Meriem Nuru – junge Mutter

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Meriem heiratete mit 17 Jahren einen Schneider, der in einer Kleinstadt ein kleines Geschäft hatte. Obwohl sie noch so jung war, führte sie mit ihrem Mann eine glückliche Ehe. Um die Familie noch glücklicher zu machen, wurde sie mit 19 Jahren schwanger. Als der Geburtstermin nahe war, begannen die Wehen und dauerten 3 Tage, bis Meriem völlig erschöpft war und ins Koma fiel. Die Familie brachte sie daraufhin in das nahegelegene Krankenhaus.

Sie wurde operiert und brachte ein totes Baby zur Welt. Sie überlebte, aber sie bekam eine Geburtsfistel. Unkontrolliert floß Urin an ihren Beinen hinunter. Alles war naß und stank!

Das Glück wandelte sich in Unglück und dauerte vier Monate bis sie das Bahr Dar Außenzentrum erreichte.
Nach drei Monaten konnte sie die Klinik geheilt verlassen. Nach fünf Jahren kehrte sie zurück, aber dieses Mal voller Freude. Per Kaiserschnitt wurde sie von einem gesunden Jungen entbunden.

Banchiw Ashagre – junge Mutter

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Banchiw ist 35 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Amhara Region. Sie wurde dort geboren und mit 16 Jahren verheiratete ihr Vater sie an einen Mann, den sie noch nie zuvor gesehen hatte.

Zuerst war es für sie sehr schwer mit allen den vielen Pflichten einer Ehefrau klar zu kommen und sie war gezwungen alles neu zu lernen. Ihr Mann arbeitete schwer und sorgte mit einer kleinen Farm für das Familieneinkommen. Ihre traditionelle Rolle war der Haushalt und möglichst viele Kinder zu gebären. Bevor sie eine Geburtsfistel bekam, hatte sie schon 4 mal geboren, aber 2 Kinder starben und ihre Töchter waren 10 und 7 Jahre alt.
Eine Geburtsfistel war nichts Neues für Banchiw. Sie hatte schon geheilte Frauen in ihrem Dorf gesehen, sich aber nie große Gedanken darüber gemacht, bis sie selbst davon betroffen war.
Alle ihre Kinder wurden zuhause ohne medizinische Hilfe geboren, auch die 5. Geburt lief so ab. Aber dieses Mal war es nicht so einfach. Banchiw hatte 2 Tage lang Wehen und unsägliche Schmerzen.

Banchiw lebt weit entfernt von dem nächsten Krankenhaus und die Familie sah keine andere Lösung als für sie zu beten. Am zweiten Tag verspürte sie etwas Erleichterung, als ihr totes Baby ausgetrieben wurde. Sie war sehr traurig, weil schon ihr drittes Kind gestorben war, aber sie fühlte auch, dass diese seltsame Nässe zwischen ihren Beinen unkontrollierbar war. Sie hoffte, es würde bald besser werden und erzählte ihrer Familie zunächst nichts. Die Familie war sehr besorgt über Banchiw und kam zusammen, um über eine Lösung zu beraten. Von einer geheilten Patientin hörten sie von dem Außenzentrum in Bahr Dar.

Nach 3 Monaten Leiden erreichte Banchiw das Außenzentrum in Bahr Dar zum ersten Mal. Es dauerte nur einen Monat, sie zu heilen und ihre Würde wieder herzustellen. Sie kehrte vollkommen geheilt und trocken in ihr Dorf zurück. Das war vor 3 Jahren.

Jetzt ist Bachiw zurück gekommen. Sie war im 8. Monat schwanger und wurde von wenigen Wochen per Kaiserschnitt von einer  gesunden Tochter entbunden.  „Hier wurde mein dunkles Leben wieder erhellt. Ich wurde von dieser unsäglichen Krankheit geheilt und habe jetzt eine wunderschöne Tochter. Ich kann nur allen Mitarbeitern von ganzem Herzen danken“

Zemzem Hamza

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Zemzem Hamza kommt aus einem kleinen Dorf in der Provinz Ilubabor in Westäthiopien. Sie ist 60 Jahre alt und kam vor zwei Jahren zum ersten Mal in das Mettu Außenzentrum.
Zemzem lebte in einer muslimischen Gemeinde. Mit 16 heiratete sie und lebte in einem abgelegenen Dorf, weitab vom nächsten Health Center. Ihr verstorbener Mann arbeitete schwer auf seinen Feldern und brachte es zu bescheidenem Wohlstand. Zemezem lebte ein beschauliches Leben in ihrem Dorf. Sie führte den Haushalt und freute sich darauf, Kinder zu gebären. Sie war insgesamt 9 Mal schwanger, aber alle Kinder waren Fehlgeburten oder lebten nur wenige Tage. Sie gab jedoch nie die Hoffnung auf. Die 10. Schwangerschaft verlief von Anfang an schwierig, nach 3 Tagen Wehen brachte sie ein totes Baby zur Welt und bekam eine Verletzung, von der sie noch nie etwas gehört hatte. Da ihr Dorf sehr abgelegen war, sowohl geografisch als auch in der Entwicklung, hatte Zemzem keine Chance professioneller Hilfe bei all ihren Geburten. Ihr Mann sorgte sich sehr um seine Frau, konnte aber nichts weiter tun, als sich selbst die Schuld geben, was mit Zemzem passiert war. Fünft Jahre, nachdem sie die Fistel bekommen hatte, starb ihr Mann plötzlich und das hatte schlimme Auswirkungen auf ihr weiteres Leben.

Ihr hoffnungsloses und erbarmungswürdiges Leben dauerte 30 Jahre. Da sie keine Kinder hatte, gab ihr die Familie ihres Mannes die schwersten Arbeiten und missbrauchte sie auf vielerlei Weise. Natürlich hatten sie es auf das Land ihres Mannes abgesehen. Sie brachten sie in einer baufälligen Hütte unter, durch die es hindurchregnete. Sie hatte nur eine alte Decke um darauf zu schlafen und man warf ihr das Essen hin auf eine unmenschliche und unerträgliche Art und Weise.
„Der einzige Grund, warum sie mich am Leben ließen, waren die Nachbarn, vor denen sie nicht das Gesicht verlieren wollten. Ich wäre lieber gestorben, als 30 Jahre lang so zu leben. Sie nutzten meine Schwäche und Hilflosigkeit aus, möge Allah es ihnen vergelten“
Die Nachbarn waren erschüttert von der Art und Weise, wie die Familie meines verstorbenen Mannes mich behandelte und brachten mir zu essen und beschützten mich vor den Attacken von wilden Tieren. Die Familie hielten die Kinder von mir fern, in der Hütte stank es erbärmlich.
Sie versklavten Zemzem über 30 Jahre lang, sowohl körperlich als auch psychologisch. Da sie nie die Hütte verließ, erblindete sie und bemerkte nicht, wenn die Hunde und Katzen ihr Essen stahlen.
„Ich wollte mich oft umbringen, weil das Leben unerträglich war, aber selbst dafür war ich zu schwach.“
Vor zwei Jahren wurde Zemzem von Mitarbeitern des Mettu Zentrums gefunden, die in den Dörfern von Tür zu Tür gingen, um Fistelpatientinnen zu finden und in die Klinik zu bringen.
Es war schwierig, die Erlaubnis der Familie zu erhalten, die Angst hatte, dass jemand sie zur Rechenschaft ziehen würde. Nach langen Gesprächen gaben sie nach und Zemzem durfte in das Mettu Außenzentrum reisen.
Nach 30 Jahren Inkontinenz, stigmatisiert und seit 3 Jahren erblindet, war Zemzem viel zu schwach und musste zuerst stabilisiert werden.

 

Fatuma Mohamed – ist wieder in das Fistula Hospital gekommen

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Fatuma ist jetzt 25 Jahrer alt. Sie kommt aus dem Osten Äthiopiens, der Oromiya Region. Vor 10 Jahren kam sie in das Fistula Hospital
Sie heiratete mit 15 Jahren und lebte mit ihrem Mann in einem sehr entlegenen Dorf auf dem Land. Das Familieneinkommen wurde hauptsächlich von ihrem Mann durch Landwirtschaft erwirtschaftet, auf dessen Schultern alles ruhte. Ihre Rolle in der Familie bestand darin, den Haushalt zu führen und mit dem Geld auszukommen, das sie von ihm erhielt. Da sie noch ein Teenager war und Anerkennung suchte, sah sie nichts anderes in ihrer Ehe als Schicksal und Respekt vor der Kultur der Dorfgemeinschaft. Obwohl in ihrem Dorf eine Frau lebte, die erfolgreich an einer Geburtsfistel operiert worden war, hörte Fatume erst von ihr, als sie das gleiche Schicksal erlitt.

Die Hauptaufgabe der Frauen ist es, dem Mann viele Kinder zu schenken. Fatuma wurde mit 16 schwanger. Nach 2 Tagen Wehen wurde sie von der Familie in das nächste Krankenhaus gebracht, das etwa 50 km entfernt war. Die Ärzte dort konnten zwar ihr Leben retten, aber das tote Baby brachte ihr eine doppelte Fistelverletzung und eine schwere Beinverletzung, mit der sie nicht mehr laufen konnte.
Schon bald darauf verließ sie ihr Mann. Geschieden und alleine kehrte Fatuma in ihr Elternhaus zurück und lebte in Scham mit ihrer Fistel. Nach vier Monaten zwischen Leben und Tod hörte ihr Vater von der geheilten Patientin von dem Fistula Hospital in Addis Abeba.
Vor 10 Jahren erreichte Fatuma das Fistula Hospital. Sie wurde von ihrem Vater getragen, unterernährt, mit einer schweren Muskelverletzung und zweifacher Inkontinenz von Stuhl und Urin.
Da Fatuma aufs schwerste verletzt war, blieb sie eine lange Zeit bei uns. In den ersten 7 Monaten bekam sie ausschließlich Physiotherapie um wieder laufen zu lernen. Nach mehreren Operationen wurde sie als vollständig geheilt und trocken entlassen. Während ihres 4-jährigen Aufenthaltes entwickelte sie verschiedene Fähigkeiten in Handarbeiten und Kunsthandwerk im Reha-Zentrum in Desta Mender und verdiente etwas Geld.
„Das Leben mit der Fistel brachte mich dazu, mich selbst zu hassen, keiner wollte etwas mit mir zu tun haben. Ich war traumatisiert und isoliert und möchte nicht mehr daran denken.“ erklärte sie. Geheilt fand sie ihre Würde wieder. Fatuma begann ein neues Leben und heiratete wieder. Sie hat endlich Freude am Leben.

Jetzt ist Fatuma wieder in das Fistula Hospital zurück gekommen voller Hoffnung und wurde durch Kaiserschnitt von einem Jungen entbunden. „Was wäre wohl aus mir geworden, wäre ich nicht hier geheilt worden. Ich danke allen Mitarbeitern für ihre Unterstützung.“