Ruziya ist schätzungsweise 22 Jahre alt und kommt aus der muslimischen Familie. Sie ist in einem kleinen Dorf im Osten Äthiopiens aufgewachsen wo es weder eine Schule noch ein Health Center gab. Ruziya kommt aus einer Analphabeten-Familie, deswegen hat sie auch nie eine Schule besucht. Mit etwa 15 Jahren wurde sie mit einem viel älteren Mann verheiratet. Wie seit Generationen üblich träumte auch Ruziya davon zu heiraten und glücklich zu werden. Sie kümmerte sich um den Haushalt während ihr Mann auf den Feldern arbeitete. Kurz nach der Hochzeit wurde sie schwanger und die Familie war darüber sehr glücklich. Die Schwangerschaft verlief ohne Probleme und für Ruziya war es normal zu Hause zu entbinden. Die Wehen dauerten 3 lange Tage ohne daß sich etwas tat.
Die besorgte Familie versuchte alle möglichen traditionellen Hilfsweisen, von denen keine funktionierte. Erst dann wurde Ruziya in das nächste Health Center gebracht. Aber es war zu spät und sie wurde weiter in ein Krankenhaus geschickt. Sie war bewusstlos, als sie dort ankam.
„Es war mir nicht bewusst, was passiert ist, bis ich nach zwei Tagen aufwachte. Ich fragte meine Mutter, wo ist mein Baby sei und wo ich wäre, sie beruhigte mich und erzählte mir alles „, sagt Ruziya.
Das Baby war eine Totgeburt und sie inkontinent. „Als ich bemerkte, dass ich nicht in der Lage bin, meinen Urin zu kontrollieren, weinte ich gründlich. Als die Krankenschwestern mir über eine mögliche Heilung im Hamlin Fistula Hospital in Addis Abeba erzählt haben, bekam ich Hoffnung auf Heilung „, erinnert sich Ruziya.
Ruziya blieb für 6 Monate bei ihrer Mutter,und versuchte, zu Kräften zu kommen. Als ihr Mann hörte, was mit Ruziya geschehen war, schickte er sie weg und heiratete eine andere Frau.
Vor 3 Jahren kam Ruziya zum ersten Mal in das Fistula Hospital, begleitet von ihrem Bruder. Sie wurde freundlich begrüßt und man begann mit der ganzheitlichen Behandlung. Ruziya wurde 3 mal operiert, aber die ersten beiden Operationen waren nicht erfolgreich. Zu sehr war die Blase zerstört. Vor 4 Monaten erhielt sie eine Harnableitung und ist jetzt völlig trocken.
Zurzeit abolviert sie in Desta Mender ein Reha-Training um selbständig leben zu können.
„In all diesen Tagen der Inkontinenz habe ich niemals die Hoffnung aufgegeben, die Behandlung durch meinen Mannes hat mich dazu gebracht, stärker zu sein als zuvor. Keiner im Dorf wußte, daß ich eine Fistel habe, ich war sauber gekleidet und gewaschen und parfümiert. Aber das war voller Frustration „, erinnert sie sich.
„Danke an Dr. Fekade und seine Krankenschwester, jetzt bin ich trocken und arbeite eifrig an der Veränderung meiner Zukunft. Meine Mutter hat aufder Suche nach Heilung für mich alles verloren, bis ich hier ankam, wo ich nie etwas für den ganzen Service bezahlen mußte, den ich bekam. Du bekommst diese bedingungslose Liebe und Sorge auch nicht aus deiner eigenen Familie. Vielen Dank für alles, was ihr für mich getan habt.“Ruziya.
Zu der Zeit dieses Interviews absolviert Ruziya in Desta Mender das Rehab-Training, nächste Woche beendet sie den dreimonatigen Aufenthalt und blickt zuversichtlich in die Zukunft.

http://hamlinfistula.de/shop/geschenke/desta-mender-rehabilitation-fuer-3-monate.html