Wie viele ländliche junge Mädchen in Äthiopien hatte Toyiba eine Kindheit voller Härte verbracht. Statt Schule musste sie sich um Rinder und Schafe kümmern, Wasser aus dem entfernten Wasserloch holen, Brennholz holen und ihrer Mutter zu Hause helfen.
Mit 18 wurde Toyiba mit einem Mann verheiratet, den sie noch nie zuvor gesehen hatte. Das kleine Ackerland, das der Ehemann auf eine sehr traditionelle Art bearbeitet, bleibt die einzige Einkommen für die Familie. Während der Mann auf dem Feld war, bereitete Toyiba  zu Hause eine Mahlzeit zu und die kleine Lehmhütte zu verschönern, in der sie lebten. Toyiba lebte glücklich, bis sie zum ersten Mal schwanger wurde.
Als Toyiba nach 3 Jahren noch nicht schwanger war, obwohl sie keine Verhütungsmittel verwendete, sorgte sich die Familie sehr. Im traditionellen Äthiopien wird der Wert einer Frau an der Anzahl ihrer Kinder gemessen. So freute sich Toyiba sehr, als sie mit 21 Jahren endlich schwanger wurde.
Zwar gab es eine Klinik in der Nähe des Dorfes, aber Toyiba besuchte sie nie, sondern verbrachte normale neun Monate, drei Monate vor der Geburt zog sie in das Haus ihrer Mutter. Als die Wehen begannen, hatte Toyiba zweieinhalb Tage lang Wehen. Für die Mutter, die mehrere Kinder geboren hatte, war ihre Tochter seltsam.  Schließlich sorgte sich die Familie und beschloss, Toyiba in die nächste Klinik zu bringen, die  2 Stunden zu Fuß entfernt war. Dort konnte man ihr nicht helfen und überwies sie an das nächstgelegene Regierungskrankenhaus. Das Kind wurde tot geboren und Toyiba blieb inkontinent.
„Nachdem ich in mein Dorf zurückgekehrt war, mit doppelter Trauer, mein Baby zu verlieren, und in so einem beschämtem Zustand, beschloss ich, mein Eheleben zu beenden und bei meiner Mutter zu bleiben“, sagte Toyiba.
Das Regierungskrankenhaus schickte Toyiba vor 6 Jahren in das Fistula Hospital in Addis Abeba. Toyiba musste zunächst 1 Jahr lang aufgepäppelt werden, bevor man an eine Operation denken konnte. Vor 5 Jahren wurde sie erfolgreich behandelt und kehrte vollkommen trocken nach Hause zurück.
Nach einem Jahr hatte sich Toyiba gut erholt und akzeptierte die Anfrage eines neuen Ehemanns, und startete eine neue Familie. Nach 3 Jahren wurde Toyiba wieder schwanger und kam, als sie im 8. Monat war, in das Fistula Hospital zurück. Das Baby kam per Kaiserschnitt zur Welt. Einige Wochen später war sie bereit, mit dem Baby nach Hause zurückzukehren.
„Ich habe nie daran gedacht, nach dieser Verletzung wieder gebären zu können, aber jetzt bin ich hier mit meinem kleinen Baby. Ich bete immer für euch alle „Toyiba.

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