23. Mai – Weltfistulatag

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Wir von Fistula e.V. wünschen uns, dass Geburtsfisteln der Vergangenheit angehören! Mit hohem Engagement tun wir alles dafür, dass den Müttern und ihren Kindern geholfen wird.

Erfreulicherweise konnte weltweit in den letzten Jahren ein Rückgang der Müttersterblichkeit und der Geburtsfisteln erreicht werden. Entwicklungsländer haben Ihre Bemühungen um Schwangerschaftsvorsorge, Geburtskliniken und Weiterbildung von Hebammen und Ärzten verstärkt. Der Weltfistulatag am 23. Mai soll die Welt dazu aufrufen, sich weiter für diese Ziele zu engagieren.

Diese positive Entwicklung nahm durch die Corona-Pandemie ein jähes Ende.

Die Kollateralschäden der Präventionsmaßnahmen treffen in Entwicklungsländern vornehmlich Frauen und Mädchen, die in den Dörfern isoliert werden.
Ein Transport zum Krankenhaus zu einer assistierten Geburt wird unerreichbar.
Bei uns wird über die schwierige Situation von Frauen in der Coronazeit diskutiert, sie tragen die Last in den Familien und sind die vornehmlich Leidtragenden der ökonomischen Krise.
In Entwicklungsländern werden die Rückschritte in dieser Zeit jedoch lebensbedrohlich für Frauen und Mädchen – sie brauchen unseren Beistand um so mehr!

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Dr. Fekade, Vater und weltweit anerkannter Fistelchirurg, hilft in Uganda und Äthiopien. Hier ist er im Terrewode Fistula Hospital in Uganda.

Terrewode Fistula Hospital Uganda

Der öffentliche Nahverkehr ist in Uganda komplett zum Erliegen gekommen. Der Lock-down wird dort deutlich strenger durchgeführt als bei uns – das bedeutet, dass Frauen weder zur Vorsorge noch zur Geburt ins Krankenhaus kommen.
Bereits nach zwei Wochen Ausgangssperre war klar, dass die Müttersterblichkeit erheblich ansteigen wird.
Einen Teil unserer Spende aus Deutschland hat TERREWODE für Spots im Rundfunk und lokalen TV-Sendern verwendet, um die Bevölkerung über einen Krankentransportdienst für gebärende Frauen in der Region um Soroti zu informieren.
Ein 24-Stunden Fahrdienst einer Hebamme wird mit dem von Fistula e.V. finanzierten Krankenwagen organisiert. Außerdem wird ein Patiententransporter für Heimfahrten der jungen Mütter mit ihrem Baby eingesetzt. Die Hotline des Notfalldienstes wird von den Sozialarbeiterinnen des Krankenhauses kompetent durchgeführt.

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Ambulanz Fahrzeug für Uganda

Vor einigen Wochen haben wir Sie um Unterstützung für TERRWODE’s Covid-19 Ambulanzdienst gebeten und möchten uns ganz herzlich für Ihre großzügige Hilfe bedanken. Innerhalb von drei Wochen haben Ihre Spenden den von uns überwiesenen Betrag von $ 10.000 erreicht. Das ist großartig! Wir stehen in intensivem telefonischen Kontakt mit Chefärztin Dr. Josephine und Alice Emasu, der Geschäftsführerin, beraten in infektionshygienischen Belangen und versuchen, wenigstens moralisch eine Stütze zu sein, da an Reisen momentan nicht zu denken ist.

Bericht von Alice Emasu. Sie organisiert Hilfe für Frauen in der Coronazeit

„Heute, am 14. Mai 2020, sind sechs Wochen vergangen, seit wir das Ambulanzprojekt als Reaktion auf die von unserer Regierung vor fast drei Monaten verhängten Beschränkungen zur Eindämmung der Covid19-Pandemie gestartet haben.
Es ist erfreulich, welch enormen, positiven Einfluss dieses Projekt bei der Prävention von Müttersterblichkeit und Geburtsverletzungen erreicht hat, insbesondere in ländlichen Gebieten! Insgesamt wurden 51 werdende Mütter aus Dörfern und einfachen Ambulanzstationen zur sicheren Entbindung in das Distriktkrankenhaus und einzelne kleinere Krankenhäuser transportiert und dadurch konnte ihr Leben gerettet werden. Außerdem wurden 57 Mütter mit ihren neugeborenen Kindern, die in den Krankenhäusern gestrandet waren ohne Möglichkeit zur Rückkehr, vom TERREWODE-Patientenfahrzeug sicher nach Hause zurückgebracht.“

Alice berichtete weiterhin, dass die derzeitige Regenzeit die Straßen fast unpassierbar mache und damit die wenigen Regierungsfahrzeuge, die als einzige unterwegs sein dürfen, aufgrund ihres miserablen Wartungszustandes gar nicht zu den Dörfern gelangen. Doch auch unser relativ neues Fahrzeug erfordert erhöhte Wartungs- und Reparaturkosten, so dass sie dringend um weitere Unterstützung gebeten hat. Benzin ist fast so teuer wie bei uns und die Wege weit. Und da kostenfrei, wird der Service auch von öffentlicher Seite häufig nachgefragt.

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Hütte in Uganda, abseits

Der Fahrdienst musste nun aufgestockt werden, bisher hatte ein Fahrer mit Hebamme rund um die Uhr Dienst. Das Team ist total erschöpft, da die meisten Fahrten ja nachts stattfinden – kein Zuckerschlecken in völliger Dunkelheit auf schlammigen Feldwegen.

Das Leben von Imelda und ihrem Kind konnte dank Ihrer Hilfe gerettet werden!

Imelda ist eine der Mütter, die sowohl vom Ambulanzwagen als auch von den Dienstleistungen des Rückführungsfahrzeugs profitierten. Sie wohnt im Dorf Oguntoi, im Bezirk Amuria, am Ende eines zerklüfteten Feldweges, etwa 64 km vom Soroti-Regionalkrankenhaus entfernt. Ohne den Krankenwagen von TERREWODE hätte ihre Schwangerschaft ein schlimmes Ende genommen. Imelda befand sich in einem Dilemma, als die Wehen mitten in der Nacht einsetzten. Imelda berichtete: „Dies war mein sechstes Kind. Die letzten beiden Kinder, die ich bekam, wurden durch einen Kaiserschnitt entbunden! Ich wusste instinktiv, dass es wieder ein Kaiserschnitt werden würde. Aber ich hatte Angst, mich im Krankenhaus von Soroti mit Corona anzustecken und zögerte den Gang zur Klinik hinaus.“

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Imelda beim Krankentransport
Imelda, eine der 51 Mütter, denen inzwischen durch die „Transporthilfe für werdende Mütter“ geholfen werden konnte.

Nach zwei Tagen wurden die Schmerzen unerträglich und sie versuchte, das Team der öffentlichen COVID-19-Task Force für den Distrikt Amuria um Hilfe zu bitten, aber keiner nahm den Anruf entgegen. Ihr Mann hatte die TERREWODE Radiokampagne gehört und wendete sich an die gebührenfreie Hotline – die Antwort sei sofort erfolgt.

Im Krankenhaus wurde die Mutter schnell in den Operationssaal gerollt, wo sie per Notkaiserschnitt ein Mädchen zur Welt brachte. Sie überlebte knapp! Die Zeit wird zeigen, ob nicht doch noch eine Fistel folgt, denn sie hat seither eine Fußheberschwäche, ein häufiges Begleitsymptom einer Geburtsfistel, die durch Druck auf die Nerven des kleinen Beckens entsteht. Die betreuende Ärztin im Krankenhaus berichtete, dass die Uteruswand bereits gerissen war – Imelda hätte keine Minute später eintreffen dürfen, sonst wäre sie verblutet.

Das Ambulanzprojekt

gehört zu den zahlreichen Maßnahmen, mit denen TERREWODE in den Dörfern, in denen es tätig ist, auf die Herausforderung von COVID-19 reagiert.
„Wir arbeiten mit der Distrikt-Taskforce des COVID-19-Distrikts zusammen, um schwangeren Müttern und denjenigen, die mit Menschenrechtsverletzungen konfrontiert sind, im ganzen Osten Ugandas eine medizinische Notversorgung zu bieten.

Unsere Transportfahrten haben Frauen aus schlimmen Situationen gerettet, da sie sonst in den ländlichen Regionen keine Hilfe erfahren hätten. Geburtsverletzungen und Mütter- sowie Neugeborenensterblichkeit hätten deutlich zugenommen in unserer armen Region.“, sagt Alice Emasu, Geschäftsführerin von TERREWODE.
Dr. Charles Okadhi, Gesundheitsbeauftragter des Soroti-Distrikts, lobte die Bemühungen von TERREWODE in der Coronakrise:
„In solchen Zeiten sind wir in unserem Gesundheitssystem überfordert. Wir haben nur wenige Krankenwagen. Und dann sind wir manchmal durch logistische Aspekte wie fehlenden Treibstoff daran gehindert, unseren Dienst zu leisten. Hinzu kommt, dass die Dörfer, die früher in der Lage waren, den Krankentransport selbst privat zu organisieren, dies nun aufgrund der Abriegelung nicht mehr tun können. Da wird einem klar, dass das Engagement von TERREWODE in dieser Situation ein Meilenstein für die Patientenversorgung bedeutet.“

Telefonhotline für misshandelte Fistelpatientinnen

Ein weiteres Projekt ist die Unterstützung von Fistelpatientinnen und ehemaligen Betroffenen bei häuslicher Gewalt, die in den Zeiten des Lock-down deutlich zugenommen hat. Frauen in Uganda haben keinen eigenen Besitz, sie können ihren Mann nicht verlassen, insbesondere nicht im Moment. Neben psychischer erfahren sie auch physische Gewalt, werden aus dem Haus geworfen, wo sie, komplett auf sich selbst gestellt, keinerlei Mittel für das Notwendigste zum Überleben haben. In den sechs Wochen der Kampagne hat die Hotline 19 Frauen psychologisch beraten und ihnen rechtlichen Beistand organisiert.
In Radio- und Fernsehkampagnen wird über die Problematik der häuslichen Gewalt landesweit berichtet, um Dorfgemeinschaften und Covid-19 Taskforce-Mitarbeiter zu sensibilisieren und damit die Frauen zu schützen.

TERREWODE hat nun eine wissenschaftliche Studie begonnen, um die Auswirkungen von Covid-19 auf die Lebensumstände von Fistulapatientinnen und Fistula-Überlebenden zu dokumentieren, um daraus Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität und Gesundheit dieser vulnerablen Gruppe innerhalb der ugandischen Gesellschaft zu erarbeiten. Bereits 45 Patienten wurden für die Studie geworben, 30 Interviews sind schon erfolgt, trotz Widrigkeiten mit langen Stromunterbrechungen und schlechten Telefonverbindungen.

Helfen Sie mit einer Corona Geschenkspende!

  1. Transport von schwangeren Frauen in die geburtshilfliche Station des örtlichen Krankenhauses
  2. Telefonische psychosoziale Betreuung bei häuslicher Gewalt
  3. Mikrokredite für Fistelpatientinnen zur Sicherung des Überlebens

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Der Krankenhausbetrieb soll wieder in normale Bahnen kommen!

Derzeit bereitet TERREWODE die Wiedereröffnung des Fistelkrankenhauses vor – die erhöhten infektionspräventiven Maßnahmen erfordern neue Konzepte in der Patientenversorgung. In Uganda gibt es momentan kaum Schutzmittel wie medizinische Masken, derzeit hoffen sie im Krankenhaus auf eine überteuerte Schwarzmarktlieferung.

Die Betreuung der Patienten erfolgt seit Beginn der Ausgangssperre telefonisch, 75 Patientinnen wurden in den letzten sechs Wochen von Dr. Josephine und ihrem Team beraten.

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Team Terrewode Uganda
Es ist unglaublich, was dieses kleine Team von TERREWODE in den letzten Wochen geleistet hat. Wir im satten Europa haben es als lähmende Zeit erlebt, in Uganda hat nach der zwangsweisen Schließung des Krankenhauses eine intensive Zeit der Betreuung und Fürsorge auf anderen Wegen begonnen, das ist bewundernswert und wird von uns sehr unterstützt.

Fistula e.V. wird nochmals $ 10.000 nach Uganda schicken, um den Patientenservice weiter zu ermöglichen. Dazu brauchen wir wieder Ihre Unterstützung!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie Gesundheit und bleiben Sie uns gewogen.

Dr. Barbara Teltschik

2. Vorsitzende Fistula e.V.

P.S. Sollten Sie sich näher für die Situation in Uganda interessieren, finden Sie einen Link auf unserer Webseite: Fistula News Aktuelles

 

 

 

 

 

Fotos:
Dr. Barbara Teltschik, Kornelia Altdörfer, Copyright: Fistula e.V.

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Aktuelle Lage in Uganda

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Liebe Fistula-UnterstützerInnen,

aus aktuellem Anlass wende ich mich heute als Ärztin an Sie:

Das von uns unterstützte TERREWODE Fistula Hospital in Uganda wurde wegen der Coronakrise bereits vor vier Wochen vorübergehend geschlossen.

Alice Emasu, die Gründerin und Geschäftsführerin, sucht seitdem nach Möglichkeiten, die Probleme der Fistelpatientinnen und auch der Bevölkerung zu mindern. Fistula e.V. hatte dem Krankenhaus dank Ihrer Spenden zur Eröffnung ein Ambulanzfahrzeug finanziert. Dieses Fahrzeug soll nun als Corona-Hilfe-Fahrzeug für die schwangeren Frauen zur Verfügung gestellt werden.

Helfen Sie mit einer Corona – Geschenkspende für Uganda!

Schwierige Geburt in Uganda

Schwierige Geburt in Uganda

Obwohl es in Uganda bisher wenig Covid-19 Fälle gibt, ist die Angst und Unsicherheit groß. Die Menschen leben auf engstem Raum, meist ohne fließendes Wasser und Strom. Die wenigen Krankenhäuser sind schon mit dem normalen Tagesgeschäft überfordert, es gibt kaum Beatmungsplätze und diese befinden sich ausschließlich in der Hauptstadt Kampala. Die Regierung hat umsichtig sehr früh den Flugverkehr eingeschränkt, schon vor drei Wochen Hausarrest verhängt und den öffentlichen Verkehr außer Warenlieferungen komplett verboten. Allerdings gibt es kaum Tests und Schutzausrüstungen.
Alice Emasu erzählte mir gestern am Telefon, dass immer wieder LKW-Fahrer aus anderen Ländern, die die notwendigen Waren ins Land bringen, positiv auf Covid-19 getestet werden.Wie bereits erwähnt, wurde das TERREWODE Fistula Hospital in Soroti vorübergehend geschlossen, da die Patientinnen nicht mehr zum und vom Krankenhaus transportiert werden können, Fisteln ja keinen unmittelbaren Notfall darstellen und das Haus über keinerlei Schutzausrüstungen verfügt. Der große Krankensaal lässt keine Isolierung zu und die Ansteckung wäre vorprogrammiert und fatal für frisch operierte Patientinnen.
Trotz allem überlegt Alice Emasu derzeit, ob sie bei Zunahme der Covid-19 Fälle das Krankenhaus als Isolierstation für Coronapatienten öffnen kann, um das örtliche Krankenhaus zu entlasten, das nicht über ausreichend Isolierbetten verfügt.

Hilfsangebote von Terrewode – Telefonhotline und Krankentransport

Dr. Josephine macht Telefonsprechstunde mit den operierten Patientinnen, die eigentlich zur Nachsorge kommen sollten, nächste Woche wollen sie zumindest eine Ambulanz für die Notfälle öffnen – allerdings gab es einen Hilfeschrei bezüglich Masken und wasserabweisenden Kitteln. Momentan bekommen wir jedoch auch hier in Deutschland keine Schutzausrüstung und ein Transport scheint unmöglich, da es keine Flüge gibt.

Unsere geplante Lieferung im März konnte auch nicht mehr auf den Weg gebracht werden und wartet hier auf eine Reaktivierung der Flugverkehrs.

Sehr konkret sind die Probleme der Fistelpatientinnen in den Dörfern, die nun nicht mehr ihn der Lage sind, ein Minimaleinkommen zu generieren, da die Märkte geschlossen wurden. Sie sind zunehmend häuslicher Gewalt ausgesetzt. Alice Emasu hat für die Frauen eine Telefonhotline eingerichtet, persönlich beraten sie und ihre Mitarbeiter ihre langjährigen Patientinnen und suchen nach individuellen Lösungen.

Lebensmittellieferungen in den größeren Städten bleiben aus, die Regierung scheint keine adäquaten Lösungen zu bieten. Auch hier organisiert Terrewode Hilfe für seine Schützlinge.

Im Notfall werden kleine Geldtransfers getätigt, um wenigstens den Hunger zu bekämpfen (mobiles Geld via Handy funktioniert zum Glück noch und ist in Afrika sehr populär).

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Mütter- und Neugeborenensterblichkeit ansteigen wird. Wo es keinen öffentlichen Transport (in Afrika meist Minibusse) mehr gibt, gelangen Frauen nicht mehr zur Geburt ins Krankenhaus. Auf dem Land gibt es praktisch keine Krankenwägen.

Hier sollten wir unmittelbar helfen!

Fistula e.V. hat dem Krankenhaus mit Ihren Spenden zur Eröffnung ein Ambulanzfahrzeug finanziert. TERREWODE wird dieses nun für den Transport von Frauen in die geburtshilfliche Station des örtlichen Krankenhauses zur Verfügung stellen. Um die Bevölkerung zu informieren, wird es im Distrikt Soroti Radiodurchsagen geben und die lokalen Selbsthilfegruppen werden die Dörfer informieren. Benzin ist in Uganda fast so teuer wie in Deutschland und dieser Einsatz ist im Budget der Organisation nicht vorgesehen. Auch möchte Alice Emasu mit dieser Aktion die Öffentlichkeit über die Notlage der Mütter informieren und die Regierung landesweit zum Handeln bewegen.

Corona Spende Uganda

Fistula e.V. hat dem Krankenhaus mit Ihren Spenden zur Eröffnung ein Ambulanzfahrzeug finanziert. Hier bei der Übergabe an Alice Emasu in Soroti (Ost-Uganda)

Wir haben uns spontan entschieden, zusätzlich 10.000 Dollar für diese Aktion zu überweisen.
Damit möchten wir das Leben der Mütter erhalten und zukünftige Fistelpatientinnen vermeiden! Dazu benötigen wir Ihre Unterstützung, denn es stehen dieses Jahr noch weitere größere Investitionen wie ein neuer Autoklav zum Sterilisieren der OP-Instrumente und die Einführung der Blasenspiegelung auf dem Programm.

Frauen werden unabhängig von der Corona-Pandemie weiterhin gebären, und Ihre Unterstützung ist jetzt von entscheidender Bedeutung. Jeder Betrag hilft, damit auch während dieser globalen Krise Babys sicher zu Welt kommen! Danke!

Helfen Sie mit einer Corona Geschenkspende!

  1. Transport von schwangeren Frauen in die geburtshilfliche Station des örtlichen Krankenhauses
  2. Telefonische psychosoziale Betreuung bei häuslicher Gewalt
  3. Mikrokredite für Fistelpatientinnen zur Sicherung des Überlebens

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Obwohl Corona unser ganzes Leben im Griff hat, konnten wir uns bisher in Deutschland auf unser Gesundheitssystem verlassen. Wir sind eines der reichsten Länder der Welt und trotz allem eine pragmatische und im Notfall kooperative Gemeinschaft. Ärzte und Pflegepersonal erreichen Erfolge, die in anderen Ländern nicht denkbar sind, insbesondere in den Subsahara-Staaten, wo sogar die Basisausrüstung des Gesundheitssystems fehlt. Helfen wir den Frauen in Uganda, diese Krise zu überleben!

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie Gesundheit und bleiben Sie uns gewogen.

Dr. Barbara Teltschik

2. Vorsitzende Fistula e.V.

P.S. Sollten Sie sich näher für die Situation in Uganda interessieren, finden Sie einen Link auf unserer Webseite: Fistula News Aktuelles

Nachruf für Dr. Catherine Hamlin (1924 – 2020)

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Mit 96 Jahren verstarb am 18. März Dr. Catherine Hamlin, Mitbegründerin des Addis Abeba Fistula Hospitals und engagierte Kämpferin für die Würde von Frauen mit Geburtsverletzungen.

Wir, Jutta Ritz und Dr. Barbara Teltschik, lernten sie beide unabhängig voneinander gegen Ende ihres aktiven Berufslebens kennen, waren beeindruckt von ihrer visionären Klarheit und Stärke und es war uns eine große Ehre, sie in ihrem Wirken über 15 Jahre unterstützen zu dürfen. Ihrer Stimme ist es zu verdanken, dass sich heute viele Organisationen für die Müttergesundheit in Entwicklungsländern engagieren.

Geboren, aufgewachsen und ausgebildet in Australien kam sie 1959 mit ihrem Mann Reginald und kleinen Sohn Richard nach Äthiopien, einem Ruf des Kaisers Haile Selassie folgend, der Gynäkologen zur Ausbildung von Hebammen suchte. Vor dem Krankenhaus trafen sie viele Patientinnen, die aufgrund ihres Geruchs nicht hereingelassen wurden – man könne ihnen sowieso nicht helfen. Ihre ärztliche Auffassung war anders und sie fingen an, sich mit der in der westlichen Welt heute vergessenen Problematik der Geburtsfistel zu beschäftigen und eine moderne, einfache Operationstechnik zu entwickeln.

Der Zustrom von Frauen aus allen Landesteilen konnte kaum bewältigt werden, so dass sie mit Spendengeldern aus Australien, England und USA 1974 ein eigenes Krankenhaus mit 120 Betten am Stadtrand von Addis Abeba eröffneten.

Über 40.000 Frauen wurden seither operiert, Dutzende von Gynäkologen aus Äthiopien und anderen Entwicklungsländern in Fistelchirurgie ausgebildet. Der ganzheitliche Anspruch stand immer im Vordergrund, die Patientinnen nicht nur chirurgisch, sondern auch psychologisch, physio- und ergotherapeutisch zu behandeln und ihnen Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Wissen über ihre Erkrankung mit nach Hause zu geben, um ein selbstständiges Leben zu führen.

Prävention war ein weiteres Anliegen, das Dr. Catherine Hamlin aufgrund des lange dauernden Bürgerkriegs in Äthiopien erst nach dem Tod ihres Mannes verwirklichen konnte. Eine Hebammenschule wurde gegründet, staatliche Gesundheitszentren mit Geburtseinheiten ausgestattet, die fünf regionalen Hamlinkliniken führen auch Kaiserschnitte durch. Letzteres konnte die bis ins hohe Alter tätige Operateurin nicht mehr aktiv mitgestalten, doch die Hebammenschule war ihr Herzblatt, war sie doch ursprünglich dafür ins Land gekommen.

Bis vor wenigen Jahren führte Dr. Catherine Hamlin der tägliche Spaziergang durch das Klinikgelände noch über die Station, wo sie mit Interesse an Visiten teilnahm und Ratschläge erteilte.

Zunehmend geschwächt, spazierte sie bis vor kurzem mit Mamitu, ihrer ersten Patientin, langgedienter OP-Schwester, liebevoller Betreuerin und Freundin, jeden Tag durch den wunderschönen Garten der Klinik, begrüßt von Mitarbeitern und Patientinnen. Zurückgezogen in ihrem kleinen Haus auf dem Klinikgelände, das sie gerade wegen der Einfachheit liebte, schlief sie in der Nacht auf Mittwoch ruhig ein, in den letzten Tagen begleitet von Dr. Fekade, dem ehemaligen Chefarzt der Hamlinkliniken.

Vor Jahren lernte sie Alice Emasu kennen, die ihr über ihre Vision einer Fistelklinik in Uganda berichtete. Ihr Kommentar: „We have to help this lady!“ Die Flamme tragen wir jetzt von Deutschland aus weiter nach Uganda.

Im Gedenken

Jutta Ritz

Dr. Barbara Teltschik
Vorstand Fistula e.V.

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Foto: Kornelia Altdörfer

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Fistula e.V. – Hilfe für geburtsverletzte Frauen in Afrika

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Seit 2003 unterstützt Fistula e.V. aus Bruchsal das Fistula-Krankenhaus in Äthiopien, seit einem Jahr den Bau eines neuen Krankenhauses in Uganda. Ursprünglich aus einer Privatinitiative hervorgegangen, hat der Verein inzwischen Spender aus ganz Deutschland. Infos über www.fistula.de
Unterstützt werden die Kliniken vor allem mit urologischem Knowhow und Medizintechnik. Dr. Barbara Teltschik, ehemals niedergelassene Urologin aus Stuttgart, ist mehrmals im Jahr vor Ort zur Fortbildung und Klärung des Bedarfs. Im Fokus steht nun das Krankenhaus in Uganda, die Beschaffung medizinischer Geräte in Uganda und Einarbeitung des medizinischen Teams auf die besonderen, auch psychischen und sozialen Bedürfnisse der Fistelpatientinnen stellt eine echte Herausforderung dar.

Dr. Renate Röntgen, ehemals leitende Oberärztin im Evangelischen Krankenhaus Bielefeld, ist seit 5 Jahren in Addis Abeba tätig und organisiert eine urogynälologische Weiterbildung für Gynäkologen in Kooperation mit der Universität Mekelle. Neben Harnableitungen wie sie bei uns nur Tumorpatienten benötigen, hat sie die endoskopische Steintherapie eingeführt. Diese Eingriffe sind vor Ort eine schwierige Aufgabe und benötigen viel Erfahrung und Improvisationstalent.

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