23. Mai – Internationaler Tag zur Beendung geburtsbedingter Fisteln

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Geburtsbedingte Fisteln sind eine der schwersten und tragischsten Verletzungen, die während der Geburt auftreten können. Es ist ein Loch zwischen dem Geburtskanal und der Blase oder dem Rektum entstanden, verursacht durch längere, blockierte Wehen ohne Behandlung.

Die Erkrankung führt typischerweise dazu, dass Frauen inkontinent sind, weshalb sie oft von ihren Gemeinschaften gemieden werden. Die Betroffenen erleiden oft Depressionen, soziale Isolation und zunehmende Armut. Viele Frauen leben seit Jahren – oder sogar Jahrzehnten – mit dieser Krankheit, weil sie sich keine Behandlung leisten können oder wissen, dass Behandlung möglich ist.

Schätzungsweise 2 Millionen Frauen in Afrika südlich der Sahara, in Asien, im arabischen Raum sowie in Lateinamerika und der Karibik leben mit dieser Verletzung, und jedes Jahr entwickeln sich zwischen 50.000 und 100.000 neue Fälle. Dennoch sind Fisteln fast vollständig vermeidbar. Ihre Hartnäckigkeit ist ein Zeichen dafür, dass die Gesundheitssysteme den grundlegenden Bedürfnissen der Frauen nicht gerecht werden.

In ihrer Resolution A / RES / 67/147 fordert die Generalversammlung der Vereinten Nationen die internationale Gemeinschaft auf, den Internationalen Tag zu nutzen, um das Bewusstsein für die Beendigung der Geburtsfistel deutlich zu schärfen und die Maßnahmen zu intensivieren.
http://www.un.org/en/events/endfistuladay/

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Workinesh Kebede

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Workinesh kommt aus Sekota, einem Dorf in Nordäthiopien. Sie ist etwa 30 Jahre alt und hat nie eine Schule besucht. Mit 14 Jahren wurde sie an einen jungen Bauern verheiratet und war schon kurz nach der Hochzeit schwanger. Das ware gute Nachrichten, denn die Rolle einer Frau besteht darin, ihrem Mann möglichst viele Kinder zu schenken.
Die Schwangerschaft verlief problemlos, aber die Geburt dauerte 6 lange Tage voller Wehen und ohne das das Baby geboren wurde. „Alle dachten, ich würde sterben, aber die traditionelle Geburtshelferin holte das tote Baby aus meinem Bauch. Ich blieb am Leben und habe seitdem große Schmerzen.“
Durch die langen Wehen hatte Workinesh eine doppelte Fistel und eine schwere Beinkontraktur. „Ich weiß, dass ich nur inkontinent bin, meine Mutter hat mir gesagt, ich solle die Undichtigkeit kontrollieren, aber das habe ich nicht geschafft“, erinnert sie sich. Workinesh blieb noch etwa vier Jahre auf einer getrockneten Ochsenhaut in einem isolierten Raum liegen. „Es waren meine Eltern, die mich besuchten, um mich und meine Sachen zu waschen. Nach 4 Jahren erschien mein Mann und erzählte mir von den Heilungsmöglichkeiten im Fistula Hospital. Wir beide haben es niemandem erzählt, dass wir nach Addis Abeba fuhren.“
Vor ungefähr 10 Jahren waren Workinesh und ihr Mann in das Fistula Hospital gekommen. Innerhalb von sechs Monaten ganzheitlicher Versorgung und einer Operation wurde Workinesh von der rektalen Fistel geheilt und nach Hause entlassen. Auch die Beinfraktur hat sich sehr verbessert. Sie hatte 6 Monate später einen Termin für eine erneute Operation. „Als wir nach Hause zurückkehrten, war die Familie sauer auf den Mann, weil er sie nicht vorher gefragt hatte. Meine Familie war unglücklich darüber, dass ich bei ihm war und mich isoliert hatte.“ Workinesh kam dann allein zur Operation. 2 Operationen verliefen erfolglos. Durch die Unterstützung des Fistula Hospitals bekam Workinesh Arbeit in einem Waisenhaus in Nordäthiopien. Nachdem das Waisenhaus vor wenigen Monaten geschlossen wurde, kehrte Workinesh zu einer Harnableitung nach Addis Abeba zurück und ist jetzt in Desta Mender zum Rehabilitationstraining.
„Emmaye (Dr. Catherine Hamlin) ist wie ein Engel, der von Gott geschickt wurde, um armen Frauen wie mir selbst zu helfen, und ich danke Gott zuerst dafür, dass er sie für uns gesandt hat, und wünsche ihr, dass sie für immer am Leben bleibt.“

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Tekele Woldekidan – Desta Mender

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Tekele ist schätzungsweise 46 Jahre als und kommt aus einem kleinen Dorf in Nordäthiopien. Für alle Dorfbewohner war es nicht wichtig, das Geburtsdatum zu kennen, sie schätzen ihr Alter an Lebensereignissen. Tekele ist sehr traditionell aufgewachsen. Da ihre Mutter früh starb, wuchs sie mit ihrem Vater auf, der einige Felder bearbeitete, um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Tekele hütete die Ziegen und half ihrer Stiefmutter. Schule war ein undenkbarer Luxus.
Mit etwa 15 Jahren wurde Tekele verheiratet und kurz danach schwanger. Alle freuten sich über diese Nachricht. Da das nächste Health Center 4 Stunden Fußmarsch entfernt war, ging Tekele während der ganzen Schwangerschaft nie dorthin. Sie wollte ihr Kind zuhause gebären, wie es alle Frauen taten und wie es schon immer Tradition war.
Die Wehen dauerten 4 schmerzhafte Tage und keine der traditionellen Geburtshelferinnen konnte helfen. Nach 4 Tagen wurde das Baby tot geboren und Tekele hatte eine doppelte Fistel. Durch die langen Wehen war auch ihre Beinmuskulatur geschwächt, so dass sie nicht gehen konnte. „Ich war so deprimiert und beschämt von diesem Zustand. Ich blieb ein Jahr lang zu Hause, mein Mann pflegte mich, wusch meine Kleidung, badete und fütterte mich. Mein Mann war der Priester des Dorfes und hielt meine Krankheit den anderen gegenüber geheim.“ erinnert sich Tekele.
Nachdem Tekele wieder alleine laufen konnte, reiste sie zum ersten Mal nach Mekelle auf der Suche nach Heilung. Das Außenzentrum in Mekelle war noch nicht gebaut, aber eine NGO, die dort arbeitete, schickte Tekele nach Addis Abeba.
Vor etwa 20 Jahren kam Tekele im Fistula Hospital an und nach 4 Monaten war dir rektale Fistel und die Beinverletzung geheilt. Tekele sollte 6 Monate später zur nächsten Operation kommen, aber sie tauchte nie auf sondern lebte 20 Jahre mit ihrer Blasen-Scheiden-Fistel. „Mein Mann und ich selbst haben nicht geglaubt, dass die nächste Operation funktionieren könnte, weil wir dachten, dass ich entlassen worden war, weil ich unheilbar war. Also haben wir beschlossen, dass eine weitere Operation nichts als Zeitverschwendung sei. Diese 20 Jahre verbrachte ich völlig istoliert. Niemand im Dorf außer meinem Mann wußte von meiner Inkontinenz.“
Die Nachricht, dass es in Mekelle ein Außenzentrum gab, nährte neue Hoffnung in Tekele. Vor 2 Jahren reiste sie dorthin, aber die Operation war nicht erfolgreich. Tekele wurde erneut nach Addis Abeba weiter geschickt. Letzten Sommer wurde sie erneut operiert und ist jetzt völlig trocken. „Es war wie eine Entlassung nach 20 Jahren Gefängnis. Endlich kann ich teilnehmen an glücklichen oder traurigen Ereignissen im Dorf und muss keine Ausreden mehr erfinden.“
Tekele lebt jetzt in Desta Mender. Die durchläuft die Rehabilitation und wird in wenigen Monaten nach Hause zurückkehren um in Zukuft in ihrem Dorf zu helfen.

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Fatuma Mussa

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Fatuma stammt aus einer muslimischen Familie und lebt in einem kleinen ländlichen Dorf im Norden Äthiopiens. Dort gab es weder Strom noch fließendes Wasser oder Gesundheitseinrichtungen. Alles war 4 Stunden Fußmarsch im nächstgrößeren Marktflecken. Im Dorf gab es auch keine Schule, die Fatuma hätte besuchen können. Die Dorfgemeinschaft lebte sehr traditionell und hatte wenig Respekt vor Frauen. Als sie 9 Jahre alt war, wurde Fatuma beim Ziegenhüten vergewaltigt, aber zum Glück nicht schwanger. Mit 11 Jahren wurde sie mit einem sehr viel älteren Bauern verheiratet. Fatuma war glücklich darüber, dass er sie zur Frau nahm, obwohl sie vergewaltigt worden war. Unverheiratete Frauen haben weniger Rechte als ein Hund! Ihr Eheglück dauerte nur 4 Jahre bis sie zum ersten Mal schwanger wurde. Während der Schwangerschaft ging sie nie zur Vorsorgeuntersuchung.
Zur Geburt ging Fatuma in das Haus ihres Vaters. Die Stiefmutter und andere ältere Frauen des Dorfes standen ihr bei. Da sie noch nicht voll entwickelt war, blieb das Baby im Geburtskanal stecken. Die Wehen dauerten 5 lange Tage. Am Ende fiel Fatuma ins Koma und hat keine Erinnerung daran, was danach passierte. Das Kind wurde nach 5 Tagen tot geboren. Fatuma hatte eine doppelte Fistel und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. Aber selbst dann kam niemand auf die Idee, sie in eine Klinik zu bringen.
Ihr Mann verließ sie sofort und Fatuma blieb bei ihrem Vater. Zum Glück half ihr die Stiefmutter am Anfang, aber nach einiger Zeit wurde Fatuma aufgrund ihres Gestanks auch von der eigenen Familie abgelehnt. „Durch die Mißhandlung durch meine eigene Familie wollte ich nur noch sterben, in der Nacht sammelte ich meine Sachen und lief weg, bis die Frau meines Onkels mich fand und mich zu sich brachte“, erinnert sie sich.
Die Frau ihres Onkels war hilfsbereit und fürsorglich. Fatuma blieb dort 10 Jahre – mit Fisteln, ohne nach Heilung zu suchen. „Als ich über eine Klinik gesprochen habe, machten mir die Dorfbewohner Angst, dass die Leute in der Klinik mein Blut saugen und mich ermorden würden. Danach höre ich auf, darüber nachzudenken „, sagte Fatuma.
Nach 10 Jahren dieses Traumas entschloss sich Fatuma, selbst nach Heilung zu suchen. Sie hatte etwas Geld aus der Arbeit und dem Verkauf von Kunsthandwerken gespart und war in das Regierungskrankenhaus der großen Stadt gefahren, einen halben Tag von ihrem Dorf entfernt. Begleitet von einem Verwandten wurde Fatuma in das Addis Abeba Fistula Krankenhaus geschickt.
Dort kam sie vor etwa 15 Jahren an und lebt seitdem hier. Nach 5 Operationen zeigten sich Verbesserungen, aber keine vollständige Heilung. Vor 3 Monaten wurde sie erfolgreich mit einer Harnableitung operiert und ist jetzt völlig trocken. „Jetzt bin ich frei, frei, wieder unter Menschen zu gehen, frei um mit den Herausforderungen des Lebens zu kämpfen, frei, um meine Zukunft besser zu machen. Danke an Emaye (Dr. Catherine Hamlin) an erster Stelle, dann an alle anderen in diesem Krankenhaus. Ihr habt mich nicht von Fisteln geheilt, sondern auch von dem unzivilisierten Denken, in dem ich früher war. 10 Jahre lang habe ich jede traditionelle Medizin in meinem Dorf genommen, aber Angst vor Krankenhäusern. Jetzt bin ich Botschafterin in meinem Dorf und erzähle allen über die richtige Lebensweise“, erklärt sie.
Fatuma ist jetzt in Desta Mender, wo sie an ihrem Rehabilitationstraining teilnimmt. In zwei Monaten macht sie ihren Abschluss und wird in ihrem Dorf reintegriert.

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Schwester Wude – die neue Oberschwester

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Wude ist 48 Jahre alt und hat mehr als 20 Jahre Erfahrung als Krankenschwester. Vor 27 Jahren schloß sie ihre Ausbildung in Kuba ab und arbeitete zunächst als Gemeindeschwester. „Ich habe Krankenpflege studiert, um meinen Lebenstraum zu verwirklichen, den Ärmsten, besonders Frauen und Kindern, zu helfen. Für mich ist das Pflegen nicht nur ein Beruf, sondern meine Leidenschaft, die ich jeden Tag genieße“ sagt Wude.
Ab 2005 arbeitete Wude im Außenzentrum Bahir Dar, bis sie 6 Jahre später in Addis Abeba zuerst als Ausbilderin in der Hebammenschule und danach als Krankenschwester im Hauptkrankenhaus arbeitete. Bei den meisten Mitarbeitern im Krankenhaus ist Wude für ihre freundliche Art und ihre strenge Arbeitsdisziplin bekannt. „Für mich ist das Fistula Hospital mehr als ein Arbeitsplatz, sondern der richtige Ort, wo ich meinen Lebenstraum ausüben kann. Hamlin Fistula hat auch meine Familie beeinflusst, meine Tochter ist jetzt Ärztin und besucht Spezialisierungsprogramm in Obygyn, wie sie von Dr. Catherine gefordert wurde „, erklärt Wude.
Mit ihrer 24-jährigen Erfahrung in Krankenpflege, die von klinischen bis zu akademischen Positionen reicht, wurde Wude kürzlich zur Oberschwester ernannt und setzte ihren Beitrag für Hamlin in einer höheren Verantwortung als zuvor fort. „Dank Dr. Catherine wurde bereits der Grundstein für eine patientenorientierte ganzheitliche Versorgung gelegt, der fast alle Mitarbeiter strikt nachgegangen sind. Dadurch wird meine neue Verantwortung möglich und ich kann weiterhin meine Fähigkeiten und mein Wissen für den Erfolg des Fistula Hospitals einsetzen.“
Schwester Wude ist derzeit eine Mutter von zwei Kindern, die praktisch erfahren, was Geburt und Wehen bedeuten.

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