Bezu – Gärtner im Fistula Hospital

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Der wunderschön angelegte Garten im Fistula Hospital dient nicht nur der Erholung. Er  ist vielmehr ein Teil des ganzheitlichen Betreuungsansatzes, den HFE bewusst entworfen und umgesetzt hat, um den Patientinnen Hoffnung zu vermitteln. Für Bezu Gizachew, Vater von zwei Söhnen und einer Tochter, ist Gartenarbeit nicht nur ein Job, sondern eine Berufung, der er mit Hingabe nachgeht. Bevor Bezu vor 11 Jahren als Gärtner im Fistula Hospital anfing, hat er schon in verschiedenen anderen Gärten gearbeitet. Seitdem arbeitet er zusammen mit seinen Kollegen mit Leidenschaft, um den Garten des Fistula Hospitals in einen atemberaubend schönen Garten mit vielen Blumen, Stauden und Büschen in eine Oase des Friedens zu verwandeln. „Wenn ich sehe, wie die Frauen des Fistula Hospitals den schönen Garten genießen, den ich für sie geschaffen habe, denke ich, daß ich auch ein bisschen dazu beigetragen habe, ihre Würde wieder herzustellen. Für mich ist dies nicht nur eine bezahlte Arbeit, sondern befriedigt auch meine Seele“ Bezu hatte auch die Gärten in den Außenzentren Yirgallem, Mekelle und Harar angelegt und trainiert die Gärtner in den jeweiligen Zentren.

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Wubet Feleke – Patientin

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Wubet ist jetzt 26 Jahre alt.  Sie stammt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Gojjam in Nordäthiopien. Vor 11 Jahren  war sie zum ersten Mal im Fistula Hospital.

Wubet wuchs in einem kleinen Dorf ohne Strom und Wasser oder andere Dinge. Es gab auch keine Schule und Kinder müssen ab etwa 5 Jahren sich um die Kühe und Schafe kümmern. Wubets Mutter ist früh gestorben und sie lebte mit ihrem Vater und der Stiefmutter.

In dem Dorf war es Tradition, Mädchen schon sehr früh zu verheiraten und so wurde sie schom mit 9 Jahren mit einem viel älteren Mann verheiratet. Sie half im Haushalt und kümmerte sich um die Tiere. 3 Jahre nach der Hochzeit wurde Wubet zum ersten Mal schwanger. Ihr Becken war noch nicht voll entwickelt, aber es war undenkbar für Wubet, eine Klinik zu besuchen, die 5 Stunden Fußmarsch entfernt war. Die Schwangerschaft verlief normal und Wubet wollte das Baby bei ihrer Stiefmutter zuhause entbinden.
Die Wehen dauerten 5 lange Tage und das Baby konnte nicht geboren werden. Die anderen Frauen wussten nichts über Geburtskomplikationen. Nachdem alle traditionellen Praktiken versagt hatten und Wubet im Koma lag, entschloß man sich endlich sie in die Klinik zu tragen.
Natürlich war es zu spät und Wubet brachte ein totes Baby zur Welt. Sie war inkontinent und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. „Zuerst dachte ich, es war etwas normales, aber als ich hörte, daß es nicht aufhören wird, wäre ich lieber lieber gestorben“, sagte Wubet. Da sie nicht laufen konnte, wurde Wubet wieder in ihr Dorf zurück getragen und blieb für etwa einen Monat isoliert und stigmatisiert sogar von ihrer eigenen Familie. Ihr Vater hatte vom Fistula Hospital gehört und brachte Wubet zur Behandlung nach Addis Abeba.
Wubet musste erst mal 3 Monate aufgepäppelt werden, bevor man an eine Operation denken konnte. Innerhalb eines Jahres wurde sie 3 Mal operiert, es war aber nicht erfolgreich. Immerhin konnte sie dank regelmäßiger Krankengymnastik wieder laufen.

„Die Beziehung zu meiner Stiefmutter verschlechterte sich zusehends, auch mein Vater glaubte nicht mehr an meine Heilung. Da mich meine Familie aufgegeben hatte, beschloß ich nicht mehr nach Hause zurückzukehren. Lieber wollte ich betteln und auf der Straße schlafen. Aber die Mitarbeiter des Krankenhauses haben sehr unterstützt und schickten mich nach Shire, etwa 800 km im Norden. Dort begann ich im Kindergarten als Putzfrau und Babysitter zu arbeiten. Da es genügend Wasser gibt, um mich zu reinigen, lebte ich ein normales und glückliches Leben, habe alle Prinzipien anwendet, die ich gelernt habe, um sauber und trocken zu leben, auch wenn ich inkontinent bin. Ich habe 11 Jahre dort gearbeitet, ohne mich stigmatisiert zu fühlen “
Da Shire in der „Nähe“ des Außenzentrums Mekelle liegt, wurde Wubet zum 4. Mal operiert und es ging ihr viel besser, auch wenn sie noch nicht ganz trocken war.
Nach 11 Jahren Arbeit im Kindergarten kam Wubet vor fünf Monaten erneut nach Addis Abeba zur Behandlung. Es wurde eine Harnableitung gemacht und sie ist jetzt vollkommen trocken und wird keine Windeln mehr benutzen. Um die Behandlung ganzheitlich zu machen, wurde Wubet in das Rehabilitationsprogramm aufgenommen. „Wäre ich nicht in das Fistula Hospital gekommen, könnte ich jetzt im Grab sein, aber dank dieses Krankenhauses bekam ich bedingungslose Liebe und Fürsorge, die ich nicht von meiner eigenen Familie bekam. Segen für euch alle „, erklärt Wubet. Nach dem Training wird sie in wieder integriert und kann ein neues Leben beginnen. Die Rehabilitationseinheit wird den Wiedereingliederungsprozess von Wubet erleichtern, einschließlich der finanziellen Unterstützung, um ein kleines Unternehmen zu starten,  um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.

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Toyiba Hussien – junge Mutter

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Wie viele ländliche junge Mädchen in Äthiopien hatte Toyiba eine Kindheit voller Härte verbracht. Statt Schule musste sie sich um Rinder und Schafe kümmern, Wasser aus dem entfernten Wasserloch holen, Brennholz holen und ihrer Mutter zu Hause helfen.
Mit 18 wurde Toyiba mit einem Mann verheiratet, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Das kleine Ackerland, das der Ehemann auf eine sehr traditionelle Art bearbeitet, bleibt die einzige Einkommen für die Familie. Während der Mann auf dem Feld war, bereitete Toyiba  zu Hause eine Mahlzeit zu und die kleine Lehmhütte zu verschönern, in der sie lebten. Toyiba lebte glücklich, bis sie zum ersten Mal schwanger wurde.
Als Toyiba nach 3 Jahren noch nicht schwanger war, obwohl sie keine Verhütungsmittel verwendete, sorgte sich die Familie sehr. Im traditionellen Äthiopien wird der Wert einer Frau an der Anzahl ihrer Kinder gemessen. So freute sich Toyiba sehr, als sie mit 21 Jahren endlich schwanger wurde.
Zwar gab es eine Klinik in der Nähe des Dorfes, aber Toyiba besuchte sie nie, sondern verbrachte normale neun Monate, drei Monate vor der Geburt zog sie in das Haus ihrer Mutter. Als die Wehen begannen, hatte Toyiba zweieinhalb Tage lang Wehen. Für die Mutter, die mehrere Kinder geboren hatte, war ihre Tochter seltsam.  Schließlich sorgte sich die Familie und beschloss, Toyiba in die nächste Klinik zu bringen, die  2 Stunden zu Fuß entfernt war. Dort konnte man ihr nicht helfen und überwies sie an das nächstgelegene Regierungskrankenhaus. Das Kind wurde tot geboren und Toyiba blieb inkontinent.
„Nachdem ich in mein Dorf zurückgekehrt war, mit doppelter Trauer, mein Baby zu verlieren, und in so einem beschämtem Zustand, beschloss ich, mein Eheleben zu beenden und bei meiner Mutter zu bleiben“, sagte Toyiba.
Das Regierungskrankenhaus schickte Toyiba vor 6 Jahren in das Fistula Hospital in Addis Abeba. Toyiba musste zunächst 1 Jahr lang aufgepäppelt werden, bevor man an eine Operation denken konnte. Vor 5 Jahren wurde sie erfolgreich behandelt und kehrte vollkommen trocken nach Hause zurück.
Nach einem Jahr hatte sich Toyiba gut erholt und akzeptierte die Anfrage eines neuen Ehemanns, und startete eine neue Familie. Nach 3 Jahren wurde Toyiba wieder schwanger und kam, als sie im 8. Monat war, in das Fistula Hospital zurück. Das Baby kam per Kaiserschnitt zur Welt. Einige Wochen später war sie bereit, mit dem Baby nach Hause zurückzukehren.
„Ich habe nie daran gedacht, nach dieser Verletzung wieder gebären zu können, aber jetzt bin ich hier mit meinem kleinen Baby. Ich bete immer für euch alle „Toyiba.

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Belaynesh Dawit lebt in Desta Mender

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Belaynesh wurde vor ungefähr 30 Jahren in einem kleinen Dorf in Südäthiopien geboren. Ihre Eltern waren Bauern. In dem Dorf gab es keinerlei Infrastruktur und alles mussten in langen Fußmärschen in der nächsten Marktstadt gekauft werden.

Belaynesh war glücklich, dass sie 5 Jahre lang die Schule besuchen durfte, die 2 Stunden Fußmarsch entfernt war. Mit etwa 15 Jahren heiratete sie und lebte mit ihrem Mann im gleichen Dorf. Ein Jahr nach der Heirat wurde Belaynesh zum ersten Mal schwanger, was eine gute Nachricht war. Einige Monate später erfuhr sie, dass ihr Mann gestorben war, der unterwegs auf Arbeitssuche war. Belaynesh lebte bis zur Geburt bei ihren Eltern. Als die Wehen begannen, war es sehr schmerzhaft. Auch nach 4 Tagen wollte das Baby nicht kommen. Erst als Belaynesh bewußtlos wurde, brachte ihre Familie sie in ein Health Center. Als sie nach 2 Tagen aus dem Koma erwacht, fand sich Belaynesh in einem Krankenhaus wieder. Ihr Baby war tot geboren worden, aber sie hatte eine doppelte Fistel und konnte ihre Beine nicht bewegen. Zurück zu Hause verbrachte Belaynesh 2 tragische Jahre, sie war inkontinent, schlief auf dem nackten Boden, der sich in Schlamm verwandelte.
„In diesen zwei Jahren hatte mein Vater fast sein ganzes Vermögen verloren, da er Heilung für mich suchte. Ich lebte in einer kleinen abgetrennten Hütte, ich weinte, ich war verkrüppelt. Ich wollte meinem Vater helfen, der wegen mit alles verloren hatte, aber meine Beine weigerten sich und ich gab jede Hoffnung auf „, erklärt Belaynesh.
Eines Tages hörte der Vater von einem Dorfbewohner über das Zentrum in Yirgalem und brachte seine Tochter vor 8 Jahren dorthin. Belaynesh blieb fast vier Jahre lang in Yirgalem und erhielt Krankengymnastik.
„Während meines Aufenthaltes bei Yirgalem zeigten meine Beine eine deutliche Besserung, ich sitze nie, sondern helfe beim Putzen und Waschen, ich stricke und war nach kurzer Zeit bekannt.“

Da sie eine doppelte Fistel hatte, wurde Belaynesh zur Operation nach Addis Abeba gebracht. Sie blieb etwa ein Jahr im Krankenhaus in Addis Abeba bevor sie operiert werden konnte. Vor 7 Jahren wurde eine Harnableitung gemacht mit einigen Follow-Ups.

Wegen ihrer schwierigen Verletzung wurde Belaynesh zu einer der wenigen Patientinnen, die dauerhaft im Rehabilitationszentrum (Desta Mender) leben. In 7 Jahren hat Belaynesh verschiedene Trainings in Gemüsebau, Milchviehhaltung und arbeitet jetzt in der Schulkantine des Hamlin Hebammen College in der Bäckerei. Sie ist auch eine sehr guter Strickerin, die schöne Schals zum Verkauf herstellt.

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Hawwa Amanu – Mutter von Zwillingen

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Keine Worte  können meine herzliche Dankbarkeit ausdrücken

Der muslimische Hawwa Amanu wurde vor etwa 30 Jahren in einem abgelegenen Dorf in der Nähe von Arsi in der Oromiya Region geboren. Oromiya ist die größte der neun Regionen Äthiopiens. Die traditionelle Landwirtschaft ist die Basis des Lebens für die Familie von Hawwa.
Da das Dorf ca. 5 Stunden zu Fuß von der nächstgelegenen Marktgemeinde entfernt ist, gibt es dort weder Strom noch Wasser und auch keine Gesundheitseinrichtungen. Die Frauen bringen ihre Kinder traditionell alle zuhause zur Welt.

Hawwa war etwa 15 Jahre alt, als sie einem Mann gegeben wurde, den sie nie zuvor gesehen hatte. Trotzdem verlief die Ehe zunächst sehr glücklich und liebevoll. Ihr fürsorglicher Ehemann arbeitete immer hart daran, sie glücklich zu machen.
Ihre Schwangerschaft im Jahr 2001 hatte dem Ehemann und der ganzen Familie große Freude bereitet und er begann mit der Vorbereitung, den Neuling zu begrüßen.
Die Geburt gestaltete sich schwierig. Sie hatte 2 Tage lang Wehen, ohne Fortschritte zu machen. Die Familie organisierte eine traditionelle Helferin, die Hawwa massierte, bis sie ins Koma fiel. Am Ende brachte man sie auf einer selbstgezimmerten Trage 5 Stunden lang in die nächste Klinik. Dort holte man per Kaiserschnitt ein totes Baby aus ihrem Bauch und ließ sie inkontinent zurück.
Hawwa blieb einen Monat bei ihren Eltern, bis ihre Mutter vom Fistula Hospital in Addis Abeba hörte. “ Nach der Geburt hatte ich Angst zu essen und zu trinken, ich verlor den Appetit und als ich vor 15 Jahren im Krankenhaus ankam, war ich zum ersten Mal unterernährt und nicht für die Operation geeignet. Die Hoffnung auf Heilung trieb mich dazu, in drei Monaten Gewicht anzufuttern, und als ich zurückkam, war ich gut erholt „, sagte Hawwa.

Hawwa wurde 2 Mal operiert, konnte aber nicht vollständig geheilt werden. „Nach dieser Verletzung wollte ich mich schon von meinem Mann trennen. Ich blieb bei meiner Mutter und hörte, dass er nach Saudi Arabien gegangen war, um dort zu arbeiten. Vor 3 Jahren erhielt ich die letzte und erfolgreiche Operation und war vollständig geheilt.“ erklärt Hawwa.

Die 3. Operation heilte Hawwa und sie begann mit ihrem Mann, der aus Übersee zurückgekehrt war, ihr glückliches Leben erneut. Im Jahr 2016 wurde sie wieder schwanger.
Zu der Zeit dieses Interviews war Hawwa wieder im Krankenhaus in Addis Abeba, aber diesmal schwanger mit Zwillingen und wartet darauf, in etwa einer Woche durch Kaiserschnitt zu gebären.

„Die Fistel hatte mein Leben völlig zerstört. Und jetzt hier bin ich total trocken, habe eine glückliche Familie und bin auf wundersame Weise mit Zwillingen schwanger. Keine Worte  können meine herzliche Dankbarkeit ausdrücken“ sagte Hawwa.

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