Almaz – Fistelpatientin

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Almaz ist in einem kleinen Dorf in Südäthiopien aufgewachsen. Dort gab es weder Strom noch fließendes Wasser oder ein Health Center. Der nächste größere Marktflecken ist eine Tagesreise zu Fuß entfernt. Ihr Name Almaz bedeutet „Diamant“ in ihrer Sprache, aber ihr Leben war kein Diamant. Sie besuchte nie die Schule und verlor ihre Familie sehr früh. Almaz schätzt, dass sie sich mit 17 verlobte und eine Familie gründete.
Bald nach der Hochzeit wurde Almaz schwanger. Die Schwangerschaft verlief problemlos, obwohl sie keine Vorsorgeuntersuchung hatte. Für Almaz und andere Frauen im Dorf steht nur eine Hausgeburt zur Debatte. Die nächste Klinik ist einfach zu weit weg.
Die Wehen dauerten 5 lange Tage. Erst danach wurde Almaz in das nächste Health Center gebracht und von dort in ein Krankenhaus. Am 6. Tag hatte sie eine Totgeburt blieb mit einer Blasenfistel. In der Hoffnung, dass es ihr bald besser gehe, kehrte Almaz zu ihrem Bruder nach Hause zurück.
„Ich hatte niemanden zur Unterstützung, ich habe meine Familie verloren, mein Bruder ist ein armer Bauer, ich hatte kein Geld, um nach einer besseren Behandlung zu suchen. Ich habe mich in der kleinen Hütte aufgehalten und den Tag mit Weinen verbracht „, erinnert sich Almaz.
Almaz lebte 10 Jahre isoliert und depressiv, mit einer Blasen-Scheiden-Fistel ohne medizinische Versorgung.
Regierungsbehörden in der Gegend kamen zufällig in das Dorf. Sie hörten ihren Fall und brachten sie in das nahe gelegene Regierungskrankenhaus. Da es relativ nah am Außenzentrum in Mettu war, wurde Almaz vor einem Jahr zur besseren Behandlung nach Mettu transportiert. Ihr Fall war schwierig, deswegen wurde sie an Addis Abeba verwiesen. „Ich habe gehört, dass Addis Abeba weit weg ist. Eine große Stadt, in die alle gehen und aus der niemand zurückkehrt. Also sagte ich zuerst nein, bis die Mitarbeiter von Mettu haben mich überzeugt.“
In fünf Monaten erhielt Almaz eine ganzheitliche Behandlung und ist nach der letzten Umleitungsoperation vollständig trocknen. Jetzt durchläuft sie in Desta Mender ein Rehabilitationstraining, um in ihrem Dorf eine bessere Zukunft zu haben.
„Meine Heilung ist immer noch eine Überraschung. Ich hätte nie zuvor gedacht, dass es möglich sei.“ sagte Almaz.

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Fanta Tebikew – Patientin in Desta Mender

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Fanta war das einzige Mädchen in der Familie. Sie kommt aus einem kleinen Dorf in der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Dort gibt es keinen Strom und auch kein fließendes Wasser. Das nächste Health Center ist 6 Stunden Fußmarsch entfernt.
Ihre Kindheit verbrachte Fanta damit, die Kühe zu hüten und ihrer Mutter im Haus zu helfen. Aber sie hatte Glück und durfte die Schule bis zur 5. Klasse besuchen bevor sie ausschied und heiratete.
Fanta wurde mit einem viel älteren Mann verheiratet. „Wir lebten nie zusammen in einer Hütte, sondern ich blieb bei seiner Familie bis ich schwanger wurde.“ erinnert sich Fanta. Die Schwangerschaft verlief normal und Fanta besuchte 2 Mal die Schwangerschaftsvorsorge im dem 6 Stunden entfernten Health Center. Aber unerwartet begannen die Wehen schon im 7. Monat. Fanta blieb bei ihrer Mutter und hatte 2 Tage lang Wehen. Ihre Mutter wußte nicht mehr weiter und rief eine traditionelle Hebamme. Am 3. Tag brachte Fanta ein totes Baby zur Welt, danach konnte sie 3 Tage nicht urinieren. Danach brach die Blase und sie wurde inkontinent. Sie hoffte, es würde nach einiger Zeit aufhören und blieb 1 Monat bei ihrer Mutter, ohne das sich etwas besserte. Während der ganzen Zeit besuchte ihr Mann sie ein einziges Mal. Danach kam er nie wieder.
Auf der Suche nach Heilung brachte die Familie sie 6 Stunden lang zu Fuß mit einer Bahre in das Health Center und von dort mit dem Bus in das Regierungskrankenhaus in Gondar. Von dort schickte man sie nach Hause um sich 3 Monate zu erholen. Danach wurde sie im Universitätskrankenhaus in Gondar 2 Mal operiert. Die Operationen waren nicht erfolgreich und Fanta und ihre Familie gaben die Hoffnung auf. Fanta blieb die nächsten 4 Jahre bei ihrer Familie.
„Am Anfang schämte ich mich und versteckte mich zu Hause, aus Angst, aber mit der Zeit mit der Unterstützung meiner Mamma nahm ich die Inkontinentz an und fing an, zum Markt und zur Kirche zu gehen, eingewickelt in viele Tücher, aber ich blieb nie lange, damit nichts durchsickerte. Es war frustrierend und deprimierend. Der Tod meiner Mutter vor zwei Jahren hat mein Leben weiter verschlechtert.“
Vor einigen Jahren hörte ihr Vater von dem Außenzentrum in Bahir Dar und brachte Fanta dorthin. Sie wurde untersucht und nach Addis Abeba weiter geschickt, da ihr Fall kompliziert war. Nach einigen Monaten der Behandlung und Stabilisierung erhielt Fanta eine Harnableitung, die die Ausscheidung von Urin und Fäkalien ermöglicht. Sie ist jetzt sehr zufrieden und absolviert jetzt die dreimonatige Ausbildung in Desta Mender.
„Für mich war es wie ein Wunder und ich konnte nicht glauben, dass es wahr ist, dass ich für immer trocken bin. Ich liebe euch alle und danke euch dafür, dass ihr mir das Leben wieder gegeben habt. Ich lerne jetzt in Desta Mender Selbstvertrauen, Sparmaßnahmen und unternehmerische Fähigkeiten aufzubauen und träume von einer besseren Zukunft.“
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Enanu Belay

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Enanu wuchs in einem kleinen Dorf in der Provinz Wollo auf. Die Menschen leben dort ausschließlich von Landwirtschaft. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser, der nächstgrößere Marktflecken mit Health Center ist 2 Stunden Fußmarsch entfernt. Enanu hatte Glück und konnte 5 Jahre lang die Schule besuchen. Ihre Mutter starb, als sie 10 Jahre alt war. Mit 14 hat ihr Vater sie verheiratet. Das ist in ihrem Dorf üblich und die meisten Mädchen träumen davon. „Heirate früh und habe so viele Kinder wie möglich!“ Deswegen war Enanu bis zum letzten Tag ihrer Schwangerschaft glücklich über ihr Eheleben.
Nach einem Jahr Ehe wurde Enanu schwanger und alle waren sehr glücklich. Als der Geburtstermin nahte, hatte sie 2 Tage lang Wehen und fiel am 3. Tag ins Koma. Erst dann brachte die Familie sie auf einer selbst gebastelten Bahre in das nächste Health Center. Von dort wurde sie mit der Ambulanz ins Krankenhaus gebracht. Dort hatte sie eine Totgeburt und war danach inkontinent. „Als ich bemerkte, dass ich den Urin nicht kontrollieren konnte, schrie ich vor Schmerzen und Scham“ erinnert sie sich.
Drei Monate nach der Verletzung wurde sie 2010 im Außenzentrum Mekelle zum 1. Mal operiert. Seitdem hatte sie noch 2 weitere Operationen, die alle nicht erfolgreich waren. Aber sie gab die Hoffnung nicht auf.
Drei Jahre später kam sie in Addis Abeba an, wo sie zunächst bei einem Verwandten lebte. Sie wurde im Fistula Hospital untersucht und man entschied sich für eine Harnableitung. Durch diese Operation wurde sie endlich vollständig geheilt.
In Desta Mender durchläuft Enanu jetzt ein dreimonatiges Training. „Nach diesen wiederholten Operationen, hatte ich fast aufgehört zu hoffen. Als die Krankenschwestern und Ärzte mir sagten, dass ich nach der letzten Operation geheilt würde, habe ich ihnen zunächst nicht geglaubt. Aber sie hatten recht, ich wurde geheilt und total trocken. Ich bin jetzt eine glückliche Frau mit vielversprechender Zukunft. Ich lerne jetzt ein unabhängiges und selbstsicheres Leben zu führen. Das ist nur hier in Desta Mender möglich und ich möchte mich bei allen hier bedanken. „

Mulu Addis – selbständige Kaffeehausbesitzerin!

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Mulu Addis ist 35 Jahre alt und kommt aus Asossa, einer Kleinstadt in der Region Oromiya. Vor 15 Jahren kam sie zum ersten Mal ins Fistula Hospital.
In Asossa gab es eine Schule und eine Klinik. Trotzdem besuchte Mulu nie die Schule, sondern half ihren Eltern bis sie mit 19 Jahren einen Bauern heiratete und eine Familie gründete. Die Ehe verlief sehr glücklich und nach 2 Jahren wurde sie schwanger.
Während der Schwangerschaft nutzte Mulu häufig die Möglichkeit zur Schwangerenberatung. Die Wehen dauerten 2 Tage bis sie mit einem Krankenwagen in die nächstgrößere Klinik gebracht wurde. Sie war 2 Tage lang bewußtlos und bekam von dem Kaiserschnitt nichts mit.
„Als ich aufwachte, fand ich mich durchnässt und im Bad bemerkte ich, dass ich den Urin nicht kontrollieren konnte. Zuerst sagten mir die Krankenschwestern, dass es nach einer Weile aufhören würde, aber ich wußte, dass ich inkontinent bin und schrie „, erinnert sie sich.
Sie blieb zunächst 4 Monate zuhause bevor sie im Fistula Hospital in Addis Abeba ankam.
Ihre erste Operation vor 15 Jahren in unserem Krankenhaus war nicht erfolgreich und sie wurde für ein Jahr nach Hause geschickt.
„Ich habe über 10 Jahre lang ein schreckliches Leben mit Fisteln geführt. Ich habe meine Ehe, mein soziales Leben, mein Vertrauen, meine Würde und alles verloren. Zwischendurch habe ich auch meine Eltern verloren, was sehr schlimm war. Erst als ich anfing, vor vier Jahren mit Plug zu arbeiten, wurde es besser.“
Vor fünf Monaten kam Mulu wieder zurück und erhielt eine Harnableitung. Seitdem ist sie völlig geheilt und trocken.
„Hier habe ich auch verschiedene Fertigkeiten gelernt. Jetzt denke ich daran, besser zu leben. Zuhause habe ich ein kleines Kaffeehaus eröffnet. All dies wurde durch euch alle möglich gemacht. Danke, dass ihr mir mein Leben zurück gegeben habt“, erklärt Mulu.

Eskedar Mekonin – Patientin und Studentin

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Eskedar wuchs in einer Bauernfamilie auf. Sie lebte in einem kleinen Dorf in der Region Gojjam in Nordäthiopien. Dort gab es nur ein kleines Health Center, dass zudem schlecht ausgerüstet war. Für bessere gesundheitliche Versorgung musste man 30 km zu Fuß in die nächstgrößere Stadt laufen.
Wie die meisten Frauen im Dorf besuchte Eskedar nie eine Schule, sondern wurde mit 5 Jahren verheiratet. Sie blieb aber bis zum 10. Lebensjahr bei ihrer Mutter und lernte Kochen und Haushaltsführung.
„Mit 10 Jahren lebte ich im Haushalt meines Mannes, der viel älter war als ich.“, erinnert sich Eskedar.
Mit 11 Jahren hatte Eskedar zum ersten mal Geschlechtsverkehr und war verwirrt, weil sie nicht wusste, was das bedeutete. Sie wurde auch gleich schwanger, hatte aber während der Schwangerschaft Schmerzen, weswegen sie einige Male das Health Center aufsuchte. Als die Wehen einsetzten, ging sie zu ihrer Mutter. Da sie viel zu jung für eine Schwangerschaft war, gabe es Probleme während der Geburt. Am 3. Tag der Wehen wurde sie in das Health Center gebracht, von dort aber weitergeschickt in das 30 km entfernte nächstgrößere Krankenhaus, wo sie ein totes Baby zur Welt brachte. Sie war 3 Tage bewußtlos und erwachte inkontinent.
„Ich blieb über einen Monat im Krankenhaus, aber ich hatte die Kontrolle über meinen Körper verloren. Zu wissen, dass ich inkontinent bin, war schrecklich und ich wollte am liebsten sterben.“ erinnert sich Eskedar. 4 Monate später erreichte sie das Fistula Hospital in Addis Abeba mit einem Überweisungsschein des Regierungskrankenhauses.
„In den drei Monaten zuhause, habe ich nie schlecht gerochen oder wurde von anderen diskriminiert. Meine Mutter war die ganze Zeit an meiner Seite. Sie wusch mich dreimal am Tag, sie füttere mich mit nahrhaftem Essen. Sich um mich zu kümmern blieb ihr einziger Fokus. Ich liebe dich Mama!“, sagte Eskedar
Vor 13 Jahren war Eskedar in Begleitung ihrer Mutter ins Fistula Hospital gekommen. Das Außenzentrum Bahir Dar gab es damals noch nicht.
Der erste Operation verlief nicht wie erwartet. Sie wurde, noch immer inkontinent entlassen und blieb bei nahen Verwandten ihrer Mutter in Addis Abeba. Die Verwandten regten Eskedar zum Schulbesuch an und mit 13 Jahren kam sie in die 1. Klasse. Niemand in der Schule bemerkte, dass sie inkontinent war.
„Ich weiß, dass, wenn jemand meinen Zustand bemerkt hätte, wäre ich stigmatisiert worden und hätte die Schule verlassen müssen. Aber das ließ ich nicht geschehen. Während ich in der Klasse war, habe ich nicht viel Wasser getrunken, ich verwendete grobe Tücher unter die Unterhose und konzentrierte mich auf die Ausbildung. Auf diese Weise habe ich die 12. Klasse abgeschlossen und wäre beinahe in die Universität aufgenommen worden“, sagte Eskedar.
Für Eskedar waren diese Schuljahre schwierig, sie musste immer wieder wegen gesundheitlicher Probleme das Fistula Hospital besuchen und war natürlich auf der Suche nach einer endgültigen Lösung für die Harninkontinenz.
Vor sechs Monaten diagnostizierten Dr. Renate Röntgen, eine deutsche Urologin und Dr. Fekade, der medizinische Direktor, Eskedar erneut und führten eine zweite Harnableitung durch, die sie völlig trocknen ließ und für immer von ihren über 10 Jahren andauerden Leiden befreite.
Jetzt ist Eskedar trocken, aber ihr Traum, zu studieren, ist nicht realisierbar. Die Familie ist wirtschaftlich nicht in der Lage, ihre Studium zu bezahlen. Ihr blieb nur die Möglichkeit, wieder in ihr Dorf zurückzukehren und bei ihrer Mutter zu leben.
„Wie immer kam ich ins Krankenhaus und beriet mich mit Hamlin Mitarbeitern über mein weiteres Leben. Sie reagierten positiv wie immer und erlaubten mir, in Desta Mender zu bleiben, meine Schulgebühren zu übernehmen und mich an einer Privatuniversität mit dem Studium der Buchhaltung beginnen zu lassen. Eine solch unglaubliche Unterstützung ist nur bei Hamlin Fistula möglich, danke, dass ich meinen Traum erfüllen kann“, erinnert sich Eskedar.
In Anbetracht ihres Talents mit der Fürsprache der Sozialarbeiterin hat HFE Eskedar als einen Spezialfall betrachtet und die Entscheidung getroffen, ihre Ausbildungsgebühr zu übernehmen.
Jetzt lebt Eskedar in Desta Mender als Studentin eines Colleges, die ihre Freizeit damit verbringt, verschiedene Bücher zu lesen.
„Nach dem Abschluss ist es mein Traum, meiner Mutter zu helfen und mein Dorf zu erziehen, die rückwärtigen Traditionen zu ändern, die über Frauen wie mich ausgeübt werden“