Der neue OP Saal

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Im Frühjahr 2015 erhielten wir die Zusage der Daimler AG, uns durch die Mitarbeiterstiftung ProCent bei der Anschaffung eines C-Bogens zu unterstützen. Frau Dr. Barbara Teltschik holte Angebote ein und wir entschieden uns für ein Modell von Siemens. Dieses hat den Vorteil, dass es Vorort gewartet werden kann. Mit einem Architekten wurden Pläne für einen neuen OP Saal erstellt. Der Umbau im Fistula Hospital fand in den Sommermonaten während der Regenzeit statt. In dem neuen OP Saal wird jetzt auch der C-Bogen stehen, ein mobiles Röntgengerät in Form eines „C“.

Urodynamik Fellowship

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Am 24.10.2016 haben 2 weitere Ärzte als Fellows unseres Ausbildungsprogramms “Uro-Gynäkologie” offiziell gestartet – beide aus Hamlin: Dr. Bitew, der das Zentrum in Bahir Dahr leitet, und Dr. Yeshina, der mit uns in Addis arbeitet.

Hintergrund unserer Fellowship ist es, dass Frauengesundheit in Äthiopien trotz vieler Anstrengungen nach wie vor ein großes medizinisches Problem darstellt: Immer noch ist die Müttersterblichkeit hoch, immer noch gibt es geburtsbedingte Fisteln und auch die Häufigkeit von Gebärmuttervorfall, teils erheblichen Ausmaßes sowie Harn- und Stuhlinkontinenz ist groß, vor allem im ländlichen Bereich.

Nach wie vor treffen diese Herausforderungen auf eine sehr geringe Zahl gut ausgebildeter Ärzte mit Spezialkenntnissen.

Obwohl die Koordination und die Absprachen zwischen den Partnern eine ständige Herausforderung darstellen, bietet die Kooperation von Hamlin Fistula Ethiopia und der Universitätsklinik Mekelle Ayder Hospital wichtige Vorteile: die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Ressourcen und die offizielle staatliche Anerkennung der Ausbildung. Natürlich ist die Unterstützung durch ausländische Partner und Tutoren dabei unerlässlich, um qualitativ internationalen Standards zu genügen – unser erklärtes Ziel. Das Curriculum wurde aus den USA entlehnt und auf äthiopische Verhältnisse zugeschnitten. Einen Schwerpunkt des Programms bildet deshalb der Komplex “geburtsbedingte Fisteln”, aber auch urologische Komplikationen und deren Behandlung.

Unser erstes Jahr war ein großer Erfolg: Dr. Fekade und Dr. Melaku – unsere “alten Fellows” – haben trotz ihrer großen Erfahrung als Fistelchirurgen von den intensiven Trainingseinheiten profitiert. In diesem Jahr stehen colo-rectale Chirurgie, spezielle Urologie und Neurologie auf ihrem Lehrplan. Auch werden beide bereits im Februar als Tutoren für die “neuen Fellows” bereit stehen, da die amerikanischen Kolleginnen wegen der politischen Situation in Äthiopien erst im Mai wieder einreisen – da können sie ihre Eignung als Lehrende unter Beweis stellen.

Das Trainings-Programm für das erste und zweite Ausbildungsjahr steht also und wird wieder von hochrangigen Tutoren aus USA, England, Deutschland und Holland praktisch und theoretisch gestaltet. …und jedem Anfang liegt ein Zauber inne….Ich hoffe aber, dass allen Beteiligten Leidenschaft, Ausdauer und Geduld bewahrt bleiben, um dies ein auf lange Sicht erfolgreiches Projekt werden  zu lassen.

Dr. Tesfaye Yacob, neuer CEO des Fistula Hospitals

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Am 15. April 2016 begann der neue Geschäftsführer Dr. Tesfaye Yacob seine Arbeit als Geschäftsführer im Fistula Hospital. Seit über 30 Jahren hat er in verschiedenen staatlichen Krankenhäusern und NGOs als Ausbilder, Public Health Manager und in der Forschung gearbeitet.

1985 machte er seinen ärztlichen Abschluß und studierte weiter Management. SeineErfahrung reicht vom Direktor eines staatlichen Krankenhauses bis zum CEO eines Entwicklungsprogramms. Er betreute 1.200 Mitarbeiter in 450 Schulen, 4 Kollegs und 11 Kliniken und mehrere andere Projekte in städtischen und ländlichen Entwicklungsprojekten.

Er hat große Erfahrung im Management und viel Verständnis für komplexe Programme und Verhandlungsgeschick mit internen und ausländischen Partnern.

Wir wünschen ihm für seine Zukunft alles Gute und viel Erfolg.

 

Dr. Catherine Hamlin

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Nach fast einem Jahr in Großbritannien, verbunden mit Krankenhausaufenthalten und Besuchen bei ihrer Familie ist Dr. Catherine Hamlin wieder nach Äthiopien zurückgekehrt. Sie möchte dort, im Kreise ihrer Mitarbeiter und Patientinnen, ihren Lebensabend verbringen. Bei ihrer Ankunft wurde ein großes Willkommensfest veranstaltet.

Geschichte von Medina

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Medina hat mit 17 Jahren geheiratet. Inzwischen ist sie 25 Jahre alt und hat 5 Jahre im Fistula Hospital gelebt.

Sie hatte sowohl eine vesicovaginale Fistel (zwischen Blase und Vagina) als auch eine rektovaginale Fistel (zwischen Enddarm und Vagina). Mit großem Glück hat sie, nach drei Tagen Wehen, die Geburt überlebt, aber ihr Baby starb dabei.

Verkrüppelt und unfähig zu laufen, lag sie auf ihrer Matte in einer kleinen Hütte. Es gab kein Health Center oder Krankenhaus in der Nähe. Medinas Familie konnte nur beten und sie trösten. Als die anderen Dorfbewohner ihren Zustand sahen, meinten sie, die Familie sei verflucht. Auch Medinas Mann wartete keinen Monat, bis er sich scheiden lies und eine andere heiratete.

Nach drei langen Monaten hörte Medinas Mutter, dass es Heilung gab. Eine Freundin hatte ihr vom Hamlin Fistula Hospital erzählt. Es dauerte lange, das Geld für die Busreise zu sparen. Ein Familienmitglied musste sie begleiten und tragen. Auch verlangte der Busfahrer einen höheren Fahrpreis, als er ihren Zustand sah.

Sie kam im Krankenhaus an, untergewichtig und unfähig zu laufen. Nach 9 Monaten Krankengymnastik konnte sie wieder ohne Hilfe alleine gehen. In den letzten 5 Jahren wurde sie mehrfach operiert und ist jetzt bei besserer Gesundheit.

In Desta Mender erhielt sie eine Berufsausbildung und konnte einen kleinen Laden in Meraro eröffnen. Das ist eine Kleinstadt in der Nähe ihres Dorfes. Sie lebt jetzt von ihrem eigenen Einkommen.

Sie sagt: “ Das Fistula Hospital hat mir geholfen, wo ich unerwünscht war. Man hat mir geholfen, meine Fähigkeiten entwickelt und mir Geld für einen Berufsstart gegeben. Ich kann meine Dankbarkeit nicht genug ausdrücken.“