Blen Kekebo – Hamlin-Hebamme

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Die 26-jährige Blen ist die einzige Tochter ihrer Familie, aufgewachsen in Yirgallem. Da in der Hebammenschule nur Frauen aus ländlichen Gebieten ausgebildet werden, begann Blen 2011 mit ihrer Ausbildung zur Hamlin Hebamme. Nach ihrem Abschluss wurde sie 2015 ins Teticha Health Center geschickt und begann dort zu arbeiten.

„Ohne diese fundierte Ausbildung wäre ich nicht in der Lage, den Schwangeren so zu helfen, wie ich es jetzt tue. Dr. Catherine Hamlin ist mein Vorbild, sie hat mich für diesen Beruf begeistert.“

Während ihrer Ausbildung betreute Blen über 90 Geburten und in den 2 Jahren im Teticha Health Center hat sie schon über 360 Babies zur Welt gebracht. Sie und ihre Kollegin wurden beide von der regionalen Gesundheitsbehörde für ihre Arbeit ausgezeichnet.

„Ich liebe meinen Beruf und mit der kontinuierlichen Unterstützung, die ich von HFE bekomme, glaube ich, dass ich mein Bestes gebe, um Dr. Catherines Traum zu verwirklichen und Geburtsfisteln zu eliminieren. Danke meinen Lehrern, vielen Dank an meine Sponsoren und vielen Dank an die HFE-Mitarbeiter „, sagte Blen.

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Das Areda Gale Health Center im Süden Äthiopiens

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Areda Gale ist der Name einer kleinen Stadt im Süden. Sie liegt in der Sidama Zone. Dort ist seit 2007 ein Health Center in Betrieb. Es liegt etwa 25 km entfernt vom Außenzentrum in Yirgallem.
Seit 2011 wird die Geburtshilfe in diesem Health Center von Hamlin Fistula betreut. 4 qualifizierte Hamlin Hebammen haben seitdem dort gearbeitet. 2 von ihnen sind nach der vertraglich vereinbarten Zeit weitergezogen, aber Schwester Azeb und Schwester Filseta bsind immer noch dort und arbeiten mit Hingabe bei der Betreuung der Schwangeren.
Der Leiter des Health Centers, Herr Sisay, betonte, wie wichtig die Arbeit der Hebammen sei. Am Anfang gab es nur etwa 20 Entbindungen pro Monat im Health Center, jetzt sind es über 100. Das liegt am Vertrauen, dass die Frauen in den umliegenden Dörfern zu den Hebammen gefasst haben, aber auch an dem neuen Kreisssaal und der verbesserten Ausrüstung. Das Health Center betreut mehr als 30.000 Menschen, der Krankenwagen ist ständig in Betrieb. Seit die Hamlin Hebammen dort arbeiten, gab es keine neuen Fistelfälle und es ist keine Mutter bei der Geburt gestorben.
Hamlin Fistula in Addis Abeba und Fistula e.V. Deutschland unterstützen die Geburtshilfe in diesem Health Center durch gut ausgebildete Hebammen, einen Krankenwagen und Medikamente, sowie einen Solarkoffer, der immer für elektrisches Licht sorgt, falls Entbindungen in der Nacht stattfinden. Es wurden auch gute Unterkünfte für die Hebammen auf dem Gelände des Health Centers gebaut, damit die Hebammen immer erreichbar sind.

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Selam Mohammed

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Selam Mohamed, 19, stammt aus dem Süden, der für seine abwechslungsreiche Kultur bekannt ist. Dort spricht man über 40 verschiedene Sprachen. Selam ist die Zweitälteste in der Familie. Selam wollte lieber Hebamme werden, ihre ältere Schwester ist IT-Profi.
Als eine der besten Schülerinnen des ländlichen Gymnasiums bewarb sich Selam am Hamlin-Collage für Hebammen und schloss sich dem Collage an, nachdem sie die Aufnahmeprüfungen im vergangenen September erfolgreich bestanden hatte. Alle 24 Erstsemesterstudentinnen des Jahrgangs kommen wie Selam aus ländlichen Regionen und haben nun voll zu studieren begonnen.
„Die Collage ist erstaunlich und unvergleichbar mit allen Hochschulen, von denen ich weiß oder gehört habe. Der Platz ist atemberaubend, die Klassenräume sind komplett ausgestattet, die Unterrichtsmethoden sind hervorragend und die nahrhaften Mahlzeiten auch. Ich liebe alles und mein einziger Traum ist es, mich auf mein Studium zu konzentrieren und die beste Schülerin meiner Klasse zu werden“, sagt Selam.
Hebammenausbildung

Fanta Tebikew – Patientin in Desta Mender

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Fanta war das einzige Mädchen in der Familie. Sie kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Dort gibt es keinen Strom und auch kein fließendes Wasser. Das nächste Health Center ist 6 Stunden Fußmarsch entfernt.
Ihre Kindheit verbrachte Fanta damit, die Kühe zu hüten und ihrer Mutter im Haus zu helfen. Aber sie hatte Glück und durfte die Schule bis zur 5. Klasse besuchen bevor sie ausschied und heiratete.
Fanta wurde mit einem viel älteren Mann verheiratet. „Wir lebten nie zusammen in einer Hütte, sondern ich blieb bei seiner Familie bis ich schwanger wurde.“ erinnert sich Fanta. Die Schwangerschaft verlief normal und Fanta besuchte 2 Mal die Schwangerschaftsvorsorge im dem 6 Stunden entfernten Health Center. Aber unerwartet begannen die Wehen schon im 7. Monat. Fanta blieb bei ihrer Mutter und hatte 2 Tage lang Wehen. Ihre Mutter wußte nicht mehr weiter und rief eine traditionelle Hebamme. Am 3. Tag brachte Fanta ein totes Baby zur Welt, danach konnte sie 3 Tage nicht urinieren. Danach brach die Blase und sie wurde inkontinent. Sie hoffte, es würde nach einiger Zeit aufhören und blieb 1 Monat bei ihrer Mutter, ohne das sich etwas besserte. Während der ganzen Zeit besuchte ihr Mann sie ein einziges Mal. Danach kam er nie wieder.
Auf der Suche nach Heilung brachte die Familie sie 6 Stunden lang zu Fuß mit einer Bahre in das Health Center und von dort mit dem Bus in das Regierungskrankenhaus in Gondar. Von dort schickte man sie nach Hause um sich 3 Monate zu erholen. Danach wurde sie im Universitätskrankenhaus in Gondar 2 Mal operiert. Die Operationen waren nicht erfolgreich und Fanta und ihre Familie gaben die Hoffnung auf. Fanta blieb die nächsten 4 Jahre bei ihrer Familie.
„Am Anfang schämte ich mich und versteckte mich zu Hause, aus Angst, aber mit der Zeit mit der Unterstützung meiner Mamma nahm ich die Inkontinentz an und fing an, zum Markt und zur Kirche zu gehen, eingewickelt in viele Tücher, aber ich blieb nie lange, damit nichts durchsickerte. Es war frustrierend und deprimierend. Der Tod meiner Mutter vor zwei Jahren hat mein Leben weiter verschlechtert.“
Vor einigen Jahren hörte ihr Vater von dem Außenzentrum in Bahir Dar und brachte Fanta dorthin. Sie wurde untersucht und nach Addis Abeba weiter geschickt, da ihr Fall kompliziert war. Nach einigen Monaten der Behandlung und Stabilisierung erhielt Fanta eine Harnableitung, die die Ausscheidung von Urin und Fäkalien ermöglicht. Sie ist jetzt sehr zufrieden und absolviert jetzt die dreimonatige Ausbildung in Desta Mender.
„Für mich war es wie ein Wunder und ich konnte nicht glauben, dass es wahr ist, dass ich für immer trocken bin. Ich liebe euch alle und danke euch dafür, dass ihr mir das Leben wieder gegeben habt. Ich lerne jetzt in Desta Mender Selbstvertrauen, Sparmaßnahmen und unternehmerische Fähigkeiten aufzubauen und träume von einer besseren Zukunft.“
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Yenenesh Channe – Bäckerin in Desta Mender

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Yenenesh ist etwa 34 Jahre alt und kam vor 20 Jahren zu uns. Sie ist mit ihrer
Großmutter in einem abgelegenen Dorf im Norden aufgewachsen. Das Dorf war war 7 Stunden Fußmarsch vom nächst größeren Marktflecken entfernt. Dort gab es keinen Strom und auch sonst nicht viel, alles war noch sehr traditionell.
Yenenesh besuchte nie die Schule, da es im Dorf keine gab. Sie hütete die Rinder und Schafe und half ihrer Großmutter zu Hause.
„Nach der Tradition der Gemeinde, wurde ich im Alter von 5 Jahren einem Ehemann in einer arrangierten Ehe gegeben und blieb bei meiner Großmutter und dem Platz seiner Mutter, bis ich 9 Jahre alt war. Mein Mann war viel älter als ich“, erinnert sie sich.
Für das kleine Mädchen Yenenesh war die Ehe kein Spaß. Unter Leitung ihrer Großmutter versuchte sie, den Haushalt zu bewältigen. Während der Mann auf den Feldern arbeitete, verbrachte Yenenesh einen anstrengenden Tag mit der Hausarbeit.
Mit 12 wurde Yenenesh zum ersten Mal schwanger und versuchte als Kind ein Kind zur Welt zu bringen. Als die Wehen begannen, kam das Baby 8 Tage lang nicht. Es war abgestorben, aber Yenenesh presste weiter bis sie ins Koma fiel. Nach 8 Tagen wurde der Fötus ausgetrieben und verletzte sie schwer.
„Als ich aufwachte, fand ich mich völlig unfähig, meine Beine zu bewegen. Ich schämte mich und schrie, bis ich in das nächste Krankenhaus gebracht wurde.“ erinnert sich Yenenesh. Durch die doppelte Inkontinenz und die Fußheberschwäche dachte das medizinische Personal im Krankenhaus an eine Vergewaltigung und nicht an eine Geburtsverletzung und weigerte sich, sie zu behandeln. Das Drängen und die Beharrlichkeit der Großmutter setzten sich letztendlich durch. Wissend, dass der Fall über ihre Kapazitäten hinausging, schickten die Ärzte Yenenesh in Richtung Addis Abeba. Damals gab es noch kein Außenzentrum in Bahir Dar und auch keine Ambulanz.
„Wer kam, um meinen Zustand zu sehen, sagt, dass er lieber sterben würde, als so zu leben, und ich hatte fast die Hoffnung auf Heilung aufgegeben“
Vor etwa 20 Jahren ist Yenenesh zum ersten Mal in das Fistula Hospital gekommen. Die erste Operation, damals noch von Dr. Catherine Hamlin, reparierte erfolgreich die rektale Fistel und ihre Fußheberschwäche zeigte eine signifikante Verbesserung, aber die Harninkontinenz blieb bestehen.
„Ich habe früher gedacht, dass ich mit einem solchen Problem die einzige auf der Welt bin. Als ich aber viele Frauen mit der gleichen Verletzung sah, wurde ich gestärkt und meine Hoffnung auf Heilung wiederbelebt. Vor allem die mütterliche Fürsorge, die ich erhielt, halfen mir sehr“ sagte Yenenesh.
Mit dem Termin für die nächste Operation ging Yenenesh zu ihrer Großmutter zurück, die so glücklich war und überrascht war von der Veränderung, die sie auf ihrem Enkel sah. Ein Jahr später kam Yenenesh wieder zurück.
„Ich verbrachte ein tragisches ein Jahr zuhause, schämte mich und wollte niemanden sehen.“, erklärt sie.
Seit ihrer zweiten Ankunft hatte Yenenesh 10 Operationen, die alle nicht erfolgreich waren, um den Inkontinenz zu stoppen. So blieb nur die Möglichkeit einer Umleitungsoperation, wofür sie für einige Zeit zögerte.
„Nachdem ich die Frauen in Desta Mender mit Umleitungsoperationen gesehen habe, entschloss ich mich dazu, um ein trockenes Leben zu führen. Im Jahr 2007 bekam ich die Operation, war danach völlig trocken und begann ein glückliches Leben dank Emaye (Dr. Catherine Hamlin) und allen anderen“. sagt Yenenesh.
Yenenesh nahm an Rehabilitationsprogrammen teil, arbeitete in der Hühnerfarm, auf dem Gemüsebauernhof, Milchviehbetrieb. Seitdem ist sie eine der dauerhaften Bewohnerinnen in Desta Mender.
„Seit ich in Desta Mender lebe, habe ich einmal meine Großmutter besucht. Sie war sehr erfreut über meinen Zustand. Dies blieb das einzige Mal, meine Oma ist danach verstorben.“
Während sie ein glückliches Leben in Desta Mender führte, wurde Yenenesh schwer verletzt. Sie litt an einer Nervenverletzung und war ein halbes Jahr lang halb gelähmt.
„Zum Glück erholte ich mich total von der lebensbedrohlichen Verletzung und jetzt geht es mir wieder so gut, daß ich niemals darüber nachdenke. Das ist nur Gottes Liebe und Fürsorge. Es lebe Emaye und alle großzügigen Unterstützer“, sagte Yenenesh.
Yenenesh arbeitet jetzt als Bäckerin in der Kantine der Hebammenschule.

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