Shewaye Lemma – erfolgreich operiert

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Die junge und schöne Shewaye Lemma ist jetzt 16 Jahre alt. Sie wurde in einer kleinen Stadt im Süden geboren.Ihr Vater starb früh und sie lebt bei ihrer Mutter. Zusammen leben sie von der Landwirtschaft.
Shewaye wurde mit Harninkontinenz geboren, was sehr selten vorkommt, wie unser Ärztlicher Direktor, Dr. Fekade, sagt. Die Familie erfuhr davon, als Shewaye drei Jahre alt war. Wegen dieser einzigartigen Krankheitg hatte Shewaye nie das normale Leben wie andere Altersgenossen. Sie musste zu Hause zu bleiben, wo ihre Mutter über 10 Jahre lang viel gelitten hat und eine Lösung für den Fall ihrer Tochter suchte. Shewaye hat noch nie die Schule besucht oder mit Kindern ihres Alters im Dorf gespielt. Sie hat eine einsame Kindheit verbracht. Sie konnte nicht heiraten und eine traditionelle Hochzeit feiern wie die jungen Mädchen im Dorf. Das wurde ein weiterer Grund für eine tiefe Depression. Seit sie drei war, begann ihre Familie, Shewaye zu verschiedenen Gesundheitseinrichtungen zu bringen, aber keiner konnte helfen.
Vor kurzem wurde Shewaye in das Black Lion Hospital, das größte Krankenhaus in Addis Abeba überwiesen. Vor 5 Monaten brachte ihre Mutter Shewaye nach Addis als letzte Hoffnung. Nach der Diagnose schickten die Ärzte Shewaye in das Fistula Hospital zur weiteren Behandlung.  Obwohl das Fistula Hospital auf Geburtsfisteln spezialisiert ist, interessierte der Fall von Shewaye unser medizinisches Team. Sie war ein junges Mädchen und hatte alles versucht. Wie immer hat unser medizinisches Team  professionelle und qualitativ hochwertige Betreuung für Shewaye bereit gestellt. Und die Harnableitung, die sie Anfang Juni erhielt, stoppte den Inkontinenz und ließ sie ganz trocken. Drei Monate ganzheitlicher Betreuung für Shewaye beendete 16 Jahre  Depression und gab ihr die Würde zurück. „Es ist wie ein Wunder für mich und meine Mutter. In den vergangenen zehn Jahren haben wir unsere ganzes Geld auf der Suche nach einer Lösung ausgegeben und jetzt bin ich nach drei Monaten trocken. Ihr seid Lebenspender. Danke, dass ihr mich geheilt habt.“, sagte Shewaye.

Habtam Mulugeta – Hebamme

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Habtam Mulugeta stammt aus der Nähe von Gondar in Nordäthiopien. Sie ist in der kleinen Stadt Debark aufgewachsen . Als einer der besten  der weiblichen Schülerinnen ihrer High School wurde Habtam vom Hamlin Collage für Hebammen ausgewählt und begann vor fünf Jahren mit ihrer Ausbildung.

Obwohl Habtam nie daran gedacht hatte, Hebamme zu werden, gefiel ihr dieser außergewöhnliche Beruf und sie bemühte sich leidenschaftlich, ihr Studium erfolgreich abzuschließen. Der 7. Hebammenjahrgang wurde am 15. Juli feierlich verabschiedet. Habtam wurde  ausgezeichnet und erhielt den Preis der Gründerin Dr. Catherine Hamlin.
„Der schwere Autounfall, den ich im zweiten Studienjahr hatte, war die größte Herausforderung meines Lebens; ich lag lange im Krankenhaus und dachte schon, ich müsse meine Ausbildung abbrechen. Aber alle im College, vor allem der Dean Zelalem Belete ermutigten mich, weiterzumachen. Nach einem Jahr war ich zwar immer noch krank, aber ich fing wieder an zu lernen.“ erklärte Habtam. Sie
ist bekannt für ihre disziplinierte und freundliche Natur. Bis zur Abschlußprüfung hat Habtam 67 Geburten betreut.
„Wenn Sie Hamlin Fistula Äthiopien beitreten, lernt man nicht nur die akademische Seite, darüber hinaus lernt man auch Menschlichkeit und Leben für andere in Not. Woanders könnte ich  eine höhere Bildung erwerben, aber die wirkliche Lebenserfahrung, für andere zu sorgen lernt man nur hier. Vielen Dank an meine Sponsoren und die ganze Hamlin-Community.“

Yedeneku

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Trotz der ärmlichen Verhältnisse, aus denen sie kommt, den psychischen und moralischen Verletzungen, die sie durch den Verlust von drei Babys bei vier Geburten erlitten hat und natürlich der schlimmen Blasen-Scheiden-Fistel, sieht Yedeneku immer noch hübsch aus.

Nach ihre Heirat mit 15 Jahren verließ sie ihre Eltern und begann ein eigenes Familienleben in einem entlegenen Dorf auf dem Land. Der Ort ist sehr klein, hat weder Straßen, noch Elektrizität und auch keine Gesundheitseinrichtungen. Die nächst größere Stadt ist drei Stunden Fußmarsch entfernt.

Da das Dorf in einer bergigen Gegend liegt, hatten Yedeneku und ihr Ehemann nicht ausreichend Farmland zum Bewirtschaften zur Verfügung, um der Familie ein gesichertes Einkommen zu erarbeiten und um die Lebenshaltungskosten zu decken. Wenn Yedeneku frühmorgens die Hausarbeit erledigt hat, hilft sie ihrem Mann bei der Farmarbeit. Obwohl er sie gerne an seiner Seite hat, will der sehr fürsorgliche Ehemann nicht, daß Yedeneku schwere Arbeit verrichtet.

Yedeneku war bereits viermal schwanger, aber unglücklicherweise überlebte nur eines der Kinder – ihr heute 17-jähriger Sohn.

Es geschah bei ihrer vierten Geburt, daß sie eine Verletzung, die sogenannte Geburtsfistel, erlitt. Wie bei allen drei vorherigen Geburten entband Yedeneku zuhause. Nach einem halben Tag in Wehen hoffte sie immer noch, daß alles gut gehen würde. Aber die Zeit verging, es lief nicht gut und alle waren in großer Sorge. Der Ehemann konnte es nicht ertragen, noch ein weiteres Kind zu verlieren und beschloss deshalb, seine Frau in die nächstgelegene Klinik zu bringen, die Yedeneku bereits während der Schwangerschaft zwei-, dreimal aufgesucht hatte.

Die Krankenschwestern dort kannten bereits Yedenekus Fall und ihre schwierige Schwangerschaft und beschlossen daher, sie mit einem Ambulanzfahrzeug in das nahe Hospital zu bringen. Doch all die Eile und schnelle Hilfe konnte nicht verhindern, daß Yedeneku ein totes Kind zur Welt brachte und  eine Blasenfistel bekam.

Das waren sehr schlechte Nachrichten für die Verwandten. Für Yedeneku und ihren Ehemann war dies fast noch unerträglicher, nach dem Verlust von 3 Babys nun auch noch eine so schwere Verletzung zu haben. Vier lange Monate verharrte sie in einem Zustand der Isolation und Einsamkeit, zu sehr schämte sie sich ihrer selbst, um am sozialen Leben teilzunehmen.

“Es war so unerträglich, mit solch einer schrecklichen Verletzung leben zu müssen, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Ich hätte es sogar vorgezogen, tot zu sein, als weiterhin so ein beschämendes Leben führen zu müssen.” berichtet sie über ihr Leid.

Yedeneku und Ihr Ehemann beschlossen, das Addis Abeba Fistula Hospital aufzusuchen, da es von ihrem Zuhause das nächstgelegene Hospital war. Bei einem Anruf im Fistula Hospital erfuhren sie, daß das Krankenhaus gerade renoviert wird und erst wieder in einem Monat öffnet. Mit einem Monat der Renovierung und drei weiteren Monaten, die sie brauchte, um sich auf die Operation vorzubereiten, mußte Yedeneku vier lange Monate aushalten, in denen ihr Urin ständig und unaufhaltsam die Beine herunterlief.

Im Vorbereitungsmonat im Fistula Hospital erhielt sie die notwendige holistische Behandlung und Hilfe vom Klinikteam. Der Eingriff war erfolgreich und konnte die lange, viermonatige Inkontinenz beenden und sie war danach vollkommen trocken.

“Die erste Person, die ich anrief, um von der guten Nachricht meiner erfolgreichen Heilung zu berichten, war mein Ehemann. Er hatte so mit mir gelitten in den vergangenen vier Monaten. Jetzt ist er überglücklich und weinte Freudetränen. Ihr alle seid der Grund für dieses Glück, ihr habt sogar mein Busticket bezahlt. Mit Worten kann ich meine Dankbarkeit kaum ausdrücken. Möge der Allmächtige euch immer wieder für das segnen, was ihr für mich und die anderen getan habt.” sagt Yedeneku.

Jährliches Review-Meeting 2017

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Wie jedes Jahr im Juli, am Ende des äthiopischen Kalenderjahres, trafen sich die Mitarbeiter des Hamlin Fistula Hospital zu seinem Präventionsprogramm, um die bisherigen Erfolge zu bewerten und die Zukunft zu planen. Letztes Jahr in Bahir Dar wurde beschlossen, in Zukunft auch die Leistung der drei Säulen: Behandlung, Prävention, Rehabilitation und Wiedereingliederung zu bewerten.
Dieses Jahr, vom 27. bis 28.7. fand die jährliche Besprechung in der wunderschönen Stadt Awassa statt, in der Nähe des Yirgalem-Zentrums im Süden.  Es nahmen 70 Mitarbeiter daran teil, darunter der CEO, der medizinische Direktor und andere Mitarbeiter des Managements, der Leiter der Außenzentren, einige Hebammen und Mentoren.

In seiner Eröffnungsrede bedankte sich Dr. Tesfaye, der CEO und betonte die deutlichen Verbesserungen. Er dankte vor allem den medizinischen Mitarbeitern, Dr. Fekade und alle Ärzte, die daran den größten Anteil hatten. Alle sollten sich bemühen, den Traum von Dr. Catherine und Reginald Hamlin fortzuführen.
Die Leiter der Außenzentren, der Hebammenschule, der Rehabilitation und des Managements legten ihren Jahresbericht vor und diskutierten Engpässe. Auch der kürzlich überarbeitete strategische Plan wurde besprochen. Die großen Herausforderungen des Vorjahres wie die Leistungslücke zwischen Zentren, Einschränkungen des Personalmanagements, unbefriedigende Zahlungsskalen und andere wurden identifiziert und Lücken für das kommende Jahr gelöst. Auch die Hamlin Hebammen berichteten über ihre Arbeit und Probleme.

Melkitu Keno – Lehrerin im Fistula Hospital

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Seit 14 Jahren unterrichtet Melkitu Keno die Patientinnen im Fistula Hospital. Es gibt dort ein Klassenzimmer, in dem die Frauen unterrichtet werden. Die meisten von ihnen haben noch nie eine Schule besucht. Melkitu unterrichtet nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen, sie ist mit Leidenschaft bei der Arbeit und hat schon viele herzzereißende Geschichten gehört. „Für mich ist dies nicht nur eine bezahlte Arbeit, sondern auch eine spirituelle Verpflichtung. Wir alle sehen, dass Dr. Hamlin ihr Leben geopfert hat, um den armen Frauen zu helfen. Sie ist unser Vorbild und Ansporn.“ sagt Melkitu. Jeden Morgen richtet sie das Klassenzimmer her. Die Frauen gehen nicht nur zur Schule, sie lernen auch Familienplanung, Hygiene und ihre Rechte kennen. „Wenn ich das Gefühl habe, durch den Unterricht etwas zur Zukunft der Frauen beizutragen, macht mich das sehr zufrieden.“ Melkitu ist inzwischen 42 Jahre alt und lebt mit ihrem Mann und 4 Kindern in Addis Abeba.