Zemzem Hamza

Mehr lesen

Zemzem Hamza kommt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Ilubabor in Westäthiopien. Sie ist 60 Jahre alt und kam vor zwei Jahren zum ersten Mal in das Mettu Außenzentrum.
Zemzem lebte in einer muslimischen Gemeinde. Mit 16 heiratete sie und lebte in einem abgelegenen Dorf, weitab vom nächsten Health Center. Ihr verstorbener Mann arbeitete schwer auf seinen Feldern und brachte es zu bescheidenem Wohlstand. Zemezem lebte ein beschauliches Leben in ihrem Dorf. Sie führte den Haushalt und freute sich darauf, Kinder zu gebären. Sie war insgesamt 9 Mal schwanger, aber alle Kinder waren Fehlgeburten oder lebten nur wenige Tage. Sie gab jedoch nie die Hoffnung auf. Die 10. Schwangerschaft verlief von Anfang an schwierig, nach 3 Tagen Wehen brachte sie ein totes Baby zur Welt und bekam eine Verletzung, von der sie noch nie etwas gehört hatte. Da ihr Dorf sehr abgelegen war, sowohl geografisch als auch in der Entwicklung, hatte Zemzem keine Chance professioneller Hilfe bei all ihren Geburten. Ihr Mann sorgte sich sehr um seine Frau, konnte aber nichts weiter tun, als sich selbst die Schuld geben, was mit Zemzem passiert war. Fünft Jahre, nachdem sie die Fistel bekommen hatte, starb ihr Mann plötzlich und das hatte schlimme Auswirkungen auf ihr weiteres Leben.

Ihr hoffnungsloses und erbarmungswürdiges Leben dauerte 30 Jahre. Da sie keine Kinder hatte, gab ihr die Familie ihres Mannes die schwersten Arbeiten und missbrauchte sie auf vielerlei Weise. Natürlich hatten sie es auf das Land ihres Mannes abgesehen. Sie brachten sie in einer baufälligen Hütte unter, durch die es hindurchregnete. Sie hatte nur eine alte Decke um darauf zu schlafen und man warf ihr das Essen hin auf eine unmenschliche und unerträgliche Art und Weise.
„Der einzige Grund, warum sie mich am Leben ließen, waren die Nachbarn, vor denen sie nicht das Gesicht verlieren wollten. Ich wäre lieber gestorben, als 30 Jahre lang so zu leben. Sie nutzten meine Schwäche und Hilflosigkeit aus, möge Allah es ihnen vergelten“
Die Nachbarn waren erschüttert von der Art und Weise, wie die Familie meines verstorbenen Mannes mich behandelte und brachten mir zu essen und beschützten mich vor den Attacken von wilden Tieren. Die Familie hielten die Kinder von mir fern, in der Hütte stank es erbärmlich.
Sie versklavten Zemzem über 30 Jahre lang, sowohl körperlich als auch psychologisch. Da sie nie die Hütte verließ, erblindete sie und bemerkte nicht, wenn die Hunde und Katzen ihr Essen stahlen.
„Ich wollte mich oft umbringen, weil das Leben unerträglich war, aber selbst dafür war ich zu schwach.“
Vor zwei Jahren wurde Zemzem von Mitarbeitern des Mettu Zentrums gefunden, die in den Dörfern von Tür zu Tür gingen, um Fistelpatientinnen zu finden und in die Klinik zu bringen.
Es war schwierig, die Erlaubnis der Familie zu erhalten, die Angst hatte, dass jemand sie zur Rechenschaft ziehen würde. Nach langen Gesprächen gaben sie nach und Zemzem durfte in das Mettu Außenzentrum reisen.
Nach 30 Jahren Inkontinenz, stigmatisiert und seit 3 Jahren erblindet, war Zemzem viel zu schwach und musste zuerst stabilisiert werden.

 

Geschichte von Medina

Mehr lesen

Medina hat mit 17 Jahren geheiratet. Inzwischen ist sie 25 Jahre alt und hat 5 Jahre im Fistula Hospital gelebt.

Sie hatte sowohl eine vesicovaginale Fistel (zwischen Blase und Vagina) als auch eine rektovaginale Fistel (zwischen Enddarm und Vagina). Mit großem Glück hat sie, nach drei Tagen Wehen, die Geburt überlebt, aber ihr Baby starb dabei.

Verkrüppelt und unfähig zu laufen, lag sie auf ihrer Matte in einer kleinen Hütte. Es gab kein Health Center oder Krankenhaus in der Nähe. Medinas Familie konnte nur beten und sie trösten. Als die anderen Dorfbewohner ihren Zustand sahen, meinten sie, die Familie sei verflucht. Auch Medinas Mann wartete keinen Monat, bis er sich scheiden lies und eine andere heiratete.

Nach drei langen Monaten hörte Medinas Mutter, dass es Heilung gab. Eine Freundin hatte ihr vom Hamlin Fistula Hospital erzählt. Es dauerte lange, das Geld für die Busreise zu sparen. Ein Familienmitglied musste sie begleiten und tragen. Auch verlangte der Busfahrer einen höheren Fahrpreis, als er ihren Zustand sah.

Sie kam im Krankenhaus an, untergewichtig und unfähig zu laufen. Nach 9 Monaten Krankengymnastik konnte sie wieder ohne Hilfe alleine gehen. In den letzten 5 Jahren wurde sie mehrfach operiert und ist jetzt bei besserer Gesundheit.

In Desta Mender erhielt sie eine Berufsausbildung und konnte einen kleinen Laden in Meraro eröffnen. Das ist eine Kleinstadt in der Nähe ihres Dorfes. Sie lebt jetzt von ihrem eigenen Einkommen.

Sie sagt: “ Das Fistula Hospital hat mir geholfen, wo ich unerwünscht war. Man hat mir geholfen, meine Fähigkeiten entwickelt und mir Geld für einen Berufsstart gegeben. Ich kann meine Dankbarkeit nicht genug ausdrücken.“

 

07. Januar – Genna (Weihnachten in Äthiopien)

Mehr lesen

Das Weihnachtsfest in Äthiopien beginnt am 6. Januar mit einem Gottesdienst. Tausende Menschen feiern und tragen beim Betreten der Kirche eine Kerze mit sich. Nach alten Traditionen stehen Frauen und Männer in getrennten Bereichen der Kirche. Zum Zeremoniell gehört das Singen alter Weihnachtslieder durch die gesamte Gemeinde. Vielerorts werden Krippen aufgebaut und die Geburt Jesus nachgestellt. Die Weihnachtsprozessionen dauern bis zum frühen Morgen an. Besonders prachtvoll wird das Weihnachtsfest in Lalibela zelebriert, da die Geburt Jesu Christi und des Königs Lalibela auf denselben Tag fallen.

Die Mitarbeiter des Hamlin Fistula Hospitals haben mit den Patienten in Addis Abeba Fistula Hospital Äthiopische Weihnachten gefeiert. Seelsorgeprogramme, Bibellese, Kaffeezeremonie waren Teil der Feier. Muslimischen Patienten haben ebenfalls an der Feier teilgenommen. Das Programm fand im Bildungszentrum statt.  Die kleine Krippe mit Licht symbolisiert den Geburtsort von Jesus Christus.

Weihnachten im Fistula Hospital am 6. Januar 2016

Weihnachten im Fistula Hospital am 6. Januar 2016

Im November 2016 haben wir eine Reise nach Äthiopien geplant. Lalibela steht auch auf dem Programm. Die Charityplattform http://www.unitedcharity.de untestützt unser Projekt und bietet die Reise als Auktion zwischen dem 15. Januar und dem 5.Februar 2016 an. Ersteigern Sie sich hier eine Fistula Reise und helfen damit den geburtsverletzten Frauen aus Äthiopien.

Fatuma Mohamed – ist wieder in das Fistula Hospital gekommen

Mehr lesen

Fatuma ist jetzt 25 Jahrer alt. Sie kommt aus dem Osten Äthiopiens, der Oromiya Region. Vor 10 Jahren kam sie in das Fistula Hospital
Sie heiratete mit 15 Jahren und lebte mit ihrem Mann in einem sehr entlegenen Dorf auf dem Land. Das Familieneinkommen wurde hauptsächlich von ihrem Mann durch Landwirtschaft erwirtschaftet, auf dessen Schultern alles ruhte. Ihre Rolle in der Familie bestand darin, den Haushalt zu führen und mit dem Geld auszukommen, das sie von ihm erhielt. Da sie noch ein Teenager war und Anerkennung suchte, sah sie nichts anderes in ihrer Ehe als Schicksal und Respekt vor der Kultur der Dorfgemeinschaft. Obwohl in ihrem Dorf eine Frau lebte, die erfolgreich an einer Geburtsfistel operiert worden war, hörte Fatume erst von ihr, als sie das gleiche Schicksal erlitt.

Die Hauptaufgabe der Frauen ist es, dem Mann viele Kinder zu schenken. Fatuma wurde mit 16 schwanger. Nach 2 Tagen Wehen wurde sie von der Familie in das nächste Krankenhaus gebracht, das etwa 50 km entfernt war. Die Ärzte dort konnten zwar ihr Leben retten, aber das tote Baby brachte ihr eine doppelte Fistelverletzung und eine schwere Beinverletzung, mit der sie nicht mehr laufen konnte.
Schon bald darauf verließ sie ihr Mann. Geschieden und alleine kehrte Fatuma in ihr Elternhaus zurück und lebte in Scham mit ihrer Fistel. Nach vier Monaten zwischen Leben und Tod hörte ihr Vater von der geheilten Patientin von dem Fistula Hospital in Addis Abeba.
Vor 10 Jahren erreichte Fatuma das Fistula Hospital. Sie wurde von ihrem Vater getragen, unterernährt, mit einer schweren Muskelverletzung und zweifacher Inkontinenz von Stuhl und Urin.
Da Fatuma aufs schwerste verletzt war, blieb sie eine lange Zeit bei uns. In den ersten 7 Monaten bekam sie ausschließlich Physiotherapie um wieder laufen zu lernen. Nach mehreren Operationen wurde sie als vollständig geheilt und trocken entlassen. Während ihres 4-jährigen Aufenthaltes entwickelte sie verschiedene Fähigkeiten in Handarbeiten und Kunsthandwerk im Reha-Zentrum in Desta Mender und verdiente etwas Geld.
„Das Leben mit der Fistel brachte mich dazu, mich selbst zu hassen, keiner wollte etwas mit mir zu tun haben. Ich war traumatisiert und isoliert und möchte nicht mehr daran denken.“ erklärte sie. Geheilt fand sie ihre Würde wieder. Fatuma begann ein neues Leben und heiratete wieder. Sie hat endlich Freude am Leben.

Jetzt ist Fatuma wieder in das Fistula Hospital zurück gekommen voller Hoffnung und wurde durch Kaiserschnitt von einem Jungen entbunden. „Was wäre wohl aus mir geworden, wäre ich nicht hier geheilt worden. Ich danke allen Mitarbeitern für ihre Unterstützung.“

27. Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft

Mehr lesen

Fistula e.V. hat einen Infostand bei „Deutsche Kontinenz Gesellschaft“ –  27. Jahreskongress

27. und 28.November 2015 | MOC Veranstaltungscenter München | findet der 27. Kongress der Deutschen Kontinenz Gesellschaft und das 81. Seminar des Arbeitskreises Urologische Funktionsdiagnostik und Urologie der Frau statt. Weitere Infos unter www.kontinenz-gesellschaft.de

www.fistula.de