Gadissie – Desta Mender

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Gadissie kommt aus einem kleinen Dorf in der Oromiya Region. Dort gibt es weder Strom noch fließendes Wasser und das nächste Health Center war 3 Stunden Fußmarsch entfernt.
Gadissie wurde mit Kinderlähmung geboren, die beide Beine betraf und war deshalb Zeit ihres Lebens behindert. Sie ging nicht zur Schule und spielte auch nicht mit anderen Kindern, sondern blieb die meiste Zeit bei ihrer Mutter.
Mit 24 Jahren heiratete sie und alle freuten sich. Die Familie hoffte, dass das Eheleben und Kinder Gadissie helfen würden, sich von iher Depression zu befreien. Auch Gadissie war sehr glücklich.
Bald nach der Hochzeit wurde sie schwanger. Das Glück hielt aber nur 9 Monate. Die Wehen dauerten 3 lange Tage. Ihre Mutter und die herbeigerufene traditionelle Geburtshelferin hatten so etwas noch nie gesehen. „Niemand wollte mich in die Klinik bringen, obwohl ich 3 Tage lang unerträgliche Schmerzen hatte. Nach 3 Tagen rief meine Mutter endlich um Hilfe und ich wurde in die Klinik gebracht.“ erinnert sie sich.
Im Health Center schickte man sie weiter in ein Krankenhaus. Ihre Mutter und ihr Bruder wussten nicht, wie sie das Geld für die Busfahrkarte zusammen bekommen sollten. Schließlich lieh sich ihe Mutter Geld und sie fuhren in das Krankenhaus. „Als ich wieder zu mir kam, lag ich in einem durchnässten Bett und war schockiert und beschämt. Ich fragte meine Mutter, was mit meinem Baby passiert war und hörte die traurigen Nachricht vom Tod meines Babys. Ich vergrub mein Gesicht auf dem Bett und schrie.“
Wieder zuhause, sparte Gadissies Familie ein ganzes Jahr für das Geld für den Transport. Vor 10 Jahren ist Gadissie im Fistula Hospital angekommen. Sie hatte 4 Operationen, die alle nicht erfolgreich waren und kehrte wieder in ihr Dorf zurück. „Wir alle hatten die Hoffnung aufgegeben. Mein Mann hat mich verlassen, aber meine Eltern erlaubten mir, bei ihnen zu leben. So lebte ich 8 Jahre lang, bis die Gesundheitsbehörden mich fanden.“
Mit Hilfe der Health Worker kehrte Gadissie vor 6 Monaten wieder in das Fistula Hospital zurück und erhielt eine fünfte und letzte komplexe Operation, die sie völlig trocken ließ.
Sie wurde für das Rehabilitationstraining in Desta Mender in Betracht gezogen und absolvierte einen Kurs. „Wäre ich nicht hierher gekommen, könnte ich jetzt Selbstmord begehen. Ihr habt mich dazu gebracht, mich selbst wieder als eine Person zu sehen; ihr habt mich geheilt von dieser schrecklichen Verletzung, ihr habt mich mit Lebenskompetenzen ausgestattet und unterstützt mich dabei, mich von der Polio zu erholen. Wer sonst in dieser Welt würde eine solche ganzheitliche Betreuung geben; Das einzige, was ich tun kann, ist für den Rest meines Lebens immer für euch zu beten.“

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Alemitu Ayalew – Desta Mender Trainee

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Alemitu kommt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Gojjam in Nordäthiopien. Dort gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Die nächstgrößere Kleinstadt mit Krankenhaus ist einen halben Tag Fußmarsch entfernt.
Alemu ist die älteste von 6 Kindern der Familie und durfte die Schule bis zur 6. Klasse besuchen. Danach wurde sie in einer arrangierten Ehe verheiratet. Trotz allem verlief die Ehe sehr glücklich. Ihr Mann war Bauer und hatte eine kleine Landwirtschaft. Alemitu half ihm nach Kräften und alle lebten sehr zufrieden bis sie schwanger wurde.
Alemitu wollte bei ihrer Mutter entbinden. Die Wehen dauerten 3 lange Tage und endetem mit einer Totgeburt, Beinkontraktur und einer schrecklichen Geburtsfistel. „Alle meine Geschwister wurden zuhause geboren, meine Mutter hatte nie Probleme und war noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung.“ erinnert sie sich. Nach 3 Tagen wurde sie sehr geschwächt auf einer Trage zu Fuß in das nächste Krankenhaus gebracht.
Danach wurde sie nach Hause entlassen, unfähig zu laufen, mit tropfendem Urin und der Trauer über das verlorene Baby. Einen Monat später wurde sie im Außenzentrum in Bahir Dar zwei Mal operiert, aber beide Operationen waren erfolglos und sie gab die Hoffnung auf Heilung auf. Sie blieb 2 Jahre zuhause und weinte. „Tag und Nacht dachte ich darüber nach, was ich getan hatte um solch eine Bestrafung Gottes zu verdienen. Ich schämte mich und wollte nur noch sterben. Alle machten sich Sorgen um mich und verloren
den Fokus auf die Farm, die die einzige Lebensgrundlage ist.“
Als letzte Hoffnung verkaufte ihr Mann die einzige Kuh und brachte Alemitu 2014 nach Addis Abeba. Wegen der komplexen Operation, die sie dort erhielt, kehrte sie danach nie wieder nach Hause zurück.
Sie erhielt eine Umleitungsoperation und wurde wieder völlig trocken. So entschloß sie sich, in Addis Abeba als Reinigungskraft in einem Ausländerhaus zu arbeiten. Nachdem sie eineinhalb Jahre gearbeitet hatte, machte sie weiter, um ihr Eheleben mit ihrem Mann wieder aufzunehmen, der sie bis dahin unterstützt und auf sie gewartet hatte. „Er hat mich in all den Tagen des Leidens unterstützt. Ich vermisste ihn wirklich sehr und als er sich bereit erklärte, mit mir in Addis zu leben, war ich so glücklich. Wir hatten Glück, Jobs zu bekommen, genug, um in dem kleinen Haus, das wir gemietet haben, wieder ein glückliches Leben zu beginnen.“
Alemitus Unglück war noch nicht vorbei. Ende 2017, während sie mit dem Kerosinofen hantierte, hatte ein Feuerunfall ihr Gesicht schrecklich verbrannt und ihre Hände schwer verletzt. „Ich hatte Glück, zu überleben. Es tat so weh und das Feuer hat mein Gesicht verzerrt und einige meiner Finger gefressen und mich zwischen Leben und Tod zurückgelassen,“ erinnert sie sich.
Der Schaden an den Händen machte es schwierig, sich um die komplexe Fisteloperation zu kümmern, die sie hatte. Sie wurde bald in unserem Hauptkrankenhaus in Addis aufgenommen, um wenigstens ihren Fingern zu helfen. Mit dem kontinuierlichen Follow-up mit Verbrennungsspezialisten in der Stadt seit über sechs Monaten und einer Physiotherapie ist sie nun in der Lage, sich selbst zu helfen und ist relativ in gutem Zustand. „Ohne die endlose Unterstützung, die ich in hier erhalten habe, könnte ich nicht überleben. Ich bin machtlos, Ihnen meine tiefe Dankbarkeit auszudrücken. Ich wünschte, ich könnte „Emaye“ (Catherine) mein Alter geben, damit sie für immer leben kann. Gott segne diese Arbeit.“
Alemitu ist jetzt in Desta Mender im Rehabilitationstraining und hofft, das Leben mit ihrem Mann wieder aufzunehmen, der sie die ganze Zeit regelmäßig besucht und gewartet hat.

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Asnaku Adugna – Desta Mender

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Asnaku ist inzwischen 48 Jahre alt. Sie wuchs in einem entlegenen Dorf auf ohne Schulbildung aber mit vielen Entbehrungen. Sie hütete die Tiere, holte Wasser und Feuerholz, kümmerte sich um ihre jüngeren Geschwister und half der Mutter zuhause. Mit 15 Jahren heiratete sie und ihre Kindheit war zuende.
Mit 18 Jahren wurde sie schwanger. Die Schwangerschaft endete mit einem Desaster. Sie entband traditionsgemäß zuhause und hatte nach 3 Tagen Wehen eine doppelte Fistel und eine Fußlähmung. „Nach 3 Tagen Wehen konnte mein Vater das Gebrüll der Dorfbewohner nicht mehr ignorieren und brachte mich auch einer Trage drei Stunden lang in die nächste Ambulanz. Die Leute dort sagten, es gäbe ernsthafte Probleme und schickten mich weiter in das nächste Krankenhaus, neun Stunden Fußmarsch entfernt. Als ich aus der Bewusstlosigkeit erwachte, konnte ich mich nicht bewegen und war doppelt inkontinent. Ich fühle immer noch den Schmerz und die Depressionen, wenn ich mich daran erinnere.“
Damals dachten die Dorfleute, dass Ärzte Körperteile stehlen und viele Menschen töten würden. Deshalb wollte die Familie Asnaku nicht in die Klinik bringen.
Nach einem Monat im Krankenhaus hatte sich ihr Zustand nicht gebessert, sollte sie in das Addis Abeba Fistula Hospital gebracht werden. Da ihr Vater das Fahrgeld nicht aufbringen konnte, kehrte Asnaku zunächst für etwa ein Jahr lang in ihr Dorf zurück. „Ohne meinen Vater hätte ich das nie geschafft. Er wollte unbedingt meine Heilung und brachte mich in das Fistula Hospital.“
Die Rektalfistel und auch die Beinverletzung konnten relativ bald geheilt werden. Aber die Harninkontinenz war auch nach mehreren Operationen nicht besser geworden.
„Der Tod meines Vaters vor 20 Jahren war der größte Verlust in meinem Leben. Ich verlor die einzige Person, die mich in jeder Hinsicht unterstützt hatte. Ich lebte bei Familienmitgliedern zu leben, die mich wie eine Dienerin behandelten, nur wegen der Fistel.“, erinnert sich Asnaku.
Die Fistel hatte Asnakus Leben in vielerlei Hinsicht beeinträchtigt. Ihr Ehemann ging weg, sie wurde stigmatisiert und misshandelt von ihren Familienangehörigen, vor allem führte sie ein langes und stressiges Leben mit schwerem Herzen. Ihr verstorbener Vater hatte sein ganzes Geld verloren und war für ihre Heilung in Armut geraten.
Vor etwa 30 Jahren kam Asnaku in das Fistula Hospital und wurde damals noch von Dr. Reginald Hamlin an der Rektalfistel operiert. Durch lange Monate Krankengymnastik besserte sich ihre Beinverletzung. Da ihre Blase zerstört war, konnte man sie zunächst operativ nicht heilen. Erst im Frühjahr 2018 machte Dr. Fekade eine Harnableitung und Asnaku war endlich trocken.
Jetzt hat sie das 3-monatige Rehabilitationstraining abgeschlossen und hat große Pläne.
„Dank der Unterstützung, die ich von diesem Krankenhaus erhielt, begann ich, von der Zukunft zu träumen. Mit dem Training, das ich in Desta Mender bekam, plane ich, in der Stadt in der Nähe meines Dorfes ein eigenes Geschäft zu führen und ein glückliches Leben zu führen.“

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19. Abschluß im Reha-Zentrum

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„Mein Aufenthalt im Fistula Hospital und in Desta Mender hat mein ganzen Lebens verändert. Ich habe mich von dieser verheerenden Verletzung vollständig erholt und absolvierte drei Monate ein intensives Training in Desta Mender. Das hat mein Leben von Hoffnungslosigkeit in eine strahlenden Zukunft verwandelt. Ich werde anfangen, wieder in vollen Zügen zu leben.“ sagt Gadissie, eine der 12 Absolventen.
Am Donnerstag, den 30. August 2018 beendeten zwölf Frauen nach komplexen Operationen ihr dreimonatiges Rehabilitationstraining in Desta Mender. Asnaku, Sinke, Binalf, Gishtu, Almaz, Meseret, Abinet, Bultu, Abelle, Tafetu, Gadissie und Ajette sind die 19. Absolventinnen, die alle wieder in die Gemeinschaft reintegriert werden und ein neues Leben beginnen und ein kleines Geschäft ihrer Wahl eröffnen werden.
Nach der Begrüßung der Absolventen sagte Frau Beletshachew, Managerin des Rehabilitationsprogramms: „Wir sind nicht hier, um euch beizubringen, wie man das Leben führt. Ich weiß, dass Ihr alle eine eigene einzigartige Erfahrung und Talent habt. In den letzten drei Monaten haben wir diese Fähigkeiten vertieft, erweitert und geteilt. Die Fistel ist vorbei! Jetzt verschwendet eure Zeit nicht mit der Vergangenheit, sondern ihr wisst, was ihr könnt und arbeitet hart daran, eure Ziele zu erreichen. Ich bin sicher, ihr werdet alle erfolgreich sein und wir werden euch weiterhin auf eurem Weg begleiten.“

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Yitaku Zewede – von Agonie zum Glück

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Yitaktu Zewede, 28 Jahre alt, stammt ursprünglich aus dem Dorf Molelle in Nord Shoa. Mit 15 Jahren heiratete sie und wurde sofort schwanger. Die Wehen dauerten 3 lange Tage, am Ende kam das Baby tot zur Welt, sie war inkontinent und hatte Beinverletzungen, die Yitaktu unbeweglich mit viel Kummer zurückließen.
Als ihr Vater sie drei Monate später in das Addis Abeba Fistula Hospital brachte, konnte Yitaktu nicht alleine gehen und hatte aufgrund der langen Wehen verschiedene Probleme. Yitaku lebte über 10 Jahre im Fistula Hospital, sie wurde sechs mal operiert, aber nicht vollständig geheilt. Erst die letzte, komplexe Operation vor zwei Jahren, brachte endlich den gewünschten Erfolg. „Meine Heilung ist wie ein Wunder. Ich hatte während der verheerenden 10 Jahre mit Fisteln nie an Heilung gedacht. Ich hatte mir selbst vorgeworfen, eine Last für meinen fürsorglichen Vater zu sein. Es war seine Stärke, die mir Ausdauer verlieh.“ Nach der Umleitungsoperation erhielt Yitaktu eine dreimonatige Rehabilitation. Neben psychologischer Beratung hat Yitaktu in Desta Mender verschiedene Trainings durchlaufen. „In meinem dreimonatigen Aufenthalt in Desta Mender habe ich viele neue Lebenskompetenzen und Geschäftsfähigkeiten bekommen, die ich in meinem täglichen Leben benutze.“
Yitaktu hat sich für die Landwirtschaft entschieden. Vor einem Jahr hat Yitaktu mit einem Startkapital von fast 500 US-Dollar, Gemüseanbau auf gemietetem Ackerland begonnen. In der Marktstadt ist Yitaktu integriert, sie ist nur eine halbe Stunde Fußweg von ihrem Dorf entfernt, dort gibt es Wasserversorgung, Strom, Transport und eine Klinik. Am Markttag besuchen ihre Familienmitglieder sie regelmäßig und sie fühlt sich sicher.
Zuerst mit ihrem älteren Bruder und dann mit ihrem fürsorglichen Ehemann erntet Yitaktu zweimal im Jahr Gemüse. Bei ihrer ersten Ernte hat sie doppelt so viel verdient wie erwartet. Sie macht auch Ochsenmast und produziert Kunsthandwerk zum Verkauf, mit den Fähigkeiten, die sie in Desta Mender erlernt hat.
Vor einem halben Jahr hat Yitaktu wieder geheiratet und eine neue Familie gegründet. „Mein Mann wusste alles über meine Behandlung und behandelt mich wie eine Königin. Er kommt sogar mit meiner Familie gut aus. Ich bin so glücklich.“
Yitaktuführt jetzt ein modernes Leben. Ihr gemietetes Haus ist klein, aber sehr sauber, voll mit Haustechnik und ordentlichen Küchenutensilien. Sie hatte auch genug Reserve für den Rest des Jahres. Vor allem ihr strahlendes Gesicht verrät, wie glücklich sie jetzt ist. Der Familientraum ist, ein eigenes Haus zu bauen und Kinder zu haben. Und sie nähern sich ihrem ersten Traum vom Haus und ihr zweiter Traum hängt von ihrer nächsten medizinischen Untersuchung ab.
„Die Person, der ich am meisten danken möchte, ist mein Vater. Er war in all den Tagen an meiner Seite, wusch meine Kleidung, duschte meinen Körper und suchte nach Heilung. Neben meinem Vater möchte ich Emayye (Dr. Hamlin) und den Mitarbeitern des Krankenhauses meinen herzlichsten Dank aussprechen. Sie bieten die beste humanitäre ganzheitliche Hilfe für arme Frauen wie mich.“ erklärt Yitaktu.

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