Aufklärung ist ein zentraler Baustein im Kampf gegen Geburtsfisteln – für betroffene Frauen, für junge Menschen und für die Entscheidungsträger vor Ort. ARENA ist deshalb nicht nur auf allen Social-Media-Kanälen aktiv, sondern engagiert sich auch in ihrem Stadtteil, um Akzeptanz für die Patientinnen zu erlangen.
Auf Ihrer Reise nach Burkina Faso im Mai konnte unsere erste Vorsitzende Dr. Barbara Teltschik das hautnah erleben:
„Am Vorabend des Weltfistulatags vibrierte das ganze Stadtviertel! ARENA organisierte einen Umzug durch das Viertel – bunt, laut und voller Leben. Zwei Lehrer unterstützten die Aktion und beteiligten sich mit ihren Schulklassen. Das gesamte Krankenhauspersonal kam in Sportkleidung. Und ich? Ich fragte mich kurz, ob ich da mithalten kann – bis ich merkte: Bei 40°C rennt in Burkina Faso niemand. Stattdessen wurde getanzt und gelacht.
Begleitet von lokaler Rap-Musik und einem mitreißenden Moderator mit Mikrofon zogen wir gemeinsam mit den Jugendlichen und vielen ehemaligen Patientinnen durch die Straßen. Besonders bewegend: Menschen mit Gehbehinderungen in selbstgebauten, phantasievoll gestalteten Rollstühlen, sangen und lachten und waren mittendrin!
Vor dem Krankenhaus wurde anschließend weitergefeiert – Aerobic traf auf traditionelle Tanzformen, und wer besonders gewürdigt werden sollte, wurde in die Mitte genommen. Die Aktion zog viele Blicke auf sich – und genau das war der Sinn.
Ganz anders ging es am nächsten Tag zu – gefeiert wurde mit einer offiziellen Veranstaltung, zu der mehrere Ehrengäste geladen waren:
Die Deutsche Botschaft hatte dafür die Schirmherrschaft übernommen. Was vor einem Jahr mit der Kontaktaufnahme in Ouagadougou begann, hat sich zu einer erfolgreichen Kooperation weiterentwickelt.
Wir möchten Herrn Sem Fetewi herzlich danken, dass er trotz eigenem Besuch aus Deutschland zur Veranstaltung zum Weltfistulatag kam und mit seinem persönlichen Grußwort echtes Engagement zeigte.
Im Gegensatz zum Vortag stand dieser Morgen ganz im Zeichen des Protokolls, wobei uns die afrikanischen Gäste über eine Stunde warten ließen. Die dann folgenden langen Reden, Grußworte, Ehrbezeugungen waren schwer zu ertragen, denn die Beteuerungen der traditionellen Würdenträger und des Bürgermeisters, sich für Frauengesundheit einzusetzen, waren reine Lippenbekenntnisse und politisches Pflichtprogramm – schließlich waren internationale Partner und ein Vertreter von UNFPA (dem United Nations Population Fund) anwesend!
Da ARENA das einzige Fistula Hospital in Burkina Faso ist, besteht zwischenzeitlich auch ein öffentliches Interesse an der Veranstaltung. Wir hoffen auf tatsächliche Veränderungen zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Frauen! Und auf Aufmerksamkeit nicht nur am 23. Mai.

