Benalfew Ayehu – Rehabitilitationstrainee

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Benalfew kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Debre Markos. Der nächste Markt war 2 Stunden Fußmarsch entfernt. Der Fluß ist die einzige Wasserquelle für die Dorfbewohner.
Mit 14 Jahren wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann in einem Dorf, dass noch abgelegener war. Sie war selbst noch ein Kind, als sie eine Familie gründete. Aber mit der Zeit gewöhnte sie sich an das Eheleben und bekam 3 Kinder. Dieses glückliche Leben dauerte bis zur 4 Geburt, die unerwartet lange dauerte. Sie verbrachte zwei schmerzhafte Nächte zu Hause und weitere zwei Nächte im nächstgelegenen Health Center, zwei Stunden Fußmarsch vom Dorf entfernt. Schließlich wurde sie in der fünften Nacht durch einen Kaiserschnitt entbunden. Die langen Wehen ließen Benalfew unter Harninkontinenz und unerträglichen Bauchschmerzen zurück.
Drei Monate später wurde sie im Bahir-Dar-Außenzentrum aufgenommen, aber die schweren Schäden erforderten mehrere Operationen, sowohl in Bahir Dar als auch in Addis Abeba.
„Kurz nach der Verletzung hat mein Mann mir gesagt, dass er nicht mehr länger bei mir bleiben kann und ist weg. Ich kehrte voller Tränen in mein Heimatdorf zurück und lebte bei meiner Familie. Sogar meine Kinder leiden. Sie leben bei ihrem Vater, wenn ich im Krankenhaus bin und kommen zu mir zurück, wenn ich zuhause bin. Die Fistel hat alle Bereiche meines Lebens ruiniert „, erinnert sie sich.
Ihr Mann heiratete eine andere Frau und beendete die Beziehung zu Benalfew. In diesen Jahren mit Fisteln wurde sie einsam und lebte isoliert von allen gesellschaftlichen Zusammenkünften. „Dass ich früher bei in Bahir Dar war, hat mir sehr geholfen und mich hoffnungsvoll gemacht. Besonders wenn ich Menschen mit komplexen Verletzungen sehe, die sich gut erholen, macht mich stärker. Ich kann nicht erklären warum, aber immer wenn ich hier bin, bin ich immer sicher, geheilt zu werden. „Benalfew
Benalfew wird nicht vergessen, dass während ihrer Reise nach Bahir Dar die Leute im Bus es abgelehnt hatten, ihr wegen des Gestanks zweimal den Dienst zu geben.
In diesen vier Jahren erhielt Benalfew zwei Operationen in Bahir Dar und zwei weitere in Addis Abeba, aber alle waren nicht erfolgreich. Dies liegt daran, dass die langen Wehen von 5 Tagen im Inneren große Schäden verursacht haben.
Im Mai letzten Jahres war Benalfew wurde Beanlfew ein letztes Mal operiert und erhielt eine Harnableitung. Jetzt ist sie endlich völlig trocken.
„Vielen Dank euch allen, ich bin jetzt glücklich, voller Zuversicht, meine Kinder zu unterrichten und meine Zukunft besser zu machen“
Benalfew erhält derzeit in Desta Mender ein Rehabilitationstraining, das drei Monate dauert.

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Tafetu Ayalew

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Tafetu bedeutet Schatz. Sie kommt aus einem kleinen Dorf, 2 Tage Fußmarsch von der Hauptstraße entfernt. Es gibt dort weder Strom noch fließendes Wasser und auch keine medizinische Versorgung. Auch reicht die traditionelle Laandwirtschaft nicht aus, um die Familien im Dorf zu ernähren.
Tafetu wurde früh verheiratet in einer arrangierten Ehe. Für sie bedeutete das Eheleben, eine zusätzliche Herausforderung. Sie kümmert sich um den Haushalt, geht weit zur Wasserquelle, trägt den Wassertopf auf dem Rücken, danach in den Dschungel, um Feuerholz zu sammeln, und zurück zu Hause kocht sie das Essen. Alle Schritte werden von Hand gemacht. So arbeitet Tafetu von früh bis Mitternacht.
In ihrem Eheleben war Tafetu 5 Mal schwanger, nur zwei Söhne wurden lebend geboren. Sie sind jetzt 10 und 5 Jahre alt. Sie hat alle Kinder zuhause geboren, aber die fünfte Geburt war schlimmer als die anderen und ließ sie inkontinent zurück. In dieser Zeit verlor sie auch nacheinander ihre Mutter und ihren Vater.
Bei der 5. Geburt, Mitte 2014, war Tafetu zu Hause, als die Wehen begannen. Ihr stand nur eine Nachbarin zur Seite. Nach 2 langen Tagen Wehen wurde sie in das nächste Health Center gebracht, etwa 6 Stunden Fußmarsch entfernt. Von dort aus wurde sie mit der Ambulanz in das nächste Krankenhaus gebracht. Nach 4 Tagen hatte sie eine Totgeburt und blieb mit einer Geburtsfistel.
3 Monate später ging Tafetu Anfang 2015 in das Mekelle Außenzentrum. Von dem Krankenhaus hatte sie eine Überweisung erhalten. Seitdem war sie in Behandlung, aber sie konnte erst in Addis vollständig geheilt werden.
„Diese Verletzung hat mein Leben total zerstört und mich der Instabilität überlassen. Mein Mann hat mich verlassen, weil ich ihm nicht mehr dienen kann. Ich bin dann obdachlos von meinen Söhnen weggegangen und bei verschiedenen Verwandten geblieben, während ich immer wieder nach Mekelle auf der Suche nach Heilung gereist bin.“ erinnert sie sich. „Diejenigen, die meinen Fall kannten, ermutigten mich, nicht aufzugeben, während andere, die nicht wussten, was passiert war, gemunkelt haben, warum ich lieber isoliert war“, fügt sie hinzu.
Tafetu war sowohl in Mekelle als auch in Addis seit 2015 in Behandlung. Die beiden Operationen in Mekelle und eine weitere Operation im Hauptkrankenhaus waren erfolglos. Im Dezember kam sie in das Addis Abeba Fistula Hospital für einen weiteren Versuch und nach vielen medizinischen Eingriffen bekam sie die letzte Umleitungsoperation in der ersten Maiwoche. Diesmal wird sie völlig trocken und geheilt.
„Wäre ich nicht in Addis gewesen, ich könnte nicht mehr existieren. Ich bin arm, habe meine Familie früher verloren und bin heimatlos. Dieses Krankenhaus ist mein Zuhause und die Mitarbeiter sind meine Familie. Du hast mein Leben wiederhergestellt, mich geheilt und mich jetzt mit den Fähigkeiten des Lebens bei Desta Mender ausgestattet. Das ist so außergewöhnlich, dass keine Worte Ihnen allen von Herzen danken können. Lang lebe das Krankenhaus und das Personal.“

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Workinesh Kebede

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Workinesh kommt aus Sekota, einem Dorf in Nordäthiopien. Sie ist etwa 30 Jahre alt und hat nie eine Schule besucht. Mit 14 Jahren wurde sie an einen jungen Bauern verheiratet und war schon kurz nach der Hochzeit schwanger. Das ware gute Nachrichten, denn die Rolle einer Frau besteht darin, ihrem Mann möglichst viele Kinder zu schenken.
Die Schwangerschaft verlief problemlos, aber die Geburt dauerte 6 lange Tage voller Wehen und ohne das das Baby geboren wurde. „Alle dachten, ich würde sterben, aber die traditionelle Geburtshelferin holte das tote Baby aus meinem Bauch. Ich blieb am Leben und habe seitdem große Schmerzen.“
Durch die langen Wehen hatte Workinesh eine doppelte Fistel und eine schwere Beinkontraktur. „Ich weiß, dass ich nur inkontinent bin, meine Mutter hat mir gesagt, ich solle die Undichtigkeit kontrollieren, aber das habe ich nicht geschafft“, erinnert sie sich. Workinesh blieb noch etwa vier Jahre auf einer getrockneten Ochsenhaut in einem isolierten Raum liegen. „Es waren meine Eltern, die mich besuchten, um mich und meine Sachen zu waschen. Nach 4 Jahren erschien mein Mann und erzählte mir von den Heilungsmöglichkeiten im Fistula Hospital. Wir beide haben es niemandem erzählt, dass wir nach Addis Abeba fuhren.“
Vor ungefähr 10 Jahren waren Workinesh und ihr Mann in das Fistula Hospital gekommen. Innerhalb von sechs Monaten ganzheitlicher Versorgung und einer Operation wurde Workinesh von der rektalen Fistel geheilt und nach Hause entlassen. Auch die Beinfraktur hat sich sehr verbessert. Sie hatte 6 Monate später einen Termin für eine erneute Operation. „Als wir nach Hause zurückkehrten, war die Familie sauer auf den Mann, weil er sie nicht vorher gefragt hatte. Meine Familie war unglücklich darüber, dass ich bei ihm war und mich isoliert hatte.“ Workinesh kam dann allein zur Operation. 2 Operationen verliefen erfolglos. Durch die Unterstützung des Fistula Hospitals bekam Workinesh Arbeit in einem Waisenhaus in Nordäthiopien. Nachdem das Waisenhaus vor wenigen Monaten geschlossen wurde, kehrte Workinesh zu einer Harnableitung nach Addis Abeba zurück und ist jetzt in Desta Mender zum Rehabilitationstraining.
„Emmaye (Dr. Catherine Hamlin) ist wie ein Engel, der von Gott geschickt wurde, um armen Frauen wie mir selbst zu helfen, und ich danke Gott zuerst dafür, dass er sie für uns gesandt hat, und wünsche ihr, dass sie für immer am Leben bleibt.“

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Fatuma Mussa

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Fatuma stammt aus einer muslimischen Familie und lebt in einem kleinen ländlichen Dorf im Norden Äthiopiens. Dort gab es weder Strom noch fließendes Wasser oder Gesundheitseinrichtungen. Alles war 4 Stunden Fußmarsch im nächstgrößeren Marktflecken. Im Dorf gab es auch keine Schule, die Fatuma hätte besuchen können. Die Dorfgemeinschaft lebte sehr traditionell und hatte wenig Respekt vor Frauen. Als sie 9 Jahre alt war, wurde Fatuma beim Ziegenhüten vergewaltigt, aber zum Glück nicht schwanger. Mit 11 Jahren wurde sie mit einem sehr viel älteren Bauern verheiratet. Fatuma war glücklich darüber, dass er sie zur Frau nahm, obwohl sie vergewaltigt worden war. Unverheiratete Frauen haben weniger Rechte als ein Hund! Ihr Eheglück dauerte nur 4 Jahre bis sie zum ersten Mal schwanger wurde. Während der Schwangerschaft ging sie nie zur Vorsorgeuntersuchung.
Zur Geburt ging Fatuma in das Haus ihres Vaters. Die Stiefmutter und andere ältere Frauen des Dorfes standen ihr bei. Da sie noch nicht voll entwickelt war, blieb das Baby im Geburtskanal stecken. Die Wehen dauerten 5 lange Tage. Am Ende fiel Fatuma ins Koma und hat keine Erinnerung daran, was danach passierte. Das Kind wurde nach 5 Tagen tot geboren. Fatuma hatte eine doppelte Fistel und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. Aber selbst dann kam niemand auf die Idee, sie in eine Klinik zu bringen.
Ihr Mann verließ sie sofort und Fatuma blieb bei ihrem Vater. Zum Glück half ihr die Stiefmutter am Anfang, aber nach einiger Zeit wurde Fatuma aufgrund ihres Gestanks auch von der eigenen Familie abgelehnt. „Durch die Mißhandlung durch meine eigene Familie wollte ich nur noch sterben, in der Nacht sammelte ich meine Sachen und lief weg, bis die Frau meines Onkels mich fand und mich zu sich brachte“, erinnert sie sich.
Die Frau ihres Onkels war hilfsbereit und fürsorglich. Fatuma blieb dort 10 Jahre – mit Fisteln, ohne nach Heilung zu suchen. „Als ich über eine Klinik gesprochen habe, machten mir die Dorfbewohner Angst, dass die Leute in der Klinik mein Blut saugen und mich ermorden würden. Danach höre ich auf, darüber nachzudenken „, sagte Fatuma.
Nach 10 Jahren dieses Traumas entschloss sich Fatuma, selbst nach Heilung zu suchen. Sie hatte etwas Geld aus der Arbeit und dem Verkauf von Kunsthandwerken gespart und war in das Regierungskrankenhaus der großen Stadt gefahren, einen halben Tag von ihrem Dorf entfernt. Begleitet von einem Verwandten wurde Fatuma in das Addis Abeba Fistula Krankenhaus geschickt.
Dort kam sie vor etwa 15 Jahren an und lebt seitdem hier. Nach 5 Operationen zeigten sich Verbesserungen, aber keine vollständige Heilung. Vor 3 Monaten wurde sie erfolgreich mit einer Harnableitung operiert und ist jetzt völlig trocken. „Jetzt bin ich frei, frei, wieder unter Menschen zu gehen, frei um mit den Herausforderungen des Lebens zu kämpfen, frei, um meine Zukunft besser zu machen. Danke an Emaye (Dr. Catherine Hamlin) an erster Stelle, dann an alle anderen in diesem Krankenhaus. Ihr habt mich nicht von Fisteln geheilt, sondern auch von dem unzivilisierten Denken, in dem ich früher war. 10 Jahre lang habe ich jede traditionelle Medizin in meinem Dorf genommen, aber Angst vor Krankenhäusern. Jetzt bin ich Botschafterin in meinem Dorf und erzähle allen über die richtige Lebensweise“, erklärt sie.
Fatuma ist jetzt in Desta Mender, wo sie an ihrem Rehabilitationstraining teilnimmt. In zwei Monaten macht sie ihren Abschluss und wird in ihrem Dorf reintegriert.

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Mekdes Abiyu

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Mekdes ist etwa 23 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Sie durfte 3 Jahre lang die Grundschule besuchen, danach wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann in dem Dorf, wo es weder Strom noch fließendes Wasser gab und der nächst größere Marktflecken ist 7 Stunden Fußmarsch durchs Gebirge. Mekdes war jedoch glücklich, sie kannte kein anderes Leben. Mit 14 wurde sie zum ersten Mal schwanger und die ganze Familie war hocherfreut. Im Gegensatz zu anderen Familien gingen Mekdes und ihr Mann jeden Monat die 7 Stunden durchs Gebirge zu den Vorsorgeuntersuchungen. Die 9 Monate Schwangerschaft verliefen sehr gut und Mekdes wurde bei Beginn der Wehen sofort in eine Klinik gebracht. „Die Wehen dauerten lange und am Ende wurde ich bewusstlos. Die Krankenschwestern entschieden, dass ich nicht überleben werde und schickten mich in mein Dorf zurück“
Bei ihrer Ankunft zu Hause, immer noch der Fötus in ihrem Leib, wachte Mekdes auf und presste weiter. Nach 3 weiteren Tagen brachte man sie in eine andere Klinik, die noch weiter entfernt lagen. Auf dem Weg in diese Klinik erlitt sie eine Totgeburt, eine doppelte Fistel und durch das lange Pressen eine Fußheberschwäche.
Zwei Wochen später brachte ihr Onkel Mekdes in das Außenzentrum Bahir Dar. Das war vor 7 Jahren. Ihr Fall war zu schwer, um in Bahir Dar behandelt zu werden. „Ich dachte nie, dass ich geheilt werden könnte bis ich in Addis Abeba angekommen bin. Dort zeigte sich nach 2 Jahren eine große Verbesserung. Die Rektalfistel wurde geschlossen und ich konnte mich wieder bewegen, alleine ins Badezimmer gehen und mich reinigen. Von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung“
Nach zwei erfolglosen Operationen bekam Mekdes vor 3 Jahren eine Harnableitung, die sie für immer heilte. Ihr fürsorglicher Ehemann war die ganze Zeit an ihrer Seite.
„Ich bin sprachlos und weine, um Emaye (Dr. Catherine Hamlin) meine Dankbarkeit auszudrücken.“, erklärt Mekdes.
Bei Dr. Catherines 94. Geburtstag schenkte Mekdes ganz allein einen selbstgestrickten Schal, umarmte sie mit Liebe und küsste sie auf die Knie, eine traditionelle Art, jemandem zu danken.
„Alle Mitarbeiter geben uns bedingungslose Liebe und Fürsorge. Sie fühlen sich nie angewidert, sondern arbeiten unermüdlich daran, uns sauber und glücklich zu halten. Dieses Krankenhaus ist außergewöhnlich“, sagt Mekdes.

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