Der 12. Abschluß im „Wahren Leben“

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„Ja, heute ist euer Abschlusstag, ein Abschluss nicht der ersten Klasse, des Masters oder eines Doktortitel, sondern in einem wertvolleren Bereich als alle diese, sind Sie Absolventen des wirklichen Lebens“  sagte Frau Beletshachew, Rehabilitations- und Reintegrations Manager in Desto Mender bei der Verabschiedung nach dem Rehabilitationsprogramm.

Habtamnesh, Zemzem, Amete und Fatuma sind die vier Graduierten  der 12-Runden-Zeremonie des Hamlin-Rehabilitations- und Reintegrationsprogramms (RR), die am 18. Mai 2017 in Desta Mender stattfand. HFE* hat dieses Programm entwickelt um den psychosozialen Nachwirkungen der geburtshilflichen Fistel zu begegnen. Das ist sehr wichtig, vor allem für Frauen mit schwersten Verletzungen.

Nach der individuellen Bewertung durch unseren Sozialarbeiter haben diese vier Frauen mit komplizierten Operationen in den letzten 3 Monaten bei Desta Mender ein Rehabilitationsprogramm mitgemacht. Die Ausbildung umfasst Lebenskompetenz, Ertragsbildung Aktivitäten (IGA) und verschiedene Beratungen, die für eine bessere Zukunft helfen soll. Da die meisten Analphabeten sind werden die Lerneinheiten so eingestellt, dass sie mit dem Lernniveau der Auszubildenden einhergehen.

In ihrer Ansprache sagte Frau Beletshachew HFE „keiner von den Ausbildern, mich eingeschlossen, ist so stark wie ihr. Ihr habt den größten Kampf des Lebens gewonnen, ihr habt die Fistelverletzungen besiegt, habt mehrere  schmerzhafte Operationen hinter euch gebracht und jetzt verlasst ihr uns. Ihr seid jetzt gut ausgebildet um euch dem wahren Leben zu stellen. Geht und wendet alle Fähigkeiten an, die ihr hier erfolgreich gelernt habt und werdet Hamlin-Botschafterinnen in eurer Gemeinde. Wir sind immer an eurer Seite.“

„Noch vor zehn Jahren fühlte ich mich als ein nutzloser Mensch, der nach Urin roch und sich selbst schämte, aber jetzt ist, dank Hamlin, mein Leben wiederhergestellt. Ich schlafe trocken und mit den Fähigkeiten, die ich hier bei Desta Mender erhalten habe, bin ich bereit, ein neues Leben zu starten. Was mich am meisten überrascht hat, ich wurde nie gebeten, für all diese bedingungslose mütterliche Fürsorge zu bezahlen. Herzlichen Dank an euch alle, die mich bei der Wiederherstellung als Frau unterstützt haben. “ erklärte Amete, eine der Absolventinnen.

*Hamlin Fistula Äthiopien

Kassahun Solomon – der Mann hinter dem schönen Garten

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Man bemerkt den Unterschied am deutlichsten, wenn man aus der hektischen, smog-verseuchten Innenstadt von Addis Abeba das Fistula Hospital betritt. Man fühlt sich nicht wie in einem Krankenhaus, sondern eher wie in einem Park oder einem Zoo.

Catherine und Reginald Hamlin begannen damals den Garten anzulegen, der heute so ein schöner und friedvoller Park geworden ist und Teil der Psychotherapie für die Patientinnen.
Kassahun Solomon ist einer der Gärtner, die seit 11 Jahren im Krankenhaus von Addis Abeba arbeiten. Für den 39 Jahre alten Kassahun ist die Gartenarbeit nicht nur ein Beruf, sondern ein Hobby, das er am meisten genießt, mit Leidenschaft, selbstbestimmt und ohne Aufsicht.
„In den vergangenen 11 Jahren habe ich mit meinen Kollegen hart gearbeitet, um den wunderschönen und professionellen Garten zu dem zu machen, was wir jetzt sehen. Wir haben jetzt mehr als 100 Sorten verschiedene Pflanzen, von denen manche sehr selten sind“, sagte Kassahun.
„Ich freue mich immer, Dr. Hamlin zu hören (Emaye, wie er sie nennt und bewundert). Ich habe das Gefühl, dass ich ihr ein wenig von der Schuld bezahlt habe, was sie mit meiner Schwester gemacht hat, ein ehemaliger Patientin, die sie geheilt hat. Sie hat als Krankenschwesterhilfe hier im Hauptkrankenhaus gearbeitet. Deshalb arbeite ich gerne bei Hamlin „, fügte er hinzu.
Neben seiner Pflicht als Gärtner sieht man Kassahun früh am Morgen im Krankenhaus, um Patientinnen im Rollstuhl in der Physiotherapie zu bringen. Dies gehört nicht zu seinen Aufgaben, aber er bemüht sich um jede  mögliche Weise der Unterstützung.
Kassahun hat jetzt seine eigene Familie gegründet und hat drei Kinder.

Belaynesh Siraw

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„Ich bin hier um mich voll und ganz bei der Verwirklichung des Traums von Dr. Hamlin, meinem Vorbild, eine Hebamme für jede Mutter zu widmen und ich glaube, dass ich es richtig mache“ Schwester Belaynesh.
Kurz nach ihrem Abschluss der der Hebammenschule im Jahr 2014 fing Schwester Belaynesh in einem der von Hamlin unterstützten staatlichen Gesundheitszentren im Norden, etwa 70 km entfernt vom Bahir Dar Außenzentrum an zu arbeiten. Sie begann ihre berufliche Karriere in der Gemeinde, in der sie aufgewachsen ist. Daher kennt sie Tradition und Kultur sehr gut.
„Mit seinen hohen Unterrichtsstandards und der wunderschönen Anlage hat die Hebammenschule  eine sehr gute Lernumgebung geschaffen, in der von den Schülerinnen nur erwartet wird, sich auf das Studium zu konzentrieren und einen sehr guten Abschluß zu machen “ erklärt Schwester Belaynesh.
Während ihres Trainings an der Hebammenschule absolvierte Belaynesh über hundert sichere Geburten. Das war ein nationaler Rekord in der  Hebammenausbilduung. Inzwischen haben auch andere Schülerinnen so viele Geburten betreut.
Schwester Belaynesh hat, wie andere Hebammenschülerinnen auch, nach ihrem Abschluß in einem Health Center gearbeitet und dort signifikante Veränaderungen erwirkt: Belaynesh allein betreut durchschnittlich 20 Geburten im Monat. Seit ihrem Einsatz ist keine Mutter mehr bei der Geburt gestorben.

Jetzt baut Hamlin Fistula ein neues Geburtszentrum, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Solange müssen Schwester Belaynesh und ihre Kollegin noch den Dienst in einem engen und stickigen Raum leisten.

Adina Bolled

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Adina ist in einem kleinen, hügeligen Dorf  in der Amhara Region aufgewachsen. Dort gab es keinen Strom, fließendes Wasser oder medizinische Einrichtungen. Der nächste größere Marktflecken lag etwa zwei Stunden Fußmarsch entfernt.Adina hat  zwei jüngere Halbbrüder. Sie verlor ihren Vater früh.
Schon als Kind träumte Adina davon, die traditionelle Rolle in der Gemeinde zu durchbrechen und fleißig für die Schule zu lernen. Jeden Tag lief sie mit ihren Freundinne zwei Stunden lang zur Schule, die einzige Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen. Sie war in der 8. Klasse, als etwas passierte und ihr Leben verdunkelte.

Als sie fünfzehn Jahre alt war, ging Adina nach der Schule alleine nach Hause, weil ihre Freundinnen sie nicht begleiteten. Auf halbem Weg begegnete ihr ein Mann, den sie nur flüchtig kannte und vergewaltigte sie. Ihre Hilferufe blieben ungehört. Der Mann ließ sie auf dem Boden liegen. Ihr Mutter ahnte sofort, was passiert war, als Adina unter Tränen ihr Zuhause erreichte.

Adina ging weiterhin zur Schule, als sei nichts passiert. Aber nach einigen Monate verspürte sie Schmerzen und erzählte ihrer Mutter davon. In der Klinik erfuhr sie, dass sie schwanger war. Für eine Abtreibung war es zu spät und Adina sah sich gezwungen, der Geburt des Babys entgegenzusehen, dass sie nie gewollt hatte. Auch die Geburt verlief schrecklich. Nach drei Tagen Wehen wurde sie in die Klinik gebracht. Das Baby wurde tot geboren und Adina blieb inkontinent.

Zwei Wochen später wurde sie in das Regierungskrankenhaus gebracht, wo sie in das  Bahir Dar Hamlin Fistelzentrum überwiesen wurde. Da ihre Blase ernsthaft beschädigt war, brachte man sie in das Addis Abeba Fistelkrankenhaus zur besseren Behandlung..
Adina brauchte fast zwei Jahre, um ihre Angst zu überwinden und sich für eine Harnableitung zu entscheiden. Bis dahin blieb sie in Desta Mender für Rehabilitationstraining und Beratung. Die schwierige Operation vor 8 Jahren, war erfolgreich. Sie war völlig trocken, musste aber weiterbehandelt werden. Deswegen blieb sie in Desta Mender zu wohnen und arbeite als Patientinnentrainer neben ihrem medizinischen Follow-up. In diesen Jahren beendete Adina ihr Abitur im Fernprogramm und wurde als Bibliothekarin in der Hebammenschule eingestellt.
Inzwischen lebt
Adina außerhalb von Desta Mender und nimmt an einem Diplom-Programm in der Buchhaltung teil. Sie ist auf dem richtigen Weg, ihren langjährigen Traum zu erreichen.

Äthiopischer Kaffee – Direktimport, ganze Bohne

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frisch eingetroffen aus Äthiopien. ARADA Kaffee, ganze Bohne, angebaut in Äthiopien, 100% Arabica, ganze Bohne, handgepflückt, schonend geröstet, verpackt direkt nach dem Rösten. Hergestellt in Äthiopien. Direktimport. Herrlich aromatisch.

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