Wetet Abay Health Center

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Das Health Center  Wetet Abay ist eines der sechs – von Hamlin Fistula – unterstützten staatlichen Krankenstationen in der Nähe zu des Bahar Dar Außenzentrums im Norden Äthiopiens.

Das Health Center liegt in dem kleinen Dorf Wetet Abay an der Hauptstrasse 42km von Bahar Dar entfernt.

Vor 2010 entsprach das Health Center noch dem Level eines sogenannten “Gesundheitspostens”, der niedrigsten staatlichen Gesundheitsservice Institution, welche ausschließlich präventive Aufgaben erfüllte und nur zwei weibliche Pflegerinnen beschäftigte. 2010 wurde der Gesundheitsposten von der regionalen Regierung dann zu einem Health Center mit einem weitreichenderen Aufgabenfeld ausgebaut.

Zu Beginn fehlte es an Allem: professionelle Mitarbeiter, Ausrüstung, Arbeitsräume usw. Die begleiteten Geburten beliefen sich damals auf 1-2 pro Monat und wurden von nicht geschulten Krankenschwestern durchgeführt.

Unter dem präventiven Vorsatz von Hamlin Fistula war es das Ziel die medizinische Betreuung von Schwangeren und Müttern in ländlichen Regionen Äthiopiens zu verbessern. So wurde das Wetet Abay Health Center als ein ländliches staatliches Zentrum gezielt von Hamlin Fistula unterstützt, da es bis zum Jahr 2010 kaum medizinische Fortschritte zeigte.

Die beiden ersten  Absolventinnen des Hamlin College für Hebammen waren die ersten professionellen Hebammen, die im Helath Center 2011 eingestellt wurden.

Seitdem haben vier ausgebildete Hamlin Hebammen die Betreeung der Schwangeren, Geburten und Mütter im Wetet Abay Center hauptsächlich geleitet und eine signifikante Steigerung in Geburtenzahlen sowie der Qualität der Betreeung herbeigeführt. Mittlerweile ist die Zahl der Geburten auf bis zu 65 pro Monat gestiegen, was ein beispielhafter Unterschied zu den 2 Geburten pro Monat vor  6 Jahren ist.

Die Unterstützung beschränkte sich nicht nur auf die Bereitstellung von ausgebildeten Hebammen , sondern es wurde  auch eine Unterkunft für die Hebammen errichtet, um eine Rundumversorgung für Mütter der Region zu gewährleisten.

Im Januar hat Hamlin Fistula eine neu gebaute Entbindungsstation an die Wetet Abay Gemeinde übergeben. Dort bestätigte man, dass die Unterstützung durch Hamlin den langjährigen Mangel der Klinik an Untersuchungszimmern und Kreisssälen endlich beendet hat. Ein Einheimicsher sagte: “Spätestens jetzt sollten die Frauen eine Geburt in einem so gut aufgestellten Geburtshaus einer unsicheren Hausgeburt vorziehen. “

Schwester Siranesh und Schwester Agenehu sind jetzt die beiden älteren ausgebildeten Hamlin-Hebammen, die seit über zwei Jahren ihren Service im Wetet Abay Health Center leisten und die Betreung von Müttern und Schwangeren in einem Einzugsgebiet von über 30 Tausend Menschen gemeinsam mit ihren Kolleginnen managen.

Unsere Neue Website ist online: www.fistula.de

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Liebe Freund/Innen,

ab sofort ist unsere neu überarbeitete Webseite online. Wir haben in den letzten Wochen fieberhaft daran gearbeitet, Fotos und Texte aktualisiert, auf Rechtschreib- und Satzzeichenfehler überprüft, die Bildunterschriften, die Links. Sollte Ihnen noch etwas auffallen, schreiben Sie bitte unserer Webmasterin Kornelia Altdörfer info@ideenzone.de
Die Seite ist jetzt responsiv, d.h. Sie können sie auch problemlos mit Ihrem Handy anschauen.
Für Feedbacks und konstruktive Kritik sind wir sehr aufgeschlossen.
www.fistula.de

Schöne Ostern

i.A. Kornelia Altdörfer, www.ideenzone.de

Foto Kornelia Altdörfer

Äthiopien

Yitatek Asnakew

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Yitatek wurde vor 25 Jahren in einem kleinen Dorf in der Provinz Wollo geboren, wo sie auch verheiratet ist. Das Dorf liegt 2 Stunden Fußmarsch entfernt vom nächsten Marktflecken, wo es ein Health Center gibt. Die Dorfleute machen sich zweimal die Woche auf den Weg um ihre Produkte zu verkaufen und um einzukaufen wie z. B. Kerosin, Salz usw.

Yitatek schätzt, dass sie mit etwa 12 Jahren verheiratet wurde. Wie die meisten Mädchen, hat auch sie niemals eine Schule besucht. Sie wünschte sich nur erwachsen zu werden, an einen wohlhabenden Mann verheiratet zu werden und besser zu leben als ihre Eltern.

Traditionell arbeitet der Mann auf den Feldern, während Yitatek den Haushalt managte, kochte, wusch, Wasser und Feuerholz holte usw. Yitatek war mit ihrem Leben zufrieden, bis zu ihrer ersten Schwangerschaft, bei der sie eine Geburtsfistel bekam.

Yitatek schätzt, dass sie mit etwa 15 Jahren schwanger wurde. Die Schwangerschaft verlief problemlos, obwohl sie nie Kontakt mit einer Hebamme oder einem Arzt hatte. Gemäß der traditionellen Norm bringen Frauen ihre Kinder im Haus ihrer Mütter zur Welt. Sie hatte 6 Tage lang Wehen und unerträgliche Schmerzen, bis der Fötus schrumpfte und normal geboren wurde. Yitatek hatte eine Totgeburt und war danach inkontinent, ein schrecklicher und bedrohlicher Zustand, von dem sie noch nie etwas gehört hatte.

Für Yitatek schien die Verletzung unheilbar und zu schamvoll um darüber zu reden. Deswegen blieb sie im Haus der Mutter ohne nach einer Lösung zu suchen. Um diese Zeit trennte sich ihr Mann von ihr und heiratete eine andere Frau.

Nach einem Jahr in Isolation und ohne soziale Kontakte kam vor etwa 5 Jahren ihr Bruder zu Besuch, der in der Nähe von Bahr Dar lebt und von dem Außenzentrum in Bahr Dar im Radio gehört hatte.

„Die ganze Zeit erzählten mir die Dorfleute, dass alles meine Schuld war. Ich hasste mich und versuchte mehrmals mich umzubringen. Das hat meine körperliche Erscheinung geprägt und ich sehe älter aus als ich bin“ erklärt Yitatek.

Wegen der starken Zerstörung der Blase, war die erste Operation nicht erfolgreich. Yitatek wurde entlassen mit einem Termin für eine erneute Operation, doch sie erschien nicht.

Sie hatte die Hoffnung aufgegeben und lebte weitere 5 Jahre mit diesem Schicksal. Auch hatte sie keine Unterstützung von Verwandten, die sie auf der Reise begleitet hätten. Das trug dazu bei, sich in ihr Schicksal zu ergeben.

Ihr anderer Bruder, der erst kürzlich von Yitateks Zustand erfuhr brachte sie vor 5 Monaten in das Fistula Hospital in der Hauptstadt.

Weil ihr Fall schwierig war, blieb Yitatek zunächst einige Monate mit verschiedenen anderen Behandlungen bis sie vor 2 Wochen eine erfolgreiche Harnableitung hatte und jetzt vollkommen trocken ist.

„Ich bin so glücklich, dass ich jetzt trocken bin und diese 6 Jahre voll Schande endlich vorbei sind. Ich bete für alle, die mir geholfen haben. Das ist das einzige, was ich tun kann“

 

 

 

 

 

 

 

Siraye Abebe

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Siraye ist 35 Jahre alt und in dem kleinen Dorf Debre Elias geboren und aufgewachsen.  Das Dorf liegt in der Provinz Gojjam etwa 3 Stunden Fußmarsch um den nächsten Ort zu erreichen, wo es ein Health Center, Transport, Elektrizität usw. gibt.

Im Alter von 10 Jahren wurde sie verheiratet und lebte mit ihrem Mann im gleichen Dorf wie ihre Eltern. Sie hatte noch nicht ihre Kindheit beendet und das Leben mit der neuen Familie stellte eine große Herausforderung dar, an die sie sich mit der Zeit gewöhnte.

Wie überall im ländlichen Äthiopien bestimmt die Regenzeit den Jahresrythmus der Bauern. Siraye half bei der Feldarbeit und musste sich auch um Haushalt und Essen kümmern. Von frühen Morgen bis zum späten Abend war sie sehr beschäftigt. Da sie kein anderes Leben kannte, war Siraye trotz allem glücklich bis zu ihrer ersten Schwangerschaft.

Vor etwa 17 Jahren wurde Siraye zum ersten Mal schwanger. Das waren sehr gute Neuigkeiten für die Familie, die an Traditionen glaubte. Frauen sollen heiraten und viele Kinder gebären. Obwohl Siraye niemals ein Health Center besuchte, verlief ihre Schwangerschaft ruhig und problemlos.

Als die Wehen begannen, waren ihre Mutter und erfahrene Dorffrauen bei ihr. Doch die Wehen dauerten und verursachten Siraye sehr große Schmerzen. Nach einer Woche brachte die Familie sie endlich in die nächste Klinik.

Sirayes Zustand war sehr ernst und konnte dort nicht behandelt werden, deshalb wurde sie in das nächstgrößere Krankenhaus gebracht. Die Wehen waren lebensbedrohlich und die Ärzte versuchten alles, um ihr Leben zu retten. Mit einem Kaiserschnitt holten sie das tote Baby, Siraye überlebte doppelt inkontinent und mit einer Fußheberschwäche. Die Trauer über das tote Baby und ihren Zustand war sehr groß, so etwas hatte sie noch nie erlebt.

Das Schlimmste stand ihr aber noch bevor. Zurück in ihrem Dorf, wollte ihr Mann nichts mehr von ihr wissen und verstieß sie. Von ihrer Familie kümmerten sich nur ihr Bruder und seine Frau um sie.

„als alle meine Kleider und sogar die Kuhhaut, auf der ich schlief, vollgesogen waren mit Urin, nahm ich einen Stock, packte alles in eine Plastiktüte und ging langsam und versteckt zum Bach, um mich und alles zu waschen. Alles musste heimlich geschehen, sonst hätten es die Dorfleute nicht erlaubt.“ erzählte sie.

Auch nach der Überweisung in das Fistula Hospital in Addis Abeba dauerte es 5 Jahre bis sie dort ankam. Sie hatte kein Geld und niemanden der sie begleiten wollte. Wie die meisten Menschen im ländlichen Äthiopien wusste Siraye nicht, wie sie die Hauptstadt erreichen sollte und fürchtete, verloren zu gehen. Nach fünf Jahren des Traumas brachte sie endlich ein Cousin, der in Addis Abeba lebte, vor 12 Jahren in das Fistula Hospital.

Da Sirayes Blase durch die verlängerten Wehen so zerstört war, konnte die Operation die Inkontinenz nicht stoppen. Nach über 15 Jahren konnte Siraye endlich geheilt werden, nachdem vor einigen Wochen eine Harnableitung gemacht wurde. Jetzt ist sie trocken und glücklich und wartet darauf, nach Hause zurück zu kehren in voller Würde.

„Das Unmögliche wurde möglich gemacht, ich bin wieder trocken und muss mich nicht mehr schämen. Mein größter Dank gilt Dr. Hamlin, die mir und den anderen Patientinnen wie ein Engel gesandt wurde, außerdem danke ich allen Mitarbeitern, die mich mit ihrer freundlichen Art und Liebe zu einem Teil der Familie hier gemacht haben.“

Zurück in ihrem Dorf wird Siraye jetzt zur Hamlin Botschafterin, die alles, was sie während ihres Aufenthaltes gelernt hat, an die anderen Frauen weitergeben will.