Christine Lagarde besucht das Fistula Hospital

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Am Freitag, den 15. Dezember 2017 besuchte die Generaldirektorin des IWF, Christine Lagarde, das Fistula Hospital in Addis Abeba. Ihre Ankunft am späten Nachmittag fand unter strengen Sicherheitsbedingungen statt. Sie wurde begrüßt von seiner Exzellenz, dem Gesundheitsminister Prof. Yifrbiharan, dem HFE Vorstandsmitglied Dr. Mengistu, dem CEO Dr. Tesfaye Yacob und seinem Management-Team sowie von allen Mitarbeitern des Fistula Hospitals. Der medizinische Direktor, Dr. Fekade führte sie durch das Krankenhaus und erklärte ihr alles. Danach gesellte sich Christine Lagarde zu Frau Dr. Catherine Hamlin zu einer traditionellen Kaffeezeremonie und Dr. Tesfaye Yacob gab eine kurze Einführung in die Arbeit des Fistula Hospitals.
Christine Lagarde erklärte Dr. Hamlin: „Sie sind die Mutter aller Mütter, als Mutter verstehe ich, was das bedeutet und im Namen des IWF und meines gesamten Teams möchte ich Ihnen und Ihrem Mann für ihre aufopferungsvolle Arbeit, die Sie hier seit 1959 leisten, danken.“
Der Gesundheitsminister dankte Christine Lagarde auch im Namen der äthiopischen Regierung: „Äthiopien arbeitet hart daran, geburtsbedingte Fisteln in naher Zukunft zu beenden. Die Zusammenarbeit mit dem Fistula Hospital ist dabei ein ganz wichtiger Faktor.“ Frau Lagarde war die erste IWF Direktorin, die das Fistula Hospital besucht hat.

Blen Kekebo – Hamlin-Hebamme

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Die 26-jährige Blen ist die einzige Tochter ihrer Familie, aufgewachsen in Yirgallem. Da in der Hebammenschule nur Frauen aus ländlichen Gebieten ausgebildet werden, begann Blen 2011 mit ihrer Ausbildung zur Hamlin Hebamme. Nach ihrem Abschluss wurde sie 2015 ins Teticha Health Center geschickt und begann dort zu arbeiten.

„Ohne diese fundierte Ausbildung wäre ich nicht in der Lage, den Schwangeren so zu helfen, wie ich es jetzt tue. Dr. Catherine Hamlin ist mein Vorbild, sie hat mich für diesen Beruf begeistert.“

Während ihrer Ausbildung betreute Blen über 90 Geburten und in den 2 Jahren im Teticha Health Center hat sie schon über 360 Babies zur Welt gebracht. Sie und ihre Kollegin wurden beide von der regionalen Gesundheitsbehörde für ihre Arbeit ausgezeichnet.

„Ich liebe meinen Beruf und mit der kontinuierlichen Unterstützung, die ich von HFE bekomme, glaube ich, dass ich mein Bestes gebe, um Dr. Catherines Traum zu verwirklichen und Geburtsfisteln zu eliminieren. Danke meinen Lehrern, vielen Dank an meine Sponsoren und vielen Dank an die HFE-Mitarbeiter „, sagte Blen.

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Das Areda Gale Health Center im Süden Äthiopiens

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Areda Gale ist der Name einer kleinen Stadt im Süden. Sie liegt in der Sidama Zone. Dort ist seit 2007 ein Health Center in Betrieb. Es liegt etwa 25 km entfernt vom Außenzentrum in Yirgallem.
Seit 2011 wird die Geburtshilfe in diesem Health Center von Hamlin Fistula betreut. 4 qualifizierte Hamlin Hebammen haben seitdem dort gearbeitet. 2 von ihnen sind nach der vertraglich vereinbarten Zeit weitergezogen, aber Schwester Azeb und Schwester Filseta bsind immer noch dort und arbeiten mit Hingabe bei der Betreuung der Schwangeren.
Der Leiter des Health Centers, Herr Sisay, betonte, wie wichtig die Arbeit der Hebammen sei. Am Anfang gab es nur etwa 20 Entbindungen pro Monat im Health Center, jetzt sind es über 100. Das liegt am Vertrauen, dass die Frauen in den umliegenden Dörfern zu den Hebammen gefasst haben, aber auch an dem neuen Kreisssaal und der verbesserten Ausrüstung. Das Health Center betreut mehr als 30.000 Menschen, der Krankenwagen ist ständig in Betrieb. Seit die Hamlin Hebammen dort arbeiten, gab es keine neuen Fistelfälle und es ist keine Mutter bei der Geburt gestorben.
Hamlin Fistula in Addis Abeba und Fistula e.V. Deutschland unterstützen die Geburtshilfe in diesem Health Center durch gut ausgebildete Hebammen, einen Krankenwagen und Medikamente, sowie einen Solarkoffer, der immer für elektrisches Licht sorgt, falls Entbindungen in der Nacht stattfinden. Es wurden auch gute Unterkünfte für die Hebammen auf dem Gelände des Health Centers gebaut, damit die Hebammen immer erreichbar sind.

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Selam Mohammed

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Selam Mohamed, 19, stammt aus dem Süden, der für seine abwechslungsreiche Kultur bekannt ist. Dort spricht man über 40 verschiedene Sprachen. Selam ist die Zweitälteste in der Familie. Selam wollte lieber Hebamme werden, ihre ältere Schwester ist IT-Profi.
Als eine der besten Schülerinnen des ländlichen Gymnasiums bewarb sich Selam am Hamlin-Collage für Hebammen und schloss sich dem Collage an, nachdem sie die Aufnahmeprüfungen im vergangenen September erfolgreich bestanden hatte. Alle 24 Erstsemesterstudentinnen des Jahrgangs kommen wie Selam aus ländlichen Regionen und haben nun voll zu studieren begonnen.
„Die Collage ist erstaunlich und unvergleichbar mit allen Hochschulen, von denen ich weiß oder gehört habe. Der Platz ist atemberaubend, die Klassenräume sind komplett ausgestattet, die Unterrichtsmethoden sind hervorragend und die nahrhaften Mahlzeiten auch. Ich liebe alles und mein einziger Traum ist es, mich auf mein Studium zu konzentrieren und die beste Schülerin meiner Klasse zu werden“, sagt Selam.
Hebammenausbildung

Miskiya Ahmed

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Miskiya ist etwa 25 Jahre alt und kommt aus einem kleinen abgelegenen Dorf im Osten Äthiopiens, in der Nähe von Harar. Die Menschen leben dort von der Landwirtschaft, die aber kaum ausreicht, die Familie das ganze Jahr über zu ernähren. In dem Dorf gab es immerhin eine Schule, die Miskiya 1 Jahr lang besuchte, danach musste sie sich um die Ziegen kümmern und der Mutter zuhause helfen.
Mit 17 heiratete Miskiya einen Bauern und lebte mit ihm glücklich bis sie 2 Jahre später schwanger wurde. Obwohl das nächste Health Center nur eine Stunde entfernt war, besucht sie keine Schwangerschaftsvorsorge. Zur Entbindung kehrte sie zu ihrer Mutter zurück. Die Wehen dauerten 2 Tage bis sie endlich in das Health Center gebracht wurde. Von dort wurde sie mit der Ambulanz in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Die Ärzte konnten immerhin ihr Leben retten, das Baby hatte keine Chance und wurde tot geboren und Misikiya überlebte inkontinent.
„Nach der Operation spürte ich eine große Erleichterung, dass die Schmerzen endlich vorbei waren, aber als ich dann vom Tod meines Babys erfuhr und bemerkte, dass ich inkontinent war, weinte ich und gab die Hoffnung auf“, erinnert sich Miskiya.
Obwohl das Außenzentrum in Harar nicht sehr weit entfernt war,mussten Miskiya und ihre Familie noch sieben Monate bis zur Erntezeit warten, bis sie Transportkosten zusammen hatten. „In diesen 7 Monaten heiratete mein Mann eine andere Frau und ich blieb bei meinen Eltern und verlies das Haus nicht. Gerne wäre ich zum Markt oder in die Kirche gegangen, aber ich wollte keine Schande über meine Eltern bringen.“
Während Miskiya’s Familie die Erntezeit abwartet, um das Geld für die Transportkosten zu bekommen, reiste ein Gesundheitsoffizier des Harar Centers in das Dorf, um Fistelopfer zu identifizieren. Er entdeckte Miskiya und brachte sie mit der Ambulanz nach Harar.
Wegen der komplizierten Fistel schickten sie Miskiya weiter in das Fistula Hospital in Addis Abeba. In den letzten vier Monate wurde Miskiya stabilisiert und auf die Operation vorbereitet. Mit der ersten Operation wurde die Fistel geschlossen, die sie völlig trocken und glücklich machte.
Sie spricht zwei Zeilen eines Gedichts in ihrer eigenen Sprache und beschreibt, wie glücklich sie ist. „Hamlin ist ein Krankenhaus, das niemand weggehen wird; und Dr. Fekade, der medizinische Direktor, der ihre Operation durchführt, ist eine Person, die alle Frauen heilt.“

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