Infoveranstaltungen – Geburtsverletzung buchen

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Wünschen Sie zu Ihrer Veranstaltung einen Beitrag oder einen Vortrag über die Ursache von Fisteln als Geburtsverletzung. Die Themenvorträge dauern ca. 30-45 Minuten mit anschliessender Diskussion.

Unsere Themen:
1. Fisteln, Geburtsverletzungen, Ursachen und Behandlung
2. Das Fistula Hospital in Soroti Uganda
3. Geburtsverletzungen in Entwicklungsländern
4. Medizinische Versorgung komplizierter Fisteln und urogynäkologische Weiterbildungen am Beispiel Äthiopien

Fragen Sie uns! Spenden sie für einen Vortrag! 
Burkhard Rothfuchs (Frauenarzt), Barbara Teltschik (Urologin) und Frau Jutta Ritz (1.Vorsitzende) freuen sich auf Ihre Anfrage. Alle sind Afrika-erfahren. Burkhard Rothfuchs bietet seine Vorträge auch als Unterrichtseinheit (z.B. in einer Hebammenschule) an.
info@fistula.de

www.fistula.de/Vortrag Spenden

Terrewode Uganda

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Die einzigartige Hilfsorganisation TERREWODE wurde 1999 von der ugandischen Sozialwissenschaftlerin und Journalistin Alice Emasu in Soroti im Osten des Landes gegründet. Als sie nach dem Studium in ihre Heimatstadt zurückkehrte, um Familie und Freunde zu besuchen, musste sie erfahren, dass mit Mitte Zwanzig bereits zahlreiche ihrer Klassenkameradinnen infolge einer Geburt verstorben waren. Dies motivierte sie zum Aufbau einer Organisation, die folgende Mission verfolgt.

Aufbau von Kapazitäten in der dörflichen Gemeinschaft, die Frauen und Mädchen systematisch befähigen, sich sinnvoll an Entwicklungsaktivitäten zu beteiligen, die ihre Lebensbedingungen, ihre Familien und Gemeinschaften verbessern.

Der Fokus im Uganda Terrewode Hospital

Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Gemeinschaften darin unterstützt, die derzeitige medizinische Versorgung mit ihren ökonomischen Abhängigkeiten mit dem Fokus auf die Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen zu verbessern.

Im Zentrum stehen derzeit Geburtsfisteln, in Uganda rechnet man mit 200.000 Betroffenen und 1.200 Neuerkrankungen pro Jahr. TERREWODE betreut 600 Frauen in einem außergewöhnlichen Projekt: Psychische Unterstützung und Reintegration stehen im Fokus. Das Selbstbewusstsein der erkrankten Frauen soll gestärkt und Lebensfreude zurückgegeben werden mit Fortbildungen, Tanz, Drama und Musik. Die Ehemänner werden mit einbezogen, um der Isolierung der Frauen vorzubeugen. Die Organisation beschäftigt einen Lehrer, die Musik wird auf freiwilliger Basis von einem bekannten ugandischen Musiker bereitgestellt. Die Frauen erlernen z.B. das Schneiderhandwerk und kehren nach der Therapie mit Fähigkeiten in ihr Dorf zurück, die sie befähigen, die Familie zu ernähren und somit Ihren sozialen Status deutlich im Vergleich zur Zeit vor Ihrer Erkrankung zu verbessern.

Finanzierung der Fisteloperationen

Ein weiterer, wichtiger Teil der Arbeit ist die Finanzierung der Fistel-Operation, die sich zunehmend als schwierig darstellte, da in Uganda qualifizierte Ärzte kaum zur Verfügung stehen, schon gar nicht auf dem Land. Dies motivierte Alice Emasu, ein eigenes Krankenhaus in Soroti zu bauen und sie wendete sich zur Finanzierung an unsere Dachorganisation „International Fistula Association“. „Hamlin Fistula USA“ und der australische „Catherine Hamlin Fistula Fund“ finanzieren den Krankenhausbau, Grundsteinlegung war im März 2018, die Eröffnung der kleinen, regionalen Frauenklinik ist für Mitte 2019 geplant.

Fistula e.V.

finanziert einen Teil der medizinischen Ausstattung, 2018 wurden OP-Leuchten und die Operationsinstrumente angeschafft, im Rahmen der Fertigstellung des Krankenhauses werden sich zeitnah weitere Bedürfnisse ergeben, die wir von Deutschland aus kompetent unterstützen können.
Wir von Fistula e.V. sind vom Programm der Organisation, von Engagement, Kompetenz und Zielstrebigkeit der MitarbeiterInnen überzeugt und wollen in Zukunft TERREWODE mitfinanzieren. Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

 

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Alice Emasu Uganda

Mogninet Bayu – ehemalige Patientin

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Mogninet Bayu ist etwa 25 Jahre alt. Sie wuchs in einem kleinen Dorf in der Provinz Gojjam auf. Wie in ihrer Tradition üblich wurde Mogninet mit 7 Jahren verheiratet, aber sie lebte bis zu ihrem 15. Lebenjahr bei den Eltern bevor sie ihrem Mann übergeben wurde. Sie hatte Glück und konnte – im Gegensatz zu den meisten Mädchen – die Schule bis zur 5. Klasse besuchen. Diese Zeit bezeichnet sie als die glücklichste in ihrem Leben.
„Meinen Mann habe ich immer auf das Feld begleitet. Wir arbeiteten bis zum Sonnenuntergang, bevor ich wieder nach Hause eilte. Ich genoss mein Eheleben, bis diese schreckliche Verletzung passierte“erinnert sich Mogninet.
Mit 18 Jahren wurde Mogninet schwanger und wie üblich verbrachte sie die Schwangerschaft zuhause ohne das Health Center aufzusuchen, welches 3 Stunden Fußmarsch entfernt war.
Zur Geburt wurde sie in eine Klinik gebracht, aber von den Krankenschwestern wieder nach Hause geschickt.
Sie hatte 3 lange Tage Wehen bevor das Baby tot geboren wurde und sie beim Austreiben des Fötus aufs Schwerste verletzte. Von Geburtsfisteln hatten weder Mogninet noch ihre Eltern jemals gehört. Sie suchten sofort Hilfe. Die Eltern hörten von dem Außenzetrum in Bahir Dar und brachten sie dorthin. Die 1. Operation konnte die Fistel noch nicht schließen. Man schickte sie nach Hause mit dem Versprechen einer 2. Operation. Mogninet blieb 1 Jahr zuhause, während der Urin ständig an ihren Beinen herunterlief.
„Damals habe ich mich scheiden lassen, ich wollte nur noch zuhause bleiben und niemanden mehr sehen. Meine Mutter und meine Schwester kümmerten sich sehr um mich und hielten mich sauber. Aber es war immer noch schrecklich.“
Nach einem Jahr hörte Mogninet vom Fistula Hospital in Addis Abeba und kam 2013 dort an.
Sie erhielt eine Harnableitung und ist seitdem völlig trocken. Danach blieb sie 2 Jahre in Desta Mender und bildete sich weiter in verschiedenen Berufen, bis sie wieder in ihrem Dorf re-integriert wurde.
Jetzt ist Mogninet wieder in Addis Abeba für ein rechtzeitiges Follow-up.

Der 12. Abschluß im „Wahren Leben“

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„Ja, heute ist euer Abschlusstag, ein Abschluss nicht der ersten Klasse, des Masters oder eines Doktortitel, sondern in einem wertvolleren Bereich als alle diese, sind Sie Absolventen des wirklichen Lebens“  sagte Frau Beletshachew, Rehabilitations- und Reintegrations Manager in Desto Mender bei der Verabschiedung nach dem Rehabilitationsprogramm.

Habtamnesh, Zemzem, Amete und Fatuma sind die vier Graduierten  der 12-Runden-Zeremonie des Hamlin-Rehabilitations- und Reintegrationsprogramms (RR), die am 18. Mai 2017 in Desta Mender stattfand. HFE* hat dieses Programm entwickelt um den psychosozialen Nachwirkungen der geburtshilflichen Fistel zu begegnen. Das ist sehr wichtig, vor allem für Frauen mit schwersten Verletzungen.

Nach der individuellen Bewertung durch unseren Sozialarbeiter haben diese vier Frauen mit komplizierten Operationen in den letzten 3 Monaten bei Desta Mender ein Rehabilitationsprogramm mitgemacht. Die Ausbildung umfasst Lebenskompetenz, Ertragsbildung Aktivitäten (IGA) und verschiedene Beratungen, die für eine bessere Zukunft helfen soll. Da die meisten Analphabeten sind werden die Lerneinheiten so eingestellt, dass sie mit dem Lernniveau der Auszubildenden einhergehen.

In ihrer Ansprache sagte Frau Beletshachew HFE „keiner von den Ausbildern, mich eingeschlossen, ist so stark wie ihr. Ihr habt den größten Kampf des Lebens gewonnen, ihr habt die Fistelverletzungen besiegt, habt mehrere  schmerzhafte Operationen hinter euch gebracht und jetzt verlasst ihr uns. Ihr seid jetzt gut ausgebildet um euch dem wahren Leben zu stellen. Geht und wendet alle Fähigkeiten an, die ihr hier erfolgreich gelernt habt und werdet Hamlin-Botschafterinnen in eurer Gemeinde. Wir sind immer an eurer Seite.“

„Noch vor zehn Jahren fühlte ich mich als ein nutzloser Mensch, der nach Urin roch und sich selbst schämte, aber jetzt ist, dank Hamlin, mein Leben wiederhergestellt. Ich schlafe trocken und mit den Fähigkeiten, die ich hier bei Desta Mender erhalten habe, bin ich bereit, ein neues Leben zu starten. Was mich am meisten überrascht hat, ich wurde nie gebeten, für all diese bedingungslose mütterliche Fürsorge zu bezahlen. Herzlichen Dank an euch alle, die mich bei der Wiederherstellung als Frau unterstützt haben. “ erklärte Amete, eine der Absolventinnen.

*Hamlin Fistula Äthiopien

Der neue OP Saal

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Im Frühjahr 2015 erhielten wir die Zusage der Daimler AG, uns durch die Mitarbeiterstiftung ProCent bei der Anschaffung eines C-Bogens zu unterstützen. Frau Dr. Barbara Teltschik holte Angebote ein und wir entschieden uns für ein Modell von Siemens. Dieses hat den Vorteil, dass es Vorort gewartet werden kann. Mit einem Architekten wurden Pläne für einen neuen OP Saal erstellt. Der Umbau im Fistula Hospital fand in den Sommermonaten während der Regenzeit statt. In dem neuen OP Saal wird jetzt auch der C-Bogen stehen, ein mobiles Röntgengerät in Form eines „C“.