Liwan – eine Hebamme, die alle Entbindungsrekorde von Hamlin bricht

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Die 22-jährige Liwan Hailesilassie kommt ursprünglich aus Abi´addi in der Region Tigray. Ihr Heimatort liegt nur wenige Kilometer von der Klinik entfernt, in der sie vor 4 Monaten ihre erste Stelle als Hebamme angetreten hat.

Sie gehört zum 5. Studiengang der Studentinnen der Hamlin Fachhochschule für Hebammen des Jahres 2015 und sie hält den neuen Hamlinrekord, die allererste Hebamme zu sein, die während ihres Studiums 163 sichere Entbindungen begleitet hat. Diese hohe Anzahl von Entbindungen ist aber auch ein äthiopischer Rekord, da bisher noch nie eine Hebamme aus anderen Institutionen während ihrer Studienzeit so viele Geburten begleitet hat.

Aus diesem Grund wurde Liwan, in Anerkennung dieses außergewöhnlichen Ergebnisses, von der Äthiopischen Gesellschaft der Hebammen ein Preis verliehen. Bereits der vorangegangene Preis ging an eine von Hamlin ausgebildete Hebamme. Dies ist ein Beweis für die hohe Ausbildungsqualität, die die Hamlin Fachhochschule seit 2007 bietet.

Liwan und ihre Kollegin Eyerusalem (die ebenso 2015 ihren Hamlin-Abschluß gemacht hat und dabei das zweitbeste Ergebnis ihres Ausbildungs-Jahrganges erzielte) wurden vor 4 Monaten in einem Health Center der Region Tigray angestellt.

Diese beiden hervorragenden Hamlin-Hebammen sind die Ersten mit einem BSC-Abschluß (Bachelor of Science), die im vor 20 Jahren gegründeten Abi´addi Health Center arbeiten. Trotz seines langen Bestehens fehlt es im Health Center an vielem. Wasserversorgung und Elektrizität sowie ein genereller Mangel an wesentlichem medizinischen Equipment  führen zwangsläufig zu einer geringeren Qualität im Bereich der zu leistenden Gesundheitsvorsorge von werdenden Müttern.

Selbst unter solch ungünstigen Bedingungen haben Liwan und ihre Kollegin aber nun begonnen, das umzusetzen, was sie bei ihrem Graduiertenabschluß versprochen hatten – nämlich Dr. Catherine Hamlins Lebenstraum zu verwirklichen „Eine Hebamme für jede Mutter“.

In den vergangenen 4 Monate hat Liwan bereits 45 sichere Entbindungen betreut und damit die Gesamtzahl von Geburten an dieser Klinik von 20 auf 30 pro Monat erhöht. Das ist ein vielversprechendes Ergebnis für diese beiden jungen Frauen.

Liwan sagt dazu: „Am Anfang waren mir die Arbeitsbedingungen hier sehr unangenehm. Aber dann habe ich mir gesagt, wer außer mir würde hierher kommen und sich diesen Herausforderungen stellen, um meiner Gemeinde zu dienen und somit dafür zu sorgen, daß sich etwas zum Besseren verändert.“

Wir glauben fest daran, daß Du dazu in der Lage bist, junge Lady, weiter so !

Dr. Tesfaye Yacob, neuer CEO des Fistula Hospitals

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Am 15. April 2016 begann der neue Geschäftsführer Dr. Tesfaye Yacob seine Arbeit als Geschäftsführer im Fistula Hospital. Seit über 30 Jahren hat er in verschiedenen staatlichen Krankenhäusern und NGOs als Ausbilder, Public Health Manager und in der Forschung gearbeitet.

1985 machte er seinen ärztlichen Abschluß und studierte weiter Management. SeineErfahrung reicht vom Direktor eines staatlichen Krankenhauses bis zum CEO eines Entwicklungsprogramms. Er betreute 1.200 Mitarbeiter in 450 Schulen, 4 Kollegs und 11 Kliniken und mehrere andere Projekte in städtischen und ländlichen Entwicklungsprojekten.

Er hat große Erfahrung im Management und viel Verständnis für komplexe Programme und Verhandlungsgeschick mit internen und ausländischen Partnern.

Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

 

1. Mai 2016 – äthiopisches Osterfest

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Dr. Hamlin hat das Osterfest zusammen mit ihren ganzen Mitarbeiter gefeiert. Obwohl das eigentliche Osterfest nach äthiopischem Kalender dieses Jahr auf den 1. Mai fiel, feierte Dr. Hamlin zusammen mit dem neuen CEO Dr. Tesfaye am darauffolgenden Mittwoch. Sie begrüßte alle ihre Mitarbeiter, die zum Teil schon seit Jahrzehnten im Fistula Hospital arbeiten und dankte ihnen für ihr Engagement.

Dr. Tesfaye, der neue Geschäftsführer, dankte auch allen Mitarbeitern und sagte: „Wir sind alle hier, um das Lebenswerk von Dr. Hamlin fortzusetzen und wollen auch ihren Traum erfüllen – geburtsbedingte Fisteln in Äthiopien – auszurotten.“

Im Anschluß an die Ansprachen gab es für alle eine feierliche Kaffeezeremonie und es wurde auch viel gesungen.

 

 

Tsehaynesh Demekew

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Tsehaynesh heiratete und lebte mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf, sehr weit entfernt von dem nächsten Health Center. Ihr Mann ist ein kleiner Landwirt, der sehr hart für den Familienunterhalt arbeitete. Neben der Hausarbeit half ihm Tsehaynesh bei der Arbeit, soviel sie konnte. Wie bei vielen Landfrauen in Äthiopien, besteht ihre Rolle darin, Kinder zur Welt zu bringen. Das war das einzige Leben, das sie kannte, so war es schon immer und Tsehaynesh konnte sich auch nichts anderes vorstellen.

Bei Ihrer ersten Geburt hatte Tsehaynesh drei Tage lang Wegen bis sie von der Familie auf einer selbstgebastelten Trage in ein Health Center gebracht wurde, wo sie eine Totgeburt hatte und eine Blasen-Scheiden-Fistel bekam. Nach vier hoffnungslosen Monaten hörte sie von dem Außenzentrum in Bahr Dar. Die Leute des Health Centers hatten ihr davon erzählt.
Bei ihrer Ankunft vor 9 Jahren war das Bahr Dar Zentrum noch ziemlich neu und erst 2 Jahre in Betrieb. Es gab noch keinen festen Arzt dort, aber die Ärzte des Fistula Hospitals in Addis Abeba kamen regelmäßig zum Operieren.
Nach nur einem Monate konnte Tsehaynesh gesund nach Hause zurückkehren. Sie war trocken und ihr Gesicht strahlte wie die Sonne. (Tsehaynesh bedeutet: Sonnenlicht). Obwohl es die Ärzte ihr nie gesagt hatten, kam Tsehaynesh mit ihrem Mann überein, zunächst ein Jahr bei ihrer Tante zu leben.

„Ich schämte mich so sehr, dass ich sicher sein wollte, dass mir so etwas nicht noch einmal passieren würde“
Nach einem Jahr wurde sie wieder schwanger und kam in das Zentrum um ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Ihr Sohn ist jetzt 7 Jahre alt und geht zur Schule. Jetzt kam Tsehaynesh erneut um ihren 2. Sohn zu gebären, wieder per Kaiserschnitt.

Agengew Lihikina – Hebamme

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Seit 2014 aarbeitet Agengew Lihikina als Hebamme in einem Health Center. Sie ist 24 Jahre alt und ist im nördlichen Äthiopien in der Provinz Gojjam aufgewachsen. Sie war eine der besten Schülerinnen des Abiturjahrgangs und konnte sich deshalb leicht für dir Ausbildung in der Hebammenschule qualifizieren. 2010 begann ihre Ausbildung. Auch in der Hebammenschule gehörte sie zu den besten Schülerinnen ihres Ausbildungsjahrgangs. Bei der Abschlußprüfung hatte sie schon 95 Geburten selbstständig durchgeführt. so viele wie nur wenige ihres Jahrgangs.
Nach der Prüfung wurde sie im Birikat Health Center angestellt, das nur 20 km von ihrem Heimatort entfernt liegt. Dort arbeitet sie seit 2 Jahren mit großem Engagement. In den letzten 5 Monaten hat sie 141 Geburten betreut.
Birikat Health Center wurde 2010 erbaut und ist Anlaufstelle für 42.000 Menschen. Auch mit einer so großen Bevölkerung gab es nur 1 Hebamme. Das Fistula Hospital intervenierte und seitdem haben 5 Hamlin Hebammen dort gearbeitet. Zwei von ihnen sind immer noch da. Die Hebammen haben in der Bevölkerung großes Vertrauen aufgebaut. „Ich werde nie müde, der Gemeinschaft zu helfen und werde auch weiter gerne hier arbeiten.  Dr. Hamlins Lebensziel ist auch meines – eine Hebamme für jede Mutter“