufgewachsen in einem kleinen bergigen Dorf,  einen Tag Fußmarsch bis zur nächsten Kleinstadt. Das Dorf liegt auf dem Hochplateau. Alles Bewohner kennen sich gut und sind häufig miteinander verwandt. Gesundheitseinrichtungen, Wasser, Transport und Strom sind dort völlig undenkbar.
Mit 17  heiratete Ayehu in einer arrangierten Ehe und lebte mit ihrem Mann in einem Dorf in der Nähe. Das kleine bergige Ackerland blieben für Ayehu und ihren Mann die einzige unzureichende Einnahmequelle. Aber da diese Art des Lebens für alle gleich war, führte Ayehu ein glückliches Leben. Sie war Mutter eines Sohnes, ein weiteres Kind starb als Baby.
Aber die dritte Schwangerschaft lief von Anfang an nicht gut. nach zwei Tagen Wehen fiel Ayehu ins Koma. Erst dann beschloss die Familie, sie in eine Klinik zu bringen. Auf einer selbstgezimmerten Trage wurde sie einen Tag lang zu Fuß in die nächste Klinik gebracht. Das Schaukeln auf der Trage beim Gehen bewirkte, dass das Baby tot geboren wurde.
In der Klinik hatten die Krankenschwestern Ayehu gesäubert und Medikamente gegeben, um sie aufwachen zu lassen. Am nächsten Morgen fand sich Ayehu voll Urin im Bett liegend.
„Als ich erfuhr, dass ich inkontinent bin, wurde eines meiner Beine auch gelähmt, ich begrub meinen Kopf zwischen denBeinen (die Art, in Äthiopien Trauer auszudrücken) und brach in Tränen aus. Ich war total hoffnungslos, obwohl die Krankenschwestern sagten, dass ich geheilt werden könnte“, erklärt Ayehu.
Drei Monate blieb Ayehu zu Hause und erholte sich. Sie war nicht in der Lage, sich selbst zu bewegen oder aufzustehen ohne die Hilfe ihres Mannes oder der Verwandten.
Vor etwa einem Jahr erreichte Ayehu das Außenzentrum in Bahar Dar. Die Reise dauerte sechs Stunden mit dem Pferd bis sie die Hauptstraße und den Bus erreichte.
Wie üblich erhielt Ayehu ganzheitliche Betreuung inklusive Physiotherapie für ihre Beinverletzung. Nach nur einem Monat war Ayehu völlig trocken  und ihr Bein erholte sich gut.
„Für mich war es etwas Außergewöhnliches Ich schlief in einem sauberen Bett, das leckere Essen, die freundliche und bedingungslose Pflege des Personals, die erfolgreiche Chirurgie …… alle diese Dienste kostenlos; Das ist Gottes Großzügigkeit. Ich wünsche allen Mitarbeitern ein ewiges Leben und bedanke mich herzlich für mein neues Leben“.
Ayehu ist jetzt wieder im Zentrum in Bahar Dar, schwanger mit ihrem ersten Baby nach der Operation und wartet auf ihre sichere Geburt durch Kaiserschnitt.
Ayehu ist so glücklich, dass sie einen fürsorglichen und unterstützenden Mann hat, der sich die ganze Zeit um sie gekümmert hat – auch als es ihr sehr schlecht ging.

Yifag Health Center

Mehr lesen

Schwester Belaynesh und ihre Kollegin, Schwester Netsanet, sind beides Hamlin Hebammen, die direkt nach ihrem Abschluss dem Yifag Health Center, 90km vom  Bahar Dar Außenzentrum, zugeteilt wurden.

Die Klinik ist eine der acht von HFE* unterstützten staatlichen Kliniken der Amhara Region im Jahr 2014 und Belaynesh und Netsanet sind die beiden ersten Hamlin Hebammen, die dort vor zwei Jahren angestellt wurden.

In kurzer Zeit, hat es HFE* geschafft, die beiden gut ausgebildeten Hebammen hier anzustellen und die Entbindungsstation so zu renovieren, dass Mütter bevorzugt hier mit ausreichend medizinischer Ausrüstung und gute Betreuung entbinden.

Schwester Belaynesh erklärt: “ Als wir hier vor zwei Jahren ankamen, wurde die Entbindungsstation von anderen Krankenschwestern geleitet, die nicht als Hebammen ausgebildet waren. Damals wurden ungefähr 20 Kinder pro Monat geboren. Seitdem HFE* involviert ist und wir hier sind, entbinden mittlerweile 60 Frauen pro Monat. Die höchst professionelle Arbeit, die wir leisten hat das Interesse der Gemeinde geweckt und die Zahl der Frauen, die hier entbinden möchten, steigt jeden Tag.“

Das Yifag Health Center wurde gebaut, um über 35 Tausend  Menschen zu versorgen. Dennoch herrscht eine Mittelknappheit. Aufgrund von Mangel an Kreisssälen müssen sowohl Familienplanung als auch Schwangerschaftsuntersuchungen in einem kleinen Zimmerchen durchgeführt warden. Außerdem ist der Kreissaal so klein, dass dort nie mehr als zwei Frauen  gleichzeitig liegen können. Alle diese Probleme bleiben ein großes Anliegen für HFE und andere, die in diesem Bereich aktiv sind. HFE* ist, wie immer, sehr bemüht so viele Probleme wie möglich für das Yifag Health Center zu lösen.

*(HFE bedeutet Hamlin Fistula Ethiopia)

Ostern mit „Emmaye“ Dr. Catherine Hamlin

Mehr lesen

Wie jedes Jahr in den letzten 4 Jahrzehnten feierte Dr. Catherine Hamlin den Tag mit allen Mitarbeiterin einer spirituellen Weise.
Das diesjährige Ostern wurde am vergangenen Donnerstag Nachmittag gefeiert. Wie immer an einem hellen sonnigen Tag, der die Veranstaltung attraktiver machte. Dr. Catherine Hamlin begrüßte alle Angestellten und dankte für die Arbeit und Hilfe, die sie bei der Unterstützung der armen Frauen, die unter verheerenden Geburtsverletzungen leiden, gezeigt haben.
Chöre, Bibellesung und spirituelle Lehre von Kirchenlehrern waren Teil des Ereignisses.
Der CEO, Dr. Tesfaye, unser Ärztlicher Direktor Dr. Fekade, Dr. Catherine Hamlins enge Freunde und Mitarbeiter aus Hamlin-Einrichtungen in Addis waren anwesend.

Wetet Abay Health Center

Mehr lesen

Das Health Center  Wetet Abay ist eines der sechs – von Hamlin Fistula – unterstützten staatlichen Krankenstationen in der Nähe zu des Bahar Dar Außenzentrums im Norden Äthiopiens.

Das Health Center liegt in dem kleinen Dorf Wetet Abay an der Hauptstrasse 42km von Bahar Dar entfernt.

Vor 2010 entsprach das Health Center noch dem Level eines sogenannten “Gesundheitspostens”, der niedrigsten staatlichen Gesundheitsservice Institution, welche ausschließlich präventive Aufgaben erfüllte und nur zwei weibliche Pflegerinnen beschäftigte. 2010 wurde der Gesundheitsposten von der regionalen Regierung dann zu einem Health Center mit einem weitreichenderen Aufgabenfeld ausgebaut.

Zu Beginn fehlte es an Allem: professionelle Mitarbeiter, Ausrüstung, Arbeitsräume usw. Die begleiteten Geburten beliefen sich damals auf 1-2 pro Monat und wurden von nicht geschulten Krankenschwestern durchgeführt.

Unter dem präventiven Vorsatz von Hamlin Fistula war es das Ziel die medizinische Betreuung von Schwangeren und Müttern in ländlichen Regionen Äthiopiens zu verbessern. So wurde das Wetet Abay Health Center als ein ländliches staatliches Zentrum gezielt von Hamlin Fistula unterstützt, da es bis zum Jahr 2010 kaum medizinische Fortschritte zeigte.

Die beiden ersten  Absolventinnen des Hamlin College für Hebammen waren die ersten professionellen Hebammen, die im Helath Center 2011 eingestellt wurden.

Seitdem haben vier ausgebildete Hamlin Hebammen die Betreeung der Schwangeren, Geburten und Mütter im Wetet Abay Center hauptsächlich geleitet und eine signifikante Steigerung in Geburtenzahlen sowie der Qualität der Betreeung herbeigeführt. Mittlerweile ist die Zahl der Geburten auf bis zu 65 pro Monat gestiegen, was ein beispielhafter Unterschied zu den 2 Geburten pro Monat vor  6 Jahren ist.

Die Unterstützung beschränkte sich nicht nur auf die Bereitstellung von ausgebildeten Hebammen , sondern es wurde  auch eine Unterkunft für die Hebammen errichtet, um eine Rundumversorgung für Mütter der Region zu gewährleisten.

Im Januar hat Hamlin Fistula eine neu gebaute Entbindungsstation an die Wetet Abay Gemeinde übergeben. Dort bestätigte man, dass die Unterstützung durch Hamlin den langjährigen Mangel der Klinik an Untersuchungszimmern und Kreisssälen endlich beendet hat. Ein Einheimicsher sagte: “Spätestens jetzt sollten die Frauen eine Geburt in einem so gut aufgestellten Geburtshaus einer unsicheren Hausgeburt vorziehen. “

Schwester Siranesh und Schwester Agenehu sind jetzt die beiden älteren ausgebildeten Hamlin-Hebammen, die seit über zwei Jahren ihren Service im Wetet Abay Health Center leisten und die Betreung von Müttern und Schwangeren in einem Einzugsgebiet von über 30 Tausend Menschen gemeinsam mit ihren Kolleginnen managen.