Kassahun Solomon – der Mann hinter dem schönen Garten

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Man bemerkt den Unterschied am deutlichsten, wenn man aus der hektischen, smog-verseuchten Innenstadt von Addis Abeba das Fistula Hospital betritt. Man fühlt sich nicht wie in einem Krankenhaus, sondern eher wie in einem Park oder einem Zoo.

Catherine und Reginald Hamlin begannen damals den Garten anzulegen, der heute so ein schöner und friedvoller Park geworden ist und Teil der Psychotherapie für die Patientinnen.
Kassahun Solomon ist einer der Gärtner, die seit 11 Jahren im Krankenhaus von Addis Abeba arbeiten. Für den 39 Jahre alten Kassahun ist die Gartenarbeit nicht nur ein Beruf, sondern ein Hobby, das er am meisten genießt, mit Leidenschaft, selbstbestimmt und ohne Aufsicht.
„In den vergangenen 11 Jahren habe ich mit meinen Kollegen hart gearbeitet, um den wunderschönen und professionellen Garten zu dem zu machen, was wir jetzt sehen. Wir haben jetzt mehr als 100 Sorten verschiedene Pflanzen, von denen manche sehr selten sind“, sagte Kassahun.
„Ich freue mich immer, Dr. Hamlin zu hören (Emaye, wie er sie nennt und bewundert). Ich habe das Gefühl, dass ich ihr ein wenig von der Schuld bezahlt habe, was sie mit meiner Schwester gemacht hat, ein ehemaliger Patientin, die sie geheilt hat. Sie hat als Krankenschwesterhilfe hier im Hauptkrankenhaus gearbeitet. Deshalb arbeite ich gerne bei Hamlin „, fügte er hinzu.
Neben seiner Pflicht als Gärtner sieht man Kassahun früh am Morgen im Krankenhaus, um Patientinnen im Rollstuhl in der Physiotherapie zu bringen. Dies gehört nicht zu seinen Aufgaben, aber er bemüht sich um jede  mögliche Weise der Unterstützung.
Kassahun hat jetzt seine eigene Familie gegründet und hat drei Kinder.

Belaynesh Siraw

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„Ich bin hier um mich voll und ganz bei der Verwirklichung des Traums von Dr. Hamlin, meinem Vorbild, eine Hebamme für jede Mutter zu widmen und ich glaube, dass ich es richtig mache“ Schwester Belaynesh.
Kurz nach ihrem Abschluss der der Hebammenschule im Jahr 2014 fing Schwester Belaynesh in einem der von Hamlin unterstützten staatlichen Gesundheitszentren im Norden, etwa 70 km entfernt vom Bahir Dar Außenzentrum an zu arbeiten. Sie begann ihre berufliche Karriere in der Gemeinde, in der sie aufgewachsen ist. Daher kennt sie Tradition und Kultur sehr gut.
„Mit seinen hohen Unterrichtsstandards und der wunderschönen Anlage hat die Hebammenschule  eine sehr gute Lernumgebung geschaffen, in der von den Schülerinnen nur erwartet wird, sich auf das Studium zu konzentrieren und einen sehr guten Abschluß zu machen “ erklärt Schwester Belaynesh.
Während ihres Trainings an der Hebammenschule absolvierte Belaynesh über hundert sichere Geburten. Das war ein nationaler Rekord in der  Hebammenausbilduung. Inzwischen haben auch andere Schülerinnen so viele Geburten betreut.
Schwester Belaynesh hat, wie andere Hebammenschülerinnen auch, nach ihrem Abschluß in einem Health Center gearbeitet und dort signifikante Veränaderungen erwirkt: Belaynesh allein betreut durchschnittlich 20 Geburten im Monat. Seit ihrem Einsatz ist keine Mutter mehr bei der Geburt gestorben.

Jetzt baut Hamlin Fistula ein neues Geburtszentrum, um eine dauerhafte Lösung zu finden. Solange müssen Schwester Belaynesh und ihre Kollegin noch den Dienst in einem engen und stickigen Raum leisten.

Adina Bolled

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Adina ist in einem kleinen, hügeligen Dorf  in der Amhara Region aufgewachsen. Dort gab es keinen Strom, fließendes Wasser oder medizinische Einrichtungen. Der nächste größere Marktflecken lag etwa zwei Stunden Fußmarsch entfernt.Adina hat  zwei jüngere Halbbrüder. Sie verlor ihren Vater früh.
Schon als Kind träumte Adina davon, die traditionelle Rolle in der Gemeinde zu durchbrechen und fleißig für die Schule zu lernen. Jeden Tag lief sie mit ihren Freundinne zwei Stunden lang zur Schule, die einzige Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen. Sie war in der 8. Klasse, als etwas passierte und ihr Leben verdunkelte.

Als sie fünfzehn Jahre alt war, ging Adina nach der Schule alleine nach Hause, weil ihre Freundinnen sie nicht begleiteten. Auf halbem Weg begegnete ihr ein Mann, den sie nur flüchtig kannte und vergewaltigte sie. Ihre Hilferufe blieben ungehört. Der Mann ließ sie auf dem Boden liegen. Ihr Mutter ahnte sofort, was passiert war, als Adina unter Tränen ihr Zuhause erreichte.

Adina ging weiterhin zur Schule, als sei nichts passiert. Aber nach einigen Monate verspürte sie Schmerzen und erzählte ihrer Mutter davon. In der Klinik erfuhr sie, dass sie schwanger war. Für eine Abtreibung war es zu spät und Adina sah sich gezwungen, der Geburt des Babys entgegenzusehen, dass sie nie gewollt hatte. Auch die Geburt verlief schrecklich. Nach drei Tagen Wehen wurde sie in die Klinik gebracht. Das Baby wurde tot geboren und Adina blieb inkontinent.

Zwei Wochen später wurde sie in das Regierungskrankenhaus gebracht, wo sie in das  Bahir Dar Hamlin Fistelzentrum überwiesen wurde. Da ihre Blase ernsthaft beschädigt war, brachte man sie in das Addis Abeba Fistelkrankenhaus zur besseren Behandlung..
Adina brauchte fast zwei Jahre, um ihre Angst zu überwinden und sich für eine Harnableitung zu entscheiden. Bis dahin blieb sie in Desta Mender für Rehabilitationstraining und Beratung. Die schwierige Operation vor 8 Jahren, war erfolgreich. Sie war völlig trocken, musste aber weiterbehandelt werden. Deswegen blieb sie in Desta Mender zu wohnen und arbeite als Patientinnentrainer neben ihrem medizinischen Follow-up. In diesen Jahren beendete Adina ihr Abitur im Fernprogramm und wurde als Bibliothekarin in der Hebammenschule eingestellt.
Inzwischen lebt
Adina außerhalb von Desta Mender und nimmt an einem Diplom-Programm in der Buchhaltung teil. Sie ist auf dem richtigen Weg, ihren langjährigen Traum zu erreichen.

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Naniye Melaku

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Naniye war noch ein kleines Mädchen, als sie Mutter und Vater nacheinander verlor. Seitdem wuchs sie bei ihrer Tante in einem abgelegenen Dorf auf, ohne grundlegende soziale Dienste wie Gesundheitseinrichtungen, Transporte, Elektrizität. Die nächste Klinik ist 6 Stunden Fußweg weit entfernt.
Landwirtschaft ist die einzige Verdientsquelle für die Familie. Naniye hatte ihre Kindheit mit der Betreuung von Rindern verbracht und ihre Tante zu Hause unterstützt. Die  Schule ist für alle völlig undenkbar, da es überhaupt keine nahe gelegene Schule gibt.
Obwohl ich Äthiopien Ehe unter 18 verboten sind,  ist es in den meisten ländlichen Regionenimmer noch langjährige traditionelle Praxis. Als Naniye vierzehn  Jahre alt war erhielt die Tante von erwachsenen Männern des Dorfes Heiratsanträge für Naniye. Es wurde eine Ehe arrangiert. Ihren Mann hatte sie vorher noch nie gesehen.
Naniye lernte schnell das Eheleben und genoss es, bis sie zum ersten Mal schwanger wurde nach zwei Jahren Ehe.
Während der Schwangerschaft hatte Naniye niemals  eine Hebamme oder einen Arzt  besucht. Trotzdem sah ihre Schwangerschaft bis zum Fälligkeitsdatum gut aus.

Als die Wehen zu Hause begonnen hatten, wurde sie von  traditionellen Hebammen des Dorfes unterstützt. Die Wehen dauerten 3 schmerzhafte Tage. Am dritten Tag fiel Naniye ins Koma. Erst dann brachte sie die Familie auf einer selbstgemachten Trage in die  Klinik. Nach 6 Stunden Fußmarsch durch die Nacht kamen sie in der Klinik an, aber es war zu spät für Naniye. Die Krankenschwestern überwiesen sie sofort in das nächste Regierungskrankenhaus und von dort in das Krankenhaus in Bahar Dar.

Durch Kaiserschnitt überlebte Naniye, aber ihr Baby wurde tot geboren und sie war inkontinent. Drei Tage Wehen hatten ihr auch eine Muskelkontraktur gebracht.
„Als ich nach Hause kam, sagte ich meinem Mann, dass ich zu schwach sei,  und konnte nicht seine Frau mit einer so schändlicher Verletzung sein. Ich wollte die Scheidung, aber er war bereit zu mir zu halten“, erklärt Naniye.
Naniye hatte ihre Familie verlassen und ging in die nächste Stadt, um Arbeit zu suchen, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Nach zwei Monaten Leiden traf Naniye  eine Frau, die in einer NGO* arbeitete.
Fünf Jahre später war Naniye dank der Hilfe dieser Frau zum ersten Mal ins Außenzentrum in Bahar Dar gekommen.
Es dauerte nur einen Monat, um Naniye mit der ersten Operation völlig zu heilen.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich in so kurzer Zeit geheilt werden könnte. Ich war so glücklich, außerdem bin ich wieder zu meinem Mann in mein Dorf  zurückgekehrt.“
5 Jahre später ist Naniye wieder zurück in das Bahar Dar Zentrum gekommen und erwartet ihr erstes Baby per Kaiserschnitt.
„Du hast mich aus der Hölle gezogen und meiner Familie zurückgegeben. Jetzt bin ich wieder hier für eine sichere Geburt in deinen Händen. Danke für alles, was du getan hast, um mich wieder zu einer Frau zu machen „, sagte Naniye.

*NGO = Nichtregierungsorganisation