Wogene Semahagn – Fistelpatientin

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Wie die meisten Frauen im ländlichen Äthiopien weiß Wogene nicht, wie alt sie ist. Sie schätzt, dass sie 25 Jahre alt ist und in einem kleinen Dorf in Südäthiopien geboren wurde. Dort wurde sie auch verheiratet. Das Dorf hat Health Center, aber viele Frauen gebären noch zu Hause. Die Analphabetin Wogene führte ein glückliches Leben mit ihrem Mann und bekam 3 Söhne, die jetzt 7, 5 und 3 Jahre alt sind. Alle Söhne wurden zu Hause geboren, aber sie besuchte die Klinik ein- oder zweimal während ihrer Schwangerschaften.
Bei ihrer 4. Schwangerschaft hatte sie verlängerte Wehen. Sie dachte, alles sei in Ordnung wie bei den vorhergehenden Schwangerschaften. Einmal ging sie zur Vorsorgeuntersuchung, beschloß aber zu Hause zu gebären. Unerwarteterweise dauerten die Wehen lange, sie wurde erst nach 2 Tagen in die Klinik getragen.
Für eine normale Geburt war es zu spät, deshalb wurde sie mit der Ambulanz in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Dort konnte ihr Leben gerettet werden. Das Baby kam tot zur Welt und sie hatte eine Harnröhrenfistel.
Wogene hatte noch nie von einer Fistel gehört und hoffte, dass es nach einigen Tagen aufhört und sie zu ihrer Mutter zurückkehren kann. Aber der Urin läuft unkontrolliert weiter.
„Ich habe meine Söhne bei der Familie meines Mannes gelassen und bin in die kleine Stadt gezogen, wo eine meiner Verwandten lebt. “
Wogene lebte zwei Jahre lang isoliert und inkontinent, bis ihr jemand vom Yirgallem Fistula Center erzählte.
Ende Oktober war Wogene in Yirgallem angekommen und einen Monat später war sie total trocken. Zum Zeitpunkt dieses Interviews, war sie bereit, zur Entlassung und Rückkehr zu ihrer Familie und den Söhnen.
„Die Fistel hat mich fast das Leben gekostet, ich habe meine Familie verloren und bin weg gegangen. Dank dieses Krankenhauses hast du mich aus dem zweijährigen traumatischen Leben mit Fisteln befreit. Ich werde jetzt glücklich zu meinen Söhnen, meinem Mann und meiner Familie zurückkehren. Gott segne euch alle und ich werde hart arbeiten, um Frauen mit Fisteln zu unterrichten, die in meiner Gegend leben.

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Urji Bedasso – ehemalige Fistelpatientin und werdende Mutter

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Urji bedeutet „Stern“ in ihrer Sprache. Sie schätzt ihr Alter auf 25 Jahre und wurde in einem abgelegenen Dorf in der Region Oromiya in Südäthiopien geboren. Ihre Eltern waren Hirten. In dem Dorf gab es keinerlei soziale Einrichtungen wie Strom, Wasser, Schule. Urji besuchte nie die Schule und verbrachte ihre Kindheit damit, sich um Ziegen und Schafe zu kümmern.
Urji schätzt, dass sie mit 15 Jahren verheiratet wurde und ihrem Mann als Zweitfrau gegeben wurde (üblich in muslimischen Familien).
Kurz nach ihrer Heirat wurde Urji zum ersten Mal schwanger. Zunächst war dies eine frohe Botschaft für die ganze Familie, denn sie bestätigte ihre Fruchtbarkeit, die eine Garantie für die Nachhaltigkeit des Ehelebens ist, wie es in den meisten ländlichen Gemeinden der Fall ist.
Urji hat in den neun Monaten nie eine Schwangerschaftsvorsorge besucht, aber bis zum letzten Tag sah alles gut aus. Die Wehen dauerten zwei lange Tage. Die traditionelle Hebamme wusste nicht mehr weiter.
Nach 2 Tagen hatte Urji eine Totgeburt. „Als ich aufwachte, war kein Baby an meiner Seite, ich konnte meine Beine nicht mehr bewegen und lag in meinem eigenen Urin. Ich hasste mich selbst und fragte meine Mutter, was mit mir passiert sei.“, erinnert sich Urji.
Sie blieb ein Jahr lang isoliert und depressiv bei ihrer Mutter, ohne zu wissen, was sie hatte. Ihre Mutter nahm alles als unheilbar an und verpflichtete sich, sich um ihre Tochter zu kümmern, anstatt nach Heilung zu suchen. Ihr Ehemann besuchte sie nie wieder, nachdem sie in ihrem Urin sah.
Nach einem Jahr der Qual besuchte Urji eines Tages einen Apotheker, der ihr alles über Fisteln erzählte. Sie erfuhr, dass es in Yirgallem, eine Fistel-Klinik gibt.
Im Jahr 2009 brachte ihr Bruder Urji nach Yirgallem und sie wurde nach einem Monat völlig trocken und glücklich nach Hause entlassen. Zu Hause wollte ihre Mutter zuerst nicht glauben, bis sie es mit eigenen Augen sah.
Zum Zeitpunkt dieses Interviews war Urji erneut in Yirgallem, 8 Jahre nach ihrer Fisteloperation. Dieses Mal kam sie als Schwangere und wartet auf den Kaiserschnitt. Sie hat wieder geheiratet und ist sehr glücklich mit ihrem Ehemann.
„Hier empfange ich eine unvergleichliche Sorgfalt. Ich bekomme dreimal täglich ein nahrhaftes Essen, Seife zum Baden und auch die Transportgebühr für die Heimreise. Aber alles ist kostenlos. Ich habe nie für die Fisteloperation bezahlt und werde nicht für den Kaiserschnitt bezahlen, um mein erstes Baby zu bekommen. Danke, dass du mein Leben neu gemacht hast.“

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Emebet Lemma – Hebammen Mentorin

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Emebet Lemma ist jetzt 27 Jahre alt und wurde in einer kleinen Stadt in Südäthiopien geboren. Vor 10 Jahren war sie in der zweiten Ausbildungsklasse der Hebammenschule. Nach 4 Jahren intensiver Ausbildung und Schulung begann sie ihre berufliche Karriere in einem der staatlichen Health Center in der Nähe ihres Geburtsortes.
Sie arbeitete 6 Jahre lang in diesem Health Center und hat in dieser Zeit 2.000 Frauen bei der sicheren Geburt begleitet. 2017 wurde sie zur Mentorin für insgesamt 7 Health Center ernannt. Sie besucht regelmäßig diese Health Center und betreut die 14 jüngeren Hebammen bei ihrer Arbeit. Sie gibt praktische Ratschläge und dient als Mittlerin zwischen HFE und den Hebammen.
„Bei Hamlin habe ich nicht nur meinen Beruf gelernt, sondern auch mein Lebensprinzip, andere Frauen zu betreuen und zu unterstützen. Ich liebe meinen Beruf und bin mit Leidenschaft dabei.“

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Teticha Health Center

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Das Teticha Health Center ist nach der gleichnamigen Kleinstadt benannt und liegt etwa 60 km südlich des Außenzentrums Yirgallem. Gegründet 2011, wurde es schon ein Jahr später mit Hamlin Hebammen besetzt und die Geburtshilfe wird durch HFE* unterstützt und finanziert. Seitdem haben schon 6 gut ausgebildete Hamlin Hebammen in diesem Health Center gearbeitet.

Schwester Emebet, die vor Kurzem nach 6 Jahren Hebammentätigkeit im Teticha Health Center Mentorin für die umliegenden Health Center wurde, erinnert sich: Als meine Kollegin und ich damals hier ankamen, hatten wir am Anfang 4 Geburten im Monat. Jetzt haben wir fast 60 Geburten. Die Frauen der Umgebung waren anfangs sehr misstrauisch, aber der gute Service, der hier geleistet wird, hat sie überzeugt. Die führende Rolle, die von den Hamlin-Hebammen geleistet wird, wurde kürzlich vom regionalen Gesundheitsamt ausgezeichnet.“

Der Einsatz von qualifizierten Hebammen, die Renovierung der Kreisssäle, die medizinische Versorgung und der Bau von Unterkünften, sowie die technische Unterstützung, sind die wichtigsten Maßnahmen, die von HFE in Addis Abeba im Rahmen eines Präventionsprogramms bisher durchgeführt wurden. Wir von Fistula Deutschland unterstützen mit Ihrem Spenden auch dieses Health Center.
*HFE = Hamlin Fistula Ethiopia

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Blen Kekebo – Hamlin-Hebamme

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Die 26-jährige Blen ist die einzige Tochter ihrer Familie, aufgewachsen in Yirgallem. Da in der Hebammenschule nur Frauen aus ländlichen Gebieten ausgebildet werden, begann Blen 2011 mit ihrer Ausbildung zur Hamlin Hebamme. Nach ihrem Abschluss wurde sie 2015 ins Teticha Health Center geschickt und begann dort zu arbeiten.

„Ohne diese fundierte Ausbildung wäre ich nicht in der Lage, den Schwangeren so zu helfen, wie ich es jetzt tue. Dr. Catherine Hamlin ist mein Vorbild, sie hat mich für diesen Beruf begeistert.“

Während ihrer Ausbildung betreute Blen über 90 Geburten und in den 2 Jahren im Teticha Health Center hat sie schon über 360 Babies zur Welt gebracht. Sie und ihre Kollegin wurden beide von der regionalen Gesundheitsbehörde für ihre Arbeit ausgezeichnet.

„Ich liebe meinen Beruf und mit der kontinuierlichen Unterstützung, die ich von HFE bekomme, glaube ich, dass ich mein Bestes gebe, um Dr. Catherines Traum zu verwirklichen und Geburtsfisteln zu eliminieren. Danke meinen Lehrern, vielen Dank an meine Sponsoren und vielen Dank an die HFE-Mitarbeiter „, sagte Blen.

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