Ambessame Health Center

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Die meisten staatlichen Gesundheitscenter im ländlichen Äthiopien sind nach der Stadt oder dem Dorf benannt, in dem sie sich befinden. Das Gleiche gilt für das Ambessame Gesundheitscenter, eines der von Hamlin Fistula unterstützten  staatlichen Center. Es liegt 58 km nördlich unseres Außenzentrums in Bahar Dar.

Die Klinik versorgt über 47 Tausend Menschen ländliche Bevölkerung, die in und um die Dörfer von Ambessame herum leben. Ambessame liegt 15 km entfernt von der Hauptstrasse, die in die historische Stadt von Gondar führt.

Vor 6 Jahren hat HFE* begonnen  das Health Center zu unterstützen, um die damals schlechte medizinische Betreuung von Schwangeren und Müttern zu verbessern und obstetrischen Scheiden-Fisteln vorzubeugen.

Seither haben dort fünf Hamlin-Hebammen gearbeitet, von denen immer noch drei vor Ort sind. Die gesamte Entbindungsstation wurde zu einem guten Standart renoviert und Ausrüstung wie Heizung, Autoklavgerät und wichtige Medikamente wurden bereitgestellt.

Die Mentorin Schwester Hirut, selbst eine erfahrene Hebamme, besucht die Klinik regelmäßig, da sie eine der 8 von HFE* unterstützten staatlichen Kliniken in der Amhara Region ist, für die sie mit ihrer technischen Unterstützung von ihrer Basis, dem Bahar- Dar-Außenzentrum aus, zuständig ist.

HFE* hat außerdem Solarkollektoren in der Klinik installiert.

Im gesamten Einzugsgebiet arbeiten zurzeit drei Hamlin Hebammen sehr intensiv zusammen mit einer nicht von Hamlin ausgebildeten Kollegin. Mit dieser breit gefächerten Unterstützung konnte die Zahl der sicher begleiteten Geburten verdreifacht warden. Zur Zeit werden dort monatlich ca. 98 Kinder geboren, was mehr als 3 am Tag sind.

Tafetech, eine der drei Hamlin-Hebammen der Ambessame Klinik, sagte:” Wir sind hier, um das das Vertrauen der Gemeinde in professionelle medizinische Geburtshilfe, die bereits von unseren Vorgängerinnen aufgebaut wurde, aufrecht zu erhalten.  Durch die qualifizierte Ausbildung an der Hamlin Hebammenschule, sind wir nun dazu fähig.”

Das einzige noch bestehende Problem der Klinik ist zurzeit, dass Unterkünfte für Hebammen fehlen, die einen 24- Stunden- Dienst von Hebammen für gebärende Frauen gewährleisten könnten. Aber das sollte bald gelöst werden.

*HFE = Hamlin Fistula Ethiopia

Wetet Abay Health Center

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Das Health Center  Wetet Abay ist eines der sechs – von Hamlin Fistula – unterstützten staatlichen Krankenstationen in der Nähe zu des Bahar Dar Außenzentrums im Norden Äthiopiens.

Das Health Center liegt in dem kleinen Dorf Wetet Abay an der Hauptstrasse 42km von Bahar Dar entfernt.

Vor 2010 entsprach das Health Center noch dem Level eines sogenannten “Gesundheitspostens”, der niedrigsten staatlichen Gesundheitsservice Institution, welche ausschließlich präventive Aufgaben erfüllte und nur zwei weibliche Pflegerinnen beschäftigte. 2010 wurde der Gesundheitsposten von der regionalen Regierung dann zu einem Health Center mit einem weitreichenderen Aufgabenfeld ausgebaut.

Zu Beginn fehlte es an Allem: professionelle Mitarbeiter, Ausrüstung, Arbeitsräume usw. Die begleiteten Geburten beliefen sich damals auf 1-2 pro Monat und wurden von nicht geschulten Krankenschwestern durchgeführt.

Unter dem präventiven Vorsatz von Hamlin Fistula war es das Ziel die medizinische Betreuung von Schwangeren und Müttern in ländlichen Regionen Äthiopiens zu verbessern. So wurde das Wetet Abay Health Center als ein ländliches staatliches Zentrum gezielt von Hamlin Fistula unterstützt, da es bis zum Jahr 2010 kaum medizinische Fortschritte zeigte.

Die beiden ersten  Absolventinnen des Hamlin College für Hebammen waren die ersten professionellen Hebammen, die im Helath Center 2011 eingestellt wurden.

Seitdem haben vier ausgebildete Hamlin Hebammen die Betreeung der Schwangeren, Geburten und Mütter im Wetet Abay Center hauptsächlich geleitet und eine signifikante Steigerung in Geburtenzahlen sowie der Qualität der Betreeung herbeigeführt. Mittlerweile ist die Zahl der Geburten auf bis zu 65 pro Monat gestiegen, was ein beispielhafter Unterschied zu den 2 Geburten pro Monat vor  6 Jahren ist.

Die Unterstützung beschränkte sich nicht nur auf die Bereitstellung von ausgebildeten Hebammen , sondern es wurde  auch eine Unterkunft für die Hebammen errichtet, um eine Rundumversorgung für Mütter der Region zu gewährleisten.

Im Januar hat Hamlin Fistula eine neu gebaute Entbindungsstation an die Wetet Abay Gemeinde übergeben. Dort bestätigte man, dass die Unterstützung durch Hamlin den langjährigen Mangel der Klinik an Untersuchungszimmern und Kreisssälen endlich beendet hat. Ein Einheimicsher sagte: “Spätestens jetzt sollten die Frauen eine Geburt in einem so gut aufgestellten Geburtshaus einer unsicheren Hausgeburt vorziehen. “

Schwester Siranesh und Schwester Agenehu sind jetzt die beiden älteren ausgebildeten Hamlin-Hebammen, die seit über zwei Jahren ihren Service im Wetet Abay Health Center leisten und die Betreung von Müttern und Schwangeren in einem Einzugsgebiet von über 30 Tausend Menschen gemeinsam mit ihren Kolleginnen managen.

Konsorechafa Health Center

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Wir unterstützen unt

er anderem die Geburtshilfe im Konsorechafa Health Center in Südäthiopien. Es liegt etwa 60 km östlich des Außenzentrums Yirgallem.

Dr. Catherine Hamlins Traum Geburtsfisteln in Äthiopien auszurotten erfüllt sich unter anderem durch die Eröffnung der Hebammenschule im Jahr 2007. Seit 2010 arbeiten die Hamlin-Hebammen in den ländlichen Gebieten und werden dort auch in der Geburtshilfe vom Fistula Hospital unterstützt. Momentan werden 36 Health Center geburthilflich vom Fistula Hospital unterstützt.

Das Konserechafa Health Center ist eines der 5  von Hamlin Fistula unterstützten Geburtshilfezentren in der Nähe von Yirgallem. Es hat ein Einzugsgebiet von über 28.000 Bewohnern hatte aber keine professionelle Hebamme bis vor 4 Jahren 2 Hamlin Hebammen dort anfingen zu arbeiten. Früher gab es 5 Geburten im Monat, seitdem entbinden dort mehr als 50 Frauen jeden Monat. Das bedeutet eine sehr große Veränderung für dieses Gebiet. Hamlin Fistula hat eine neue Geburtshilfestation dort errichtet, die 24 Stunden täglich erreichbar ist.  Zusätzlich gibt es auch eine Ambulanz, die Risikoschwangere sofort ins nächste Krankenhaus bringt. Seitdem gab es in dieser Gegend keine neuen Fistelfälle.

Um für die Hebammen ein gutes Arbeitsklima zu schaffen, hat Hamlin Fistula ein voll eingerichtetes Haus für die beiden gebaut. So werden die Hebammen ermutigt, über die staatlich vorgeschriebenen 4 Jahre dort zu arbeiten.

Das Konsorechafa Health Center ist eines der beliebtesten in der Region mit professioneller Geburtshilfe, wo Frauen sicher entbinden können.

 

Unsere Reise nach Äthiopien

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Unsere Reisegruppe bestand aus 6 Personen. Wir kamen am 26. Mai in Bahr Dar am Tana See an. Dort besuchten wir als erstes das dortige Außenzentrum. Es ist die älteste der fünf Fistelkliniken und besteht seit 2005.
Geleitet wird es von Dr. Bitew, der sich mit großem Engagement um die Patientinnen kümmert. Besonders stolz berichtete er uns von 2 Frauen, die jetzt schon zum zweiten Mal zur Entbindung per Kaiserschnitt gekommen waren. Beides ehemalige Fistelpatientinnen, die sich jetzt doch noch ihren Kinderwunsch erfüllen konnten.
Am nächsten Tag fuhren wir einige Kilometer ins Land zum Health Center in Bikolo Abe. Wir trafen Agenhu, eine junge Hebamme, die letztes Jahr ihr Examen bestanden hat. Seit Anfang des Jahres arbeitet sie in dem Health Center und betreut jeden Monat etwa 60 Geburten. Risikoschwangere überweist sie in das neue Regionalkrankenhaus in Mer’awi. Auf dem Gelände des Health Centers wurde mit finanzieller Unterstützung des Addis Abeba Fistula Hospitals ein Geburtshilfezentrum erbaut, das schon in wenigen Monaten in Betrieb genommen werden soll. Auf der Rückfahrt nach Bahr Dar hielten wir kurz in Mer’awi und besuchten die Frauenklinik. Das Krankenhaus wurde erst letztes Jahr erbaut und macht einen sehr guten Eindruck.
Seit die Hamlin Hebammen in den Health Centern arbeiten hat es dort keine Geburtsfistel mehr gegeben. So langsam wächst auch in der Bevölkerung das Vertrauen und Äthiopien ist zuversichtlich, dass schon in wenigen Jahren Geburtsfisteln weitgehend der Vergangenheit angehören werden.
Auch das Touristische kam nicht zu kurz. Wir machten eine Bootsfahrt auf dem Tana See, wanderten zu den Wasserfällen des Blauen Nils und besuchten die Felsenkirchen in Lalibela. Anfang Juni waren wir wieder in Addis Abeba. Ich hatte mehrere Koffer mit medizinischem Material und Wolle dabei. Wir kamen anstandslos durch den Zoll.

Banchiw Ashagre – junge Mutter

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Banchiw ist 35 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Amhara Region. Sie wurde dort geboren und mit 16 Jahren verheiratete ihr Vater sie an einen Mann, den sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Zuerst war es für sie sehr schwer mit allen den vielen Pflichten einer Ehefrau klar zu kommen und sie war gezwungen alles neu zu lernen. Ihr Mann arbeitete schwer und sorgte mit einer kleinen Farm für das Familieneinkommen. Ihre traditionelle Rolle war der Haushalt und möglichst viele Kinder zu gebären. Bevor sie eine Geburtsfistel bekam, hatte sie schon 4 mal geboren, aber 2 Kinder starben und ihre Töchter waren 10 und 7 Jahre alt.
Eine Geburtsfistel war nichts Neues für Banchiw. Sie hatte schon geheilte Frauen in ihrem Dorf gesehen, sich aber nie große Gedanken darüber gemacht, bis sie selbst davon betroffen war.
Alle ihre Kinder wurden zuhause ohne medizinische Hilfe geboren, auch die 5. Geburt lief so ab. Aber dieses Mal war es nicht so einfach. Banchiw hatte 2 Tage lang Wehen und unsägliche Schmerzen.

Banchiw lebt weit entfernt von dem nächsten Krankenhaus und die Familie sah keine andere Lösung als für sie zu beten. Am zweiten Tag verspürte sie etwas Erleichterung, als ihr totes Baby ausgetrieben wurde. Sie war sehr traurig, weil schon ihr drittes Kind gestorben war, aber sie fühlte auch, dass diese seltsame Nässe zwischen ihren Beinen unkontrollierbar war. Sie hoffte, es würde bald besser werden und erzählte ihrer Familie zunächst nichts. Die Familie war sehr besorgt über Banchiw und kam zusammen, um über eine Lösung zu beraten. Von einer geheilten Patientin hörten sie von dem Außenzentrum in Bahr Dar.

Nach 3 Monaten Leiden erreichte Banchiw das Außenzentrum in Bahr Dar zum ersten Mal. Es dauerte nur einen Monat, sie zu heilen und ihre Würde wieder herzustellen. Sie kehrte vollkommen geheilt und trocken in ihr Dorf zurück. Das war vor 3 Jahren.

Jetzt ist Bachiw zurück gekommen. Sie war im 8. Monat schwanger und wurde von wenigen Wochen per Kaiserschnitt von einer  gesunden Tochter entbunden.  „Hier wurde mein dunkles Leben wieder erhellt. Ich wurde von dieser unsäglichen Krankheit geheilt und habe jetzt eine wunderschöne Tochter. Ich kann nur allen Mitarbeitern von ganzem Herzen danken“