Wubanchi Getachew

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Wubanchi ist 20 Jahre alt und wuchs in einem kleinen Dorf in der Provinz Wollo auf. Das Dorf liegt 5 Stunden Fußmarsch vom nächstgrößeren Marktfecken entfernt, aber es gab eine Schule und einen Gesundheitsposten. Wubanchi hatte Glück und durfte 8 Jahre lang die Schule besuchen bis sie verheiratet wurde. Anfangs wollte sie noch weiter zur Schule gehen, aber die Familie erlaubte es nicht.
Zunächst fiel es ihr sehr schwer sich an das Eheleben zu gewöhnen. Aber mit der Zeit und der Liebe ihres Mannes begann sie ein glückliches Leben zu führen.
Mit 14 Jahren wurde sie schwanger und die Familie war sehr glücklich über die gute Nachricht. Die Schwangerschaft verlief normal, Wubanchi besuchte den Gesundheitsposten mehrmals und verbrachte normal neun Monate. Als die Wehen begannen waren die älteren Frauen der Familie bei ihr, die alle mehrere Kinder geboren und viel Erfahrung hatten. Aber es ging aber nicht wie erwartet. Nach 3 Tagen Wehen wurde sie bewusstlos auf einer Trage fünf Stunden lang in das nächste Krankenhaus gebracht. Als sie nach 12 Tagen aus dem Koma erwachte, erfuhr sie, dass ihr Baby tot war und sie eine doppelte Fistel hatte. Sie blieb 4 Monate in diesem Krankenhaus und wurde dann in das Außenzentrum in Mekelle gebracht.
Vor 5 Jahren wurde in Mekelle ihre rektale Fistel erfolgreich operiert und man schickte Wubanchi nach Hause mit einem Termin für die nächste Operation. Seitdem hatte sie vier Operationen im Mekelle-Zentrum, die aber nicht vermochten die schweren Schäden in der Blase zu beheben.
Letztes Jahr wurde Wubanchi in das Addis Abeba Fistula Hospital mit der Hamlin Ambulanz gebracht. Der erste Versuch scheiterte, aber vor einem Jahr erhielt Wubanchi eine Harnableitung und ist jetzt völlig trocken.
„In diesen vier Jahren mit der Blasenfistel führte ich ein isoliertes Leben ohne Dorfgemeinschaft, versteckt vor Freunden und Verwandten. Es war schwer, so zu leben. Ich gab alle Hoffnung auf und hatte sogar meinen Mann weggeschickt und blieb bei meiner Mutter“, erinnert sich Wubanchi.
Als Belohnung erhält Wubanchi jetzt in Desta Mender ein Rehabilitationstraining, um danach wieder in die Dorfgemeinschaft integriert zu werden.
„Ihr habt mir meinLeben wieder gegeben, ich bin zuversichtlich und träumet, meine Ausbildung fortzusetzen und eine starke Frau mit erfolgreicher Zukunft zu werden. Ich finde keine Worte, um meinen Dank auszudrücken. Gott wird es euch zurückzahlen „, sagte Wubanchi.

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Bezu – Gärtner im Fistula Hospital

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Der wunderschön angelegte Garten im Fistula Hospital dient nicht nur der Erholung. Er  ist vielmehr ein Teil des ganzheitlichen Betreuungsansatzes, den HFE bewusst entworfen und umgesetzt hat, um den Patientinnen Hoffnung zu vermitteln. Für Bezu Gizachew, Vater von zwei Söhnen und einer Tochter, ist Gartenarbeit nicht nur ein Job, sondern eine Berufung, der er mit Hingabe nachgeht. Bevor Bezu vor 11 Jahren als Gärtner im Fistula Hospital anfing, hat er schon in verschiedenen anderen Gärten gearbeitet. Seitdem arbeitet er zusammen mit seinen Kollegen mit Leidenschaft, um den Garten des Fistula Hospitals in einen atemberaubend schönen Garten mit vielen Blumen, Stauden und Büschen in eine Oase des Friedens zu verwandeln. „Wenn ich sehe, wie die Frauen des Fistula Hospitals den schönen Garten genießen, den ich für sie geschaffen habe, denke ich, daß ich auch ein bisschen dazu beigetragen habe, ihre Würde wieder herzustellen. Für mich ist dies nicht nur eine bezahlte Arbeit, sondern befriedigt auch meine Seele“ Bezu hatte auch die Gärten in den Außenzentren Yirgallem, Mekelle und Harar angelegt und trainiert die Gärtner in den jeweiligen Zentren.

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Wubet Feleke – Patientin

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Wubet ist jetzt 26 Jahre alt.  Sie stammt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Gojjam in Nordäthiopien. Vor 11 Jahren  war sie zum ersten Mal im Fistula Hospital.

Wubet wuchs in einem kleinen Dorf ohne Strom und Wasser oder andere Dinge. Es gab auch keine Schule und Kinder müssen ab etwa 5 Jahren sich um die Kühe und Schafe kümmern. Wubets Mutter ist früh gestorben und sie lebte mit ihrem Vater und der Stiefmutter.

In dem Dorf war es Tradition, Mädchen schon sehr früh zu verheiraten und so wurde sie schom mit 9 Jahren mit einem viel älteren Mann verheiratet. Sie half im Haushalt und kümmerte sich um die Tiere. 3 Jahre nach der Hochzeit wurde Wubet zum ersten Mal schwanger. Ihr Becken war noch nicht voll entwickelt, aber es war undenkbar für Wubet, eine Klinik zu besuchen, die 5 Stunden Fußmarsch entfernt war. Die Schwangerschaft verlief normal und Wubet wollte das Baby bei ihrer Stiefmutter zuhause entbinden.
Die Wehen dauerten 5 lange Tage und das Baby konnte nicht geboren werden. Die anderen Frauen wussten nichts über Geburtskomplikationen. Nachdem alle traditionellen Praktiken versagt hatten und Wubet im Koma lag, entschloß man sich endlich sie in die Klinik zu tragen.
Natürlich war es zu spät und Wubet brachte ein totes Baby zur Welt. Sie war inkontinent und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. „Zuerst dachte ich, es war etwas normales, aber als ich hörte, daß es nicht aufhören wird, wäre ich lieber lieber gestorben“, sagte Wubet. Da sie nicht laufen konnte, wurde Wubet wieder in ihr Dorf zurück getragen und blieb für etwa einen Monat isoliert und stigmatisiert sogar von ihrer eigenen Familie. Ihr Vater hatte vom Fistula Hospital gehört und brachte Wubet zur Behandlung nach Addis Abeba.
Wubet musste erst mal 3 Monate aufgepäppelt werden, bevor man an eine Operation denken konnte. Innerhalb eines Jahres wurde sie 3 Mal operiert, es war aber nicht erfolgreich. Immerhin konnte sie dank regelmäßiger Krankengymnastik wieder laufen.

„Die Beziehung zu meiner Stiefmutter verschlechterte sich zusehends, auch mein Vater glaubte nicht mehr an meine Heilung. Da mich meine Familie aufgegeben hatte, beschloß ich nicht mehr nach Hause zurückzukehren. Lieber wollte ich betteln und auf der Straße schlafen. Aber die Mitarbeiter des Krankenhauses haben sehr unterstützt und schickten mich nach Shire, etwa 800 km im Norden. Dort begann ich im Kindergarten als Putzfrau und Babysitter zu arbeiten. Da es genügend Wasser gibt, um mich zu reinigen, lebte ich ein normales und glückliches Leben, habe alle Prinzipien anwendet, die ich gelernt habe, um sauber und trocken zu leben, auch wenn ich inkontinent bin. Ich habe 11 Jahre dort gearbeitet, ohne mich stigmatisiert zu fühlen “
Da Shire in der „Nähe“ des Außenzentrums Mekelle liegt, wurde Wubet zum 4. Mal operiert und es ging ihr viel besser, auch wenn sie noch nicht ganz trocken war.
Nach 11 Jahren Arbeit im Kindergarten kam Wubet vor fünf Monaten erneut nach Addis Abeba zur Behandlung. Es wurde eine Harnableitung gemacht und sie ist jetzt vollkommen trocken und wird keine Windeln mehr benutzen. Um die Behandlung ganzheitlich zu machen, wurde Wubet in das Rehabilitationsprogramm aufgenommen. „Wäre ich nicht in das Fistula Hospital gekommen, könnte ich jetzt im Grab sein, aber dank dieses Krankenhauses bekam ich bedingungslose Liebe und Fürsorge, die ich nicht von meiner eigenen Familie bekam. Segen für euch alle „, erklärt Wubet. Nach dem Training wird sie in wieder integriert und kann ein neues Leben beginnen. Die Rehabilitationseinheit wird den Wiedereingliederungsprozess von Wubet erleichtern, einschließlich der finanziellen Unterstützung, um ein kleines Unternehmen zu starten,  um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.

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Toyiba Hussien – junge Mutter

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Wie viele ländliche junge Mädchen in Äthiopien hatte Toyiba eine Kindheit voller Härte verbracht. Statt Schule musste sie sich um Rinder und Schafe kümmern, Wasser aus dem entfernten Wasserloch holen, Brennholz holen und ihrer Mutter zu Hause helfen.
Mit 18 wurde Toyiba mit einem Mann verheiratet, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Das kleine Ackerland, das der Ehemann auf eine sehr traditionelle Art bearbeitet, bleibt die einzige Einkommen für die Familie. Während der Mann auf dem Feld war, bereitete Toyiba  zu Hause eine Mahlzeit zu und die kleine Lehmhütte zu verschönern, in der sie lebten. Toyiba lebte glücklich, bis sie zum ersten Mal schwanger wurde.
Als Toyiba nach 3 Jahren noch nicht schwanger war, obwohl sie keine Verhütungsmittel verwendete, sorgte sich die Familie sehr. Im traditionellen Äthiopien wird der Wert einer Frau an der Anzahl ihrer Kinder gemessen. So freute sich Toyiba sehr, als sie mit 21 Jahren endlich schwanger wurde.
Zwar gab es eine Klinik in der Nähe des Dorfes, aber Toyiba besuchte sie nie, sondern verbrachte normale neun Monate, drei Monate vor der Geburt zog sie in das Haus ihrer Mutter. Als die Wehen begannen, hatte Toyiba zweieinhalb Tage lang Wehen. Für die Mutter, die mehrere Kinder geboren hatte, war ihre Tochter seltsam.  Schließlich sorgte sich die Familie und beschloss, Toyiba in die nächste Klinik zu bringen, die  2 Stunden zu Fuß entfernt war. Dort konnte man ihr nicht helfen und überwies sie an das nächstgelegene Regierungskrankenhaus. Das Kind wurde tot geboren und Toyiba blieb inkontinent.
„Nachdem ich in mein Dorf zurückgekehrt war, mit doppelter Trauer, mein Baby zu verlieren, und in so einem beschämtem Zustand, beschloss ich, mein Eheleben zu beenden und bei meiner Mutter zu bleiben“, sagte Toyiba.
Das Regierungskrankenhaus schickte Toyiba vor 6 Jahren in das Fistula Hospital in Addis Abeba. Toyiba musste zunächst 1 Jahr lang aufgepäppelt werden, bevor man an eine Operation denken konnte. Vor 5 Jahren wurde sie erfolgreich behandelt und kehrte vollkommen trocken nach Hause zurück.
Nach einem Jahr hatte sich Toyiba gut erholt und akzeptierte die Anfrage eines neuen Ehemanns, und startete eine neue Familie. Nach 3 Jahren wurde Toyiba wieder schwanger und kam, als sie im 8. Monat war, in das Fistula Hospital zurück. Das Baby kam per Kaiserschnitt zur Welt. Einige Wochen später war sie bereit, mit dem Baby nach Hause zurückzukehren.
„Ich habe nie daran gedacht, nach dieser Verletzung wieder gebären zu können, aber jetzt bin ich hier mit meinem kleinen Baby. Ich bete immer für euch alle „Toyiba.

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Hawwa Amanu – Mutter von Zwillingen

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Keine Worte  können meine herzliche Dankbarkeit ausdrücken

Der muslimische Hawwa Amanu wurde vor etwa 30 Jahren in einem abgelegenen Dorf in der Nähe von Arsi in der Oromiya Region geboren. Oromiya ist die größte der neun Regionen Äthiopiens. Die traditionelle Landwirtschaft ist die Basis des Lebens für die Familie von Hawwa.
Da das Dorf ca. 5 Stunden zu Fuß von der nächstgelegenen Marktgemeinde entfernt ist, gibt es dort weder Strom noch Wasser und auch keine Gesundheitseinrichtungen. Die Frauen bringen ihre Kinder traditionell alle zuhause zur Welt.

Hawwa war etwa 15 Jahre alt, als sie einem Mann gegeben wurde, den sie nie zuvor gesehen hatte. Trotzdem verlief die Ehe zunächst sehr glücklich und liebevoll. Ihr fürsorglicher Ehemann arbeitete immer hart daran, sie glücklich zu machen.
Ihre Schwangerschaft im Jahr 2001 hatte dem Ehemann und der ganzen Familie große Freude bereitet und er begann mit der Vorbereitung, den Neuling zu begrüßen.
Die Geburt gestaltete sich schwierig. Sie hatte 2 Tage lang Wehen, ohne Fortschritte zu machen. Die Familie organisierte eine traditionelle Helferin, die Hawwa massierte, bis sie ins Koma fiel. Am Ende brachte man sie auf einer selbstgezimmerten Trage 5 Stunden lang in die nächste Klinik. Dort holte man per Kaiserschnitt ein totes Baby aus ihrem Bauch und ließ sie inkontinent zurück.
Hawwa blieb einen Monat bei ihren Eltern, bis ihre Mutter vom Fistula Hospital in Addis Abeba hörte. “ Nach der Geburt hatte ich Angst zu essen und zu trinken, ich verlor den Appetit und als ich vor 15 Jahren im Krankenhaus ankam, war ich zum ersten Mal unterernährt und nicht für die Operation geeignet. Die Hoffnung auf Heilung trieb mich dazu, in drei Monaten Gewicht anzufuttern, und als ich zurückkam, war ich gut erholt „, sagte Hawwa.

Hawwa wurde 2 Mal operiert, konnte aber nicht vollständig geheilt werden. „Nach dieser Verletzung wollte ich mich schon von meinem Mann trennen. Ich blieb bei meiner Mutter und hörte, dass er nach Saudi Arabien gegangen war, um dort zu arbeiten. Vor 3 Jahren erhielt ich die letzte und erfolgreiche Operation und war vollständig geheilt.“ erklärt Hawwa.

Die 3. Operation heilte Hawwa und sie begann mit ihrem Mann, der aus Übersee zurückgekehrt war, ihr glückliches Leben erneut. Im Jahr 2016 wurde sie wieder schwanger.
Zu der Zeit dieses Interviews war Hawwa wieder im Krankenhaus in Addis Abeba, aber diesmal schwanger mit Zwillingen und wartet darauf, in etwa einer Woche durch Kaiserschnitt zu gebären.

„Die Fistel hatte mein Leben völlig zerstört. Und jetzt hier bin ich total trocken, habe eine glückliche Familie und bin auf wundersame Weise mit Zwillingen schwanger. Keine Worte  können meine herzliche Dankbarkeit ausdrücken“ sagte Hawwa.

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