Banchiw Ashagre – junge Mutter

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Banchiw ist 35 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Amhara Region. Sie wurde dort geboren und mit 16 Jahren verheiratete ihr Vater sie an einen Mann, den sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Zuerst war es für sie sehr schwer mit allen den vielen Pflichten einer Ehefrau klar zu kommen und sie war gezwungen alles neu zu lernen. Ihr Mann arbeitete schwer und sorgte mit einer kleinen Farm für das Familieneinkommen. Ihre traditionelle Rolle war der Haushalt und möglichst viele Kinder zu gebären. Bevor sie eine Geburtsfistel bekam, hatte sie schon 4 mal geboren, aber 2 Kinder starben und ihre Töchter waren 10 und 7 Jahre alt.
Eine Geburtsfistel war nichts Neues für Banchiw. Sie hatte schon geheilte Frauen in ihrem Dorf gesehen, sich aber nie große Gedanken darüber gemacht, bis sie selbst davon betroffen war.
Alle ihre Kinder wurden zuhause ohne medizinische Hilfe geboren, auch die 5. Geburt lief so ab. Aber dieses Mal war es nicht so einfach. Banchiw hatte 2 Tage lang Wehen und unsägliche Schmerzen.

Banchiw lebt weit entfernt von dem nächsten Krankenhaus und die Familie sah keine andere Lösung als für sie zu beten. Am zweiten Tag verspürte sie etwas Erleichterung, als ihr totes Baby ausgetrieben wurde. Sie war sehr traurig, weil schon ihr drittes Kind gestorben war, aber sie fühlte auch, dass diese seltsame Nässe zwischen ihren Beinen unkontrollierbar war. Sie hoffte, es würde bald besser werden und erzählte ihrer Familie zunächst nichts. Die Familie war sehr besorgt über Banchiw und kam zusammen, um über eine Lösung zu beraten. Von einer geheilten Patientin hörten sie von dem Außenzentrum in Bahr Dar.

Nach 3 Monaten Leiden erreichte Banchiw das Außenzentrum in Bahr Dar zum ersten Mal. Es dauerte nur einen Monat, sie zu heilen und ihre Würde wieder herzustellen. Sie kehrte vollkommen geheilt und trocken in ihr Dorf zurück. Das war vor 3 Jahren.

Jetzt ist Bachiw zurück gekommen. Sie war im 8. Monat schwanger und wurde von wenigen Wochen per Kaiserschnitt von einer  gesunden Tochter entbunden.  „Hier wurde mein dunkles Leben wieder erhellt. Ich wurde von dieser unsäglichen Krankheit geheilt und habe jetzt eine wunderschöne Tochter. Ich kann nur allen Mitarbeitern von ganzem Herzen danken“

Siranesh – eine junge Hebamme bei der Arbeit

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Schwester Siranesh Takele ist 22 Jahre alt und gehört dem 5. Hebammenjahrgang des Hamlin College of Midwifes an. Im letzten Oktober hat sie ihr Examen abgelegt. Sie kommt aus der Amhara Region, südlich von Gondar, wo sie zur Schule ging und ihr Abitur abgelegt hatte.  Da die Hebammenschule nur Schülerinnen mit sehr gutem Zeugnis aufnimmt, war es für Siranesh ein Leichtes, dort aufgenommen zu werden. Sie durchlief die Ausbildung an der Hebammenschule mit sehr guten Ergebnissen und hatte bei der Prüfung schon 70 Entbindungen durchgeführt.
Seit zwei Monaten arbeitet Schwester Siranesh im Health Center Wetet Abay, in der Nähe ihres Heimatortes. Sie ist mit Begeisterung bei der Arbeit und hat im ersten Monat ihrer Arbeit schon 6 Frauen entbunden. „Ich bin sehr glücklich hier innerhalb meiner Gemeinschaft, wo ich so vielen Müttern und Babies helfen kann.“ Schwester Siranesh heiratete kurz nach dem Examen in lebt mit ihrem Mann in der Kleinstadt Mecha, wo sich das Health Center befindet.
Seit fünf Jahren wird dieses Health Center von Hamlin Fistula unterstützt und hier arbeiteten bisher 4 Hamlin Hebammen. Zwei von ihnen haben ihren Vertrag erfüllt und arbeiten inzwischen woanders. Zwei arbeiten über die vertraglich festgelegte Zeit hinaus und zwei sind jetzt neu hinzu gekommen.
Welderufa’el Degu ist der Leiter des Wetet Abay Health Centers und bestätigte die Veränderung, die in den letzten 5 Jahren stattgefunden hat. Er bemerkt auch, dass die Hamlin Hebammen sehr gut und mit viel Erfahrung arbeiten.

Zemzem Hamza

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Zemzem Hamza kommt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Ilubabor in Westäthiopien. Sie ist 60 Jahre alt und kam vor zwei Jahren zum ersten Mal in das Mettu Außenzentrum.
Zemzem lebte in einer muslimischen Gemeinde. Mit 16 heiratete sie und lebte in einem abgelegenen Dorf, weitab vom nächsten Health Center. Ihr verstorbener Mann arbeitete schwer auf seinen Feldern und brachte es zu bescheidenem Wohlstand. Zemezem lebte ein beschauliches Leben in ihrem Dorf. Sie führte den Haushalt und freute sich darauf, Kinder zu gebären. Sie war insgesamt 9 Mal schwanger, aber alle Kinder waren Fehlgeburten oder lebten nur wenige Tage. Sie gab jedoch nie die Hoffnung auf. Die 10. Schwangerschaft verlief von Anfang an schwierig, nach 3 Tagen Wehen brachte sie ein totes Baby zur Welt und bekam eine Verletzung, von der sie noch nie etwas gehört hatte. Da ihr Dorf sehr abgelegen war, sowohl geografisch als auch in der Entwicklung, hatte Zemzem keine Chance professioneller Hilfe bei all ihren Geburten. Ihr Mann sorgte sich sehr um seine Frau, konnte aber nichts weiter tun, als sich selbst die Schuld geben, was mit Zemzem passiert war. Fünft Jahre, nachdem sie die Fistel bekommen hatte, starb ihr Mann plötzlich und das hatte schlimme Auswirkungen auf ihr weiteres Leben.

Ihr hoffnungsloses und erbarmungswürdiges Leben dauerte 30 Jahre. Da sie keine Kinder hatte, gab ihr die Familie ihres Mannes die schwersten Arbeiten und missbrauchte sie auf vielerlei Weise. Natürlich hatten sie es auf das Land ihres Mannes abgesehen. Sie brachten sie in einer baufälligen Hütte unter, durch die es hindurchregnete. Sie hatte nur eine alte Decke um darauf zu schlafen und man warf ihr das Essen hin auf eine unmenschliche und unerträgliche Art und Weise.
„Der einzige Grund, warum sie mich am Leben ließen, waren die Nachbarn, vor denen sie nicht das Gesicht verlieren wollten. Ich wäre lieber gestorben, als 30 Jahre lang so zu leben. Sie nutzten meine Schwäche und Hilflosigkeit aus, möge Allah es ihnen vergelten“
Die Nachbarn waren erschüttert von der Art und Weise, wie die Familie meines verstorbenen Mannes mich behandelte und brachten mir zu essen und beschützten mich vor den Attacken von wilden Tieren. Die Familie hielten die Kinder von mir fern, in der Hütte stank es erbärmlich.
Sie versklavten Zemzem über 30 Jahre lang, sowohl körperlich als auch psychologisch. Da sie nie die Hütte verließ, erblindete sie und bemerkte nicht, wenn die Hunde und Katzen ihr Essen stahlen.
„Ich wollte mich oft umbringen, weil das Leben unerträglich war, aber selbst dafür war ich zu schwach.“
Vor zwei Jahren wurde Zemzem von Mitarbeitern des Mettu Zentrums gefunden, die in den Dörfern von Tür zu Tür gingen, um Fistelpatientinnen zu finden und in die Klinik zu bringen.
Es war schwierig, die Erlaubnis der Familie zu erhalten, die Angst hatte, dass jemand sie zur Rechenschaft ziehen würde. Nach langen Gesprächen gaben sie nach und Zemzem durfte in das Mettu Außenzentrum reisen.
Nach 30 Jahren Inkontinenz, stigmatisiert und seit 3 Jahren erblindet, war Zemzem viel zu schwach und musste zuerst stabilisiert werden.

 

Geschichte von Medina

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Medina hat mit 17 Jahren geheiratet. Inzwischen ist sie 25 Jahre alt und hat 5 Jahre im Fistula Hospital gelebt.

Sie hatte sowohl eine vesicovaginale Fistel (zwischen Blase und Vagina) als auch eine rektovaginale Fistel (zwischen Enddarm und Vagina). Mit großem Glück hat sie, nach drei Tagen Wehen, die Geburt überlebt, aber ihr Baby starb dabei.

Verkrüppelt und unfähig zu laufen, lag sie auf ihrer Matte in einer kleinen Hütte. Es gab kein Health Center oder Krankenhaus in der Nähe. Medinas Familie konnte nur beten und sie trösten. Als die anderen Dorfbewohner ihren Zustand sahen, meinten sie, die Familie sei verflucht. Auch Medinas Mann wartete keinen Monat, bis er sich scheiden lies und eine andere heiratete.

Nach drei langen Monaten hörte Medinas Mutter, dass es Heilung gab. Eine Freundin hatte ihr vom Hamlin Fistula Hospital erzählt. Es dauerte lange, das Geld für die Busreise zu sparen. Ein Familienmitglied musste sie begleiten und tragen. Auch verlangte der Busfahrer einen höheren Fahrpreis, als er ihren Zustand sah.

Sie kam im Krankenhaus an, untergewichtig und unfähig zu laufen. Nach 9 Monaten Krankengymnastik konnte sie wieder ohne Hilfe alleine gehen. In den letzten 5 Jahren wurde sie mehrfach operiert und ist jetzt bei besserer Gesundheit.

In Desta Mender erhielt sie eine Berufsausbildung und konnte einen kleinen Laden in Meraro eröffnen. Das ist eine Kleinstadt in der Nähe ihres Dorfes. Sie lebt jetzt von ihrem eigenen Einkommen.

Sie sagt: “ Das Fistula Hospital hat mir geholfen, wo ich unerwünscht war. Man hat mir geholfen, meine Fähigkeiten entwickelt und mir Geld für einen Berufsstart gegeben. Ich kann meine Dankbarkeit nicht genug ausdrücken.“

 

07. Januar – Genna (Weihnachten in Äthiopien)

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Das Weihnachtsfest in Äthiopien beginnt am 6. Januar mit einem Gottesdienst. Tausende Menschen feiern und tragen beim Betreten der Kirche eine Kerze mit sich. Nach alten Traditionen stehen Frauen und Männer in getrennten Bereichen der Kirche. Zum Zeremoniell gehört das Singen alter Weihnachtslieder durch die gesamte Gemeinde. Vielerorts werden Krippen aufgebaut und die Geburt Jesus nachgestellt. Die Weihnachtsprozessionen dauern bis zum frühen Morgen an. Besonders prachtvoll wird das Weihnachtsfest in Lalibela zelebriert, da die Geburt Jesu Christi und des Königs Lalibela auf denselben Tag fallen.

Die Mitarbeiter des Hamlin Fistula Hospitals haben mit den Patienten in Addis Abeba Fistula Hospital Äthiopische Weihnachten gefeiert. Seelsorgeprogramme, Bibellese, Kaffeezeremonie waren Teil der Feier. Muslimischen Patienten haben ebenfalls an der Feier teilgenommen. Das Programm fand im Bildungszentrum statt.  Die kleine Krippe mit Licht symbolisiert den Geburtsort von Jesus Christus.

Weihnachten im Fistula Hospital am 6. Januar 2016

Weihnachten im Fistula Hospital am 6. Januar 2016

Im November 2016 haben wir eine Reise nach Äthiopien geplant. Lalibela steht auch auf dem Programm. Die Charityplattform http://www.unitedcharity.de untestützt unser Projekt und bietet die Reise als Auktion zwischen dem 15. Januar und dem 5.Februar 2016 an. Ersteigern Sie sich hier eine Fistula Reise und helfen damit den geburtsverletzten Frauen aus Äthiopien.