Sr. Mahilet – Hebamme

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So tragen die Hebammen aktiv zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ihren Gemeinden bei

Das Sibbo Health Center ist etwa 700 km entfernt von Addis Abeba. Es ist eines von einer Vielzahl solcher Zentren in der Oromiya Region und wurde im Jahr 2009 eröffnet. Hamlin Fistula Äthiopien untertstützt im Rahmen des Vorbeugungsprogramms die Geburtshilfe in 27 staatlichen Gesundheitszentren in ländlichen Regionen. Sibbo ist eine von drei Einrichtigungen, in denen HFE vor drei Jahren die Aktivitäten aufnahm.

Sr. Mahilet stammt selbst aus Gorre, einem Nachbarort von Sibbo, 20 km entfernt. Die 24jährige Mahilet ist eine der Absolventinnen des 3. Jahrgangs am Hamlin Hebammen-Kollegs. Sibbo ist die erste Station ihres Berufslebens nach der Ausbildung, gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Saron. Mahilet fügte sich schnell in das Umfeld ihres neuen Tätigkeitsorts ein, da sie aus der Nachbargemeinde kommt und mit den örtlichen Gebräuchen vertraut ist. So fiel es ihr leicht, sich einzuleben und erste Veränderungen der Prozesse im Bereich Frauengesundheit und Entbindungen herbeizuführen. Bei der Ankunft der beiden Hebammen gab es keine ausgebildeten Geburtshelfer an der Klinik und es wurden nicht mehr als sechs Entbindungen pro Monat betreut. Seit Mahilets Ankunft vor drei Jahren hat sich die Anzahl der Entbindungen auf durchschnittlich 51 im Monat erhöht und darüber hinaus werden viele Frauen vor der Geburt im Zentrum betreut und beraten.

„Ich bin stolz eine „Hamlin-Hebamme“ zu sein. Unsere erstklassige Ausbildung versetzt mich und meine Kolleginnen aus dem Hamlin College in die Lage, als Expertinnen in unseren Gemeinden anerkannt zu werden und die Gesundheitsleistungen in den lokalen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen deutlich zu verbessern.“

Seit dem Eintritt der beiden Hebammen konnten sie in dreineinhalb Jahren mehr als 1.000 Geburten betreuen.  In dieser Zeit retteten sie auch das Leben von Frauen, die unbetreut aufgrund ihrer Geburtsfistel einem hohen Sterberisiko ausgesetzt gewesen wären.

Der Aufbau der Reputation der Hebammenschule und den  dort ausgebildeten Hebammen  bei ihren betreuten Gemeinden und auch bei den äthiopischen Behörden und der Regierung basiert auf der nachhaltig  herausragenden Leistung. Auf diese Weise wird das  Niveau an zugänglichen Gesundheitsleistungen in mehrfacher Hinsicht verbessert, weil wesentliche Stakeholder sich aktiv beteiligen und die Bevölkerung vom Leistungsangebot einschließlich der Präventionsmaßnahmen aktiv Gebrauch macht.

Workabeba Kerebih – Hebamme

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Workabeba Kerebih ist eine der neuen Hebammen, die im Oktober 2015 ihre Prüfung abgelegt haben. Sie ist 23 Jahre alt und kommt aus Mecha in der Amhara Region. Seit 2 Monaten arbeitet sie im Birakat Health Center. Während ihrer Ausbildung betreute sie 76 sichere Geburten.  Sie ist mit großem Eifer bei der Arbeit und hat glücklicherweise eine ältere Hebamme bei sich. So konnte sie sich schnell einarbeiten. „Ich hungere direkt danach, so viele Geburten wie möglich zu betreuen. So kann ich viele Leben retten.“

Wir wünschen ihr einen guten Start.

Siranesh – eine junge Hebamme bei der Arbeit

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Schwester Siranesh Takele ist 22 Jahre alt und gehört dem 5. Hebammenjahrgang des Hamlin College of Midwifes an. Im letzten Oktober hat sie ihr Examen abgelegt. Sie kommt aus der Amhara Region, südlich von Gondar, wo sie zur Schule ging und ihr Abitur abgelegt hatte.  Da die Hebammenschule nur Schülerinnen mit sehr gutem Zeugnis aufnimmt, war es für Siranesh ein Leichtes, dort aufgenommen zu werden. Sie durchlief die Ausbildung an der Hebammenschule mit sehr guten Ergebnissen und hatte bei der Prüfung schon 70 Entbindungen durchgeführt.
Seit zwei Monaten arbeitet Schwester Siranesh im Health Center Wetet Abay, in der Nähe ihres Heimatortes. Sie ist mit Begeisterung bei der Arbeit und hat im ersten Monat ihrer Arbeit schon 6 Frauen entbunden. „Ich bin sehr glücklich hier innerhalb meiner Gemeinschaft, wo ich so vielen Müttern und Babies helfen kann.“ Schwester Siranesh heiratete kurz nach dem Examen in lebt mit ihrem Mann in der Kleinstadt Mecha, wo sich das Health Center befindet.
Seit fünf Jahren wird dieses Health Center von Hamlin Fistula unterstützt und hier arbeiteten bisher 4 Hamlin Hebammen. Zwei von ihnen haben ihren Vertrag erfüllt und arbeiten inzwischen woanders. Zwei arbeiten über die vertraglich festgelegte Zeit hinaus und zwei sind jetzt neu hinzu gekommen.
Welderufa’el Degu ist der Leiter des Wetet Abay Health Centers und bestätigte die Veränderung, die in den letzten 5 Jahren stattgefunden hat. Er bemerkt auch, dass die Hamlin Hebammen sehr gut und mit viel Erfahrung arbeiten.

Geschichte von Medina

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Medina hat mit 17 Jahren geheiratet. Inzwischen ist sie 25 Jahre alt und hat 5 Jahre im Fistula Hospital gelebt.

Sie hatte sowohl eine vesicovaginale Fistel (zwischen Blase und Vagina) als auch eine rektovaginale Fistel (zwischen Enddarm und Vagina). Mit großem Glück hat sie, nach drei Tagen Wehen, die Geburt überlebt, aber ihr Baby starb dabei.

Verkrüppelt und unfähig zu laufen, lag sie auf ihrer Matte in einer kleinen Hütte. Es gab kein Health Center oder Krankenhaus in der Nähe. Medinas Familie konnte nur beten und sie trösten. Als die anderen Dorfbewohner ihren Zustand sahen, meinten sie, die Familie sei verflucht. Auch Medinas Mann wartete keinen Monat, bis er sich scheiden lies und eine andere heiratete.

Nach drei langen Monaten hörte Medinas Mutter, dass es Heilung gab. Eine Freundin hatte ihr vom Hamlin Fistula Hospital erzählt. Es dauerte lange, das Geld für die Busreise zu sparen. Ein Familienmitglied musste sie begleiten und tragen. Auch verlangte der Busfahrer einen höheren Fahrpreis, als er ihren Zustand sah.

Sie kam im Krankenhaus an, untergewichtig und unfähig zu laufen. Nach 9 Monaten Krankengymnastik konnte sie wieder ohne Hilfe alleine gehen. In den letzten 5 Jahren wurde sie mehrfach operiert und ist jetzt bei besserer Gesundheit.

In Desta Mender erhielt sie eine Berufsausbildung und konnte einen kleinen Laden in Meraro eröffnen. Das ist eine Kleinstadt in der Nähe ihres Dorfes. Sie lebt jetzt von ihrem eigenen Einkommen.

Sie sagt: “ Das Fistula Hospital hat mir geholfen, wo ich unerwünscht war. Man hat mir geholfen, meine Fähigkeiten entwickelt und mir Geld für einen Berufsstart gegeben. Ich kann meine Dankbarkeit nicht genug ausdrücken.“