Tekiya kommt aus einem kleinen Dorf in Südäthiopien. Sie besuchte nie die Schule und verbrachte ihre Kindheit mit Ziegenhüten. Sie ist das einzige Kind ihrer Mutter. Sie wurde mit einem Bauern verheiratet, als sie 14 Jahre alt war. Bald danach wurde sie schwanger. Die Schwangerschaft verlief normal und Tekiya wollte ihr Kind zu Hause gebären wie es allgemein üblich war.
Sie hatte 2 Tage lang Wehen, bevor sie ins nächste Krankenhaus gebracht wurde. Auch dort hatte sie vier weitere Tage Wehen, bis sie mit Hilfe des Arztes ein totes Baby zur Welt brachte. Durch die langen Wehen hatte sie eine doppelte Fistel und ihre Beine waren dick geschwollen. 2 Wochen später wurde sie nach Hause entlassen.
3 Monate lang wurde sie von ihrer Mutter gepflegt und von ihrem Mann misshandelt. Ihre Mutter brachte sie ins Krankenhaus und die Ärzte schickten sie weiter in das Außenzentrum in Yirgallem. „Mein Mann weigerte sich, mir zu helfen und wollte kein weiteres Geld in meine Heilung verschwenden. Er wollte mich eher in der Latrine ersäufen, als mich nach Yirgallem zu lassen“ Tekiya schlich sich bei Nacht und Nebel davon, um nicht ihrem Mann oder seiner Familie in die Hände zu fallen. Schließlich lebte sie ein Jahr bei ihrer Mutter, was auch sehr anstrengend war, aber immer noch besser, als bei ihrem Mann zu bleiben. Da sie sehr arm war, suchte ihre Mutter keine Hilfe mehr. Eines Tages hörte Tekiya im Radio, dass das Außenzentrum in Yirgallem auf der Suche nach Fistelopfern war. Sofort machten sich Tekiya und ihre Mutter auf den Weg.
In Yirgallem wurde Tekiya 2 Mal operiert und wieder nach Hause geschickt. Bei der 1. Operation wurde die Rektalfistel und die Beinverletzung geheilt. Die 2. Operation war nicht erfolgreich, da die Blase zu stark beschädigt war.
Schließlich wurde sie mit der Ambulanz nach Addis Abeba gebracht. 2011 erhielt Tekiya eine Umleitungsoperation, aber sie musste ständig überwacht werden und deshalb in Desta Mender leben.
Während ihres über siebenjährigen Aufenthalts in Desta Mender hatte Tekiya verschiedene Ausbildungsprogramme durchlaufen. Sie kann jetzt lesen und schreiben, hat im Juniper Cafe mitgearbeitet, war in der Molkerei und auf dem Gemüsebauernhof. Jetzt arbeitet sie in der Molkerei, hat ihr eigenes monatliches Einkommen und ein glückliches Leben.
„Nach all diesen Härten wurde ich eine zivilisierte Frau und lernte zwei weitere Sprachen. Für mich ist das ein luxuriöses Leben, das ich genieße. Danke an Emmaye (Dr. Catherine Hamlin). Ich hatte zwei bis drei Chancen, sie persönlich zu treffen, und die einzige Art, meine Dankbarkeit auszudrücken, war, ihre Knie zu küssen und zu weinen, weil ich ihre Sprache nicht beherrsche. Ich wünschte, ich könnte ihr mein Alter geben.“ sagte Tekiye.
„Bei einem meiner jährlichen Besuche bei meiner Mutter traf ich meinen Ex-Mann und er behauptete, ich müsse wieder zu ihm zurück, aber ich sagte ihm, dass sei unmöglich, weil mich einmal verstoßen hatte.“

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