Medina Kemalo – Fistelpatientin

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Medina ist etwa 30 Jahre alt und wurde in der Kleinstadt Darimu geboren, etwa 40 Km vom Außenzentrum Mettu in Westäthiopien. In dieser Stadt gibt es eine Schule und auch ein Health Center. Aber da Medina aus einer armen Bauernfamilie stammt, besuchte sie nie eine Schule und wurde mit 15 Jahren verheiratet. Wie in vielen muslimischen Familien üblich war Medina die jüngste der drei Frauen ihres Ehemannes.

Für Medina war die Ehe die Erfüllung ihrer Wünsche und ein Privileg. Ihr gefiel das Eheleben von Anfang an, ihr Mann besuchte sie öfters als seine beiden anderen Frauen, die im gleichen Hof, aber in einer anderen Hütte lebten. Dieses Glück dauerte bis zu ihrer ersten Schwangerschaft.

Sie ging mehrmals zur Schwangerschaftsvorsorge in der Stadt, aber sie musste zu Hause gebären und die Wehen dauerten mehr als 3 Tage. Erst danach wurde sie in das Health Center gebracht. Aber das Baby war schon in ihrem Bauch abgestorben und wurde tot geboren. Danach konnte sie zunächst einige Tage kein Wasser lassen, als es dann ging, war sie inkontinent. Sie schämte sich sehr und erzählte es nur ihrer Mutter. Beide hofften, es würde nach einiger Zeit aufhören.

Zuhause besuchte ihr Mann sie nicht mehr und schickte sie zu ihrer Mutter zurück. Dort lebte sie 5 Jahre lang, bis sie – immer noch inkontinent – einen anderen Ehemann fand. „Ich schämte mich sehr, wenn ich mit meinem Mann schlief, aber seine Fürsorge und Liebe machten mein Leben besser“

Medina lebte 10 Jahre mit ihrer Fistel, nicht wissend, dass es nur 40 km entfernt das Hamlin Außenzentrum gab, wo ihr geholfen werden konnte.

Im Januar 2018 erreichte sie endlich das Außenzentrum in Mettu und wurde Anfang März operiert. Nach 3 Wochen wurde der Katheter entfernt und Medina als geheilt nach Hause entlassen.

„Ich freue mich sehr und möchte allen Mitarbeitern für die mütterliche Hilfe und Fürsorge danken. Ich dachte nie, dass Heilung möglich sei, sonst wäre ich schon viel früher hierher gekommen.“

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Asiyya Babora – Mutter und Fistelpatientin

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Asiyya ist 19 Jahre alt und kommt aus der Region Benishangul in der Nähe von Asosa. In Benishangul entsteht einer der größten hydroelektrischen Staudämme. Die meisten Leute der Umgebung leben als Nomaden in Stammesverbänden. Asiyya hütete das Vieh und folgte mit ihrer Familie dem Regen. Für die Regierung ist es sehr schwierig, Gesundheitsvorsorge für Nomaden zu gewährleisten.

Nach der Hochzeit mit einem Mann vom selben Stamm lebte Asiyya weiterhin nomadisch, aber als Ehefrau. So kannte sie das Leben und wollte nichts anderes. Alles schien gut und glücklich bis zu der ersten Schwangerschaft. Asiyya hatte verlängerte Wehen und wurde nach einem Tag in das nächste Health Center gebracht. Die Krankenschwestern bemerkten, dass es Komplikationen geben würde und schickten sie in das Regierungskrankenhaus in Asosa. Die Ärzte dort konnten durch einen Kaiserschnitt Asiyyas Leben und auch das Baby retten, aber sie war danach inkontinent. Im Krankenhaus erfuhr sie, dass sie nach 3 Monaten nach Bahir Dar gehen sollte, wo man sie kostenlos behandeln könne.

„Zu Hause verliess mich mein Mann, meine Mutter starb an einem Schlangenbiss. Ich musste mich auch um meine kleine Schwester und meinen Jungen kümmern. Ich stillte beide gleichzeitig. All das machte mich ziemlich traurig und ich konnte das Leben kaum ertragen“

Nach 3 Monaten fuhr Asiyya 600 km mit dem Bus nach Bahir Dar. Sie hatte ihren Sohn und ihre kleine Schwester dabei. Nach 6 Monaten hatte sie eine erste Operation, die nicht erfolgreich war und kehrte nach Hause zurück mit einem Termin für die nächste Operation. Die 2. Operation zeigte eine Verbesserung aber sie war ebenfalls nicht erfolgreich und Asiyya kehrte nicht mehr nach Bahir Dar zurück, obwohl sie einen Termin hatte. Sie entschied sich, das Außenzentrum in Mettu aufzusuchen, obwohl es 1.000 km entfernt war.

Auch die 3. Operation in Mettu war nicht erfolgreich, obwohl alles schon sehr viel besser war. Jetzt wartet sie auf eine letzte Operation mit der Hoffnung, dass sie danach vollkommen trocken sein wird. Ihre kleine Schwester und den 3-jährigen Sohn ließ sie bei ihrem älteren Bruder.

Die Mitarbeiter des Zentrums in Mettu sind hoffnungsvoll, Asiyya heilen zu können. Ansonsten wird sie nach Addis Abeba überwiesen zur weiteren Behandlung. Aiyya ist eine junge Frau mit freundlichem Lächeln und sehr herzlich zu jedem im Außenzentrum in Mettu.

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Tekiya Dano

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Tekiya kommt aus einem kleinen Dorf in Südäthiopien. Sie besuchte nie die Schule und verbrachte ihre Kindheit mit Ziegenhüten. Sie ist das einzige Kind ihrer Mutter. Sie wurde mit einem Bauern verheiratet, als sie 14 Jahre alt war. Bald danach wurde sie schwanger. Die Schwangerschaft verlief normal und Tekiya wollte ihr Kind zu Hause gebären wie es allgemein üblich war.
Sie hatte 2 Tage lang Wehen, bevor sie ins nächste Krankenhaus gebracht wurde. Auch dort hatte sie vier weitere Tage Wehen, bis sie mit Hilfe des Arztes ein totes Baby zur Welt brachte. Durch die langen Wehen hatte sie eine doppelte Fistel und ihre Beine waren dick geschwollen. 2 Wochen später wurde sie nach Hause entlassen.
3 Monate lang wurde sie von ihrer Mutter gepflegt und von ihrem Mann misshandelt. Ihre Mutter brachte sie ins Krankenhaus und die Ärzte schickten sie weiter in das Außenzentrum in Yirgallem. „Mein Mann weigerte sich, mir zu helfen und wollte kein weiteres Geld in meine Heilung verschwenden. Er wollte mich eher in der Latrine ersäufen, als mich nach Yirgallem zu lassen“ Tekiya schlich sich bei Nacht und Nebel davon, um nicht ihrem Mann oder seiner Familie in die Hände zu fallen. Schließlich lebte sie ein Jahr bei ihrer Mutter, was auch sehr anstrengend war, aber immer noch besser, als bei ihrem Mann zu bleiben. Da sie sehr arm war, suchte ihre Mutter keine Hilfe mehr. Eines Tages hörte Tekiya im Radio, dass das Außenzentrum in Yirgallem auf der Suche nach Fistelopfern war. Sofort machten sich Tekiya und ihre Mutter auf den Weg.
In Yirgallem wurde Tekiya 2 Mal operiert und wieder nach Hause geschickt. Bei der 1. Operation wurde die Rektalfistel und die Beinverletzung geheilt. Die 2. Operation war nicht erfolgreich, da die Blase zu stark beschädigt war.
Schließlich wurde sie mit der Ambulanz nach Addis Abeba gebracht. 2011 erhielt Tekiya eine Umleitungsoperation, aber sie musste ständig überwacht werden und deshalb in Desta Mender leben.
Während ihres über siebenjährigen Aufenthalts in Desta Mender hatte Tekiya verschiedene Ausbildungsprogramme durchlaufen. Sie kann jetzt lesen und schreiben, hat im Juniper Cafe mitgearbeitet, war in der Molkerei und auf dem Gemüsebauernhof. Jetzt arbeitet sie in der Molkerei, hat ihr eigenes monatliches Einkommen und ein glückliches Leben.
„Nach all diesen Härten wurde ich eine zivilisierte Frau und lernte zwei weitere Sprachen. Für mich ist das ein luxuriöses Leben, das ich genieße. Danke an Emmaye (Dr. Catherine Hamlin). Ich hatte zwei bis drei Chancen, sie persönlich zu treffen, und die einzige Art, meine Dankbarkeit auszudrücken, war, ihre Knie zu küssen und zu weinen, weil ich ihre Sprache nicht beherrsche. Ich wünschte, ich könnte ihr mein Alter geben.“ sagte Tekiye.
„Bei einem meiner jährlichen Besuche bei meiner Mutter traf ich meinen Ex-Mann und er behauptete, ich müsse wieder zu ihm zurück, aber ich sagte ihm, dass sei unmöglich, weil mich einmal verstoßen hatte.“

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Tekele Woldekidan – Desta Mender

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Tekele ist schätzungsweise 46 Jahre als und kommt aus einem kleinen Dorf in Nordäthiopien. Für alle Dorfbewohner war es nicht wichtig, das Geburtsdatum zu kennen, sie schätzen ihr Alter an Lebensereignissen. Tekele ist sehr traditionell aufgewachsen. Da ihre Mutter früh starb, wuchs sie mit ihrem Vater auf, der einige Felder bearbeitete, um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Tekele hütete die Ziegen und half ihrer Stiefmutter. Schule war ein undenkbarer Luxus.
Mit etwa 15 Jahren wurde Tekele verheiratet und kurz danach schwanger. Alle freuten sich über diese Nachricht. Da das nächste Health Center 4 Stunden Fußmarsch entfernt war, ging Tekele während der ganzen Schwangerschaft nie dorthin. Sie wollte ihr Kind zuhause gebären, wie es alle Frauen taten und wie es schon immer Tradition war.
Die Wehen dauerten 4 schmerzhafte Tage und keine der traditionellen Geburtshelferinnen konnte helfen. Nach 4 Tagen wurde das Baby tot geboren und Tekele hatte eine doppelte Fistel. Durch die langen Wehen war auch ihre Beinmuskulatur geschwächt, so dass sie nicht gehen konnte. „Ich war so deprimiert und beschämt von diesem Zustand. Ich blieb ein Jahr lang zu Hause, mein Mann pflegte mich, wusch meine Kleidung, badete und fütterte mich. Mein Mann war der Priester des Dorfes und hielt meine Krankheit den anderen gegenüber geheim.“ erinnert sich Tekele.
Nachdem Tekele wieder alleine laufen konnte, reiste sie zum ersten Mal nach Mekelle auf der Suche nach Heilung. Das Außenzentrum in Mekelle war noch nicht gebaut, aber eine NGO, die dort arbeitete, schickte Tekele nach Addis Abeba.
Vor etwa 20 Jahren kam Tekele im Fistula Hospital an und nach 4 Monaten war dir rektale Fistel und die Beinverletzung geheilt. Tekele sollte 6 Monate später zur nächsten Operation kommen, aber sie tauchte nie auf sondern lebte 20 Jahre mit ihrer Blasen-Scheiden-Fistel. „Mein Mann und ich selbst haben nicht geglaubt, dass die nächste Operation funktionieren könnte, weil wir dachten, dass ich entlassen worden war, weil ich unheilbar war. Also haben wir beschlossen, dass eine weitere Operation nichts als Zeitverschwendung sei. Diese 20 Jahre verbrachte ich völlig istoliert. Niemand im Dorf außer meinem Mann wußte von meiner Inkontinenz.“
Die Nachricht, dass es in Mekelle ein Außenzentrum gab, nährte neue Hoffnung in Tekele. Vor 2 Jahren reiste sie dorthin, aber die Operation war nicht erfolgreich. Tekele wurde erneut nach Addis Abeba weiter geschickt. Letzten Sommer wurde sie erneut operiert und ist jetzt völlig trocken. „Es war wie eine Entlassung nach 20 Jahren Gefängnis. Endlich kann ich teilnehmen an glücklichen oder traurigen Ereignissen im Dorf und muss keine Ausreden mehr erfinden.“
Tekele lebt jetzt in Desta Mender. Die durchläuft die Rehabilitation und wird in wenigen Monaten nach Hause zurückkehren um in Zukuft in ihrem Dorf zu helfen.

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Mekdes Abiyu

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Mekdes ist etwa 23 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Sie durfte 3 Jahre lang die Grundschule besuchen, danach wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann in dem Dorf, wo es weder Strom noch fließendes Wasser gab und der nächst größere Marktflecken ist 7 Stunden Fußmarsch durchs Gebirge. Mekdes war jedoch glücklich, sie kannte kein anderes Leben. Mit 14 wurde sie zum ersten Mal schwanger und die ganze Familie war hocherfreut. Im Gegensatz zu anderen Familien gingen Mekdes und ihr Mann jeden Monat die 7 Stunden durchs Gebirge zu den Vorsorgeuntersuchungen. Die 9 Monate Schwangerschaft verliefen sehr gut und Mekdes wurde bei Beginn der Wehen sofort in eine Klinik gebracht. „Die Wehen dauerten lange und am Ende wurde ich bewusstlos. Die Krankenschwestern entschieden, dass ich nicht überleben werde und schickten mich in mein Dorf zurück“
Bei ihrer Ankunft zu Hause, immer noch der Fötus in ihrem Leib, wachte Mekdes auf und presste weiter. Nach 3 weiteren Tagen brachte man sie in eine andere Klinik, die noch weiter entfernt lagen. Auf dem Weg in diese Klinik erlitt sie eine Totgeburt, eine doppelte Fistel und durch das lange Pressen eine Fußheberschwäche.
Zwei Wochen später brachte ihr Onkel Mekdes in das Außenzentrum Bahir Dar. Das war vor 7 Jahren. Ihr Fall war zu schwer, um in Bahir Dar behandelt zu werden. „Ich dachte nie, dass ich geheilt werden könnte bis ich in Addis Abeba angekommen bin. Dort zeigte sich nach 2 Jahren eine große Verbesserung. Die Rektalfistel wurde geschlossen und ich konnte mich wieder bewegen, alleine ins Badezimmer gehen und mich reinigen. Von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung“
Nach zwei erfolglosen Operationen bekam Mekdes vor 3 Jahren eine Harnableitung, die sie für immer heilte. Ihr fürsorglicher Ehemann war die ganze Zeit an ihrer Seite.
„Ich bin sprachlos und weine, um Emaye (Dr. Catherine Hamlin) meine Dankbarkeit auszudrücken.“, erklärt Mekdes.
Bei Dr. Catherines 94. Geburtstag schenkte Mekdes ganz allein einen selbstgestrickten Schal, umarmte sie mit Liebe und küsste sie auf die Knie, eine traditionelle Art, jemandem zu danken.
„Alle Mitarbeiter geben uns bedingungslose Liebe und Fürsorge. Sie fühlen sich nie angewidert, sondern arbeiten unermüdlich daran, uns sauber und glücklich zu halten. Dieses Krankenhaus ist außergewöhnlich“, sagt Mekdes.

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