Workinesh Kebede

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Workinesh kommt aus Sekota, einem Dorf in Nordäthiopien. Sie ist etwa 30 Jahre alt und hat nie eine Schule besucht. Mit 14 Jahren wurde sie an einen jungen Bauern verheiratet und war schon kurz nach der Hochzeit schwanger. Das ware gute Nachrichten, denn die Rolle einer Frau besteht darin, ihrem Mann möglichst viele Kinder zu schenken.
Die Schwangerschaft verlief problemlos, aber die Geburt dauerte 6 lange Tage voller Wehen und ohne das das Baby geboren wurde. „Alle dachten, ich würde sterben, aber die traditionelle Geburtshelferin holte das tote Baby aus meinem Bauch. Ich blieb am Leben und habe seitdem große Schmerzen.“
Durch die langen Wehen hatte Workinesh eine doppelte Fistel und eine schwere Beinkontraktur. „Ich weiß, dass ich nur inkontinent bin, meine Mutter hat mir gesagt, ich solle die Undichtigkeit kontrollieren, aber das habe ich nicht geschafft“, erinnert sie sich. Workinesh blieb noch etwa vier Jahre auf einer getrockneten Ochsenhaut in einem isolierten Raum liegen. „Es waren meine Eltern, die mich besuchten, um mich und meine Sachen zu waschen. Nach 4 Jahren erschien mein Mann und erzählte mir von den Heilungsmöglichkeiten im Fistula Hospital. Wir beide haben es niemandem erzählt, dass wir nach Addis Abeba fuhren.“
Vor ungefähr 10 Jahren waren Workinesh und ihr Mann in das Fistula Hospital gekommen. Innerhalb von sechs Monaten ganzheitlicher Versorgung und einer Operation wurde Workinesh von der rektalen Fistel geheilt und nach Hause entlassen. Auch die Beinfraktur hat sich sehr verbessert. Sie hatte 6 Monate später einen Termin für eine erneute Operation. „Als wir nach Hause zurückkehrten, war die Familie sauer auf den Mann, weil er sie nicht vorher gefragt hatte. Meine Familie war unglücklich darüber, dass ich bei ihm war und mich isoliert hatte.“ Workinesh kam dann allein zur Operation. 2 Operationen verliefen erfolglos. Durch die Unterstützung des Fistula Hospitals bekam Workinesh Arbeit in einem Waisenhaus in Nordäthiopien. Nachdem das Waisenhaus vor wenigen Monaten geschlossen wurde, kehrte Workinesh zu einer Harnableitung nach Addis Abeba zurück und ist jetzt in Desta Mender zum Rehabilitationstraining.
„Emmaye (Dr. Catherine Hamlin) ist wie ein Engel, der von Gott geschickt wurde, um armen Frauen wie mir selbst zu helfen, und ich danke Gott zuerst dafür, dass er sie für uns gesandt hat, und wünsche ihr, dass sie für immer am Leben bleibt.“

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Tekiya Dano

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Tekiya kommt aus einem kleinen Dorf in Südäthiopien. Sie besuchte nie die Schule und verbrachte ihre Kindheit mit Ziegenhüten. Sie ist das einzige Kind ihrer Mutter. Sie wurde mit einem Bauern verheiratet, als sie 14 Jahre alt war. Bald danach wurde sie schwanger. Die Schwangerschaft verlief normal und Tekiya wollte ihr Kind zu Hause gebären wie es allgemein üblich war.
Sie hatte 2 Tage lang Wehen, bevor sie ins nächste Krankenhaus gebracht wurde. Auch dort hatte sie vier weitere Tage Wehen, bis sie mit Hilfe des Arztes ein totes Baby zur Welt brachte. Durch die langen Wehen hatte sie eine doppelte Fistel und ihre Beine waren dick geschwollen. 2 Wochen später wurde sie nach Hause entlassen.
3 Monate lang wurde sie von ihrer Mutter gepflegt und von ihrem Mann misshandelt. Ihre Mutter brachte sie ins Krankenhaus und die Ärzte schickten sie weiter in das Außenzentrum in Yirgallem. „Mein Mann weigerte sich, mir zu helfen und wollte kein weiteres Geld in meine Heilung verschwenden. Er wollte mich eher in der Latrine ersäufen, als mich nach Yirgallem zu lassen“ Tekiya schlich sich bei Nacht und Nebel davon, um nicht ihrem Mann oder seiner Familie in die Hände zu fallen. Schließlich lebte sie ein Jahr bei ihrer Mutter, was auch sehr anstrengend war, aber immer noch besser, als bei ihrem Mann zu bleiben. Da sie sehr arm war, suchte ihre Mutter keine Hilfe mehr. Eines Tages hörte Tekiya im Radio, dass das Außenzentrum in Yirgallem auf der Suche nach Fistelopfern war. Sofort machten sich Tekiya und ihre Mutter auf den Weg.
In Yirgallem wurde Tekiya 2 Mal operiert und wieder nach Hause geschickt. Bei der 1. Operation wurde die Rektalfistel und die Beinverletzung geheilt. Die 2. Operation war nicht erfolgreich, da die Blase zu stark beschädigt war.
Schließlich wurde sie mit der Ambulanz nach Addis Abeba gebracht. 2011 erhielt Tekiya eine Umleitungsoperation, aber sie musste ständig überwacht werden und deshalb in Desta Mender leben.
Während ihres über siebenjährigen Aufenthalts in Desta Mender hatte Tekiya verschiedene Ausbildungsprogramme durchlaufen. Sie kann jetzt lesen und schreiben, hat im Juniper Cafe mitgearbeitet, war in der Molkerei und auf dem Gemüsebauernhof. Jetzt arbeitet sie in der Molkerei, hat ihr eigenes monatliches Einkommen und ein glückliches Leben.
„Nach all diesen Härten wurde ich eine zivilisierte Frau und lernte zwei weitere Sprachen. Für mich ist das ein luxuriöses Leben, das ich genieße. Danke an Emmaye (Dr. Catherine Hamlin). Ich hatte zwei bis drei Chancen, sie persönlich zu treffen, und die einzige Art, meine Dankbarkeit auszudrücken, war, ihre Knie zu küssen und zu weinen, weil ich ihre Sprache nicht beherrsche. Ich wünschte, ich könnte ihr mein Alter geben.“ sagte Tekiye.
„Bei einem meiner jährlichen Besuche bei meiner Mutter traf ich meinen Ex-Mann und er behauptete, ich müsse wieder zu ihm zurück, aber ich sagte ihm, dass sei unmöglich, weil mich einmal verstoßen hatte.“

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Fatuma Mussa

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Fatuma stammt aus einer muslimischen Familie und lebt in einem kleinen ländlichen Dorf im Norden Äthiopiens. Dort gab es weder Strom noch fließendes Wasser oder Gesundheitseinrichtungen. Alles war 4 Stunden Fußmarsch im nächstgrößeren Marktflecken. Im Dorf gab es auch keine Schule, die Fatuma hätte besuchen können. Die Dorfgemeinschaft lebte sehr traditionell und hatte wenig Respekt vor Frauen. Als sie 9 Jahre alt war, wurde Fatuma beim Ziegenhüten vergewaltigt, aber zum Glück nicht schwanger. Mit 11 Jahren wurde sie mit einem sehr viel älteren Bauern verheiratet. Fatuma war glücklich darüber, dass er sie zur Frau nahm, obwohl sie vergewaltigt worden war. Unverheiratete Frauen haben weniger Rechte als ein Hund! Ihr Eheglück dauerte nur 4 Jahre bis sie zum ersten Mal schwanger wurde. Während der Schwangerschaft ging sie nie zur Vorsorgeuntersuchung.
Zur Geburt ging Fatuma in das Haus ihres Vaters. Die Stiefmutter und andere ältere Frauen des Dorfes standen ihr bei. Da sie noch nicht voll entwickelt war, blieb das Baby im Geburtskanal stecken. Die Wehen dauerten 5 lange Tage. Am Ende fiel Fatuma ins Koma und hat keine Erinnerung daran, was danach passierte. Das Kind wurde nach 5 Tagen tot geboren. Fatuma hatte eine doppelte Fistel und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. Aber selbst dann kam niemand auf die Idee, sie in eine Klinik zu bringen.
Ihr Mann verließ sie sofort und Fatuma blieb bei ihrem Vater. Zum Glück half ihr die Stiefmutter am Anfang, aber nach einiger Zeit wurde Fatuma aufgrund ihres Gestanks auch von der eigenen Familie abgelehnt. „Durch die Mißhandlung durch meine eigene Familie wollte ich nur noch sterben, in der Nacht sammelte ich meine Sachen und lief weg, bis die Frau meines Onkels mich fand und mich zu sich brachte“, erinnert sie sich.
Die Frau ihres Onkels war hilfsbereit und fürsorglich. Fatuma blieb dort 10 Jahre – mit Fisteln, ohne nach Heilung zu suchen. „Als ich über eine Klinik gesprochen habe, machten mir die Dorfbewohner Angst, dass die Leute in der Klinik mein Blut saugen und mich ermorden würden. Danach höre ich auf, darüber nachzudenken „, sagte Fatuma.
Nach 10 Jahren dieses Traumas entschloss sich Fatuma, selbst nach Heilung zu suchen. Sie hatte etwas Geld aus der Arbeit und dem Verkauf von Kunsthandwerken gespart und war in das Regierungskrankenhaus der großen Stadt gefahren, einen halben Tag von ihrem Dorf entfernt. Begleitet von einem Verwandten wurde Fatuma in das Addis Abeba Fistula Krankenhaus geschickt.
Dort kam sie vor etwa 15 Jahren an und lebt seitdem hier. Nach 5 Operationen zeigten sich Verbesserungen, aber keine vollständige Heilung. Vor 3 Monaten wurde sie erfolgreich mit einer Harnableitung operiert und ist jetzt völlig trocken. „Jetzt bin ich frei, frei, wieder unter Menschen zu gehen, frei um mit den Herausforderungen des Lebens zu kämpfen, frei, um meine Zukunft besser zu machen. Danke an Emaye (Dr. Catherine Hamlin) an erster Stelle, dann an alle anderen in diesem Krankenhaus. Ihr habt mich nicht von Fisteln geheilt, sondern auch von dem unzivilisierten Denken, in dem ich früher war. 10 Jahre lang habe ich jede traditionelle Medizin in meinem Dorf genommen, aber Angst vor Krankenhäusern. Jetzt bin ich Botschafterin in meinem Dorf und erzähle allen über die richtige Lebensweise“, erklärt sie.
Fatuma ist jetzt in Desta Mender, wo sie an ihrem Rehabilitationstraining teilnimmt. In zwei Monaten macht sie ihren Abschluss und wird in ihrem Dorf reintegriert.

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Schwester Wude – die neue Oberschwester

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Wude ist 48 Jahre alt und hat mehr als 20 Jahre Erfahrung als Krankenschwester. Vor 27 Jahren schloß sie ihre Ausbildung in Kuba ab und arbeitete zunächst als Gemeindeschwester. „Ich habe Krankenpflege studiert, um meinen Lebenstraum zu verwirklichen, den Ärmsten, besonders Frauen und Kindern, zu helfen. Für mich ist das Pflegen nicht nur ein Beruf, sondern meine Leidenschaft, die ich jeden Tag genieße“ sagt Wude.
Ab 2005 arbeitete Wude im Außenzentrum Bahir Dar, bis sie 6 Jahre später in Addis Abeba zuerst als Ausbilderin in der Hebammenschule und danach als Krankenschwester im Hauptkrankenhaus arbeitete. Bei den meisten Mitarbeitern im Krankenhaus ist Wude für ihre freundliche Art und ihre strenge Arbeitsdisziplin bekannt. „Für mich ist das Fistula Hospital mehr als ein Arbeitsplatz, sondern der richtige Ort, wo ich meinen Lebenstraum ausüben kann. Hamlin Fistula hat auch meine Familie beeinflusst, meine Tochter ist jetzt Ärztin und besucht Spezialisierungsprogramm in Obygyn, wie sie von Dr. Catherine gefordert wurde „, erklärt Wude.
Mit ihrer 24-jährigen Erfahrung in Krankenpflege, die von klinischen bis zu akademischen Positionen reicht, wurde Wude kürzlich zur Oberschwester ernannt und setzte ihren Beitrag für Hamlin in einer höheren Verantwortung als zuvor fort. „Dank Dr. Catherine wurde bereits der Grundstein für eine patientenorientierte ganzheitliche Versorgung gelegt, der fast alle Mitarbeiter strikt nachgegangen sind. Dadurch wird meine neue Verantwortung möglich und ich kann weiterhin meine Fähigkeiten und mein Wissen für den Erfolg des Fistula Hospitals einsetzen.“
Schwester Wude ist derzeit eine Mutter von zwei Kindern, die praktisch erfahren, was Geburt und Wehen bedeuten.

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Mekdes Abiyu

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Mekdes ist etwa 23 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Sie durfte 3 Jahre lang die Grundschule besuchen, danach wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann in dem Dorf, wo es weder Strom noch fließendes Wasser gab und der nächst größere Marktflecken ist 7 Stunden Fußmarsch durchs Gebirge. Mekdes war jedoch glücklich, sie kannte kein anderes Leben. Mit 14 wurde sie zum ersten Mal schwanger und die ganze Familie war hocherfreut. Im Gegensatz zu anderen Familien gingen Mekdes und ihr Mann jeden Monat die 7 Stunden durchs Gebirge zu den Vorsorgeuntersuchungen. Die 9 Monate Schwangerschaft verliefen sehr gut und Mekdes wurde bei Beginn der Wehen sofort in eine Klinik gebracht. „Die Wehen dauerten lange und am Ende wurde ich bewusstlos. Die Krankenschwestern entschieden, dass ich nicht überleben werde und schickten mich in mein Dorf zurück“
Bei ihrer Ankunft zu Hause, immer noch der Fötus in ihrem Leib, wachte Mekdes auf und presste weiter. Nach 3 weiteren Tagen brachte man sie in eine andere Klinik, die noch weiter entfernt lagen. Auf dem Weg in diese Klinik erlitt sie eine Totgeburt, eine doppelte Fistel und durch das lange Pressen eine Fußheberschwäche.
Zwei Wochen später brachte ihr Onkel Mekdes in das Außenzentrum Bahir Dar. Das war vor 7 Jahren. Ihr Fall war zu schwer, um in Bahir Dar behandelt zu werden. „Ich dachte nie, dass ich geheilt werden könnte bis ich in Addis Abeba angekommen bin. Dort zeigte sich nach 2 Jahren eine große Verbesserung. Die Rektalfistel wurde geschlossen und ich konnte mich wieder bewegen, alleine ins Badezimmer gehen und mich reinigen. Von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung“
Nach zwei erfolglosen Operationen bekam Mekdes vor 3 Jahren eine Harnableitung, die sie für immer heilte. Ihr fürsorglicher Ehemann war die ganze Zeit an ihrer Seite.
„Ich bin sprachlos und weine, um Emaye (Dr. Catherine Hamlin) meine Dankbarkeit auszudrücken.“, erklärt Mekdes.
Bei Dr. Catherines 94. Geburtstag schenkte Mekdes ganz allein einen selbstgestrickten Schal, umarmte sie mit Liebe und küsste sie auf die Knie, eine traditionelle Art, jemandem zu danken.
„Alle Mitarbeiter geben uns bedingungslose Liebe und Fürsorge. Sie fühlen sich nie angewidert, sondern arbeiten unermüdlich daran, uns sauber und glücklich zu halten. Dieses Krankenhaus ist außergewöhnlich“, sagt Mekdes.

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