Asiyya Babora – Mutter und Fistelpatientin

Mehr lesen

Asiyya ist 19 Jahre alt und kommt aus der Region Benishangul in der Nähe von Asosa. In Benishangul entsteht einer der größten hydroelektrischen Staudämme. Die meisten Leute der Umgebung leben als Nomaden in Stammesverbänden. Asiyya hütete das Vieh und folgte mit ihrer Familie dem Regen. Für die Regierung ist es sehr schwierig, Gesundheitsvorsorge für Nomaden zu gewährleisten.

Nach der Hochzeit mit einem Mann vom selben Stamm lebte Asiyya weiterhin nomadisch, aber als Ehefrau. So kannte sie das Leben und wollte nichts anderes. Alles schien gut und glücklich bis zu der ersten Schwangerschaft. Asiyya hatte verlängerte Wehen und wurde nach einem Tag in das nächste Health Center gebracht. Die Krankenschwestern bemerkten, dass es Komplikationen geben würde und schickten sie in das Regierungskrankenhaus in Asosa. Die Ärzte dort konnten durch einen Kaiserschnitt Asiyyas Leben und auch das Baby retten, aber sie war danach inkontinent. Im Krankenhaus erfuhr sie, dass sie nach 3 Monaten nach Bahir Dar gehen sollte, wo man sie kostenlos behandeln könne.

„Zu Hause verliess mich mein Mann, meine Mutter starb an einem Schlangenbiss. Ich musste mich auch um meine kleine Schwester und meinen Jungen kümmern. Ich stillte beide gleichzeitig. All das machte mich ziemlich traurig und ich konnte das Leben kaum ertragen“

Nach 3 Monaten fuhr Asiyya 600 km mit dem Bus nach Bahir Dar. Sie hatte ihren Sohn und ihre kleine Schwester dabei. Nach 6 Monaten hatte sie eine erste Operation, die nicht erfolgreich war und kehrte nach Hause zurück mit einem Termin für die nächste Operation. Die 2. Operation zeigte eine Verbesserung aber sie war ebenfalls nicht erfolgreich und Asiyya kehrte nicht mehr nach Bahir Dar zurück, obwohl sie einen Termin hatte. Sie entschied sich, das Außenzentrum in Mettu aufzusuchen, obwohl es 1.000 km entfernt war.

Auch die 3. Operation in Mettu war nicht erfolgreich, obwohl alles schon sehr viel besser war. Jetzt wartet sie auf eine letzte Operation mit der Hoffnung, dass sie danach vollkommen trocken sein wird. Ihre kleine Schwester und den 3-jährigen Sohn ließ sie bei ihrem älteren Bruder.

Die Mitarbeiter des Zentrums in Mettu sind hoffnungsvoll, Asiyya heilen zu können. Ansonsten wird sie nach Addis Abeba überwiesen zur weiteren Behandlung. Aiyya ist eine junge Frau mit freundlichem Lächeln und sehr herzlich zu jedem im Außenzentrum in Mettu.

http://hamlinfistula.de/shop/geschenke/fistel-operation.html

Workinesh Kebede

Mehr lesen

Workinesh kommt aus Sekota, einem Dorf in Nordäthiopien. Sie ist etwa 30 Jahre alt und hat nie eine Schule besucht. Mit 14 Jahren wurde sie an einen jungen Bauern verheiratet und war schon kurz nach der Hochzeit schwanger. Das ware gute Nachrichten, denn die Rolle einer Frau besteht darin, ihrem Mann möglichst viele Kinder zu schenken.
Die Schwangerschaft verlief problemlos, aber die Geburt dauerte 6 lange Tage voller Wehen und ohne das das Baby geboren wurde. „Alle dachten, ich würde sterben, aber die traditionelle Geburtshelferin holte das tote Baby aus meinem Bauch. Ich blieb am Leben und habe seitdem große Schmerzen.“
Durch die langen Wehen hatte Workinesh eine doppelte Fistel und eine schwere Beinkontraktur. „Ich weiß, dass ich nur inkontinent bin, meine Mutter hat mir gesagt, ich solle die Undichtigkeit kontrollieren, aber das habe ich nicht geschafft“, erinnert sie sich. Workinesh blieb noch etwa vier Jahre auf einer getrockneten Ochsenhaut in einem isolierten Raum liegen. „Es waren meine Eltern, die mich besuchten, um mich und meine Sachen zu waschen. Nach 4 Jahren erschien mein Mann und erzählte mir von den Heilungsmöglichkeiten im Fistula Hospital. Wir beide haben es niemandem erzählt, dass wir nach Addis Abeba fuhren.“
Vor ungefähr 10 Jahren waren Workinesh und ihr Mann in das Fistula Hospital gekommen. Innerhalb von sechs Monaten ganzheitlicher Versorgung und einer Operation wurde Workinesh von der rektalen Fistel geheilt und nach Hause entlassen. Auch die Beinfraktur hat sich sehr verbessert. Sie hatte 6 Monate später einen Termin für eine erneute Operation. „Als wir nach Hause zurückkehrten, war die Familie sauer auf den Mann, weil er sie nicht vorher gefragt hatte. Meine Familie war unglücklich darüber, dass ich bei ihm war und mich isoliert hatte.“ Workinesh kam dann allein zur Operation. 2 Operationen verliefen erfolglos. Durch die Unterstützung des Fistula Hospitals bekam Workinesh Arbeit in einem Waisenhaus in Nordäthiopien. Nachdem das Waisenhaus vor wenigen Monaten geschlossen wurde, kehrte Workinesh zu einer Harnableitung nach Addis Abeba zurück und ist jetzt in Desta Mender zum Rehabilitationstraining.
„Emmaye (Dr. Catherine Hamlin) ist wie ein Engel, der von Gott geschickt wurde, um armen Frauen wie mir selbst zu helfen, und ich danke Gott zuerst dafür, dass er sie für uns gesandt hat, und wünsche ihr, dass sie für immer am Leben bleibt.“

http://hamlinfistula.de/shop/geschenke/desta-mender-reha-unterbringung-fuer-1-jahr.html

Tekele Woldekidan – Desta Mender

Mehr lesen

Tekele ist schätzungsweise 46 Jahre als und kommt aus einem kleinen Dorf in Nordäthiopien. Für alle Dorfbewohner war es nicht wichtig, das Geburtsdatum zu kennen, sie schätzen ihr Alter an Lebensereignissen. Tekele ist sehr traditionell aufgewachsen. Da ihre Mutter früh starb, wuchs sie mit ihrem Vater auf, der einige Felder bearbeitete, um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Tekele hütete die Ziegen und half ihrer Stiefmutter. Schule war ein undenkbarer Luxus.
Mit etwa 15 Jahren wurde Tekele verheiratet und kurz danach schwanger. Alle freuten sich über diese Nachricht. Da das nächste Health Center 4 Stunden Fußmarsch entfernt war, ging Tekele während der ganzen Schwangerschaft nie dorthin. Sie wollte ihr Kind zuhause gebären, wie es alle Frauen taten und wie es schon immer Tradition war.
Die Wehen dauerten 4 schmerzhafte Tage und keine der traditionellen Geburtshelferinnen konnte helfen. Nach 4 Tagen wurde das Baby tot geboren und Tekele hatte eine doppelte Fistel. Durch die langen Wehen war auch ihre Beinmuskulatur geschwächt, so dass sie nicht gehen konnte. „Ich war so deprimiert und beschämt von diesem Zustand. Ich blieb ein Jahr lang zu Hause, mein Mann pflegte mich, wusch meine Kleidung, badete und fütterte mich. Mein Mann war der Priester des Dorfes und hielt meine Krankheit den anderen gegenüber geheim.“ erinnert sich Tekele.
Nachdem Tekele wieder alleine laufen konnte, reiste sie zum ersten Mal nach Mekelle auf der Suche nach Heilung. Das Außenzentrum in Mekelle war noch nicht gebaut, aber eine NGO, die dort arbeitete, schickte Tekele nach Addis Abeba.
Vor etwa 20 Jahren kam Tekele im Fistula Hospital an und nach 4 Monaten war dir rektale Fistel und die Beinverletzung geheilt. Tekele sollte 6 Monate später zur nächsten Operation kommen, aber sie tauchte nie auf sondern lebte 20 Jahre mit ihrer Blasen-Scheiden-Fistel. „Mein Mann und ich selbst haben nicht geglaubt, dass die nächste Operation funktionieren könnte, weil wir dachten, dass ich entlassen worden war, weil ich unheilbar war. Also haben wir beschlossen, dass eine weitere Operation nichts als Zeitverschwendung sei. Diese 20 Jahre verbrachte ich völlig istoliert. Niemand im Dorf außer meinem Mann wußte von meiner Inkontinenz.“
Die Nachricht, dass es in Mekelle ein Außenzentrum gab, nährte neue Hoffnung in Tekele. Vor 2 Jahren reiste sie dorthin, aber die Operation war nicht erfolgreich. Tekele wurde erneut nach Addis Abeba weiter geschickt. Letzten Sommer wurde sie erneut operiert und ist jetzt völlig trocken. „Es war wie eine Entlassung nach 20 Jahren Gefängnis. Endlich kann ich teilnehmen an glücklichen oder traurigen Ereignissen im Dorf und muss keine Ausreden mehr erfinden.“
Tekele lebt jetzt in Desta Mender. Die durchläuft die Rehabilitation und wird in wenigen Monaten nach Hause zurückkehren um in Zukuft in ihrem Dorf zu helfen.

http://hamlinfistula.de/shop/geschenke/desta-mender-rehabilitation-fuer-3-monate.html

Fatuma Mussa

Mehr lesen

Fatuma stammt aus einer muslimischen Familie und lebt in einem kleinen ländlichen Dorf im Norden Äthiopiens. Dort gab es weder Strom noch fließendes Wasser oder Gesundheitseinrichtungen. Alles war 4 Stunden Fußmarsch im nächstgrößeren Marktflecken. Im Dorf gab es auch keine Schule, die Fatuma hätte besuchen können. Die Dorfgemeinschaft lebte sehr traditionell und hatte wenig Respekt vor Frauen. Als sie 9 Jahre alt war, wurde Fatuma beim Ziegenhüten vergewaltigt, aber zum Glück nicht schwanger. Mit 11 Jahren wurde sie mit einem sehr viel älteren Bauern verheiratet. Fatuma war glücklich darüber, dass er sie zur Frau nahm, obwohl sie vergewaltigt worden war. Unverheiratete Frauen haben weniger Rechte als ein Hund! Ihr Eheglück dauerte nur 4 Jahre bis sie zum ersten Mal schwanger wurde. Während der Schwangerschaft ging sie nie zur Vorsorgeuntersuchung.
Zur Geburt ging Fatuma in das Haus ihres Vaters. Die Stiefmutter und andere ältere Frauen des Dorfes standen ihr bei. Da sie noch nicht voll entwickelt war, blieb das Baby im Geburtskanal stecken. Die Wehen dauerten 5 lange Tage. Am Ende fiel Fatuma ins Koma und hat keine Erinnerung daran, was danach passierte. Das Kind wurde nach 5 Tagen tot geboren. Fatuma hatte eine doppelte Fistel und konnte ihre Beine nicht mehr bewegen. Aber selbst dann kam niemand auf die Idee, sie in eine Klinik zu bringen.
Ihr Mann verließ sie sofort und Fatuma blieb bei ihrem Vater. Zum Glück half ihr die Stiefmutter am Anfang, aber nach einiger Zeit wurde Fatuma aufgrund ihres Gestanks auch von der eigenen Familie abgelehnt. „Durch die Mißhandlung durch meine eigene Familie wollte ich nur noch sterben, in der Nacht sammelte ich meine Sachen und lief weg, bis die Frau meines Onkels mich fand und mich zu sich brachte“, erinnert sie sich.
Die Frau ihres Onkels war hilfsbereit und fürsorglich. Fatuma blieb dort 10 Jahre – mit Fisteln, ohne nach Heilung zu suchen. „Als ich über eine Klinik gesprochen habe, machten mir die Dorfbewohner Angst, dass die Leute in der Klinik mein Blut saugen und mich ermorden würden. Danach höre ich auf, darüber nachzudenken „, sagte Fatuma.
Nach 10 Jahren dieses Traumas entschloss sich Fatuma, selbst nach Heilung zu suchen. Sie hatte etwas Geld aus der Arbeit und dem Verkauf von Kunsthandwerken gespart und war in das Regierungskrankenhaus der großen Stadt gefahren, einen halben Tag von ihrem Dorf entfernt. Begleitet von einem Verwandten wurde Fatuma in das Addis Abeba Fistula Krankenhaus geschickt.
Dort kam sie vor etwa 15 Jahren an und lebt seitdem hier. Nach 5 Operationen zeigten sich Verbesserungen, aber keine vollständige Heilung. Vor 3 Monaten wurde sie erfolgreich mit einer Harnableitung operiert und ist jetzt völlig trocken. „Jetzt bin ich frei, frei, wieder unter Menschen zu gehen, frei um mit den Herausforderungen des Lebens zu kämpfen, frei, um meine Zukunft besser zu machen. Danke an Emaye (Dr. Catherine Hamlin) an erster Stelle, dann an alle anderen in diesem Krankenhaus. Ihr habt mich nicht von Fisteln geheilt, sondern auch von dem unzivilisierten Denken, in dem ich früher war. 10 Jahre lang habe ich jede traditionelle Medizin in meinem Dorf genommen, aber Angst vor Krankenhäusern. Jetzt bin ich Botschafterin in meinem Dorf und erzähle allen über die richtige Lebensweise“, erklärt sie.
Fatuma ist jetzt in Desta Mender, wo sie an ihrem Rehabilitationstraining teilnimmt. In zwei Monaten macht sie ihren Abschluss und wird in ihrem Dorf reintegriert.

http://hamlinfistula.de/shop/geschenke/desta-mender-rehabilitation-fuer-3-monate.html

Mekdes Abiyu

Mehr lesen

Mekdes ist etwa 23 Jahre alt und kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Sie durfte 3 Jahre lang die Grundschule besuchen, danach wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann in dem Dorf, wo es weder Strom noch fließendes Wasser gab und der nächst größere Marktflecken ist 7 Stunden Fußmarsch durchs Gebirge. Mekdes war jedoch glücklich, sie kannte kein anderes Leben. Mit 14 wurde sie zum ersten Mal schwanger und die ganze Familie war hocherfreut. Im Gegensatz zu anderen Familien gingen Mekdes und ihr Mann jeden Monat die 7 Stunden durchs Gebirge zu den Vorsorgeuntersuchungen. Die 9 Monate Schwangerschaft verliefen sehr gut und Mekdes wurde bei Beginn der Wehen sofort in eine Klinik gebracht. „Die Wehen dauerten lange und am Ende wurde ich bewusstlos. Die Krankenschwestern entschieden, dass ich nicht überleben werde und schickten mich in mein Dorf zurück“
Bei ihrer Ankunft zu Hause, immer noch der Fötus in ihrem Leib, wachte Mekdes auf und presste weiter. Nach 3 weiteren Tagen brachte man sie in eine andere Klinik, die noch weiter entfernt lagen. Auf dem Weg in diese Klinik erlitt sie eine Totgeburt, eine doppelte Fistel und durch das lange Pressen eine Fußheberschwäche.
Zwei Wochen später brachte ihr Onkel Mekdes in das Außenzentrum Bahir Dar. Das war vor 7 Jahren. Ihr Fall war zu schwer, um in Bahir Dar behandelt zu werden. „Ich dachte nie, dass ich geheilt werden könnte bis ich in Addis Abeba angekommen bin. Dort zeigte sich nach 2 Jahren eine große Verbesserung. Die Rektalfistel wurde geschlossen und ich konnte mich wieder bewegen, alleine ins Badezimmer gehen und mich reinigen. Von der Hoffnungslosigkeit zur Hoffnung“
Nach zwei erfolglosen Operationen bekam Mekdes vor 3 Jahren eine Harnableitung, die sie für immer heilte. Ihr fürsorglicher Ehemann war die ganze Zeit an ihrer Seite.
„Ich bin sprachlos und weine, um Emaye (Dr. Catherine Hamlin) meine Dankbarkeit auszudrücken.“, erklärt Mekdes.
Bei Dr. Catherines 94. Geburtstag schenkte Mekdes ganz allein einen selbstgestrickten Schal, umarmte sie mit Liebe und küsste sie auf die Knie, eine traditionelle Art, jemandem zu danken.
„Alle Mitarbeiter geben uns bedingungslose Liebe und Fürsorge. Sie fühlen sich nie angewidert, sondern arbeiten unermüdlich daran, uns sauber und glücklich zu halten. Dieses Krankenhaus ist außergewöhnlich“, sagt Mekdes.

http://hamlinfistula.de/shop/geschenke/fistel-operation.html