Asmere Haile – Fistula Patientin

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Asmere stammt aus einem Bergdorf im Norden Äthiopiens in Süd-Gonder.Die Menschen leben dort noch sehr traditionell. Die kleinen und hügeligen Felder reichen nicht aus, um eine Familie für ein ganzes Jahr zu ernähren.
Asmere besuchte nie die Schule, sondern versorgte die Ziegen und Schafe und half ihrer Mutter zu Hause. Mit 17 Jahre wurde Asmere verheiratet. Im Gegensatz zu vielen Ehemännern hatte Asmere Glück, einen fürsorglichen und unterstützenden Ehemann zu bekommen.
Da sie von der Landwirtschaft allein nicht leben konnten, hatte Asmere während der Markttage einen kleinen Handel. In so weit führte Asmere eine glückliche Ehe und wurde Mutter eines Sohnes und zwei Töchter, die inzwischen 18, 14 und 10 Jahre alt sind.
„Wir waren eine sehr glückliche Familie und wurden von den Dorfbewohnern darum beneidet.“
Das 4. Kind starb bei der Geburt. Bei all ihren Schwangerschaften ging Asmere nie zur Vorsorge und bekam alle Kinder zuhause.
Vor fünf Jahren wurde Asmere zum fünften Mal schwanger, auch dieses Mal ging sie nicht zur Vorsorge. Das nächste Health Center wäre auch zwei Stunden Fußmarsch entfernt gewesen. Unerwarteterweise dauerten die Wehen zwei Tage, dann beschloss der besorgte Ehemann, sie in das nächstgelegene Health Center zu bringen. Von dort wurde sie weiter nach Bahir Dar ins Krankenhaus, wo eines der Außenzentren liegt. Asmere hatte eine Totgeburt durch Operation und eine doppelte Fistel. Ein Zustand, den sie und die ganze Familie nie zuvor gekannt haben.
Um im Bahir Dar Außenzentrum behandelt zu werden mußte Asmere drei Monate warten und nach Hause zurückkehren, wobei ständig Urin und Kot austraten. „In diesen drei Monaten war es mein Mann, der meine Kleider wusch, mich badete und alles so normal machte wie sonst jeden Tag, ohne mich erschöpft zu fühlen. Er war der Einzige, der an meiner Seite stand und mir das Gefühl gab, dass ich noch mehr besseren Händen bin als meine Mutter.“

Drei Monate später kam sie vor fünf Jahren in das Bahir Dar Zentrum wo die Harninkontinenz erfolgreich behandelt werden konnte. „In den ersten Monaten dieser traumatischen vier Jahre mit Fistel habe ich mich bei einigen Veranstaltungen mit den Dorfbewohnern vermischt, aber nachdem ich bemerkte, dass einige Leute an meiner Seite ihre Nase bedeckten, hielt ich mich von jeder Veranstaltung fern und blieb Zuhause mit meinem Ehemann und den Kindern.“
Letztes Jahr wurde Asmere in das Addis Abeba Fistula Hospital zur besseren Behandlung gebracht. Sechs Monate lang wurde sie auf die Operation vorbereitet und erhielt schließlich eine Harnableitung, die sie völlig trocken und glücklich ließ.
„Der erste, den ich anrief und von meinem Glück erzählte, war mein Mann. Er freute sich sehr, aber er glaubte mir erst, nachdem ich glücklich und strahlend nach Hause gekommen war.“
Asmere ist jetzt erneut für sechs Monate in Desta Mender, aber diesmal um an dem Rehabilitationstraining teilzunehmen, da sie als eine Langzeitüberlebenden mit psychosozialen Problemen eingestuft wurde.

Wogene Semahagn – Fistelpatientin

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Wie die meisten Frauen im ländlichen Äthiopien weiß Wogene nicht, wie alt sie ist. Sie schätzt, dass sie 25 Jahre alt ist und in einem kleinen Dorf in Südäthiopien geboren wurde. Dort wurde sie auch verheiratet. Das Dorf hat Health Center, aber viele Frauen gebären noch zu Hause. Die Analphabetin Wogene führte ein glückliches Leben mit ihrem Mann und bekam 3 Söhne, die jetzt 7, 5 und 3 Jahre alt sind. Alle Söhne wurden zu Hause geboren, aber sie besuchte die Klinik ein- oder zweimal während ihrer Schwangerschaften.
Bei ihrer 4. Schwangerschaft hatte sie verlängerte Wehen. Sie dachte, alles sei in Ordnung wie bei den vorhergehenden Schwangerschaften. Einmal ging sie zur Vorsorgeuntersuchung, beschloß aber zu Hause zu gebären. Unerwarteterweise dauerten die Wehen lange, sie wurde erst nach 2 Tagen in die Klinik getragen.
Für eine normale Geburt war es zu spät, deshalb wurde sie mit der Ambulanz in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Dort konnte ihr Leben gerettet werden. Das Baby kam tot zur Welt und sie hatte eine Harnröhrenfistel.
Wogene hatte noch nie von einer Fistel gehört und hoffte, dass es nach einigen Tagen aufhört und sie zu ihrer Mutter zurückkehren kann. Aber der Urin läuft unkontrolliert weiter.
„Ich habe meine Söhne bei der Familie meines Mannes gelassen und bin in die kleine Stadt gezogen, wo eine meiner Verwandten lebt. “
Wogene lebte zwei Jahre lang isoliert und inkontinent, bis ihr jemand vom Yirgallem Fistula Center erzählte.
Ende Oktober war Wogene in Yirgallem angekommen und einen Monat später war sie total trocken. Zum Zeitpunkt dieses Interviews, war sie bereit, zur Entlassung und Rückkehr zu ihrer Familie und den Söhnen.
„Die Fistel hat mich fast das Leben gekostet, ich habe meine Familie verloren und bin weg gegangen. Dank dieses Krankenhauses hast du mich aus dem zweijährigen traumatischen Leben mit Fisteln befreit. Ich werde jetzt glücklich zu meinen Söhnen, meinem Mann und meiner Familie zurückkehren. Gott segne euch alle und ich werde hart arbeiten, um Frauen mit Fisteln zu unterrichten, die in meiner Gegend leben.

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Urji Bedasso – ehemalige Fistelpatientin und werdende Mutter

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Urji bedeutet „Stern“ in ihrer Sprache. Sie schätzt ihr Alter auf 25 Jahre und wurde in einem abgelegenen Dorf in der Region Oromiya in Südäthiopien geboren. Ihre Eltern waren Hirten. In dem Dorf gab es keinerlei soziale Einrichtungen wie Strom, Wasser, Schule. Urji besuchte nie die Schule und verbrachte ihre Kindheit damit, sich um Ziegen und Schafe zu kümmern.
Urji schätzt, dass sie mit 15 Jahren verheiratet wurde und ihrem Mann als Zweitfrau gegeben wurde (üblich in muslimischen Familien).
Kurz nach ihrer Heirat wurde Urji zum ersten Mal schwanger. Zunächst war dies eine frohe Botschaft für die ganze Familie, denn sie bestätigte ihre Fruchtbarkeit, die eine Garantie für die Nachhaltigkeit des Ehelebens ist, wie es in den meisten ländlichen Gemeinden der Fall ist.
Urji hat in den neun Monaten nie eine Schwangerschaftsvorsorge besucht, aber bis zum letzten Tag sah alles gut aus. Die Wehen dauerten zwei lange Tage. Die traditionelle Hebamme wusste nicht mehr weiter.
Nach 2 Tagen hatte Urji eine Totgeburt. „Als ich aufwachte, war kein Baby an meiner Seite, ich konnte meine Beine nicht mehr bewegen und lag in meinem eigenen Urin. Ich hasste mich selbst und fragte meine Mutter, was mit mir passiert sei.“, erinnert sich Urji.
Sie blieb ein Jahr lang isoliert und depressiv bei ihrer Mutter, ohne zu wissen, was sie hatte. Ihre Mutter nahm alles als unheilbar an und verpflichtete sich, sich um ihre Tochter zu kümmern, anstatt nach Heilung zu suchen. Ihr Ehemann besuchte sie nie wieder, nachdem sie in ihrem Urin sah.
Nach einem Jahr der Qual besuchte Urji eines Tages einen Apotheker, der ihr alles über Fisteln erzählte. Sie erfuhr, dass es in Yirgallem, eine Fistel-Klinik gibt.
Im Jahr 2009 brachte ihr Bruder Urji nach Yirgallem und sie wurde nach einem Monat völlig trocken und glücklich nach Hause entlassen. Zu Hause wollte ihre Mutter zuerst nicht glauben, bis sie es mit eigenen Augen sah.
Zum Zeitpunkt dieses Interviews war Urji erneut in Yirgallem, 8 Jahre nach ihrer Fisteloperation. Dieses Mal kam sie als Schwangere und wartet auf den Kaiserschnitt. Sie hat wieder geheiratet und ist sehr glücklich mit ihrem Ehemann.
„Hier empfange ich eine unvergleichliche Sorgfalt. Ich bekomme dreimal täglich ein nahrhaftes Essen, Seife zum Baden und auch die Transportgebühr für die Heimreise. Aber alles ist kostenlos. Ich habe nie für die Fisteloperation bezahlt und werde nicht für den Kaiserschnitt bezahlen, um mein erstes Baby zu bekommen. Danke, dass du mein Leben neu gemacht hast.“

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Christine Lagarde besucht das Fistula Hospital

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Am Freitag, den 15. Dezember 2017 besuchte die Generaldirektorin des IWF, Christine Lagarde, das Fistula Hospital in Addis Abeba. Ihre Ankunft am späten Nachmittag fand unter strengen Sicherheitsbedingungen statt. Sie wurde begrüßt von seiner Exzellenz, dem Gesundheitsminister Prof. Yifrbiharan, dem HFE Vorstandsmitglied Dr. Mengistu, dem CEO Dr. Tesfaye Yacob und seinem Management-Team sowie von allen Mitarbeitern des Fistula Hospitals. Der medizinische Direktor, Dr. Fekade führte sie durch das Krankenhaus und erklärte ihr alles. Danach gesellte sich Christine Lagarde zu Frau Dr. Catherine Hamlin zu einer traditionellen Kaffeezeremonie und Dr. Tesfaye Yacob gab eine kurze Einführung in die Arbeit des Fistula Hospitals.
Christine Lagarde erklärte Dr. Hamlin: „Sie sind die Mutter aller Mütter, als Mutter verstehe ich, was das bedeutet und im Namen des IWF und meines gesamten Teams möchte ich Ihnen und Ihrem Mann für ihre aufopferungsvolle Arbeit, die Sie hier seit 1959 leisten, danken.“
Der Gesundheitsminister dankte Christine Lagarde auch im Namen der äthiopischen Regierung: „Äthiopien arbeitet hart daran, geburtsbedingte Fisteln in naher Zukunft zu beenden. Die Zusammenarbeit mit dem Fistula Hospital ist dabei ein ganz wichtiger Faktor.“ Frau Lagarde war die erste IWF Direktorin, die das Fistula Hospital besucht hat.

Miskiya Ahmed

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Miskiya ist etwa 25 Jahre alt und kommt aus einem kleinen abgelegenen Dorf im Osten Äthiopiens, in der Nähe von Harar. Die Menschen leben dort von der Landwirtschaft, die aber kaum ausreicht, die Familie das ganze Jahr über zu ernähren. In dem Dorf gab es immerhin eine Schule, die Miskiya 1 Jahr lang besuchte, danach musste sie sich um die Ziegen kümmern und der Mutter zuhause helfen.
Mit 17 heiratete Miskiya einen Bauern und lebte mit ihm glücklich bis sie 2 Jahre später schwanger wurde. Obwohl das nächste Health Center nur eine Stunde entfernt war, besucht sie keine Schwangerschaftsvorsorge. Zur Entbindung kehrte sie zu ihrer Mutter zurück. Die Wehen dauerten 2 Tage bis sie endlich in das Health Center gebracht wurde. Von dort wurde sie mit der Ambulanz in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Die Ärzte konnten immerhin ihr Leben retten, das Baby hatte keine Chance und wurde tot geboren und Misikiya überlebte inkontinent.
„Nach der Operation spürte ich eine große Erleichterung, dass die Schmerzen endlich vorbei waren, aber als ich dann vom Tod meines Babys erfuhr und bemerkte, dass ich inkontinent war, weinte ich und gab die Hoffnung auf“, erinnert sich Miskiya.
Obwohl das Außenzentrum in Harar nicht sehr weit entfernt war,mussten Miskiya und ihre Familie noch sieben Monate bis zur Erntezeit warten, bis sie Transportkosten zusammen hatten. „In diesen 7 Monaten heiratete mein Mann eine andere Frau und ich blieb bei meinen Eltern und verlies das Haus nicht. Gerne wäre ich zum Markt oder in die Kirche gegangen, aber ich wollte keine Schande über meine Eltern bringen.“
Während Miskiya’s Familie die Erntezeit abwartet, um das Geld für die Transportkosten zu bekommen, reiste ein Gesundheitsoffizier des Harar Centers in das Dorf, um Fistelopfer zu identifizieren. Er entdeckte Miskiya und brachte sie mit der Ambulanz nach Harar.
Wegen der komplizierten Fistel schickten sie Miskiya weiter in das Fistula Hospital in Addis Abeba. In den letzten vier Monate wurde Miskiya stabilisiert und auf die Operation vorbereitet. Mit der ersten Operation wurde die Fistel geschlossen, die sie völlig trocken und glücklich machte.
Sie spricht zwei Zeilen eines Gedichts in ihrer eigenen Sprache und beschreibt, wie glücklich sie ist. „Hamlin ist ein Krankenhaus, das niemand weggehen wird; und Dr. Fekade, der medizinische Direktor, der ihre Operation durchführt, ist eine Person, die alle Frauen heilt.“

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