Kebebush Feyissa

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Nachdem sie im Alter von 18 Jahren geheiratet hatte, wurde Kebebush bald Mutter von drei Kindern. Sie war glücklich mit ihrer Familie. Das vierte Kind wurde tot geboren. Ihr Mann sorgte als Landwirt eines kleinen Betriebs für den Lebensunterhalt. Kebebush übernahm in der Familie eine traditionelle Rolle: die Hausfrau, die sich um Kinder und Haushalt kümmert und ihren Mann zusätzlich durch den Verkauf von Gemüse auf lokalen Märkten unterstützt.

Im Heimatort der Familie gelten Kindern traditionell als soziale Absicherung –   viele Kinder zu haben, steigert auch deshalb das soziale Ansehen einer Familie. Für Kebebush war es daher selbstverständlich, ein fünftes Mal schwanger zu werden und so zu versuchen, ihre Familie durch ein weiteres Kind zu vergrößern. Doch die Geburt verlief schwierig. Nach zwei Tagen in den Wehen verließ sie die Kraft, weiter zu pressen. Erst dann brachte ihre Familie sie zum nächstgelegenen Krankenhaus, das zu Fuß in sechs Stunden erreicht werden konnte. Im Krankenhaus brachte sie dann ein totes Kind zur Welt. Sie selbst war schwer verletzt und hatte eine Geburtsfistel entwickelt, die sie inkontinent zurückliess – eine Krankheit, von der sie noch nie vorher gehört hatte.

Auf Empfehlung des örtlichen Arztes blieb Kebebush vier Monate zuhause, um sich soweit zu erholen, dass eine Operation gewagt werden konnte.

Unsere Ärzte in Yirgalem benötigten nur zwanzig Tage, um Kebebush zu heilen und sie vollständig trocken wieder nach Hause zu entlassen.

Drei Jahre nach der erfolgreichen OP ist Kebebush nun wieder als Patientin in Yirgalem. Nun aber als Entbindende, die vor einigen Wochen ein wunderschönes Mädchen sicher per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat.

Nun hat die Familie zwei Töchter und zwei Söhne.

„Gott danke allen, die mich hier bei Hamlin Fistula behandelt und wieder zu einer gesunden Frau gemacht haben – mögen Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sich vervielfältigen in Äthiopien, um mehr Frauen zu helfen“.

 

Hebammenschwestern

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Die 24 Jahre alte Simegn Sori gehört zum 4. Jahrgang des Midwife College. Vor einem Jahr schloss sie ihre Ausbildung dort erfolgreich ab und begann ihre Tätigkeit am Burrussa Health Center, nur wenige Kilometer entfernt von ihrem Heimatort Gorre. Sie gehörte zu den besten Absolventinnen ihres Jahrgangs und hat bereits während ihrer Ausbildung 80 sichere Geburten – nach dem hohen Hamlin-Standard – verantwortlich begleitet.

Sr. Simegn hatte das Glück, gemeinsam mit ihrer Schwester Selam studieren zu können. Selam Sori hat ihre Studien dieses Jahr abgeschlossen. Aufgrund der knappen Kapazitäten – nur 25 Studentinnen aus allen ländlichen Regionen können jährlich ihre Ausbildung beginnen – kommt es nur selten vor, dass Geschwister gemeinsam ihr Studium absolvieren.

“Wir wissen, wie viel Glück wir hatten! Wir sind nun zwei Geschwister, die beide die Chance haben, diesen lebensrettenden Beruf am einzigartigen Hamlin College erlernen zu dürfen. Und wir haben beide unsere Berufslaufbahn in unserer Heimat beginnen können“, erzählt Simegn.  Simegn hat im vergangenen Jahr mehr als 1500 sichere Geburten begleitet – ein hervorragender Start auf dem Weg zur Realisierung der Vision, die Dr. Hamlin’s Lebenswerk inspiriert hat.

Was für eine tolle Familie, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Gesundheitssituation Schwangerer und Gebärender in ihrer eigenen Gemeinde zu verbessern. Weiter so, Simegn und Selam!

Abaynesh Sebbeko – ein Patientin

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Abaynesh’s Familie stammt aus einer Gemeinde in der die Landwirtschaft die Haupteinkunftsquelle der Bevölkerung darstellt. Abaynesh war erst 17, als sie von ihrer Familie mit einem Landwirt verheiratet wurde, der deutlich älter ist als sie selbst. Als Hausfrau und wirtschaftlich vollständig von ihrem Ehemann abhängig, verbrachte sie ihre Zeit hauptsächlich im Haus, wo sie sich um Küche und Haushalt kümmerte und manchmal auch Hilfstätigkeiten in der Landwirtschaft übernahm. Am Anfang war dies für das junge Mädchen schwierig, aber sie fand sich mit Unterstützung von Freunden und Familie mit ihrem neuen Leben ab.
Geburtsfisteln waren für Abaynesh ein völlig unbekanntes Phänomen von dem sie nie gehört hatte, bevor sie selbst diese schwere Verletzung erlitt. Mit 19 Jahren wurde sie erstmals schwanger, ihre Schwangerschaft verlief neun Monate lang normal. Ihr Dorf verfügt nicht über medizinische Einrichtungen, so musste Abaynesh zuhause entbinden, wie ihre Vorfahren. Sie hatte keine andere Wahl.
Die Geburt verlief sehr schwierig, zwei Tage lag sie in den Wehen, unterstützt nur von einer traditionellen Geburtshelferin. Sie ertrug entsetzliche Schmerzen, bevor sie nach zwei Tagen in ein Koma fiel, unfähig, weiter zu pressen. Erst zu diesem Zeitpunkt entschied die Familie, Abaynesh in das nächste Krankenhaus zu bringen – etwa sechs Autostunden entfernt von ihrem Dorf.
Im Krankenhaus konnte man nur noch Abaynesh retten – das Kind musste sie tot zur Welt bringen. Sie blieb schwer verletzt zurück – mit einer Geburtsfistel. Als sie erwachte, bemerkte sie mit Entsetzen, dass sie von Urin durchtränkt war. Ihr erster Gedanke war, dass dies eine Flüssigkeit sei, die mit ihrer Behandlung zu tun hatte. Als man ihr erklärte, dass sie nun ihren eigenen Urin nicht mehr kontrollieren könne, verbarg sie ihr Gesicht vor Scham.

Die Ärzte empfahlen Abaynesh, sich mindestens drei Monate zu erholen, um für die notwendige Operation stabil genug zu sein. Nach drei langen Monaten in Einsamkeit kam sie endlich in Yirgalem an, unserem Krankenhaus im Süden von Äthiopien. Das war vor einem Jahr.
Innerhalb von zwei Monaten konnte Abaynesh völlig geheilt und wiederhergestellt werden, dank der umfassenden Behandlung und Unterstützung durch die Mitarbeiter von Fistula. Abaynesh’s Ehemann, der sie in dieser leidvollen Zeit immer unterstützte, war überglücklich, seine Frau gesund wieder bei sich zu haben. Beide freuten sich auf ihr gemeinsames Leben.
Nach einem Jahr kehrte Abaynesh nach Yirgalem zurück, um von einem gesunden Jungen per Kaiserschnitt entbunden zu werden.
“Hamlin hat meine Familie doppelt glücklich gemacht – mit meiner Heilung von dieser unvorstellbar schlimmen Verletzung und nun mit der Entbindung von diesem wunderbaren Baby, dessen Mutter ich dank Fistula werden konnte – ich werde für Euch alle mein Leben lang beten – das ist alles, was ich tun kann um zu danken!”, sagt Abaynesh.

Agengew Lihikina – Hebamme

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Seit 2014 aarbeitet Agengew Lihikina als Hebamme in einem Health Center. Sie ist 24 Jahre alt und ist im nördlichen Äthiopien in der Provinz Gojjam aufgewachsen. Sie war eine der besten Schülerinnen des Abiturjahrgangs und konnte sich deshalb leicht für dir Ausbildung in der Hebammenschule qualifizieren. 2010 begann ihre Ausbildung. Auch in der Hebammenschule gehörte sie zu den besten Schülerinnen ihres Ausbildungsjahrgangs. Bei der Abschlußprüfung hatte sie schon 95 Geburten selbstständig durchgeführt. so viele wie nur wenige ihres Jahrgangs.
Nach der Prüfung wurde sie im Birikat Health Center angestellt, das nur 20 km von ihrem Heimatort entfernt liegt. Dort arbeitet sie seit 2 Jahren mit großem Engagement. In den letzten 5 Monaten hat sie 141 Geburten betreut.
Birikat Health Center wurde 2010 erbaut und ist Anlaufstelle für 42.000 Menschen. Auch mit einer so großen Bevölkerung gab es nur 1 Hebamme. Das Fistula Hospital intervenierte und seitdem haben 5 Hamlin Hebammen dort gearbeitet. Zwei von ihnen sind immer noch da. Die Hebammen haben in der Bevölkerung großes Vertrauen aufgebaut. „Ich werde nie müde, der Gemeinschaft zu helfen und werde auch weiter gerne hier arbeiten.  Dr. Hamlins Lebensziel ist auch meines – eine Hebamme für jede Mutter“

Workabeba Kerebih – Hebamme

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Workabeba Kerebih ist eine der neuen Hebammen, die im Oktober 2015 ihre Prüfung abgelegt haben. Sie ist 23 Jahre alt und kommt aus Mecha in der Amhara Region. Seit 2 Monaten arbeitet sie im Birakat Health Center. Während ihrer Ausbildung betreute sie 76 sichere Geburten.  Sie ist mit großem Eifer bei der Arbeit und hat glücklicherweise eine ältere Hebamme bei sich. So konnte sie sich schnell einarbeiten. „Ich hungere direkt danach, so viele Geburten wie möglich zu betreuen. So kann ich viele Leben retten.“

Wir wünschen ihr einen guten Start.