Belaynesh Siraw

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„Ich bin hier um mich voll und ganz bei der Verwirklichung des Traums von Dr. Hamlin, meinem Vorbild, eine Hebamme für jede Mutter zu widmen und ich glaube, dass ich es richtig mache“ Schwester Belaynesh.
Kurz nach ihrem Abschluss der der Hebammenschule im Jahr 2014 fing Schwester Belaynesh in einem der von Hamlin unterstützten staatlichen Gesundheitszentren im Norden, etwa 70 km entfernt vom Bahir Dar Außenzentrum an zu arbeiten. Sie begann ihre berufliche Karriere in der Gemeinde, in der sie aufgewachsen ist. Daher kennt sie Tradition und Kultur sehr gut.
„Mit seinen hohen Unterrichtsstandards und der wunderschönen Anlage hat die Hebammenschule  eine sehr gute Lernumgebung geschaffen, in der von den Schülerinnen nur erwartet wird, sich auf das Studium zu konzentrieren und einen sehr guten Abschluß zu machen “ erklärt Schwester Belaynesh.
Während ihres Trainings an der Hebammenschule absolvierte Belaynesh über hundert sichere Geburten. Das war ein nationaler Rekord in der  Hebammenausbilduung. Inzwischen haben auch andere Schülerinnen so viele Geburten betreut.
Schwester Belaynesh hat, wie andere Hebammenschülerinnen auch, nach ihrem Abschluß in einem Health Center gearbeitet und dort signifikante Veränaderungen erwirkt: Belaynesh allein betreut durchschnittlich 20 Geburten im Monat. Seit ihrem Einsatz ist keine Mutter mehr bei der Geburt gestorben.

Jetzt baut Hamlin Fistula ein neues Geburtszentrum, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Solange müssen Schwester Belaynesh und ihre Kollegin noch den Dienst in einem engen und stickigen Raum leisten.

Adina Bolled

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Adina ist in einem kleinen, hügeligen Dorf  in der Amhara Region aufgewachsen. Dort gab es keinen Strom, fließendes Wasser oder medizinische Einrichtungen. Der nächste größere Marktflecken lag etwa zwei Stunden Fußmarsch entfernt.Adina hat  zwei jüngere Halbbrüder. Sie verlor ihren Vater früh.
Schon als Kind träumte Adina davon, die traditionelle Rolle in der Gemeinde zu durchbrechen und fleißig für die Schule zu lernen. Jeden Tag lief sie mit ihren Freundinne zwei Stunden lang zur Schule, die einzige Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen. Sie war in der 8. Klasse, als etwas passierte und ihr Leben verdunkelte.

Als sie fünfzehn Jahre alt war, ging Adina nach der Schule alleine nach Hause, weil ihre Freundinnen sie nicht begleiteten. Auf halbem Weg begegnete ihr ein Mann, den sie nur flüchtig kannte und vergewaltigte sie. Ihre Hilferufe blieben ungehört. Der Mann ließ sie auf dem Boden liegen. Ihr Mutter ahnte sofort, was passiert war, als Adina unter Tränen ihr Zuhause erreichte.

Adina ging weiterhin zur Schule, als sei nichts passiert. Aber nach einigen Monate verspürte sie Schmerzen und erzählte ihrer Mutter davon. In der Klinik erfuhr sie, dass sie schwanger war. Für eine Abtreibung war es zu spät und Adina sah sich gezwungen, der Geburt des Babys entgegenzusehen, dass sie nie gewollt hatte. Auch die Geburt verlief schrecklich. Nach drei Tagen Wehen wurde sie in die Klinik gebracht. Das Baby wurde tot geboren und Adina blieb inkontinent.

Zwei Wochen später wurde sie in das Regierungskrankenhaus gebracht, wo sie in das  Bahir Dar Hamlin Fistelzentrum überwiesen wurde. Da ihre Blase ernsthaft beschädigt war, brachte man sie in das Addis Abeba Fistelkrankenhaus zur besseren Behandlung..
Adina brauchte fast zwei Jahre, um ihre Angst zu überwinden und sich für eine Harnableitung zu entscheiden. Bis dahin blieb sie in Desta Mender für Rehabilitationstraining und Beratung. Die schwierige Operation vor 8 Jahren, war erfolgreich. Sie war völlig trocken, musste aber weiterbehandelt werden. Deswegen blieb sie in Desta Mender zu wohnen und arbeite als Patientinnentrainer neben ihrem medizinischen Follow-up. In diesen Jahren beendete Adina ihr Abitur im Fernprogramm und wurde als Bibliothekarin in der Hebammenschule eingestellt.
Inzwischen lebt
Adina außerhalb von Desta Mender und nimmt an einem Diplom-Programm in der Buchhaltung teil. Sie ist auf dem richtigen Weg, ihren langjährigen Traum zu erreichen.

Hebammen in Aktion

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Tafetech Yalew, jetzt 24 Jahre alt, ist geboren und aufgewachsen in einem kleinen Dorf nahe der historiischen Sadt Gondar im Norden Äthiopiens. Sie brach mit dem traditionellen Glauben, dass Frauen heiraten sollten und keine Ausbildung brauchen, und beendete sie die Oberschule als eine der besten Schülrinnen ihres Jahrgangs. Nach ihrem Abschluss wurde sie auf die Hebammen Schule von Hamlin aufmerksam,  die als College für Mädchen mit herausragenden Leistungen aus ländlichen Gegenden freie Stipendien für die Ausbildung zur Hebamme vergab.

2012 begann Tafetech am College nachdem sie die schwere Aufnahmeprüfung gemeistert hatte. Während ihres 4 Jährigen Aufenthaltes in der wundercshönen Gegend rund um das College war sie stets sehr aktiv, freundlich und leidenstchaftlich bei der Arbeit. Bevor sie ihren Abschluss machte, begleitete sie über 180 sichere Geburten. Drei mal so viele, wie sie als mindestens für denAbschluss gebraucht hätte.

Im Oktober 2016 , graduierte sie in der 6. Generation von Hebammen-Schülerinnen mit Auszeichnung und begann in einer von Hamlin unterstützen staatlichen Health Center zu arbeiten, die sehr nah an ihrem Heimatdorf lag. Schwester Tafetech leistet ihren Dienst nun seit fünf Monaten in diesem Health Center und hat mehr als 80 sichere Geburten begleitet sowie einige Probleme gelöst, welche gute medizinische Fähigkeiten erforderten.

Tafetech: “ Die hohe Qualität an Ausbildung und die praktischen Trainings, die ich im Hamlin College gelernt habe, haben mich sehr schnell lernen lassen, was ich für meinen alltäglichen Beruf brauche. Jetzt bin ich sehr zuversichtlich und habe meine Mission begonnen mit an Hamlins langem Traum zu arbeiten: Eine Hebamme für jede Mutter“.

Kalkidan Birmeji – Hebammenschülerin

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Die 19-jährige Kalkidan kommt aus einer Kleinstadt in Südäthiopien, in der Nähe des Außenzentrums Yirgallem. Sie ist die zweitjüngste in einer Familie mit 5 Kindern, 2 Söhnen und 3 Töchtern. Da die Familie großen Wert auf Bildung legte, haben alle Kinder eine gute Schulbildung genossen und studieren an verschiedenen Universitäten.

Die Tatsache, dass Kalkidan immer ausgezeichnete Zeugnisse hatte, war es leicht für sie, das strenge Auswahlverfahren des Hamlin Midwifery College zu bestehen. Die Mitarbeiter reisten in die verschiedenen Landesteile, um mit möglichen Bewerberinnen für die Hebammenschule zu sprechen. So wurde Kalkidan im Herbst zusammen mit 6 anderen Mädchen aus ihrer Region als Hebammenschülerin aufgenommen.

Auch nach dem ersten Semester ist Kalkidan immer noch die beste ihres Jahrganges, obwohl auch die anderen Schülerinnen ausgezeichnete Noten erreichten. In allen vier Fächern erreichte sie zweimal die Note A und zweimal die Note A+.

„Mein Traum war es immer, Medizin zu studieren. Aber nachdem ich in die Hebammenschule eingetreten bin, das schöne College gesehen habe und den hochprofessionellen Unterricht, darüber hinaus die herzzerreißende Tragödie von Frauen, die an Geburtsfisteln leiden, nur weil es keine Hebamme gibt, bin ich doch sehr froh, einen solch lebensrettenden Beruf zu erlernen“ erklärt Kalkidan

Schon bei Beginn des ersten Ausbildungsjahrs, ist Kalkidan entschlossen, ihre vierjährige Ausbildung zu beenden und mit Leidenschaft zu arbeiten. Ihre Reise verläuft sehr zufriedenstellend.

Weiter so, junge Dame

 

Tag der Kulturen im Hamlin Hebammen College

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In Äthiopien gibt es über 80 verschiedene ethnische Gruppen mit eigener Sprache, Tradition und Kleidung. Das Land feiert seit 2005 jährlich am 8. November den Tag der Kulturen

Im Hamlin Hebammen College gibt es Schülerinnen aus allen Ecken des Landes und den verschiedenen Kulturen, dazu zählen nicht nur die Schülerinnen, sondern auch Lehrer und Mitarbeiter. Deswegen wird auch dort jedes Jahr der Tag der Kulturen gefeiert.

An diesem sonnigen Tag sah die ganze Hebammenschule wunderschön und bunt aus, weil alle in ihren traditionellen Kleidern und Haartrachten feierten. Es wurde gesungen und getanzt und niemand konnte ruhig sitzen bleiben.

Der Dean des Colleges, Ato Zelalem, merkte an: „Heute feiern wir alle eine Party und brechen aus unserer üblichen Routine aus. Alle sehen so wunderschön, so verschieden und farbenfroh in ihren traditionellen Trachten aus, genießen Sie das Fest.“

Es gab verschiedene Spiele, der Renner war aber die Wahl der Miss Hamlin 2016. Es war so schwierig sich festzulegen und alle verstanden auf einmal, das die jungen Frauen nicht nur angehende Hebammen sind, sondern auch junge Mädchen mit Talent zum Tanzen und Schminken.

In einem Kopf an Kopf Rennen gewann Mahilet die Krone gegen 4 Finalistinnen – bis zum nächsten Jahr.