Naniye Melaku

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Naniye war noch ein kleines Mädchen, als sie Mutter und Vater nacheinander verlor. Seitdem wuchs sie bei ihrer Tante in einem abgelegenen Dorf auf, ohne grundlegende soziale Dienste wie Gesundheitseinrichtungen, Transporte, Elektrizität. Die nächste Klinik ist 6 Stunden Fußweg weit entfernt.
Landwirtschaft ist die einzige Verdientsquelle für die Familie. Naniye hatte ihre Kindheit mit der Betreuung von Rindern verbracht und ihre Tante zu Hause unterstützt. Die  Schule ist für alle völlig undenkbar, da es überhaupt keine nahe gelegene Schule gibt.
Obwohl ich Äthiopien Ehe unter 18 verboten sind,  ist es in den meisten ländlichen Regionenimmer noch langjährige traditionelle Praxis. Als Naniye vierzehn  Jahre alt war erhielt die Tante von erwachsenen Männern des Dorfes Heiratsanträge für Naniye. Es wurde eine Ehe arrangiert. Ihren Mann hatte sie vorher noch nie gesehen.
Naniye lernte schnell das Eheleben und genoss es, bis sie zum ersten Mal schwanger wurde nach zwei Jahren Ehe.
Während der Schwangerschaft hatte Naniye niemals  eine Hebamme oder einen Arzt  besucht. Trotzdem sah ihre Schwangerschaft bis zum Fälligkeitsdatum gut aus.

Als die Wehen zu Hause begonnen hatten, wurde sie von  traditionellen Hebammen des Dorfes unterstützt. Die Wehen dauerten 3 schmerzhafte Tage. Am dritten Tag fiel Naniye ins Koma. Erst dann brachte sie die Familie auf einer selbstgemachten Trage in die  Klinik. Nach 6 Stunden Fußmarsch durch die Nacht kamen sie in der Klinik an, aber es war zu spät für Naniye. Die Krankenschwestern überwiesen sie sofort in das nächste Regierungskrankenhaus und von dort in das Krankenhaus in Bahar Dar.

Durch Kaiserschnitt überlebte Naniye, aber ihr Baby wurde tot geboren und sie war inkontinent. Drei Tage Wehen hatten ihr auch eine Muskelkontraktur gebracht.
„Als ich nach Hause kam, sagte ich meinem Mann, dass ich zu schwach sei,  und konnte nicht seine Frau mit einer so schändlicher Verletzung sein. Ich wollte die Scheidung, aber er war bereit zu mir zu halten“, erklärt Naniye.
Naniye hatte ihre Familie verlassen und ging in die nächste Stadt, um Arbeit zu suchen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Nach zwei Monaten Leiden traf Naniye  eine Frau, die in einer NGO* arbeitete.
Fünf Jahre später war Naniye dank der Hilfe dieser Frau zum ersten Mal ins Außenzentrum in Bahar Dar gekommen.
Es dauerte nur einen Monat, um Naniye mit der ersten Operation völlig zu heilen.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich in so kurzer Zeit geheilt werden könnte. Ich war so glücklich, außerdem bin ich wieder zu meinem Mann in mein Dorf  zurückgekehrt.“
5 Jahre später ist Naniye wieder zurück in das Bahar Dar Zentrum gekommen und erwartet ihr erstes Baby per Kaiserschnitt.
„Du hast mich aus der Hölle gezogen und meiner Familie zurückgegeben. Jetzt bin ich wieder hier für eine sichere Geburt in deinen Händen. Danke für alles, was du getan hast, um mich wieder zu einer Frau zu machen „, sagte Naniye.

*NGO = Nichtregierungsorganisation

Yezina Melese

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Das kleine Dorf in dem Yezina geboren, aufgewachsen und verheirtatet wurde, liegt ca 3 Gehstunden weit entfernt von einem  Nachbardorf, das wegen seiner besseren Infrastruktur regelmäßig von Yezina und den Dorfbewohnern für bessere Transportmöglichkeiten, den Markt, medizinische Versorgung und andere  Notwendigkeiten des alltäglichen Lebens, besucht wird.

Mit 12 Jahren heiratete Yezina einen Mann, den sie zuvor weder gesehen , noch gesprochen hatte. Damit begann für sie eine neue Phase ihres Lebens als Ehefrau mit den Aufgaben den Haushalt zu managen und viele Kinde zu gebären und aufzuziehen, wähend ihr Mann nur ein sehr geringes Einkommen mit seinen kleinen Ackerflächen erarbeitete.

Seitdem hat Yezina drei Kinder geboren. Einen Sohn und zwei Töchter Und alle bei einer Hausgeburt ohne professionelle Unterstützung während der Geburt und ohne Schwangerschaftsvorsorge.

Für die Analphabetin Yezina wurde das Leben erfreulich, als sie erreicht hatte, was die meisten jungen Frauen  im Dorf erträumten: Zu heiraten und Kinder zu bekommen. Aber dieses glückliche Leben der Familie wurde getrübt als Yezina ihr viertes Kind bekam.

Yezinas vierte Schwangerschaft lief nicht so gut wie erwartet. An Stichtag litt Yezina unter schmerzhaften Wehen, die über drei Tage andauerten. Nachdem Yezina ohne Erfolg alle möglichen traditionellen Medikamente, die auch dem ungeborenen Leben schaden konnten, zuteil wurden, wurde die bewusstlose Patinetin in das nächste Krankenhaus gebracht.

Für die Krankenpfleger im nahe gelegenen Krankenhaus überstieg Yezinas Fall ihre medizinischen  Fähigkeiten und so schickten sie Yezina weiter ins staatliche Krankenhaus nach Gondar.

Durch einen Kaiserschnitt gebar Yezina dort ein totes Baby und blieb mit einer Blaseninkontinenz und Muskel-Kontrakturen zurück.

Yezina: “Da ich unfähig war mich frei zu bewegen, blieb ich in Gondar und mietete eine Wohnung für einen Monat, während ich Hilfe für mein beschämendes Problem suchte. Dann bin ich zu meiner Schwester gezogen, die nahe Bahar Dar wohnte.

Es war meine  Schwester , die mich, nachdem ich mich 2 Monate lang bei Ihr ausgeruht hatte, ins Hamlin Fistula Center in Bahar Dar brachte.” Außerdem fügte sie hinzu, dass ihr Mann aufgrund der Fistel ihren ganzen Besitz verkaufen musste, um die Reisekosten zu bezahlen und nach medizinischer Hilfe zu suchen, bevor sie auf das Hamlin Center stießen.

Es ist 8 Jahre her, dass Yezina zum ersten mal ins Hamlin Fistula Center in Bahir Dar kam und dort während ihres einmonatigen Aufenthaltes erfolgreich von ihrer Inkontinenz und der Beinverletzung behandelt wurde.

Die waren sehr frohe Neuigkeiten für die besorgte Familie. Zurück Zuhause, komplett trocken und glücklich, begannen Yezina und ihr Mann die finanziellen Verluste aufgrund der Fistel-Erkrankung zurückzugewinnen.

Drei Jahre nach der Operation, kam Yezina erneut in die Klinik. Sie war im 8 Monat schwanger und konnte mit einem Kaiserschnitt ein weiteres gesundes Mädchen zur Welt bringen, das nun 5 Jahre als ist und das vierte Kinde der Famile wurde.

Jetzt ist Yezina gerade zum zweiten Mal im Bahar Dar Center und erwartet ihren nächsten Kaiserschnitt.

Yezina: “  Ich bin zuversichtlich und fühle mich sicher. Ihr seid meine Lebensretter, indem ihr mich von meiner traumatischen Verletztung geheilt habt, mein viertes Kind gesund mit einem Kaiserschnitt zur Welt gebracht habt. Nun sitze ich hier und warte auf mein nächstes Kind. All diese Behandlungen  haben mich und meine Familie nichts gekostet. Mein Mann und ich haben entschieden, nicht noch weitere Kinder zu bekommen, aber dennoch werde ich nicht aufhören dass Hamlin Center zu besuchen. Einfach um mit den  Mitarbeitern und den anderen Patienten in Kontakt zu sein. Ich fühle mich Zuhause, wann immer ich hier bin.“

Simegn Yitayal

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Anders als die meisten Frauen, die in unseren Centern behandelt werden, ist Simegn in einem Dorf geboren und aufgewachsen, wo es ein Health Center gibt. Auch das nächste staatliche Krankenhaus ist nur 50 km von ihrem Heimatort entfernt.
Simegn beendete die High School vor zwei Jahren und heiratete dann ihren jetzigen Mann, der in einem Büro der Regierung in ihrem Dorf arbeitete. Mit der Hochzeit begann für Simegn eine glückliche Familienzeit und mit demVergleichsweise guten Einkommen ihres Mannes konnte das Paar gut ihre Lebenshaltungskosten decken. Um das Glück perfekt zu machen, bekam Simegn  ihr erstes Kind bereits ein Jahr nach der Hochzeit.
Für Simegn war die gesamte Schwangerschaft keine leichte Zeit. Sie besuchte regelmäßig das Health Center für Check-ups und ließ sogar Ultraschall Untersuchungen machen. Mit der ärztlichen Empfehlung für eine natürliche Geburt kam Simegn, schon bei den ersten Wehen in die Klinik um dort betreut zu werden. Unerwartet dauerte die Geburt sehr lang. Der Fetus lag falsch herum und steckte im Becken fest. Nachdem ein Tag vergangen war, entschieden die Pflegerinnen Simegn in das Krankenhaus nach Bahir Dar zu verlegen, wo auch eines unsere Hamlin Center lokalisiert ist.
Die Aufnahme in dieser Klinik war rechtzeitig genug um sowohl das Leben der Mutter als auch des ungeborenen Kindes zu retten. Simegn gebar einen gesunden Sohn bei einer Zangengeburt, erlitt dabei aber eine recto- vaginale Fistel, die sie Stuhl- inkontinent machte.
Mit dem Verlegungsbrief von der staatlichen Klinik aus Bahir Dar, kam Simegn in das Außenzentrum, nachdem sie sich 3 Monate lang zuhause erholt hatte. Während ihres einmonatigen Aufenthaltes, wurde Simegn eine hoch qualitative Behandlung vom Hamlin-Team zuteil und die erste OP, die sie vor einer Woche bekam, heilte Simegn von der Verletzung, von der sie nie zuvor gehört hatte.
Simegn erklärt: „All die Frauen, die ich im Center kennen lernte, hatte nicht nur diese Verletzung erlitten, sondern auch nich ihr Baby verloren. Erst da verstand ich, was ich für ein Glück hatte, dass mein Baby überlebt hat. Was mich im Hamlin Center am meisten überrascht hat, war die bedingungslose mütterliche Fürsorge, die den Patienten unentgeltlich zuteil wurde. Ihr habt mir meine Würde und meine Familie zurück gegeben“.

Aussenzentren

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Die 5 Außenzentren Metu | Bahr Dar | Mekele | Yirgalem und Harar

Das Fistula-Hospital hat an fünf geographisch verteilten Standorten innerhalb Äthiopiens Außenzentren errichtet, in Bahr Dar, Mekele, Yirgalem, Harar und Metu. Damit soll eine adäquate Behandlung und Nachsorge der in den Provinzen lebenden Frauen mit Fistulaverletzungen gewährleistet werden. Von hier aus kann auch eine effektive Prävention und Aufklärung begonnen werden. In jedem Zentrum gibt es eine Krankenstation mit 20-40 Betten, einen Operationssaal, Unterrichts- und Verwaltungsgebäude wie auch weitere wichtige Einrichtungen. Die Zentren befinden sich in der Nähe der regionalen Krankenhäuser.
Die Patientinnen werden kostenlos behandelt! Die Transportkosten zur Klinik und nach Hause werden ersetzt! Wir finanzieren gemeinsam mit unseren europäischen Partnern die Unterhaltskosten für das Metu Außenzentrum.