Yitaktu Zewede, 28 Jahre alt, stammt ursprünglich aus dem Dorf Molelle in Nord Shoa. Mit 15 Jahren heiratete sie und wurde sofort schwanger. Die Wehen dauerten 3 lange Tage, am Ende kam das Baby tot zur Welt, sie war inkontinent und hatte Beinverletzungen, die Yitaktu unbeweglich mit viel Kummer zurückließen.
Als ihr Vater sie drei Monate später in das Addis Abeba Fistula Hospital brachte, konnte Yitaktu nicht alleine gehen und hatte aufgrund der langen Wehen verschiedene Probleme. Yitaku lebte über 10 Jahre im Fistula Hospital, sie wurde sechs mal operiert, aber nicht vollständig geheilt. Erst die letzte, komplexe Operation vor zwei Jahren, brachte endlich den gewünschten Erfolg. „Meine Heilung ist wie ein Wunder. Ich hatte während der verheerenden 10 Jahre mit Fisteln nie an Heilung gedacht. Ich hatte mir selbst vorgeworfen, eine Last für meinen fürsorglichen Vater zu sein. Es war seine Stärke, die mir Ausdauer verlieh.“ Nach der Umleitungsoperation erhielt Yitaktu eine dreimonatige Rehabilitation. Neben psychologischer Beratung hat Yitaktu in Desta Mender verschiedene Trainings durchlaufen. „In meinem dreimonatigen Aufenthalt in Desta Mender habe ich viele neue Lebenskompetenzen und Geschäftsfähigkeiten bekommen, die ich in meinem täglichen Leben benutze.“
Yitaktu hat sich für die Landwirtschaft entschieden. Vor einem Jahr hat Yitaktu mit einem Startkapital von fast 500 US-Dollar, Gemüseanbau auf gemietetem Ackerland begonnen. In der Marktstadt ist Yitaktu integriert, sie ist nur eine halbe Stunde Fußweg von ihrem Dorf entfernt, dort gibt es Wasserversorgung, Strom, Transport und eine Klinik. Am Markttag besuchen ihre Familienmitglieder sie regelmäßig und sie fühlt sich sicher.
Zuerst mit ihrem älteren Bruder und dann mit ihrem fürsorglichen Ehemann erntet Yitaktu zweimal im Jahr Gemüse. Bei ihrer ersten Ernte hat sie doppelt so viel verdient wie erwartet. Sie macht auch Ochsenmast und produziert Kunsthandwerk zum Verkauf, mit den Fähigkeiten, die sie in Desta Mender erlernt hat.
Vor einem halben Jahr hat Yitaktu wieder geheiratet und eine neue Familie gegründet. „Mein Mann wusste alles über meine Behandlung und behandelt mich wie eine Königin. Er kommt sogar mit meiner Familie gut aus. Ich bin so glücklich.“
Yitaktuführt jetzt ein modernes Leben. Ihr gemietetes Haus ist klein, aber sehr sauber, voll mit Haustechnik und ordentlichen Küchenutensilien. Sie hatte auch genug Reserve für den Rest des Jahres. Vor allem ihr strahlendes Gesicht verrät, wie glücklich sie jetzt ist. Der Familientraum ist, ein eigenes Haus zu bauen und Kinder zu haben. Und sie nähern sich ihrem ersten Traum vom Haus und ihr zweiter Traum hängt von ihrer nächsten medizinischen Untersuchung ab.
„Die Person, der ich am meisten danken möchte, ist mein Vater. Er war in all den Tagen an meiner Seite, wusch meine Kleidung, duschte meinen Körper und suchte nach Heilung. Neben meinem Vater möchte ich Emayye (Dr. Hamlin) und den Mitarbeitern des Krankenhauses meinen herzlichsten Dank aussprechen. Sie bieten die beste humanitäre ganzheitliche Hilfe für arme Frauen wie mich.“ erklärt Yitaktu.

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