Unsere Reise nach Äthiopien

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Unsere Reisegruppe bestand aus 6 Personen. Wir kamen am 26. Mai in Bahr Dar am Tana See an. Dort besuchten wir als erstes das dortige Außenzentrum. Es ist die älteste der fünf Fistelkliniken und besteht seit 2005.
Geleitet wird es von Dr. Bitew, der sich mit großem Engagement um die Patientinnen kümmert. Besonders stolz berichtete er uns von 2 Frauen, die jetzt schon zum zweiten Mal zur Entbindung per Kaiserschnitt gekommen waren. Beides ehemalige Fistelpatientinnen, die sich jetzt doch noch ihren Kinderwunsch erfüllen konnten.
Am nächsten Tag fuhren wir einige Kilometer ins Land zum Health Center in Bikolo Abe. Wir trafen Agenhu, eine junge Hebamme, die letztes Jahr ihr Examen bestanden hat. Seit Anfang des Jahres arbeitet sie in dem Health Center und betreut jeden Monat etwa 60 Geburten. Risikoschwangere überweist sie in das neue Regionalkrankenhaus in Mer’awi. Auf dem Gelände des Health Centers wurde mit finanzieller Unterstützung des Addis Abeba Fistula Hospitals ein Geburtshilfezentrum erbaut, das schon in wenigen Monaten in Betrieb genommen werden soll. Auf der Rückfahrt nach Bahr Dar hielten wir kurz in Mer’awi und besuchten die Frauenklinik. Das Krankenhaus wurde erst letztes Jahr erbaut und macht einen sehr guten Eindruck.
Seit die Hamlin Hebammen in den Health Centern arbeiten hat es dort keine Geburtsfistel mehr gegeben. So langsam wächst auch in der Bevölkerung das Vertrauen und Äthiopien ist zuversichtlich, dass schon in wenigen Jahren Geburtsfisteln weitgehend der Vergangenheit angehören werden.
Auch das Touristische kam nicht zu kurz. Wir machten eine Bootsfahrt auf dem Tana See, wanderten zu den Wasserfällen des Blauen Nils und besuchten die Felsenkirchen in Lalibela. Anfang Juni waren wir wieder in Addis Abeba. Ich hatte mehrere Koffer mit medizinischem Material und Wolle dabei. Wir kamen anstandslos durch den Zoll.

Neue Produkte in unserem Online Shop

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Vor kurzem sind wir aus Äthiopien zurück gekommen und haben einige neue Sachen für unseren Online-Shop mitgebracht. Der gesamte Erlös kommt dem Fistula Hospital zugute. Vielleicht ist auch etwas für Sie oder Ihre Freunde dabei.

Hamlin Fistula Shop

Sr. Martha – Senior-Hebamme, ausgebildet vom Hamlin Midwife College

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Martha Abebe ist 24. Sie kommt aus Yayo, 36 km entfernt vom Health Center Burrusa, für das sie seit Abschluss ihres Studiums am Hamlin College of Midwifes im Jahr 2012  arbeitet.

Mit dem Eintritt in das Health Center durfte Martha daher erstmals den Titel „Schwester“ vor ihrem Namen führen. Auch Burrusa gehört zu den zahlreichen Gesundheitseinrichtungen in der Region Ormyia, die 2008 ohne eigene Entbindungsstation eröffnet wurden. HFE nahm die Aktivitäten 2012 mit der Entsendung von Martha auf, die ebenfalls dem 3. Jahrgang des Hamlin-Kollegs angehörte. Auch Martha’s Aufgabe war es, das Niveau der medizinischen Versorgung im Bereich der Betreuung von Schwangeren und der Geburtshilfe substantiell zu verbessern. Dies umfasst neben der persönlichen Betreuung der Schwangeren und Entbindenden auch die Prozesse und natürlich die technische Ausstattung der Kliniken / Gesundheitszentren.

Seitdem Sr. Martha und eine weitere Kollegin in Barrusa tätig sind, ist die Anzahl der Entbindungen von höchstens fünf im Monat auf rund 40 monatlich angestiegen. Martha’s Kollegin unterstützt sie seit einem Jahr. Sie hatte davor ihre Prüfungen am Hamlin College erfolgreich bestanden.  “Als von Hamlin ausgebildete Hebamme wird Dir aufgrund Deiner erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse sofort Vertrauen entgegengebracht – auch von Kollegen, die in anderen Einrichtungen ihre Ausbildung erworben haben. Ich bin stolz darauf, eine „Hamlin-Hebamme“ zu sein. Es hat mich in die Lage versetzt, in meiner Gemeinde als hochqualifizierte Kraft der Allgemeinheit zu dienen”.

 

 

 

Schwester Beletu – eine der 12 ersten graduierten Hebammen der Hamlin Fachhochschule

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Nur wenige unserer gut ausgebildeten Hamlin Hebammen arbeiten noch in den ländlichen Kliniken, in denen sie nach ihrer Ausbildung zuerst eingesetzt wurden. Einige von ihnen gingen als Ausbilderinnen an die Hamlin Fachhochschule zurück, andere fanden gut bezahlte Arbeit bei anderen NGOs.

Nur wenige Engagierte, wie Beletu, blieben auch nach Ablauf der vertraglich festgesetzten 4 Jahre in den ländlichen Kliniken, in denen sie nach ihrem Abschluß begonnen hatten. Die dreißigjährige Beletu Tekay kommt ursprünglich aus einem Ort in der Tigrayregion, nur 20 km von dem Health Center entfernt, für die sie die letzten 5 Jahre gearbeitet hat.

Als Beletu in das Health Center kam und mit ihrer Arbeit begann, war sie die erste Hamlin Hebamme, die nur eine Entbindungsrate von 3 pro Monat vorweisen konnte. Das ist nahezu nichts im Vergleich zur derzeitigen Entbindungsrate von 65 pro Monat in diesem Health Center.

Diese Veränderung, sowohl bei der Anzahl der Entbindungen, als auch in der vereinheitlichten Gesundheitsvorsorge von Schwangeren ist ein Ergebnis des allseitigen Supports, der in den vergangenen 5 Jahren umgesetzt wurde.

Beletu sagt dazu: „Als ausgebildete Hamlin Hebamme arbeite ich voller Zuversicht und Überzeugung. Schon meine Anwesenheit im Health Center bringt mehr und mehr hilfesuchenden Mütter dazu, meine professionelle Unterstützung zu erbitten.“

Sie ergänzt: „Da ich meine vier Pflichtjahre mit Hamlin abgeleistet habe, bin ich überzeugt, daß ich eine bessere Stelle in einer großen Stadt bekommen könnte. Aber ich denke immer an Dr. Hamlin und frage mich dann – wenn sie als Ausländerin hierher kam, um meinem Land ihre Hilfe zu widmen, warum sollte ich dann hier weggehen und nach etwas Bequemerem suchen ? Das ist meine Motivation, hierzubleiben und meiner Gemeinde zu helfen.“

Inzwischen ist Belatu selbst Mutter einer vierjährigen Tochter und auch das hat ihre Bereitschaft, Müttern zu helfen, noch weiter erhöht. Und im Geburtenregister der Klinik ist es Beletu, die jeweils die höchste Anzahl von Entbindungen auf ihren Namen verzeichnet, zum Beispiel hat sie im Monat Februar bei 40 von 65 Entbindungen assistiert.

Mit Beletu haben wir eine wirklich engagierte, leidenschaftliche Hebamme.

Hebammenschwestern

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Die 24 Jahre alte Simegn Sori gehört zum 4. Jahrgang des Midwife College. Vor einem Jahr schloss sie ihre Ausbildung dort erfolgreich ab und begann ihre Tätigkeit am Burrussa Health Center, nur wenige Kilometer entfernt von ihrem Heimatort Gorre. Sie gehörte zu den besten Absolventinnen ihres Jahrgangs und hat bereits während ihrer Ausbildung 80 sichere Geburten – nach dem hohen Hamlin-Standard – verantwortlich begleitet.

Sr. Simegn hatte das Glück, gemeinsam mit ihrer Schwester Selam studieren zu können. Selam Sori hat ihre Studien dieses Jahr abgeschlossen. Aufgrund der knappen Kapazitäten – nur 25 Studentinnen aus allen ländlichen Regionen können jährlich ihre Ausbildung beginnen – kommt es nur selten vor, dass Geschwister gemeinsam ihr Studium absolvieren.

“Wir wissen, wie viel Glück wir hatten! Wir sind nun zwei Geschwister, die beide die Chance haben, diesen lebensrettenden Beruf am einzigartigen Hamlin College erlernen zu dürfen. Und wir haben beide unsere Berufslaufbahn in unserer Heimat beginnen können“, erzählt Simegn.  Simegn hat im vergangenen Jahr mehr als 1500 sichere Geburten begleitet – ein hervorragender Start auf dem Weg zur Realisierung der Vision, die Dr. Hamlin’s Lebenswerk inspiriert hat.

Was für eine tolle Familie, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesundheitssituation Schwangerer und Gebärender in ihrer eigenen Gemeinde zu verbessern. Weiter so, Simegn und Selam!