Meron Fitta – Fistula Patientin

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Meron Fitta wuchs in einem kleinen Dorf etwa 120 km entfernt von Addis Abeba auf. Sie konnte 2 Jahre lang die Schule besuchen, dann musste sie ihrer Familie beid der Arbeit helfen. Als sie älter wurde, ging sie nach Addis Abeba und arbeitete als Hausmädchen. Es fiel ihr schwer, sich in den verschiedenen Haushalten einzugewöhnen, deshalb ging sie wieder zurück und lebte bei ihrer Tante in einer kleinen Stadt in der Nähe ihres Heimatortes.Es war in dieser Zeit, dass Meron ihren ersten Freund traf und anfing, bei ihm zu leben, ohne zu heiraten. Als sie schwanger wurde und ihrem Freund davon erzählte, war er nicht glücklich und verließ sie kurz danach. Meron wollte zu ihrer Familie zurück, aber sie schämte sich ihrer Schwangerschaft. Ihre Tante versuchte zu vermitteln, aber ihre Brüder beleidigten sie fortwährend.
Während der Schwangerschaft ging Meron 4 Mal zur Vorsorge in das nächste Health Center, jedes Mal 5 Stunden Fußmarsch. Bis zur Geburt schien alles in Ordnung zu sein. Als die Wehen begannen, konnte Meron nicht ins Health Center gehen und die Brüder weigerten sich, sie dorthin zu tragen. Nur die Mutter stand ihr bei, aber nach 2 Tagen Wehen war das Baby noch nicht da und die Mutter fragte Verwandte, die Meron ins Health Center brachten. Die Krankenschwestern versuchten ihr zu helfen, aber sie wußten auch nicht weiter und brachten sie ins Krankenhaus. Dort bemerkten die Ärzte, dass Meron mit Zwillingen schwanger war, die aber schon in der Gebärmutter abgestorben waren. Sie holten die toten Zwillinge und Meron überlebte mit einer Blasen-Scheiden-Fistel. Man erzählte ihr, dass die Inkontinenz durch die starken Wehen verursacht wären und nach einigen Tagen aufhören würden. So wurde sie 3 Tage später nach Hause entlassen.
„Meine Mutter und ich gingen zu Fuß nach Hause. Aber ich war so geschwächt und konnte mein Bein nicht bewegen. Wir weinten beide und brauchten einen ganzen Tag für den Marsch, der normalerweise nur 6 Stunden dauert.“ erinnert sich Meron.
Meron konnte es nicht ertragen mit einer Fistel in ihrem Dorf zu leben und reiste nach 1 Monat zu ihrer Tante, die in Addis Abeba lebt. Dort ging sie in ein Krankenhaus, man sagte ihr nicht, dass sie eine Fistel hätte, sondern behandelte andere Dinge und schickte sie wieder nach Hause zu ihrer Mutter. „Nach 4 Monaten im Dorf bot mir eine Freundin aus Addis an, bei ihr zu leben und Heilung zu suchen. Ich hatte kein Geld für den Transport. Meine Schwester schenkte mir ihre Ziege und die Dorfbewohner gaben mir Kartoffeln, die ich verkaufte und damit die Reise bezahlte.“ erinnert sich Meron.
Nachdem Meron in Addis Abeba angekommen war, hörte ihre Freundin vom Fistula Hospital und brachte sie dorthin.
Vor 3 Jahren kam Meron zum ersten Mal ins Fistula Hospital. Seitdem wurde sie 2 Mal operiert. Die erste OP war nicht erfolgreich, aber die 2. OP ließ sie zumindest für einige Zeit völlig trocken werden. Aber durch die schwere Arbeit zuhause war die Operation auf Dauer nicht erfolgreich.
Meron ist jetzt wieder im Fistula Hospital und wartet auf eine Harnableitung.

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Asmere Haile – Fistula Patientin

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Asmere stammt aus einem Bergdorf im Norden Äthiopiens in Süd-Gonder.Die Menschen leben dort noch sehr traditionell. Die kleinen und hügeligen Felder reichen nicht aus, um eine Familie für ein ganzes Jahr zu ernähren.
Asmere besuchte nie die Schule, sondern versorgte die Ziegen und Schafe und half ihrer Mutter zu Hause. Mit 17 Jahre wurde Asmere verheiratet. Im Gegensatz zu vielen Ehemännern hatte Asmere Glück, einen fürsorglichen und unterstützenden Ehemann zu bekommen.
Da sie von der Landwirtschaft allein nicht leben konnten, hatte Asmere während der Markttage einen kleinen Handel. In so weit führte Asmere eine glückliche Ehe und wurde Mutter eines Sohnes und zwei Töchter, die inzwischen 18, 14 und 10 Jahre alt sind.
„Wir waren eine sehr glückliche Familie und wurden von den Dorfbewohnern darum beneidet.“
Das 4. Kind starb bei der Geburt. Bei all ihren Schwangerschaften ging Asmere nie zur Vorsorge und bekam alle Kinder zuhause.
Vor fünf Jahren wurde Asmere zum fünften Mal schwanger, auch dieses Mal ging sie nicht zur Vorsorge. Das nächste Health Center wäre auch zwei Stunden Fußmarsch entfernt gewesen. Unerwarteterweise dauerten die Wehen zwei Tage, dann beschloss der besorgte Ehemann, sie in das nächstgelegene Health Center zu bringen. Von dort wurde sie weiter nach Bahir Dar ins Krankenhaus, wo eines der Außenzentren liegt. Asmere hatte eine Totgeburt durch Operation und eine doppelte Fistel. Ein Zustand, den sie und die ganze Familie nie zuvor gekannt haben.
Um im Bahir Dar Außenzentrum behandelt zu werden mußte Asmere drei Monate warten und nach Hause zurückkehren, wobei ständig Urin und Kot austraten. „In diesen drei Monaten war es mein Mann, der meine Kleider wusch, mich badete und alles so normal machte wie sonst jeden Tag, ohne mich erschöpft zu fühlen. Er war der Einzige, der an meiner Seite stand und mir das Gefühl gab, dass ich noch mehr besseren Händen bin als meine Mutter.“

Drei Monate später kam sie vor fünf Jahren in das Bahir Dar Zentrum wo die Harninkontinenz erfolgreich behandelt werden konnte. „In den ersten Monaten dieser traumatischen vier Jahre mit Fistel habe ich mich bei einigen Veranstaltungen mit den Dorfbewohnern vermischt, aber nachdem ich bemerkte, dass einige Leute an meiner Seite ihre Nase bedeckten, hielt ich mich von jeder Veranstaltung fern und blieb Zuhause mit meinem Ehemann und den Kindern.“
Letztes Jahr wurde Asmere in das Addis Abeba Fistula Hospital zur besseren Behandlung gebracht. Sechs Monate lang wurde sie auf die Operation vorbereitet und erhielt schließlich eine Harnableitung, die sie völlig trocken und glücklich ließ.
„Der erste, den ich anrief und von meinem Glück erzählte, war mein Mann. Er freute sich sehr, aber er glaubte mir erst, nachdem ich glücklich und strahlend nach Hause gekommen war.“
Asmere ist jetzt erneut für sechs Monate in Desta Mender, aber diesmal um an dem Rehabilitationstraining teilzunehmen, da sie als eine Langzeitüberlebenden mit psychosozialen Problemen eingestuft wurde.

Wogene Semahagn – Fistelpatientin

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Wie die meisten Frauen im ländlichen Äthiopien weiß Wogene nicht, wie alt sie ist. Sie schätzt, dass sie 25 Jahre alt ist und in einem kleinen Dorf in Südäthiopien geboren wurde. Dort wurde sie auch verheiratet. Das Dorf hat Health Center, aber viele Frauen gebären noch zu Hause. Die Analphabetin Wogene führte ein glückliches Leben mit ihrem Mann und bekam 3 Söhne, die jetzt 7, 5 und 3 Jahre alt sind. Alle Söhne wurden zu Hause geboren, aber sie besuchte die Klinik ein- oder zweimal während ihrer Schwangerschaften.
Bei ihrer 4. Schwangerschaft hatte sie verlängerte Wehen. Sie dachte, alles sei in Ordnung wie bei den vorhergehenden Schwangerschaften. Einmal ging sie zur Vorsorgeuntersuchung, beschloß aber zu Hause zu gebären. Unerwarteterweise dauerten die Wehen lange, sie wurde erst nach 2 Tagen in die Klinik getragen.
Für eine normale Geburt war es zu spät, deshalb wurde sie mit der Ambulanz in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Dort konnte ihr Leben gerettet werden. Das Baby kam tot zur Welt und sie hatte eine Harnröhrenfistel.
Wogene hatte noch nie von einer Fistel gehört und hoffte, dass es nach einigen Tagen aufhört und sie zu ihrer Mutter zurückkehren kann. Aber der Urin läuft unkontrolliert weiter.
„Ich habe meine Söhne bei der Familie meines Mannes gelassen und bin in die kleine Stadt gezogen, wo eine meiner Verwandten lebt. “
Wogene lebte zwei Jahre lang isoliert und inkontinent, bis ihr jemand vom Yirgallem Fistula Center erzählte.
Ende Oktober war Wogene in Yirgallem angekommen und einen Monat später war sie total trocken. Zum Zeitpunkt dieses Interviews, war sie bereit, zur Entlassung und Rückkehr zu ihrer Familie und den Söhnen.
„Die Fistel hat mich fast das Leben gekostet, ich habe meine Familie verloren und bin weg gegangen. Dank dieses Krankenhauses hast du mich aus dem zweijährigen traumatischen Leben mit Fisteln befreit. Ich werde jetzt glücklich zu meinen Söhnen, meinem Mann und meiner Familie zurückkehren. Gott segne euch alle und ich werde hart arbeiten, um Frauen mit Fisteln zu unterrichten, die in meiner Gegend leben.

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Urji Bedasso – ehemalige Fistelpatientin und werdende Mutter

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Urji bedeutet „Stern“ in ihrer Sprache. Sie schätzt ihr Alter auf 25 Jahre und wurde in einem abgelegenen Dorf in der Region Oromiya in Südäthiopien geboren. Ihre Eltern waren Hirten. In dem Dorf gab es keinerlei soziale Einrichtungen wie Strom, Wasser, Schule. Urji besuchte nie die Schule und verbrachte ihre Kindheit damit, sich um Ziegen und Schafe zu kümmern.
Urji schätzt, dass sie mit 15 Jahren verheiratet wurde und ihrem Mann als Zweitfrau gegeben wurde (üblich in muslimischen Familien).
Kurz nach ihrer Heirat wurde Urji zum ersten Mal schwanger. Zunächst war dies eine frohe Botschaft für die ganze Familie, denn sie bestätigte ihre Fruchtbarkeit, die eine Garantie für die Nachhaltigkeit des Ehelebens ist, wie es in den meisten ländlichen Gemeinden der Fall ist.
Urji hat in den neun Monaten nie eine Schwangerschaftsvorsorge besucht, aber bis zum letzten Tag sah alles gut aus. Die Wehen dauerten zwei lange Tage. Die traditionelle Hebamme wusste nicht mehr weiter.
Nach 2 Tagen hatte Urji eine Totgeburt. „Als ich aufwachte, war kein Baby an meiner Seite, ich konnte meine Beine nicht mehr bewegen und lag in meinem eigenen Urin. Ich hasste mich selbst und fragte meine Mutter, was mit mir passiert sei.“, erinnert sich Urji.
Sie blieb ein Jahr lang isoliert und depressiv bei ihrer Mutter, ohne zu wissen, was sie hatte. Ihre Mutter nahm alles als unheilbar an und verpflichtete sich, sich um ihre Tochter zu kümmern, anstatt nach Heilung zu suchen. Ihr Ehemann besuchte sie nie wieder, nachdem sie in ihrem Urin sah.
Nach einem Jahr der Qual besuchte Urji eines Tages einen Apotheker, der ihr alles über Fisteln erzählte. Sie erfuhr, dass es in Yirgallem, eine Fistel-Klinik gibt.
Im Jahr 2009 brachte ihr Bruder Urji nach Yirgallem und sie wurde nach einem Monat völlig trocken und glücklich nach Hause entlassen. Zu Hause wollte ihre Mutter zuerst nicht glauben, bis sie es mit eigenen Augen sah.
Zum Zeitpunkt dieses Interviews war Urji erneut in Yirgallem, 8 Jahre nach ihrer Fisteloperation. Dieses Mal kam sie als Schwangere und wartet auf den Kaiserschnitt. Sie hat wieder geheiratet und ist sehr glücklich mit ihrem Ehemann.
„Hier empfange ich eine unvergleichliche Sorgfalt. Ich bekomme dreimal täglich ein nahrhaftes Essen, Seife zum Baden und auch die Transportgebühr für die Heimreise. Aber alles ist kostenlos. Ich habe nie für die Fisteloperation bezahlt und werde nicht für den Kaiserschnitt bezahlen, um mein erstes Baby zu bekommen. Danke, dass du mein Leben neu gemacht hast.“

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Miskiya Ahmed

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Miskiya ist etwa 25 Jahre alt und kommt aus einem kleinen abgelegenen Dorf im Osten Äthiopiens, in der Nähe von Harar. Die Menschen leben dort von der Landwirtschaft, die aber kaum ausreicht, die Familie das ganze Jahr über zu ernähren. In dem Dorf gab es immerhin eine Schule, die Miskiya 1 Jahr lang besuchte, danach musste sie sich um die Ziegen kümmern und der Mutter zuhause helfen.
Mit 17 heiratete Miskiya einen Bauern und lebte mit ihm glücklich bis sie 2 Jahre später schwanger wurde. Obwohl das nächste Health Center nur eine Stunde entfernt war, besucht sie keine Schwangerschaftsvorsorge. Zur Entbindung kehrte sie zu ihrer Mutter zurück. Die Wehen dauerten 2 Tage bis sie endlich in das Health Center gebracht wurde. Von dort wurde sie mit der Ambulanz in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Die Ärzte konnten immerhin ihr Leben retten, das Baby hatte keine Chance und wurde tot geboren und Misikiya überlebte inkontinent.
„Nach der Operation spürte ich eine große Erleichterung, dass die Schmerzen endlich vorbei waren, aber als ich dann vom Tod meines Babys erfuhr und bemerkte, dass ich inkontinent war, weinte ich und gab die Hoffnung auf“, erinnert sich Miskiya.
Obwohl das Außenzentrum in Harar nicht sehr weit entfernt war,mussten Miskiya und ihre Familie noch sieben Monate bis zur Erntezeit warten, bis sie Transportkosten zusammen hatten. „In diesen 7 Monaten heiratete mein Mann eine andere Frau und ich blieb bei meinen Eltern und verlies das Haus nicht. Gerne wäre ich zum Markt oder in die Kirche gegangen, aber ich wollte keine Schande über meine Eltern bringen.“
Während Miskiya’s Familie die Erntezeit abwartet, um das Geld für die Transportkosten zu bekommen, reiste ein Gesundheitsoffizier des Harar Centers in das Dorf, um Fistelopfer zu identifizieren. Er entdeckte Miskiya und brachte sie mit der Ambulanz nach Harar.
Wegen der komplizierten Fistel schickten sie Miskiya weiter in das Fistula Hospital in Addis Abeba. In den letzten vier Monate wurde Miskiya stabilisiert und auf die Operation vorbereitet. Mit der ersten Operation wurde die Fistel geschlossen, die sie völlig trocken und glücklich machte.
Sie spricht zwei Zeilen eines Gedichts in ihrer eigenen Sprache und beschreibt, wie glücklich sie ist. „Hamlin ist ein Krankenhaus, das niemand weggehen wird; und Dr. Fekade, der medizinische Direktor, der ihre Operation durchführt, ist eine Person, die alle Frauen heilt.“

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