Bethlehem Mesfin

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                                                   Non obstetric fistula case

 

 

 

Obwohl das Fistula Hospital hauptsächlich Geburtsfisteln behandelt, kümmert es sich in außergewöhnlichen Fällen auch um andere Patientinnen wie bei Bethlehem.

Bethlehem ist erst 10 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf im Süden Äthiopiens. Diesen Sommer hat sie die 3. Schulklasse erfolgreich beendet. Nach der Scheidung lebte sie mit ihrem Vater und der Großmutter. Jeden Tag hütete sie das Vieh und spielte dabei mit ihren Freundinnen, wie die meisten Kinder im ländlichen Äthiopien.

Bethlehem träumte davon eine gute Lehrerin zu werden. Aber ein schrecklicher Unfall ereignete sich letzten Sommer und verdunkelte ihre Zukunft und brachte auch große Traurigkeit in die Familie. Als sie mit ihren Freundinnen auf dem Feld spielte, fiel sie so unglücklich über einen Gestell mit Heu zum Trocknen und verletzte dabei ihre Blase so schwer, dass sie inkontinent wurde.

Jedermann in der Familie und im ganzen Dorf war bestürzt über diesen Unfall und man brachte sie in das nächste Krankenhaus. Dort konnte sie nicht behandelt werden, aber man schickt sie in das Fistula Hospital in Addis Abeba.

Seit diesem Unfall hat Bethlehem ihr Lachen verloren und lebte 4 Monate bei ihrem Vater.

Obwohl das Fistula Hosptial hauptsächlich Geburtsfisteln behandelt, nahmen die Ärzte Bethlemen aufgrund ihres Alters und der Armut ihrer Familie im Oktober auf.

Nach verschiedenen Untersuchungen war sie stabil genug, als erste in dem neu renovierten Operationssaal behandelt zu werden. Nach  3 Tagen wurde der Katheter entfernt, Bethlehem war geheilt und trocken und konnte wieder lachen.

„Als ich hörte, dass ich meine Tochter hier alleine zurück lassen soll, war ich zuerst sehr misstrauisch, aber ich lernte schnell, dass dies falsch war. Dieses besondere Krankenhaus kümmert sich sehr um seine Patientinnen und ich danke allen Mitarbeitern für alles, was sie für mein Kind getan haben.“

 

Etabezahu Eshete – Mutter von Zwillingen

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Etabezahu kommt ursprünglich aus dem Norden. Vor 19 Jahren kam sie in die Hauptstadt auf der Suche nach Arbeit um ihre Familie zuhause zu unterstützen. Sie war damals erst 14 Jahre alt. Viele Jahre arbeitete sie als Hausgehilfin bei verschiedenen Familien.

Vor vier Jahren heiratete sie einen Polizisten und führte ihren eigenen Haushalt. Als Polizist verdient ihr Mann nur ungefähr 75 Dollar im Monat, davon kann man in der Hauptstadt kaum überleben. In der Hoffnung, dass das Leben in der Zukunft besser würde, lebte Etabezahu sehr sparsam.

Zwei Jahre nach der Hochzeit wurde sie schwanger. Ihr Mann freute sich sehr, denn auch er wollte gerne Kinder haben. Bei der Vorsorgeuntersuchung erfuhr Etabezahu, dass sie Zwillinge haben würde. Sie versäumte keine Untersuchung und fühlte sich sehr wohl bis zum Entbindungstermin. Sie ging in eine Geburtsklinik und hatte stundenlange Wehen. Die Schwestern dort verstanden nicht, dass sie Hilfe benötigte. Nach 6 Stunden wurde sie endlich ins Krankenhaus verlegt. Der Arzt war schokiert, als er sie sah und bemerkte, dass die Zwillinge Steißlage waren und konnte mit einem Kaiserschnitt das Leben von Etabezahu und ihren Kindern retten.

Aber trotzdem hatte Etabezahu nach der Geburt Schwierigkeiten, ihren Urin zu kontrollieren. Sie hoffte, es würde besser werden und erzählte lange Zeit niemandem davon. Aber bald wurde es so schlimm, dass sie es nicht mehr vor ihrem Mann geheim halten konnte. Er hatte von dem Fistula Hospital gehört und brachte sie zusammen mit ihren bezaubernden Zwillingen.

Zuerst wurde sie wieder nach Hause geschickt, weil sie noch zu schwach für die Operation war. Aber 3 Monate später kam sie zurück und konnte innerhalb von 20 Tagen geheilt werden. Ihre Babies waren die ganze Zeit dabei.

Etabezahu ist glücklich, dass sie wieder geheilt ist, aber das geringe Familieneinkommen ist ein Problem. Sie hat nicht genug Milch für beide Babies. Das Krankenhaus hat ihr zusätzliche Milch gegeben, aber wenn sie wieder zuhause ist, wird es schwer werden, das Geld dafür aufzubringen.

Vielleicht findet sich jemand, der die Familie in den ersten Monaten unterstützt.

 

Kebebush Feyissa

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Nachdem sie im Alter von 18 Jahren geheiratet hatte, wurde Kebebush bald Mutter von drei Kindern. Sie war glücklich mit ihrer Familie. Das vierte Kind wurde tot geboren. Ihr Mann sorgte als Landwirt eines kleinen Betriebs für den Lebensunterhalt. Kebebush übernahm in der Familie eine traditionelle Rolle: die Hausfrau, die sich um Kinder und Haushalt kümmert und ihren Mann zusätzlich durch den Verkauf von Gemüse auf lokalen Märkten unterstützt.

Im Heimatort der Familie gelten Kindern traditionell als soziale Absicherung –   viele Kinder zu haben, steigert auch deshalb das soziale Ansehen einer Familie. Für Kebebush war es daher selbstverständlich, ein fünftes Mal schwanger zu werden und so zu versuchen, ihre Familie durch ein weiteres Kind zu vergrößern. Doch die Geburt verlief schwierig. Nach zwei Tagen in den Wehen verließ sie die Kraft, weiter zu pressen. Erst dann brachte ihre Familie sie zum nächstgelegenen Krankenhaus, das zu Fuß in sechs Stunden erreicht werden konnte. Im Krankenhaus brachte sie dann ein totes Kind zur Welt. Sie selbst war schwer verletzt und hatte eine Geburtsfistel entwickelt, die sie inkontinent zurückliess – eine Krankheit, von der sie noch nie vorher gehört hatte.

Auf Empfehlung des örtlichen Arztes blieb Kebebush vier Monate zuhause, um sich soweit zu erholen, dass eine Operation gewagt werden konnte.

Unsere Ärzte in Yirgalem benötigten nur zwanzig Tage, um Kebebush zu heilen und sie vollständig trocken wieder nach Hause zu entlassen.

Drei Jahre nach der erfolgreichen OP ist Kebebush nun wieder als Patientin in Yirgalem. Nun aber als Entbindende, die vor einigen Wochen ein wunderschönes Mädchen sicher per Kaiserschnitt zur Welt gebracht hat.

Nun hat die Familie zwei Töchter und zwei Söhne.

„Gott danke allen, die mich hier bei Hamlin Fistula behandelt und wieder zu einer gesunden Frau gemacht haben – mögen Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten sich vervielfältigen in Äthiopien, um mehr Frauen zu helfen“.

 

Abaynesh Sebbeko – ein Patientin

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Abaynesh’s Familie stammt aus einer Gemeinde in der die Landwirtschaft die Haupteinkunftsquelle der Bevölkerung darstellt. Abaynesh war erst 17, als sie von ihrer Familie mit einem Landwirt verheiratet wurde, der deutlich älter ist als sie selbst. Als Hausfrau und wirtschaftlich vollständig von ihrem Ehemann abhängig, verbrachte sie ihre Zeit hauptsächlich im Haus, wo sie sich um Küche und Haushalt kümmerte und manchmal auch Hilfstätigkeiten in der Landwirtschaft übernahm. Am Anfang war dies für das junge Mädchen schwierig, aber sie fand sich mit Unterstützung von Freunden und Familie mit ihrem neuen Leben ab.
Geburtsfisteln waren für Abaynesh ein völlig unbekanntes Phänomen von dem sie nie gehört hatte, bevor sie selbst diese schwere Verletzung erlitt. Mit 19 Jahren wurde sie erstmals schwanger, ihre Schwangerschaft verlief neun Monate lang normal. Ihr Dorf verfügt nicht über medizinische Einrichtungen, so musste Abaynesh zuhause entbinden, wie ihre Vorfahren. Sie hatte keine andere Wahl.
Die Geburt verlief sehr schwierig, zwei Tage lag sie in den Wehen, unterstützt nur von einer traditionellen Geburtshelferin. Sie ertrug entsetzliche Schmerzen, bevor sie nach zwei Tagen in ein Koma fiel, unfähig, weiter zu pressen. Erst zu diesem Zeitpunkt entschied die Familie, Abaynesh in das nächste Krankenhaus zu bringen – etwa sechs Autostunden entfernt von ihrem Dorf.
Im Krankenhaus konnte man nur noch Abaynesh retten – das Kind musste sie tot zur Welt bringen. Sie blieb schwer verletzt zurück – mit einer Geburtsfistel. Als sie erwachte, bemerkte sie mit Entsetzen, dass sie von Urin durchtränkt war. Ihr erster Gedanke war, dass dies eine Flüssigkeit sei, die mit ihrer Behandlung zu tun hatte. Als man ihr erklärte, dass sie nun ihren eigenen Urin nicht mehr kontrollieren könne, verbarg sie ihr Gesicht vor Scham.

Die Ärzte empfahlen Abaynesh, sich mindestens drei Monate zu erholen, um für die notwendige Operation stabil genug zu sein. Nach drei langen Monaten in Einsamkeit kam sie endlich in Yirgalem an, unserem Krankenhaus im Süden von Äthiopien. Das war vor einem Jahr.
Innerhalb von zwei Monaten konnte Abaynesh völlig geheilt und wiederhergestellt werden, dank der umfassenden Behandlung und Unterstützung durch die Mitarbeiter von Fistula. Abaynesh’s Ehemann, der sie in dieser leidvollen Zeit immer unterstützte, war überglücklich, seine Frau gesund wieder bei sich zu haben. Beide freuten sich auf ihr gemeinsames Leben.
Nach einem Jahr kehrte Abaynesh nach Yirgalem zurück, um von einem gesunden Jungen per Kaiserschnitt entbunden zu werden.
“Hamlin hat meine Familie doppelt glücklich gemacht – mit meiner Heilung von dieser unvorstellbar schlimmen Verletzung und nun mit der Entbindung von diesem wunderbaren Baby, dessen Mutter ich dank Fistula werden konnte – ich werde für Euch alle mein Leben lang beten – das ist alles, was ich tun kann um zu danken!”, sagt Abaynesh.

Tsehaynesh Demekew

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Tsehaynesh heiratete und lebte mit ihrem Mann in einem kleinen Dorf, sehr weit entfernt von dem nächsten Health Center. Ihr Mann ist ein kleiner Landwirt, der sehr hart für den Familienunterhalt arbeitete. Neben der Hausarbeit half ihm Tsehaynesh bei der Arbeit, soviel sie konnte. Wie bei vielen Landfrauen in Äthiopien, besteht ihre Rolle darin, Kinder zur Welt zu bringen. Das war das einzige Leben, das sie kannte, so war es schon immer und Tsehaynesh konnte sich auch nichts anderes vorstellen.

Bei Ihrer ersten Geburt hatte Tsehaynesh drei Tage lang Wegen bis sie von der Familie auf einer selbstgebastelten Trage in ein Health Center gebracht wurde, wo sie eine Totgeburt hatte und eine Blasen-Scheiden-Fistel bekam. Nach vier hoffnungslosen Monaten hörte sie von dem Außenzentrum in Bahr Dar. Die Leute des Health Centers hatten ihr davon erzählt.
Bei ihrer Ankunft vor 9 Jahren war das Bahr Dar Zentrum noch ziemlich neu und erst 2 Jahre in Betrieb. Es gab noch keinen festen Arzt dort, aber die Ärzte des Fistula Hospitals in Addis Abeba kamen regelmäßig zum Operieren.
Nach nur einem Monate konnte Tsehaynesh gesund nach Hause zurückkehren. Sie war trocken und ihr Gesicht strahlte wie die Sonne. (Tsehaynesh bedeutet: Sonnenlicht). Obwohl es die Ärzte ihr nie gesagt hatten, kam Tsehaynesh mit ihrem Mann überein, zunächst ein Jahr bei ihrer Tante zu leben.

„Ich schämte mich so sehr, dass ich sicher sein wollte, dass mir so etwas nicht noch einmal passieren würde“
Nach einem Jahr wurde sie wieder schwanger und kam in das Zentrum um ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen. Ihr Sohn ist jetzt 7 Jahre alt und geht zur Schule. Jetzt kam Tsehaynesh erneut um ihren 2. Sohn zu gebären, wieder per Kaiserschnitt.