19. Abschluß im Reha-Zentrum

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„Mein Aufenthalt im Fistula Hospital und in Desta Mender hat mein ganzen Lebens verändert. Ich habe mich von dieser verheerenden Verletzung vollständig erholt und absolvierte drei Monate ein intensives Training in Desta Mender. Das hat mein Leben von Hoffnungslosigkeit in eine strahlenden Zukunft verwandelt. Ich werde anfangen, wieder in vollen Zügen zu leben.“ sagt Gadissie, eine der 12 Absolventen.
Am Donnerstag, den 30. August 2018 beendeten zwölf Frauen nach komplexen Operationen ihr dreimonatiges Rehabilitationstraining in Desta Mender. Asnaku, Sinke, Binalf, Gishtu, Almaz, Meseret, Abinet, Bultu, Abelle, Tafetu, Gadissie und Ajette sind die 19. Absolventinnen, die alle wieder in die Gemeinschaft reintegriert werden und ein neues Leben beginnen und ein kleines Geschäft ihrer Wahl eröffnen werden.
Nach der Begrüßung der Absolventen sagte Frau Beletshachew, Managerin des Rehabilitationsprogramms: „Wir sind nicht hier, um euch beizubringen, wie man das Leben führt. Ich weiß, dass Ihr alle eine eigene einzigartige Erfahrung und Talent habt. In den letzten drei Monaten haben wir diese Fähigkeiten vertieft, erweitert und geteilt. Die Fistel ist vorbei! Jetzt verschwendet eure Zeit nicht mit der Vergangenheit, sondern ihr wisst, was ihr könnt und arbeitet hart daran, eure Ziele zu erreichen. Ich bin sicher, ihr werdet alle erfolgreich sein und wir werden euch weiterhin auf eurem Weg begleiten.“

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Yitaku Zewede – von Agonie zum Glück

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Yitaktu Zewede, 28 Jahre alt, stammt ursprünglich aus dem Dorf Molelle in Nord Shoa. Mit 15 Jahren heiratete sie und wurde sofort schwanger. Die Wehen dauerten 3 lange Tage, am Ende kam das Baby tot zur Welt, sie war inkontinent und hatte Beinverletzungen, die Yitaktu unbeweglich mit viel Kummer zurückließen.
Als ihr Vater sie drei Monate später in das Addis Abeba Fistula Hospital brachte, konnte Yitaktu nicht alleine gehen und hatte aufgrund der langen Wehen verschiedene Probleme. Yitaku lebte über 10 Jahre im Fistula Hospital, sie wurde sechs mal operiert, aber nicht vollständig geheilt. Erst die letzte, komplexe Operation vor zwei Jahren, brachte endlich den gewünschten Erfolg. „Meine Heilung ist wie ein Wunder. Ich hatte während der verheerenden 10 Jahre mit Fisteln nie an Heilung gedacht. Ich hatte mir selbst vorgeworfen, eine Last für meinen fürsorglichen Vater zu sein. Es war seine Stärke, die mir Ausdauer verlieh.“ Nach der Umleitungsoperation erhielt Yitaktu eine dreimonatige Rehabilitation. Neben psychologischer Beratung hat Yitaktu in Desta Mender verschiedene Trainings durchlaufen. „In meinem dreimonatigen Aufenthalt in Desta Mender habe ich viele neue Lebenskompetenzen und Geschäftsfähigkeiten bekommen, die ich in meinem täglichen Leben benutze.“
Yitaktu hat sich für die Landwirtschaft entschieden. Vor einem Jahr hat Yitaktu mit einem Startkapital von fast 500 US-Dollar, Gemüseanbau auf gemietetem Ackerland begonnen. In der Marktstadt ist Yitaktu integriert, sie ist nur eine halbe Stunde Fußweg von ihrem Dorf entfernt, dort gibt es Wasserversorgung, Strom, Transport und eine Klinik. Am Markttag besuchen ihre Familienmitglieder sie regelmäßig und sie fühlt sich sicher.
Zuerst mit ihrem älteren Bruder und dann mit ihrem fürsorglichen Ehemann erntet Yitaktu zweimal im Jahr Gemüse. Bei ihrer ersten Ernte hat sie doppelt so viel verdient wie erwartet. Sie macht auch Ochsenmast und produziert Kunsthandwerk zum Verkauf, mit den Fähigkeiten, die sie in Desta Mender erlernt hat.
Vor einem halben Jahr hat Yitaktu wieder geheiratet und eine neue Familie gegründet. „Mein Mann wusste alles über meine Behandlung und behandelt mich wie eine Königin. Er kommt sogar mit meiner Familie gut aus. Ich bin so glücklich.“
Yitaktuführt jetzt ein modernes Leben. Ihr gemietetes Haus ist klein, aber sehr sauber, voll mit Haustechnik und ordentlichen Küchenutensilien. Sie hatte auch genug Reserve für den Rest des Jahres. Vor allem ihr strahlendes Gesicht verrät, wie glücklich sie jetzt ist. Der Familientraum ist, ein eigenes Haus zu bauen und Kinder zu haben. Und sie nähern sich ihrem ersten Traum vom Haus und ihr zweiter Traum hängt von ihrer nächsten medizinischen Untersuchung ab.
„Die Person, der ich am meisten danken möchte, ist mein Vater. Er war in all den Tagen an meiner Seite, wusch meine Kleidung, duschte meinen Körper und suchte nach Heilung. Neben meinem Vater möchte ich Emayye (Dr. Hamlin) und den Mitarbeitern des Krankenhauses meinen herzlichsten Dank aussprechen. Sie bieten die beste humanitäre ganzheitliche Hilfe für arme Frauen wie mich.“ erklärt Yitaktu.

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Elfinesh Yirga

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Elfineshs kleiner Laden befindet sich in Begi, einer kleinen Stadt im Nordwesten, 250 km von Addis Abeba entfernt und 90 km abseits der Hauptstraße. Der Laden bedeutet alles für Elfinesh und ihre 10 Jahre alte Tochter Netsanet. Ihr Einkommen ist die einzige Lebensgrundlage, um Essen und Kleidung zu kaufen, für das schöne Mädchen Netsanet, die jetzt die 6. Klasse besucht.
Elfinesh Yirga ist jetzt 30 Jahre alt, im Nordwesten geboren und aufgewachsen. Wegen der Heirat verließ sie ihren Geburtsort und wohnte 60 km südlich von Addis Abeba in einer kleinen Stadt. Elfinesh wurde Mutter einer schönen Tochter und hatte bis zu ihrer zweiten Schwangerschaft vor 6 Jahren ein glückliches Leben. Unglücklicherweise dauerte die Geburt länger und endete mit doppeltem Kummer für Elfinesh – ein Kind zu verlieren und mit einer traumatischen Geburtsfistel konfrontiert zu werden.
Drei Monate nach der Verletzung war Elfinesh im Addis Abeba Fistula Hospital angekommen und hatte sechs Jahre lang verschiedene Behandlungsverfahren durchlaufen. Da ihr Fall schwierig ist, konnten die vier Operationen keine vollständige Heilung bringen und sie hat sich in den letzten drei Jahren mit Stöpseln beholfen.  „Wegen dieser Verletzung wurde ich geschieden, von meiner eigenen Familie diskriminiert, unfähig, meiner einzigen Tochter nachzufolgen, ich führte im Allgemeinen ein verzweifeltes Leben. Aber das Hamlin Fistula Hospital hat nicht nur meine Verletzung geheilt, sondern auch mein Leben positiv verändert. Ich kann nicht meine Dankbarkeit dafür ausdrücken“ erinnert sie sich.
Vor drei Jahren durchlief Elfinesh die 3-monatige Ausbildung im Reha-Zentrum in Desta Mender. Nach einer Beratung, wie ein kleines Unternehmen geführt werden sollte, erhielt Elfinesh ein Startkapital in Höhe von 400 Dollar. sie eröffnete ein Geschäft in einer kleinen Stadt in der Nähe ihres Geburtsortes. Dort gibt es Wasser und Strom, eine Schule für ihre Tochter und eine kleine Klinik. Seit 3 Jahren ist sie jetzt dort und durch harte Arbeit kann sie inzwischen gut davon leben. Für Elfinesh und ihre Tochter Netsanet ist der Laden tagsüber ihr Arbeitsplatz und nachts Schlafplatz und Küche.
„Dank der Unterstützung kann ich jetzt wieder frei, unabhängig und selbstbewusst leben. Ich habe ein gute Verhältnis mit meinen Nachbarinnen und nehme aktiv am sozialen Leben teil.“ erklärt Elfinesh.
Wiedereingliederung und wirtschaftliche Unabhängigkeit haben Elfinesh sehr gestärkt. Der regelmäßige Besuch ihrer Familie und Verwandten gibt ihr soziale Sicherheit. Gezahagn ist ihr älterer Bruder, Schneider von Beruf, der in derselben Stadt wie Elfinesh arbeitet. Er sagte: „Durch die Unterstützung des Fistula Hospitals wurde Elfinesh wieder die glückliche Frau, die sie vor ihrer Verletzung war. Sie hat mich ermutigt, auch in dieser Stadt zu leben und wir unterstützen uns als Familie auf jede mögliche Weise. “
Elfinesh besucht oft unser Krankenhaus mit einem Termin für eine medizinische Untersuchung. Manchmal verpasst sie die festgesetzte Zeit, um sich um ihre Tochter zu kümmern.

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Benalfew Ayehu – Rehabitilitationstrainee

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Benalfew kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Debre Markos. Der nächste Markt war 2 Stunden Fußmarsch entfernt. Der Fluß ist die einzige Wasserquelle für die Dorfbewohner.
Mit 14 Jahren wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann in einem Dorf, dass noch abgelegener war. Sie war selbst noch ein Kind, als sie eine Familie gründete. Aber mit der Zeit gewöhnte sie sich an das Eheleben und bekam 3 Kinder. Dieses glückliche Leben dauerte bis zur 4 Geburt, die unerwartet lange dauerte. Sie verbrachte zwei schmerzhafte Nächte zu Hause und weitere zwei Nächte im nächstgelegenen Health Center, zwei Stunden Fußmarsch vom Dorf entfernt. Schließlich wurde sie in der fünften Nacht durch einen Kaiserschnitt entbunden. Die langen Wehen ließen Benalfew unter Harninkontinenz und unerträglichen Bauchschmerzen zurück.
Drei Monate später wurde sie im Bahir-Dar-Außenzentrum aufgenommen, aber die schweren Schäden erforderten mehrere Operationen, sowohl in Bahir Dar als auch in Addis Abeba.
„Kurz nach der Verletzung hat mein Mann mir gesagt, dass er nicht mehr länger bei mir bleiben kann und ist weg. Ich kehrte voller Tränen in mein Heimatdorf zurück und lebte bei meiner Familie. Sogar meine Kinder leiden. Sie leben bei ihrem Vater, wenn ich im Krankenhaus bin und kommen zu mir zurück, wenn ich zuhause bin. Die Fistel hat alle Bereiche meines Lebens ruiniert „, erinnert sie sich.
Ihr Mann heiratete eine andere Frau und beendete die Beziehung zu Benalfew. In diesen Jahren mit Fisteln wurde sie einsam und lebte isoliert von allen gesellschaftlichen Zusammenkünften. „Dass ich früher bei in Bahir Dar war, hat mir sehr geholfen und mich hoffnungsvoll gemacht. Besonders wenn ich Menschen mit komplexen Verletzungen sehe, die sich gut erholen, macht mich stärker. Ich kann nicht erklären warum, aber immer wenn ich hier bin, bin ich immer sicher, geheilt zu werden. „Benalfew
Benalfew wird nicht vergessen, dass während ihrer Reise nach Bahir Dar die Leute im Bus es abgelehnt hatten, ihr wegen des Gestanks zweimal den Dienst zu geben.
In diesen vier Jahren erhielt Benalfew zwei Operationen in Bahir Dar und zwei weitere in Addis Abeba, aber alle waren nicht erfolgreich. Dies liegt daran, dass die langen Wehen von 5 Tagen im Inneren große Schäden verursacht haben.
Im Mai letzten Jahres war Benalfew wurde Beanlfew ein letztes Mal operiert und erhielt eine Harnableitung. Jetzt ist sie endlich völlig trocken.
„Vielen Dank euch allen, ich bin jetzt glücklich, voller Zuversicht, meine Kinder zu unterrichten und meine Zukunft besser zu machen“
Benalfew erhält derzeit in Desta Mender ein Rehabilitationstraining, das drei Monate dauert.

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Tafetu Ayalew

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Tafetu bedeutet Schatz. Sie kommt aus einem kleinen Dorf, 2 Tage Fußmarsch von der Hauptstraße entfernt. Es gibt dort weder Strom noch fließendes Wasser und auch keine medizinische Versorgung. Auch reicht die traditionelle Laandwirtschaft nicht aus, um die Familien im Dorf zu ernähren.
Tafetu wurde früh verheiratet in einer arrangierten Ehe. Für sie bedeutete das Eheleben, eine zusätzliche Herausforderung. Sie kümmert sich um den Haushalt, geht weit zur Wasserquelle, trägt den Wassertopf auf dem Rücken, danach in den Dschungel, um Feuerholz zu sammeln, und zurück zu Hause kocht sie das Essen. Alle Schritte werden von Hand gemacht. So arbeitet Tafetu von früh bis Mitternacht.
In ihrem Eheleben war Tafetu 5 Mal schwanger, nur zwei Söhne wurden lebend geboren. Sie sind jetzt 10 und 5 Jahre alt. Sie hat alle Kinder zuhause geboren, aber die fünfte Geburt war schlimmer als die anderen und ließ sie inkontinent zurück. In dieser Zeit verlor sie auch nacheinander ihre Mutter und ihren Vater.
Bei der 5. Geburt, Mitte 2014, war Tafetu zu Hause, als die Wehen begannen. Ihr stand nur eine Nachbarin zur Seite. Nach 2 langen Tagen Wehen wurde sie in das nächste Health Center gebracht, etwa 6 Stunden Fußmarsch entfernt. Von dort aus wurde sie mit der Ambulanz in das nächste Krankenhaus gebracht. Nach 4 Tagen hatte sie eine Totgeburt und blieb mit einer Geburtsfistel.
3 Monate später ging Tafetu Anfang 2015 in das Mekelle Außenzentrum. Von dem Krankenhaus hatte sie eine Überweisung erhalten. Seitdem war sie in Behandlung, aber sie konnte erst in Addis vollständig geheilt werden.
„Diese Verletzung hat mein Leben total zerstört und mich der Instabilität überlassen. Mein Mann hat mich verlassen, weil ich ihm nicht mehr dienen kann. Ich bin dann obdachlos von meinen Söhnen weggegangen und bei verschiedenen Verwandten geblieben, während ich immer wieder nach Mekelle auf der Suche nach Heilung gereist bin.“ erinnert sie sich. „Diejenigen, die meinen Fall kannten, ermutigten mich, nicht aufzugeben, während andere, die nicht wussten, was passiert war, gemunkelt haben, warum ich lieber isoliert war“, fügt sie hinzu.
Tafetu war sowohl in Mekelle als auch in Addis seit 2015 in Behandlung. Die beiden Operationen in Mekelle und eine weitere Operation im Hauptkrankenhaus waren erfolglos. Im Dezember kam sie in das Addis Abeba Fistula Hospital für einen weiteren Versuch und nach vielen medizinischen Eingriffen bekam sie die letzte Umleitungsoperation in der ersten Maiwoche. Diesmal wird sie völlig trocken und geheilt.
„Wäre ich nicht in Addis gewesen, ich könnte nicht mehr existieren. Ich bin arm, habe meine Familie früher verloren und bin heimatlos. Dieses Krankenhaus ist mein Zuhause und die Mitarbeiter sind meine Familie. Du hast mein Leben wiederhergestellt, mich geheilt und mich jetzt mit den Fähigkeiten des Lebens bei Desta Mender ausgestattet. Das ist so außergewöhnlich, dass keine Worte Ihnen allen von Herzen danken können. Lang lebe das Krankenhaus und das Personal.“

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