Bezu – Gärtner im Fistula Hospital

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Der wunderschön angelegte Garten im Fistula Hospital dient nicht nur der Erholung. Er  ist vielmehr ein Teil des ganzheitlichen Betreuungsansatzes, den HFE bewusst entworfen und umgesetzt hat, um den Patientinnen Hoffnung zu vermitteln. Für Bezu Gizachew, Vater von zwei Söhnen und einer Tochter, ist Gartenarbeit nicht nur ein Job, sondern eine Berufung, der er mit Hingabe nachgeht. Bevor Bezu vor 11 Jahren als Gärtner im Fistula Hospital anfing, hat er schon in verschiedenen anderen Gärten gearbeitet. Seitdem arbeitet er zusammen mit seinen Kollegen mit Leidenschaft, um den Garten des Fistula Hospitals in einen atemberaubend schönen Garten mit vielen Blumen, Stauden und Büschen in eine Oase des Friedens zu verwandeln. „Wenn ich sehe, wie die Frauen des Fistula Hospitals den schönen Garten genießen, den ich für sie geschaffen habe, denke ich, daß ich auch ein bisschen dazu beigetragen habe, ihre Würde wieder herzustellen. Für mich ist dies nicht nur eine bezahlte Arbeit, sondern befriedigt auch meine Seele“ Bezu hatte auch die Gärten in den Außenzentren Yirgallem, Mekelle und Harar angelegt und trainiert die Gärtner in den jeweiligen Zentren.

http://fistula.de/fistula_hospital.html

Jährliches Review-Meeting 2017

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Wie jedes Jahr im Juli, am Ende des äthiopischen Kalenderjahres, trafen sich die Mitarbeiter des Hamlin Fistula Hospital zu seinem Präventionsprogramm, um die bisherigen Erfolge zu bewerten und die Zukunft zu planen. Letztes Jahr in Bahir Dar wurde beschlossen, in Zukunft auch die Leistung der drei Säulen: Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Wiedereingliederung zu bewerten.
Dieses Jahr, vom 27. bis 28.7. fand die jährliche Besprechung in der wunderschönen Stadt Awassa statt, in der Nähe des Yirgalem-Zentrums im Süden.  Es nahmen 70 Mitarbeiter daran teil, darunter der CEO, der medizinische Direktor und andere Mitarbeiter des Managements, der Leiter der Außenzentren, einige Hebammen und Mentoren.

In seiner Eröffnungsrede bedankte sich Dr. Tesfaye, der CEO und betonte die deutlichen Verbesserungen. Er dankte vor allem den medizinischen Mitarbeitern, Dr. Fekade und alle Ärzte, die daran den größten Anteil hatten. Alle sollten sich bemühen, den Traum von Dr. Catherine und Reginald Hamlin fortzuführen.
Die Leiter der Außenzentren, der Hebammenschule, der Rehabilitation und des Managements legten ihren Jahresbericht vor und diskutierten Engpässe. Auch der kürzlich überarbeitete strategische Plan wurde besprochen. Die großen Herausforderungen des Vorjahres wie die Leistungslücke zwischen Zentren, Einschränkungen des Personalmanagements, unbefriedigende Zahlungsskalen und andere wurden identifiziert und Lücken für das kommende Jahr gelöst. Auch die Hamlin Hebammen berichteten über ihre Arbeit und Probleme.

Melkitu Keno – Lehrerin im Fistula Hospital

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Seit 14 Jahren unterrichtet Melkitu Keno die Patientinnen im Fistula Hospital. Es gibt dort ein Klassenzimmer, in dem die Frauen unterrichtet werden. Die meisten von ihnen haben noch nie eine Schule besucht. Melkitu unterrichtet nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sie ist mit Leidenschaft bei der Arbeit und hat schon viele herzzereißende Geschichten gehört. „Für mich ist dies nicht nur eine bezahlte Arbeit, sondern auch eine spirituelle Verpflichtung. Wir alle sehen, dass Dr. Hamlin ihr Leben geopfert hat, um den armen Frauen zu helfen. Sie ist unser Vorbild und Ansporn.“ sagt Melkitu. Jeden Morgen richtet sie das Klassenzimmer her. Die Frauen gehen nicht nur zur Schule, sie lernen auch Familienplanung, Hygiene und ihre Rechte kennen. „Wenn ich das Gefühl habe, durch den Unterricht etwas zur Zukunft der Frauen beizutragen, macht mich das sehr zufrieden.“ Melkitu ist inzwischen 42 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und 4 Kindern in Addis Abeba.

 

 

Brigitte – Heftnummer (16/2017)

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In der Brigitte ist momentan ein 5-seitiger Bericht über das Fistula Hospital. Die Journalistin Andrea Jeska war im Frühjahr 2017 in Addis Abeba im Fistula Hospital. Diese Recherche wurde durch ein Stipendium des European Journalism Centre und der Gates-Stiftung ermöglicht. Herzlichen Dank an dieser Stelle an Frau Jeska, die Redaktion von Brigitte und die Gates-Stiftung.

Mehr Infos und Artikel Download unter:Presse Fistula.

Getenesh Tadesse – Hausmeisterin in Desta Mender

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Getenesh wurde in einem abgelegenen Bergdorf geboren, wo es keinerlei Infrastruktur gibt. Die Dorfbewohner müssen mindestens sechs Stunden laufen bis zur nächsten Klinik, Schule oder Elektrizität. Getenesh besuchte nur kurze Zeit die Schule, dann blieb sie zu Hause und half ihrer Mutter. Sie kümmerte sich um Kühe und Schafe. Mit 14  Jahren wurde Getenesh verheiratet. 
Ein Jahr nach der Heirat wurde Getenesh zum ersten Mal schwanger. Die Schwangerschaft freute die ganze Familie, weil Unfruchtbarkeit im traditionellen ländlichen Äthiopien etwas Schlimmes ist. Sie verbrachte normale neun Monate ohne eine einzige ärztliche Untersuchung. Ihre Mutter  betreute sie während der Wehen. Eine andere Option gab es nicht. Die nächste Klinik war 6 Stunden Fußmarsch entfernt. Die Wehen dauerten 4 lange Tage. „Am vierten Tag, an dem ich keine Bewegung im Mutterleib fühlte, dachte ich, ich hätte Erleichterung und wollte zunächst nicht in die Klinik. Dort hörte ich, dass ich mein Baby verloren habe“, erinnert sich Getenesh. Nach sechs Stunden auf einer selbst gebauten Trage, wurde Getenesh in das nächste Health Center gebracht. Von dort wurde ich in das nächste Krankenhaus gebracht. Die Familie muss eine Fahrtmöglichkeit finden und sie blieb eine weitere Nacht in der Klinik. Am sechsten Tag kam Getenesh sehr schwach und bewußtlos ins Krankenhaus. Das tote Baby wurde mit der Zange geholt, dabei wurde die Blase verletzt. Als sie wieder zuhause war, bemerkte sie, dass sie inkontinent war. 
Das Krankenhaus schickte sie in das Fistula Hospital, wo Getenesh, begleitet von ihrer Tante,vor etwa 10 Jahre ankam.  Sie wurde mit Medikamenten versehen und nach Hause geschickt mit einem Termin zur Behandlung. Nach einem Jahr war ihre Blase geschlossen und sie konnte überhaupt nicht urinieren. So wurden auch die Nieren in Mitleidenschaft gezogen und Getenesh kam erneut in das Fistula Hospital.  Die erste Operation war noch nicht erfolgreich, vor allem die Nierenschmerzen nahmen zu. Über vier Jahre blieb Getenesh unter lebensbedrohlichem Zustand hier in unserem Krankenhaus. Die Harnableitung im Jahr 2011, war erfolgreich und Getenesh erholte sich völlig.  Sie wurde völlig trocken und ihre Nieren besserten sich. Wegen des schwierigen Falles konnte Getenesh nicht in ihr Heimatdorf zurück. Sie wurde in das Rehabilitationsprogramm in Desta Mender aufgenommen und trainierte verschiedene Fähigkeiten, wie Gemüsebau und Milchwirtschaft. Neben dem Reha-Training ging sie in die Abendschule, die sie nun erfolgreich beendet hat. Vor einem Jahr begann Getenesh als Hausmeisterin und Putzfrau. Sie lebt unabhängig in einem gemieteten Haus in der Nähe von Desta Mender. „Die Probleme, mit denen ich in den vergangenen zehn Jahren konfrontiert war, waren früher nicht zu überwinden, aber dank Hamlin habe ich das Unmögliche möglich gemacht und hier fühle ich mich besser als je zuvor und träume von der Zukunft“, sagte Getenesh. „Immer wenn ich Emaye (Dr. Catherine Hamlin) sehe, wünsche ich, dass ich ihre Sprache sprechen könnte und mich bedanken könnte für alles, was sie und ihr Team mit mir gemacht haben. Ich bezweifle sogar, dass meine eigene Mutter mich so bedingungslos lieben könnte“, fügte sie hinzu.