1. Mai 2016 – äthiopisches Osterfest

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Dr. Hamlin hat das Osterfest zusammen mit ihren ganzen Mitarbeiter gefeiert. Obwohl das eigentliche Osterfest nach äthiopischem Kalender dieses Jahr auf den 1. Mai fiel, feierte Dr. Hamlin zusammen mit dem neuen CEO Dr. Tesfaye am darauffolgenden Mittwoch. Sie begrüßte alle ihre Mitarbeiter, die zum Teil schon seit Jahrzehnten im Fistula Hospital arbeiten und dankte ihnen für ihr Engagement.

Dr. Tesfaye, der neue Geschäftsführer, dankte auch allen Mitarbeitern und sagte: „Wir sind alle hier, um das Lebenswerk von Dr. Hamlin fortzusetzen und wollen auch ihren Traum erfüllen – geburtsbedingte Fisteln in Äthiopien – auszurotten.“

Im Anschluß an die Ansprachen gab es für alle eine feierliche Kaffeezeremonie und es wurde auch viel gesungen.

 

 

Tsehaynesh Demekew

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Tsehaynesh heiratete und lebte mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf, sehr weit entfernt von dem nächsten Health Center. Ihr Mann ist ein kleiner Landwirt, der sehr hart für den Familienunterhalt arbeitete. Neben der Hausarbeit half ihm Tsehaynesh bei der Arbeit, soviel sie konnte. Wie bei vielen Landfrauen in Äthiopien, besteht ihre Rolle darin, Kinder zur Welt zu bringen. Das war das einzige Leben, das sie kannte, so war es schon immer und Tsehaynesh konnte sich auch nichts anderes vorstellen.

Bei Ihrer ersten Geburt hatte Tsehaynesh drei Tage lang Wegen bis sie von der Familie auf einer selbstgebastelten Trage in ein Health Center gebracht wurde, wo sie eine Totgeburt hatte und eine Blasen-Scheiden-Fistel bekam. Nach vier hoffnungslosen Monaten hörte sie von dem Außenzentrum in Bahr Dar. Die Leute des Health Centers hatten ihr davon erzählt.
Bei ihrer Ankunft vor 9 Jahren war das Bahr Dar Zentrum noch ziemlich neu und erst 2 Jahre in Betrieb. Es gab noch keinen festen Arzt dort, aber die Ärzte des Fistula Hospitals in Addis Abeba kamen regelmäßig zum Operieren.
Nach nur einem Monate konnte Tsehaynesh gesund nach Hause zurückkehren. Sie war trocken und ihr Gesicht strahlte wie die Sonne. (Tsehaynesh bedeutet: Sonnenlicht). Obwohl es die Ärzte ihr nie gesagt hatten, kam Tsehaynesh mit ihrem Mann überein, zunächst ein Jahr bei ihrer Tante zu leben.

„Ich schämte mich so sehr, dass ich sicher sein wollte, dass mir so etwas nicht noch einmal passieren würde“
Nach einem Jahr wurde sie wieder schwanger und kam in das Zentrum um ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Ihr Sohn ist jetzt 7 Jahre alt und geht zur Schule. Jetzt kam Tsehaynesh erneut um ihren 2. Sohn zu gebären, wieder per Kaiserschnitt.

Agengew Lihikina – Hebamme

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Seit 2014 aarbeitet Agengew Lihikina als Hebamme in einem Health Center. Sie ist 24 Jahre alt und ist im nördlichen Äthiopien in der Provinz Gojjam aufgewachsen. Sie war eine der besten Schülerinnen des Abiturjahrgangs und konnte sich deshalb leicht für dir Ausbildung in der Hebammenschule qualifizieren. 2010 begann ihre Ausbildung. Auch in der Hebammenschule gehörte sie zu den besten Schülerinnen ihres Ausbildungsjahrgangs. Bei der Abschlußprüfung hatte sie schon 95 Geburten selbstständig durchgeführt. so viele wie nur wenige ihres Jahrgangs.
Nach der Prüfung wurde sie im Birikat Health Center angestellt, das nur 20 km von ihrem Heimatort entfernt liegt. Dort arbeitet sie seit 2 Jahren mit großem Engagement. In den letzten 5 Monaten hat sie 141 Geburten betreut.
Birikat Health Center wurde 2010 erbaut und ist Anlaufstelle für 42.000 Menschen. Auch mit einer so großen Bevölkerung gab es nur 1 Hebamme. Das Fistula Hospital intervenierte und seitdem haben 5 Hamlin Hebammen dort gearbeitet. Zwei von ihnen sind immer noch da. Die Hebammen haben in der Bevölkerung großes Vertrauen aufgebaut. „Ich werde nie müde, der Gemeinschaft zu helfen und werde auch weiter gerne hier arbeiten.  Dr. Hamlins Lebensziel ist auch meines – eine Hebamme für jede Mutter“

Aye Zinabu – junge Mutter

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Obwohl Heirat unter 18 Jahren gesetzlich verboten ist, wird dies in entlegenen Dörfern nicht beachtet und Aye heiratete schon mit 16 Jahren. Das Familieneinkommen wird durch die Bebauung der Felder auf einer kleinen Farm erwirtschaftet. Aye und ihre Freundinnen haben schon immer davon geträumt, zu heiraten und viele Kinder zu bekommen und mit ihrem Mann in ihrem Dorf zu leben.

Sie bekam ihr erstes Kind ohne medizinische Betreuung und hatte 4 Tage lang Wehen. Danach brachte ihr Mann sie in das nahe gelegene Krankenhaus, wo sie eine Totgeburt hatte, die mit einer Geburtsfistel endete. Inkontinenz war für Aye und die ganze Familie ein Problem.

Nach 3 schrecklichen Monaten zuhause, kam Aye 2011 im Fistula Hospital an. Unter mütterlicher Betreuung konnte sie operiert werden und schon nach einem Monat geheilt in ihr Dorf zurückkehren.

Aye ist nun in das Fistula Hospital zurück gekommen um ihr erstes gesundes Baby zu gebären. Letzte Woche kam ein kleines Mädchen per Kaiserschnitt zur Welt. Ihr Mann Bogale Getu ist gerade angekommen, um sie nach Hause zurück zu holen. Er hat sich die ganze Zeit rührend um sie gekümmert. Er sagt:“ Dies ist das beste Krankenhaus, das ich jemals gesehen habe. Sie haben meine Frau geheilt und meine Tochter gesund zur Welt gebracht. Ich möchte Ihnen für alles danken, was Sie für unsere Familie getan haben.“

 

Sr. Mahilet – Hebamme

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So tragen die Hebammen aktiv zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ihren Gemeinden bei

Das Sibbo Health Center ist etwa 700 km entfernt von Addis Abeba. Es ist eines von einer Vielzahl solcher Zentren in der Oromiya Region und wurde im Jahr 2009 eröffnet. Hamlin Fistula Äthiopien untertstützt im Rahmen des Vorbeugungsprogramms die Geburtshilfe in 27 staatlichen Gesundheitszentren in ländlichen Regionen. Sibbo ist eine von drei Einrichtigungen, in denen HFE vor drei Jahren die Aktivitäten aufnahm.

Sr. Mahilet stammt selbst aus Gorre, einem Nachbarort von Sibbo, 20 km entfernt. Die 24jährige Mahilet ist eine der Absolventinnen des 3. Jahrgangs am Hamlin Hebammen-Kollegs. Sibbo ist die erste Station ihres Berufslebens nach der Ausbildung, gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Saron. Mahilet fügte sich schnell in das Umfeld ihres neuen Tätigkeitsorts ein, da sie aus der Nachbargemeinde kommt und mit den örtlichen Gebräuchen vertraut ist. So fiel es ihr leicht, sich einzuleben und erste Veränderungen der Prozesse im Bereich Frauengesundheit und Entbindungen herbeizuführen. Bei der Ankunft der beiden Hebammen gab es keine ausgebildeten Geburtshelfer an der Klinik und es wurden nicht mehr als sechs Entbindungen pro Monat betreut. Seit Mahilets Ankunft vor drei Jahren hat sich die Anzahl der Entbindungen auf durchschnittlich 51 im Monat erhöht und darüber hinaus werden viele Frauen vor der Geburt im Zentrum betreut und beraten.

„Ich bin stolz eine „Hamlin-Hebamme“ zu sein. Unsere erstklassige Ausbildung versetzt mich und meine Kolleginnen aus dem Hamlin College in die Lage, als Expertinnen in unseren Gemeinden anerkannt zu werden und die Gesundheitsleistungen in den lokalen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen deutlich zu verbessern.“

Seit dem Eintritt der beiden Hebammen konnten sie in dreineinhalb Jahren mehr als 1.000 Geburten betreuen.  In dieser Zeit retteten sie auch das Leben von Frauen, die unbetreut aufgrund ihrer Geburtsfistel einem hohen Sterberisiko ausgesetzt gewesen wären.

Der Aufbau der Reputation der Hebammenschule und den  dort ausgebildeten Hebammen  bei ihren betreuten Gemeinden und auch bei den äthiopischen Behörden und der Regierung basiert auf der nachhaltig  herausragenden Leistung. Auf diese Weise wird das  Niveau an zugänglichen Gesundheitsleistungen in mehrfacher Hinsicht verbessert, weil wesentliche Stakeholder sich aktiv beteiligen und die Bevölkerung vom Leistungsangebot einschließlich der Präventionsmaßnahmen aktiv Gebrauch macht.